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Nicht übertreiben!


02.12.2015 09:54 - Gestartet von yes_mc
Es wäre besser gewesen, einfach auf die Pressemeldung von easybell hinzuweisen, die auf der Webseite von easybell für Jedermann einsehbar ist ...
O.K., die Anlage 3 mit den Entgeltvorstellungen ist dort nicht hinterlegt, die gab es als Anlage zu der e-mail von Steffen Hensche (= "Pressemitteiler" von easybell), die die Pressemeldung ankündigt. Aber bei der BNetzA kann man sich das Dokument auch besorgen.
Schade, daß daraus so ein "wichtigtuerischer" Artikel gemacht werden muß ...
Die "reinen Fakten" ohne einen "großen Anteil von teltarif" hätten es auch getan und würden vor allem einfach "sauberer" aussehen.
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[1] Kuch antwortet auf yes_mc
02.12.2015 11:00
Hallo,

ich finde schon, dass man sich Gedanken darüber machen kann, was passiert, wenn die Telekom-Vorschläge in ihrer jetzigen Form umgesetzt werden. Natürlich soll und darf die Telekom für ihre Vorleistungen Geld verlangen, das ist keine Frage.

Erschreckend finde ich aber Sätze in der Anlage wie "Der inkludierte Traffic-Anteil je L2-BSA-Access-Teilleistung beträgt für Realtime 0,00 GByte". Wenn ich das richtig verstehe, können die Reseller also nur für Best-Effort-Traffic die angegebenen Pakete buchen, die ohnehin viel zu niedrig angesetzt sind (58 GB für 16-MBit/s-Anschluss, 80,2 GB für 25 MBit/s, 87,9 GB für 50 MBit/s und 142,6 GB für 100 MBit/s).

Das ist nicht nur für Dauersauger und Videostreamer ein Problem, sondern auch für Familien mit mehreren Kindern oder Studenten-WGs. Wobei es ja für den Endanwender kein Problem ist, sondern für den Reseller, der den darüber hinausgehenden Traffic pro GB an die Telekom bezahlen muss.

Wenn ich das alles richtig einschätze, wird es für die Reseller nur noch wirtschaftlich sein, wenn sie entweder ganz billige Best-Effort-Zugänge anbieten, bei denen eben die Schnittstellen zu YouTube & Co. dauernd am Limit gefahren werden und manchmal auch überlastet sind. Oder sie verkaufen Realtime-Anschlüsse mit Drosselung bzw. Realtime-Anschlüsse, die 100 Euro im Monat kosten.

Alexander Kuch
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[1.1] crazyfone antwortet auf Kuch
02.12.2015 14:05

einmal geändert am 02.12.2015 17:17
Ich glaub, das hast du soweit richtig aufgedröselt ;). Hatte ja mal Wettbewerbsrecht, so sieht absolute Marktmarkt aus. Gab erst letztens eine Statistik, wonach drei von vier Anschlüssen in D direkt bzw. indirekt unter der "Macht" der Telekom stehen. Nur ein Anschluss ist frei von Einfluss etwa Kabel, Stadtwerke was auch immer.

Unter solchen Bedingungen wird natürlich kein Wettbewerber ein L2-Angebot zu Entertain aufbauen können. Wenn 1&1 noch etwas gegen T stänkert, fliegen sie ja mit Digital TV vielleicht raus, dann ist gleich Ende.
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[2] Nicht immer untertreiben und beschwichtigen!
Leiter Kundenverarsche³ antwortet auf yes_mc
02.12.2015 19:24
Benutzer yes_mc schrieb:
Es wäre besser gewesen, einfach auf die Pressemeldung von easybell hinzuweisen, die auf der Webseite von easybell für Jedermann einsehbar ist ...

Warum? Warum soll ein schwer betroffener Provider hier nicht mal zu Wort kommen? Dieses Beispiel zeigt doch die praktische Auswirkung der Neufassung der Zugangsregelung sehr plastisch und für jeden begreifbar.

O.K., die Anlage 3 mit den Entgeltvorstellungen ist dort nicht hinterlegt, die gab es als Anlage zu der e-mail von Steffen Hensche (= "Pressemitteiler" von easybell), die die Pressemeldung ankündigt. Aber bei der BNetzA kann man sich das Dokument auch besorgen.

Und dann?

Schade, daß daraus so ein "wichtigtuerischer" Artikel gemacht werden muß ...

Das Thema IST wichtig. Das rafft hier im Forum ja leider nur kaum einer...

Die "reinen Fakten" ohne einen "großen Anteil von teltarif" hätten es auch getan und würden vor allem einfach "sauberer" aussehen.

Jetzt schreibt der Kuch einmal einen Artikel den ich inhaktlich wirklich gut finde und dann kommst du daher...
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[2.1] yes_mc antwortet auf Leiter Kundenverarsche³
02.12.2015 19:57
Ich hatte ja inhaltlich überhaupt nichts auszusetzen! Und das auch so geschrieben.
Bitte also immer GENAU lesen, WAS geschrieben wird.
Der Stil war das, was mich extrem gestört hat. Die Wichtigtuerei, welche Rolle (das Wort als solches ist nicht gefallen) teltarif hier angeblich hat usw.
Alexander hat das von mir auch schon in einer persönlichen Mitteilung noch mal "erklärt" bekommen.
Ich hätte mir gewünscht - und so sollte es immer sein - daß der Fakt einer neuen Pressemitteilung neutral und unkommentiert und auch nicht "redaktorisch verpackt" dargelegt wird.
DANACH kann dann eine "redaktorische Erweitereung" erfolgen, man kann und sollte z.B. (abgegrenzt von dem eigentlichen Fakt als solches) dann nochmal auf die Umstände hinweisen und natürlich gerne Kommentare zu zu erwartenden Konsequenzen abgegeben.
Aber so zu tun (den Eindruck zu erwecken), als wäre teltarif in den ganzen Prozeß eingebunden und man hätte zusammen mit easybell hier Stellungnahmen erarbeitet und herausgegeben - das ist die von mir kritisierte ungerechtfertigte Selbstinszenierung.
teltarif ist nichts weiter, als ein Nachrichtenportal. Punkt. Natürlich sollte (und muß) eine NACHFOLGENDE zusätzliche redaktorische Aufbereitung erfolgen (Analyse Ausgangssituation, Tendenzen, mögliche Folgen etc.) Aber bitte nicht vermischen.
Was mir z.B. schon immer fehlt ist, daß teltarif nie darauf hinweist (und das auch nochmals untersucht und "auseinandernimmt"), daß das ganze Schlamassel, in dem wir uns hierzulande in der TK befinden und auch die konkrete Situation, um die es in der Pressemitteilung geht) letztendlich nur daher kommen, daß die Deregulierung hierzulande völlig verkorkst wurde (von Laien entgegen dem Rat von Fachleuten durchgezogen wurde). Und daß es auch heute praktisch noch immer nur einen einzigen Ausweg gibt: nämlich der Telekom endlich das Netz wegzunehmen und (z.B. in eine gGmbH) zu überführen. Bekannt ist ja diese Vorgehensweise international als "Zerschlagung von AT&T". Wir übernehmen jeden Schei... aus den USA, aber nicht das, was wirklich gut gemacht wurde und nachweislich Erfolg gebracht hat.
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[2.1.1] Leiter Kundenverarsche³ antwortet auf yes_mc
02.12.2015 21:01

einmal geändert am 02.12.2015 21:06
Benutzer yes_mc schrieb:
Ich hatte ja inhaltlich überhaupt nichts auszusetzen! Und das auch so geschrieben.
Bitte also immer GENAU lesen, WAS geschrieben wird.

Das kann ich nur zurückgeben. ;-) Ich hatte dir nur Fragen gestellt und geschrieben, dass ich den Artikel inhaltlich gut finde.

Der Stil war das, was mich extrem gestört hat.

Wenn jemand Stilfragen auf diese Art und Weise kritisiert ist es übrigens auch nicht abwegig, eine wenig ausgeprägte Identifikation mit dem Inhalt zu vermuten. Ich habe das explizit nicht getan.

Aber so zu tun (den Eindruck zu erwecken), als wäre teltarif in den ganzen Prozeß eingebunden und man hätte zusammen mit easybell hier Stellungnahmen erarbeitet und herausgegeben - das ist die von mir kritisierte ungerechtfertigte Selbstinszenierung.

Entschuldigung, aber der Eindruck wurde hier (zumindest bei mir) nicht erweckt. Inzwischen kenne ich Teltarif und auch den Stil einzelner Redakteure. Die Verpackung ist mir wurscht, es zählt für mich nur der Inhalt. Ob Kuch vielleicht nicht doch noch mit Easybell gekabelt hat, kannst du nicht wissen. Ich auch nicht.

teltarif ist nichts weiter, als ein Nachrichtenportal. Punkt.

Richtig. Aber auch nicht weniger.

Natürlich sollte (und muß) eine NACHFOLGENDE zusätzliche redaktorische Aufbereitung erfolgen (Analyse Ausgangssituation, Tendenzen, mögliche Folgen etc.)

Was meinst du mit "Nachfolgende"? Es gibt hie rkeine festgelegte "Rehenfolge". Natürlich kann die redaktionelle Aufarbeitung in unmittelbarer Verbindung mit den "Fakten" oder Passagen aus der ursprünglichen Pressemitteilung stehen.

Aber bitte nicht vermischen.

So lange die Zurdnung klar ist, gibt es damit kein Problem.

Was mir z.B. schon immer fehlt ist, daß teltarif nie darauf hinweist (und das auch nochmals untersucht und "auseinandernimmt"), daß das ganze Schlamassel, in dem wir uns hierzulande in der TK befinden und auch die konkrete Situation, um die es in der Pressemitteilung geht) letztendlich nur daher

D'accord! So geht es mir auch. Aber nun befinden wir uns im Raum der inhaltlichen Kritik. Du hast ja vorhin vehement widersprochen, dich darin überhaupt zu befinden... Merkst du was. ? ;-)

kommen, daß die Deregulierung hierzulande völlig verkorkst wurde (von Laien entgegen dem Rat von Fachleuten durchgezogen wurde). Und daß es auch heute praktisch noch immer nur einen einzigen Ausweg gibt: nämlich der Telekom endlich das Netz wegzunehmen und (z.B. in eine gGmbH) zu überführen.

Eine gGmbH muss es nicht sein (und würde es auch garantiert nicht werden - ich kenne die Anforderungen an das Gemeinnützigkeitsrecht, die treffen hier nicht zu). Ansonsten wirst du zu diesem inhaltlichen Punkt auch keinen Widerspruch von mir hören. Die Telekom hat in den letzten Monaten in mehreren Bereichen dermaßen überzogen, dass man endlich Notbremse reinhauen und die veralteten Festlegungen zur Privatisierung teilweise wieder revertieren muss.

Bekannt ist ja diese Vorgehensweise international als "Zerschlagung von AT&T". Wir übernehmen jeden Schei... aus den USA, aber nicht das, was wirklich gut gemacht wurde und nachweislich Erfolg gebracht hat.

Naja, dieses Modell haben wir auf den Kabelbereich der Telekom doch angewendet. Heute - im Jahr 2015 - haben wir 3 regionale Kabelnetzmonopole die unseren Markt dominieren; Vodafone, Unitymedia und TeleColumbus. Eine horizontale Zerschlagung in Regionalgesellschaften sorgt immer nur für einen temporären Pseudowettbewerb.

Der Schlüssel zur nachhaltigen Wettbewerbssicherung liegt daher nicht in einer horinzontalen, sondern in der vertikalen Entflechtung, wenn der Betrieb zentraler Infrastrukturen die Grundlage für das wirtschaftliche Handeln bildet. Das Geschäft des Netzbetriebs muss als entbündelt und - zumindest in meiner Vorstellung - verstaaticht oder wenigstens teilverstaatlicht (50%+X) werden. Nur auf diese Weise kann ein gleichberechtigter Zugang aller Marktteilnehmer gewährleistet werden. Ob Stromnetz, TAL oder Koaxnetz - deratige zentrale Infrastrukturen gehören nicht in die Hände eines einzigen Privatunternehmens. Denn es liegt in der Natur der Sache, dass ein solcher Monopolist immer wieder auf's neue entsprechende Verdrängungstendenzen entwickelt. Man sieht es doch bestens an den akuten Fieber(wahn)schüben bei der Telekom. Wenn ich weiß, dass ich der unangefochte Platzhirsch bin, dann liegt es doch nur in der Natur der Sache, dass ich mich irgendwann automatisch nicht mehr aufführe wie der gutmütige "primus inter pares", sondern wie der tollwütige magenta Elefant im Porzellanladen. Das personifizierte magenta Rüsseltier ist aus meiner Sicht "Tim" Höttges. Der neue Telekom-Außenauftritt fällt nicht nur zufällig mit seinem "Amtsantritt" zusammen...