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Dubiose Strukturen gab es schon viel früher


12.01.2017 10:18 - Gestartet von DL7FOS
Ein schöner Artikel, der allerdings zu spät ansetzt. Es gab bereits um die Jahrtausendwende gute Gründe, Yahoo! zu meiden. Dazu muss ich voraus schicken, dass auch die Übernahme von Egroups, einem sehr beliebten Portal für Internet-Gruppen, auf einen Schlag die Nutzeranzahl deutlich erhöhte. Es wurde irgendwann regelrecht unbequem, die Yahoo!-Groups, wie sie dann hießen, ohne Anmeldung zu nutzen. Zu dieser Zeit, um 2002, habe ich mich auch dazu hinreißen lassen und wurde schließlich von Yahoo! aufgrund der Verbreitung pornographischer Inhalte von der Nutzung ausgeschlossen.

Was war passiert? - Gar nichts. Außer der etwa zeitgleiche Bericht des c't-Magazins, dass Yahoo! offenbar willkürlich (mit meinen Worten autokratisch) Nutzer der Pornografie bezichtigt und das Web aufräumt. So bin ich wohl auch in dieses Raster gefallen, obgleich ich weder Mitglied der zahllosen Erotik-Gruppen war, noch irgendwelche Fotos über Yahoo! und/oder in meinem Profil verschickt habe. Als dann 2004 mein Konto geschlossen wurde suchte ich Rat bei der Redaktion "Vorsicht, Kunde" des obigen Magazins. Diese nahm Kontakt zur Pressestelle auf und schilderte den Vorfall. Da mein Konto einerseits geschlossen wurde war es mir nicht möglich, die "Reinheit" meiner Daten nachzuweisen, andererseits fanden sich mit wenig Aufwand über Google zahlreiche Profile mit eindeutig sexuellem Inhalt. Ich machte mir die Mühe und sammelte diese Ausdrucke, um sie als einzigen Beleg für eine unrechtmäßige Begründung anzuführen. Immerhin wurden durch diesen Schritt die von mir betriebenen zahlreichen Gruppen ebenfalls gelöscht.

Als einzige Reaktion gab es eine mir zugespielte Stellungnahme einer Pressereferentin, die klar das Ziel beschrieb, Profile mit derartigem Inhalt zu löschen. Auf die Frage der Willkürlichkeit und der Tatsache, dass mein Profil nicht zu diesem Kreis gehörte, ging sie nicht ein. Zudem war die Mail übersäht von Tipp- und Satzbaufehler, so dass ich mich nicht zurückhalten kann, ihr als Unternehmer den Hinweis zu geben, dass ich sie bei solch einer Außenwirkung unmissverständlich abgemahnt hätte. Damit war dann das Thema Yahoo! für mich erledigt.

Zumindest weitgehend, denn Yahoo! hat sich über die Jahre auch als Dienstleister hervor getan, Nutzer der iOS Aktien-App werden das im Impressum sehen. Auch Ovi Mail (später Nokia Mail) war kein eigener Dienst und wurde, wie so manches, von Yahoo! realisiert. Somit war es dann im Ergebnis doch schwer möglich, sich von diesem Unternehmen vollständig distanzieren zu können. Ich bin auch mal gespannt, was jetzt mit Flickr und Yahoo!-Groups wird. Wer da noch Fotos, Daten oder Mailinglisten hat, sollte diese zur Sicherheit an anderen Orten aufbewahren.