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Welcher Fortschritt bei WhatsApp?


27.04.2016 13:46 - Gestartet von muffy
Benutzer BASE STATION schrieb:
Sprachnachrichten kann jeder meiner SIP provider mit einfachen Endgeräten und ohne ein app zu installieren.

Für die die sich ihre gerne Kontaktliste auslesen und sonstwie ausspionieren lassen ist Whatsapp natürlich genau das Richtige.
Ja, WhatsApp hat gegenüber SIP ja gerade den großen Vorteil, dass die Nutzung kein Geld kostet. Bei SIP muss ich zahlen und eine hässliche App auf meinem iPhone und Windows Smartphone und vielen Android Smartphones installieren. Außerdem kann ich über die meisten SIP-Provider keine Textnachrichten versenden. Warum also mehrere Apps nutzen, wenn man kostenlos alles in einer haben kann? So denken 90 Prozent aller Smartphone-Nutzer.

Die übliche Paranoia, dass WhatsApp unsicher sei und dass alle Nachrichten ausspoiniert werden, bleibt Paranoia. Vor allem, wenn man sich bewusst wird, dass WhatsApp nicht den Anspruch hat ein dezentraler offener Kommunikationshub zu sein, sondern eher ähnlich einem sozialen Netzwerk aggiert, dass auf ein zentral vernetztes Kommunikationskonzept setzt. Wer WhatsApp meidet, der meidet im Normalfall auch Facebook, Twitter, Xing und Co. Es ist eine Frage der grundsätzlichen Einstellung gegenüber dem Thema Social Networking.
Seit einigen Tagen ist WhatApp ebenfalls Krypto-Messenger, mit der Verschlüsselungstechnik, die selbst Edward Snowden empfiehlt. Das kam man selbst als notorischer Kritiker als kleinen Fortschritt bezeichnen. Damit ist es immerhin wesentlich sicherer als SMS, die mit wenig Aufwand von jedem mitgelesen werden können.
WhatsApp ist natürlich nicht die ultimative Lösung zukünftiger Kommunikation, kann aber trotzdem in vielen Punkten absolut überzeugen, auch wenn es selbstverständlich in keinem Punkt das Rad neu erfunden hat, sondern lediglich verschiedene bestehende Funktionen adaptiert. Das alles hatten wir schon mal mit IRC, AIM, YIM, MSN, ICQ und wie sie alle hießen. Heute sind diese Lösungen von den meisten Menschen vergessen, die jüngeren wissen damit vermutlich gar nichts mehr anzufagen. Heute gibt es Microsofts Skype, Apples iMessage/Facetime und Googles Hangouts auf der einen Seite und WhatsApp, Facebook Messenger und 100 kleine Möchte-gern-Messenger. Und alle können mittlerweile fast das Gleiche: Telefonieren und Textnachrichten austauschen. Das dies alles nicht der Weisheit letzter Schluss ist, ist klar.

Interessant wird es, wenn der SMS-Nachfolger RCS erstmal richtig Fahrt aufnimmt. Windows Smartphones unterstützen den Standard schon nativ, Android Smartphones kommen im Herbst mit Android 7.0 dazu und iPhones werden sehr wahrscheinlich auch mittelfristig folgen. Dann könnte es WhatsApp an den Kragen gehen und die Mobilfunkprovider wieder an Boden gut machen. Mit VoLTE und Wifi-Calling haben sie sich auf der Telefonie-Seite schon gut in Stellung gebracht.
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[1] muffy antwortet auf muffy
29.04.2016 16:35
Benutzer BASE STATION schrieb:
Benutzer muffy schrieb:
Benutzer BASE STATION schrieb:
Sprachnachrichten kann jeder meiner SIP provider mit einfachen Endgeräten und ohne ein app zu installieren.

Für die die sich ihre gerne Kontaktliste auslesen und sonstwie ausspionieren lassen ist Whatsapp natürlich genau das Richtige.
Ja, WhatsApp hat gegenüber SIP ja gerade den großen Vorteil, dass die Nutzung kein Geld kostet.

Netzinterne Gespräche sind auch bei den SIP providern kostenfrei.
Nicht immer. Außerdem sind ja wohl kaum alle Adressbuchkontakte beim selben SIP-Provider.


Bei SIP muss ich zahlen und

Nur wenn Du weltweit beliebige Telefone anrufen willst. Aber Du kannst ja kurz dort anklingeln, mit CLIP Deine Rufnummer übertragen und Dich dann zurückrufen lassen wenn Dir die paar Euro für eine flatrate fehlen.
In den meisten Kreisen sind solche Leute nicht gerade beliebt: "Kannst du mich bitte zurückrufen, wenn ich dich anrufe? Ich möchte das Geld sparen und dich auch nicht kostenlos anrufen, weil ich das Geschäftsmodell von den Anbietern nicht mag, die ihr Geld mit Daten und Werbung verdienen."

eine hässliche App auf meinem iPhone und Windows Smartphone und vielen Android Smartphones installieren.

Mußt Du nicht!
Es wird leider nicht richtiger, wenn du dich wiederholst. Nur weil es bei dir offensichtlich nativ läuft, heißt das eben nicht, dass es auf allen läuft. Auf ausnahmslos allen iPhones, Windows Smartphones und auch vielen Android Smartphones wie z. B. viele Geräte der Samsung Galaxy-Reihe (Galaxy S5, S6, S7) gibt es keinen nativen SIP-Account bzw. wurde er bewusst vom Hersteller deaktiviert.

Außerdem kann ich über die meisten SIP-Provider keine Textnachrichten versenden.

Mit jedem Mobiltelefon kannst Du SMS an jedes Mobiltelefon versenden. Es gibt unzählige provider die SMS Versand übers Internet umsonst anbieten.
Um SMS übers Internet zu verschicken, braucht es aber auch eine separate App. Außerdem: Schon mal drüber nachgedacht, wie die Anbieter, welche den SMS Versand übers Internet kostenlos anbieten, ihr Geld verdienen? Es wird dir nicht gefallen. Umsonst ist es nämlich nicht.
Und bei, über die SIM-Karte versendeten SMS gibt es eben wieder das Problem, dass diese nicht kostenlos sind.


Warum also mehrere Apps nutzen, wenn man kostenlos alles in einer haben kann? So denken 90 Prozent aller Smartphone-Nutzer.

Ich wußte gar nicht das 90% bildungsfern sind wenn die glauben WhatsApp sei umsonst. Facebook hat in 2014 US$19 billion (das sind Milliarden) für WhatsApp bezahlt. Wie man da glauben kann WhatsApp sei kostenlos erschließt sich mir nicht.
Ich darf an der Stelle mal Korinthen kacken: Ich habe nicht behaupte, dass die Nutzung von WhatsApp umsonst ist, sondern kostenlos. Das ist ein feiner Unterschied. Mir ist das Geschäftsmodell von WhatsApp bzw. Facebook schon sehr geläufig. Die Frage ist, was man davon hält und wie man damit umgeht. Ich denke, wir sind uns einig, dass das Geschäftsmodell vollends aufgeht. Ob nun 90% der Nutzer bildungsfern sind oder 10% diesbezüglich ein bisschen paranoid, diese Einschätzung überlasse ich dir. ;-)

Die übliche Paranoia, dass WhatsApp unsicher sei und dass alle Nachrichten ausspoiniert werden, bleibt Paranoia.

Es ist eine Frage der grundsätzlichen Einstellung gegenüber dem Thema Social Networking.

Social networking geht auch ohne "social networks". Es gibt Leute die haben sogar echte Kontakte in der realen Welt und leben nicht nur im cyberspace oder der cloud.
Sehr schön. Dir ist aber schon bewusst, dass die uralte Behauptung, dass Nutzer von sozialen Netzwerken nicht so viele Kontakte in der realen Welt pflegen würden, längst widerlegt ist? Nutzer sozialer Netzwerke pflegen ihre Kontakte in der realen Welt sogar intensiver als Nutzer, die soziale Netzwerke meiden.

Die die so auf facebook abfahren, ich habe noch nie kapiert wozu man facebook braucht,
Als jemand, der ganz offensichtlich nicht zur Zielgruppe gehört, muss du das auch nicht verstehen.

Das kam man selbst als notorischer Kritiker als kleinen Fortschritt bezeichnen.

Ein notorischer Kritiker wie ich weiß worauf es ankommt, auf die meta data. Meta data sammelt WhatsApp und die ganzen social networks (und Geheimdienste, bulk data collection) massenhaft und werten die natürlich auch aus. Denn so verdienen die ihr Geld. Ganzen Firmen funktionieren damit das niemals mehr vergessen wird was Du jemals im Internet gemacht hast.
Ja, und? Es geht hier wohlgemerkt um die Nutzung von WhatsApp und nicht darum, dass ich 24/7 mein Leben mit Facebook teile und mich zum vollständig gläsernen Menschen entwickle. Mit dem Wissen um das Geschäftsmodell und einem bewussten Umgang mit den offerierten Angeboten ist das überhaupt kein Problem.
Solange man sich nichts zu schulden kommen lässt und sich unsere Demokratie und Rechtsstaatlichkeit nicht verabschieden, ist es mir reichlich egal, ob WhatsApp weiß, wann ich über WhatsApp mit wem, wie lange und wie viel telefoniere, solange ich zumindest einigermaßen sicher sein kann, dass nicht unbedingt erfasst werden kann, worüber ich spreche.
Und wenn sich denn unsere Demokratie und Rechtsstaatlichkeit verabschiedet, dann werden wir andere Problem haben, als die erhobenen Metadaten von WhatsApp-Gesprächen.

Damit ist es immerhin wesentlich sicherer als SMS,

SMS können von einer anonymen prepaid SIM an eine andere anonyme prepaid SIM gesandt werden. Deshalb ist das sicher.

Als regelmäßiger teltarif-Leser dürfte es dir nicht entgangen sein, dass in Deutschland auf der Agenda steht, dass der Vertrieb anonymer Prepaid-SIM-Karten bald illegal ist.