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apt-X nicht verlustfrei


11.08.2016 12:34 - Gestartet von DL7FOS
In einem Artikel habe ich in Zusammenhang mit den jüngst in Deutschland vertriebenen VAVA-Lautsprechern auch Bluetooth näher betrachtet, auch werde ich hierzu noch einen Podcast veröffentlichen. Die Aussage, dass es bei apt-X für MP3 keine nennenswerten Übertragungsverluste gibt ist richtig, allerdings kann apt-X nicht mit linearem PCM der CD und erst recht nicht mit hochauflösenden Musikdateien gleichziehen. Trotzdem ist die Übertragungsqualität gut, die Musik wird allerdings vor der Übertragung recodiert. Apple bietet auch AAC Direct Streaming an, aber das unterstützen die meisten Bluetooth-Lautsprecher nicht. AirPlay ist gut, für den mobilen Einsatz aber weniger geeignet und komplizierter zu handhaben. DLNA wäre eine Option, hier werden von einem Steuergerät (beispielsweise dem Smartphone) die Dateien von einem Quell- zu einem Zielgerät transportiert. Das könnte eine Netzwerkfestplatte und ein DLNA-fähiger Lautsprecher sein. Der Vorteil ist, dass hier das Smartphone selbst nicht streamen muss und so der Akku kaum belastet wird, selbst nach dem Ausschalten wrde die Musik weiter spielen, bis der Track abgelaufen ist.

Bluetooth unterstützt standardmäßig bei A2DP, das Protokoll für Stereo-Audio, den minderwertigen SBC-Codec. Dieser ist bei gleicher Auflösung MP3 hörbar unterlegen, durch die Anhebung der Bandbreite ab Bluetooth 3.0 wurde allerdings auch die Audioqualität gesteigert. Nur leider klingen MP3-Dateien an einem drahtlosen Lautsprecher oft schlechter als direkt an einem guten Kopfhörerausgang. Es ist leider sehr intransparent zu erkennen, ob apt-X (wenn verfügbar) auch unterstützt wird. Manche Android-Telefone erlauben ein dediziertes Aktivieren, andere zeigen in der Bluetooth-Verbindung als Protokoll korrekterweise A2DP an. Die Bose SoundLink-Modelle bieten übrigens kein apt-X und verkaufen sich seltsamerweise gut, obwohl sie hörbar schlechter klingen können, als vergleichbare Modelle mit abt-X. Nur ist der DSP-Chip von Bose so geschickt, dass die Musik für den Standardhörer gut aufgehübscht wird und er zumindest das Gefühl hat, ein sehr gut klingendes Produkt zu haben. Versucht man jedoch analytisch zu hören und auf Details zu achten, kann sich das Blatt allerdings sehr schnell wenden.