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So ein Blödsinn


19.03.2016 12:40 - Gestartet von IMHO
Ich fahre viel Fahrrad in einer Großstadt. An jeder Großkreuzung die mehr als zwei Schaltphasen hat. Wenn ich z.B. die Stadtautobahn (auf der Brücke mit Radweg) quere, stehe ich an am Radweg an roten Ampeln, weil der querende die Autobahn Verkehr und die Autobahneinfahrt gleichzeitig grün bekommen. Dort sind drei Ampelphasen eingerichtet.
1) Querender Verkehr&rechtsabbiegend in die Autobahn
2) per Linksabbiegen in die Autobahn&rechtsabbiegend aus der Autobahn raus
3) Linksabbiegend aus der Autobahn herraus
Da kann es prinzipell keine Lösung geben, es sei denn der Stadtplaner findet den Mut alle Autofahrer zu einem bestimmten Zeitpunkt gleichzeitig waren zu lassen und eine vierte Ampelphase für den querenden Radfahrer- und Fußgängerverkehr einzuführen.

An jeder großen Kreuzung mit mehr als vier einmündenenden Straßen (Großer Platz mit sechs zuführenden Straßen) stehst Du als Fahrradfahrer. Zu Gunsten des Umstands , dass die Autos sich nicht gegenseitig blockieren wird dort regelmäßig jede grüne Welle auf dem Radweg geopfert. Wenn ich es eillig habe komme ich schneller voran, wenn ich den Radweg ignoriere und auf der Straße fahre. Das kann keine Siemens-Spaß-App und kein Infrarotsensor ändern. Solange in einer Stadt (mangels Nachfrage) noch nicht eine einzige Brücke oder ein einziger Tunnel nur für Radfahrer gebaut wurde, braucht man über den Siemens-Kram nicht nachdenken. Pure Geldverschwendung!

Lieber an den Steigungen der Stadt die Fahrradwege in doppelter Mindestbreite ausbauen, das wäre eine sinnvolle Geldverwendung.
Solange Druckknopf-Ampeln nicht zügig schalten, weil die Fugänger und Radfahrer in der Hierarchie ganz unten rangieren braucht es keine Technikverschwendung damit die Ampelsteuerung noch früher weiß, warum sie den Wunsch nach freier Fahrt trotzdem ignoriert. Überhaut, was soll eine Fahrrad-App? Spezialschaltung damit ich die grüne Welle (die es eh' nur im Prospekt gibt) nur dann nutzen kann, wenn mein Handy geladen ist?

Die einzige Druckkknopfampel, die ich bei Ausflügen am Stadtrand regelmäßig benutzen muss, hält mich mehr auf, als wenn an dieser Stelle ein Stopschild stehen würde! Auch dort wird mit großer Verzögerung der parallellaufende Nebenstraßenverkehr bevorzugt, aber einzeln auf grün geschaltet und dann irgendwann darf man auch als Radfahrer auch mal losfahren. Selbst bei einer Ampel mit festen Phasen, bei der ich nur manchmal zufällig grün hätte, wären die Chancen besser. Meiner Erfahrung nach haben die Ampelverkäufer (nicht nur die von Siemens) ein super-super-Merketing, das in der Lage ist überforderten Dorfverwaltungen Ampelschaltungen mit möglichst vielen und komplizierten Schaltstufen zu verkaufen, damit der Umsatz stimmt. Das Beste ist immer noch eine Ampel die einmal dem Längsverkehr und einmal dem Querverkehr grün gibt und den Linksabbiegern abverlangt, auf Lücken zu warten. Alles andere reduziert die Gesamtkapazität einer Kreuzung merklich und dann warten alle. Je mehr Elektronik die Ampelschaltung hat, desto besser für den Verkäufer der eine Umsatzabhängige Provision bekommt. Die Verkehrsteilnehmer aber profitieren z.B. von Stauräumen für Linksabbieger, damit pro Phase mehr Abbieger über die Kreuzung kommen, das kann keine Elektronik leisten, ohne anderen Teilnehmern längere Rotphasen zuzumuten.