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Praxis wird sich kaum ändern


08.06.2015 18:51 - Gestartet von thomas-bamberg
einmal geändert am 08.06.2015 18:52
Die Provider wäre doch blöde, auf 128 kbits/s zusetzen. Vadofon, Telekom und O2 habe genug Erfahrung im Festnetz. Da haben sich die deutschen Nutzer daran gewöhnt, so viel Surfen bis der Arzt kommen. Ansonsten wird man als Drosselkom bezeichnet, leider können viel Verbraucher nicht richtig Englisch eher das Denglisch. Flat heißt eigentlich ein Pauschaler Preis und kein Surfer bis der Arzt kommt. Wenn aber Facebook, Twitter &Co. nicht rund um Uhr funktionieren, dreht der Smartphone User durch.
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[1] Hier die Lösung des Problems!
GrößterNehmer antwortet auf thomas-bamberg
09.06.2015 00:38
Hier erstmal etwas blah-blah, die Lösung des Problems weiter unten...

Benutzer thomas-bamberg schrieb:
Die Provider wäre doch blöde, auf 128 kbits/s zusetzen. Vadofon, Telekom und O2 habe genug Erfahrung im Festnetz. Da haben sich die deutschen Nutzer daran gewöhnt, so viel Surfen bis der Arzt kommen. Ansonsten wird man als Drosselkom bezeichnet, leider können viel Verbraucher nicht richtig Englisch eher das Denglisch. Flat heißt eigentlich ein Pauschaler Preis und kein Surfer bis der Arzt kommt. Wenn aber Facebook, Twitter &Co. nicht rund um Uhr funktionieren, dreht der Smartphone User durch.
Flat rate/flat fee heißt tatsächlich erstmal wörtlich übersetzt eben dieses. Die zusätzliche Bedeutung "ohne dass das Internet gekappt wird" ergibt sich aber aus dem Kontext. Das hat nichts mit Englisch, Denglisch oder Deutsch zu tun. Spricht man in Deutsch von einem Festpreis, geht man automatisch davon aus, dass der Leistungsumfang variabel ist. Ansonsten bräuchte man den Preis ja nicht als "fest" zu qualifizieren. Jetzt könnte man behaupten, dass ein Datenpaket mit x MB ja zu einem Festpreis zu haben wäre. Dafür hat sich aber der Begriff "Paket" eingebürgert. Natürlich kann man dem Kind jetzt einen anderen Namen geben und es z.B. "Kostenbremse x MB" nennen, sollte aber Begriffe vermeiden, für die sich eine andere Bedeutung eingebürgert hat. Das wäre unterm Strich nämlich eine Täuschung des sog. "Verbrauchers" und würde von den Gerichten auch als solche gewertet. Man kann einen Seitenairbag z.B. als "Side Impact Protection System" bezeichnen, einen aufgepusteten Gefrierbeutel im Kofferraum aber nicht als Airbag bewerben.

Nach deiner wörtlichen Deutung des Begriffes "Flatrate" dürfte auch jedes Restaurant mit "all you can eat" werben, denn auch bei McDonald's kann man so viel essen bis man die braunen Papiertüten mit dem gelben M zweckentfremden muss. Man muss es eben nur volumenabhängig bezahlen. Bevor die erste Papiertüte wiederbefüllt wäre, hätte der König der Burger allerdings schon auf Unterlassung geklagt und würde im Eilverfahren auch Recht bekommen.

Zum Thema zurück: 16 kBit/s sind meiner Meinung nach eine Grauzone, die Bezeichnung "GPRS-Geschwindigkeit" würde ich sogar als Täuschung werten. Es ist richtig und wichtig, dass dem zunehmenden Datenhunger entsprechend ausgebaut werden. Das kostet eben Geld. Da ist es auch völlig in Ordnung, dass jemand, der monatlich Gigabytes an Daten durch die Luft schickt mehr bezahlt als jemand, der im Monat auf 50 MB kommt. Wird ein Tarif als "Flat x MB" beworben, hat sich allerdings die Bedeutung "x MB ohne Einschränkung und danach langsam" eingebürgert. Sobald "langsam" aber gleichbedeutend mit "praktisch nicht mehr nutzbar" ist, kommt man in den Bereich, wo der Kunde/Verbraucher möglicherweise schon getäuscht wird.

Kommen wir jetzt mal zur Lösung des Problems für Anbieter und "Verbraucher". Grundsätzlich haben beide Parteien konfliktierende Ziele: der Anbieter möchte möglichst viel für möglichst wenig Leistung kassieren während der Verbraucher möglichst wenig für möglichst viel Leistung bezahlen möchte. Der Anbieter ist durch die Konkurrenz im Preis nach oben, der Kunde durch Auswahl am Markt nach unten beschränkt. Gesamtwirtschaftlich wäre es optimal, wenn der Kunde seinen Verbrauch so gut einschätzen könnte, dass er das kleinste Paket buchen kann, welches er nie überschreitet. Er selbst zahlt so wenig wie möglich und der Anbieter könnte die Preise optimal kalkulieren und müsste dem Kunden keinen "Sicherheitsaufschlag" berechnen. Also ist das Ziel den Kunden dahin zu bewegen, dass er das optimale Paket bzw. die optimale Flat bucht. Andere Kommentare behaupten, dass man selbst Schuld sei, wenn man sein Datenvolumen nicht korrekt einschätzen kann. Das mag ja für den Fall "nach einer Woche ist der gebuchte Traffic erreicht" stimmen, generell ist es aber Blödsinn. Kaum jemand wird dauerhaft eine Drossel hinnehmen, die regelmässig nach ein paar Tagen greift und jeden Monat eine gewisse Zeit "auf Sparflamme" surfen. Flats mit Drossel sind interessant, wenn man nur in Ausnahmefällen das Limit überschreitet und dann eben noch die Zeit bis zum nächsten Abrechnungszeitraum überbrücken kann. Wenn jemand immer deutlich unter 500 MB im Monat bleibt und einen Monat mal ein paar Hundert MB drüber liegt, weil er Zuhause den DSL-Anbieter wechselt und kein WLAN hat oder mal zwei Wochen im Schwarzwald verbringt, ist es nicht sinnvoll dauerhaft das 1 GB-Paket zu buchen, nur weil man es einmal im Jahr braucht. Andererseits nützt es auch dem Anbieter nichts, wenn der Kunde nach der Überschreitung kündigt, weil er mit 16 kBit/s praktisch nichts mehr machen kann und zu einem Anbieter wechselt, der nur auf 32 oder 64 kBit/s drosselt. Um den Kunden jetzt dazu zu bewegen, dass er das für ihn optimale Paket bucht, ist die Lösung recht simpel: man erlaubt ihm in Ausnahmesituationen seinen gewöhnlichen Datenverbrauch zu überschreiten ohne ihn großartig einzuschränken und "bestraft" ihn, wenn er dies zu häufig macht. Dies kann man als Anbieter ja mit diversen Modell erreichen. Z.B. könnte der Anbieter den gebuchten Traffic bei einmaliger Überschreitung noch mal in moderater Drosselung bereit stellen, also z.B. mit 128 kBit/s. Wird auch der überschritten, halbiert es sich pro Verbrauch des gebuchten Traffics. Im neuen Abrechnungszeitraum steht wieder der gebuchte Traffic in der normalen Geschwindigkeit zur Verfügung. Jeden Monat, in dem man nicht überschreitet verdoppelt sich der "Über-Traffic" wieder bis zu 128 kBit/s, jeden Monat in dem man überschreitet halbiert sich die Geschwindigkeit für den "Über-Traffic" wieder. So könnte der Nutzer in Ausnahmesituationen auch mal sein Kontingent überschreiten, bei dauerhafter Überschreitung macht es aber schnell keinen Spaß mehr und man wäre dazu animiert in ein größeres Paket zu wechseln. Es wäre auch denkbar, dass man nur die Hälfte des gebuchten Traffics in moderat gedrosselter Geschwindigkeit zur Verfügung hat oder dass sich die Geschwindigkeit immer auf ein Viertel reduziert. Hauptsache wäre, dass ein- und sogar zweimalige Überschreitung noch zu einem einigermaßen nutzbaren Internetzugang führen, dauerhafte Überschreitung aber schnell keinen Spaß mehr macht und der Kunde zu Erhöhung des High-Speed-Volumens animiert wird.

Beispiel mit 500 MB inklusive, halbe Menge Karenz und 75% Reduzierung bei Überschreitung:
500 MB regulär, 250 MB mit 128kBit/s (fix), weitere 250 MB mit 32 kBit/s und weitere 250 MB mit 8 kBit/s (praktisch nicht mehr nutzbar). Braucht man einen Monat mal bis 749 MB, werden im Folgemonat Übertraffic bis 250 MB mit 32 kBit/s übertragen, bleibt man unter den regulären 500 MB, hat man im Monat drauf wieder 250 MB Karenz mit 128 kBit/s übertragen. Je öfter man die 500 MB überschreitet, desto langsamer wird es. Das würde den Kunden dazu animieren ein Paket zu buchen, was seinem tatsächlichen regelmäßigem Verbrauch entspricht, gleichzeitig hätte er aber die Möglichkeit in "Ausnahmesituationen" den gebuchten Traffic zu überschreiten ohne das Handy nur noch als Briefbeschwerer verwenden zu können.
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[1.1] trzuno antwortet auf GrößterNehmer
09.06.2015 09:55
Benutzer GrößterNehmer schrieb:
ohne das Handy nur noch als Briefbeschwerer verwenden zu können.

Psssst ... man kann mit Handys auch telefonieren und SMS verschicken.

Aber Psssst, nicht weitersagen, sonst fliegen den Leuten ihre Briefe weg, weil sie ihren Briefbeschwerer plötzlich für völlig unerwartete Dinge nutzen.

;-)
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[1.1.1] GrößterNehmer antwortet auf trzuno
09.06.2015 20:06
Benutzer trzuno schrieb:
Benutzer GrößterNehmer schrieb:
ohne das Handy nur noch als Briefbeschwerer verwenden zu können.

Psssst ... man kann mit Handys auch telefonieren und SMS verschicken.
Schon klar, aber warum soll ich dafür ein 5 Zoll Smartphone mit mir rumschleppen? Für mich ist die Online-Konnektivität eine Zusatzfunktion zum Telefonieren, die ich auch nicht mehr missen möchte. Die Welt dreht sich halt weiter und hat sich auch durch "always on" und diese Taschencomputer verändert (nicht immer zum Positiven!). Letzte Woche war ich ausländisch im Urlaub. Früher war da immer eine gewisse Vorbereitung notwendig. Heute rennt man mit den Dingern einfach los, hat alle Zug- und Busverbindungen in der Tasche und weiß, ob man sich beeilen muss oder noch einen Kaffee am Bahnhof trinken kann. Den nächsten Geldautomaten im Ausland findet man ohne Probleme und kennt auch die aktuellen Wechselkurse. Den Lieben Zuhause kann man mal das eine oder andere Foto schicken und praktisch kostenlos per VoIP anrufen. Die Wettervorhersage hat man auch immer in der Tasche und nicht ganz unwichtig: im Fall der Fälle weiß man auch, wo die nächste Apotheke oder der nächste Arzt ist.
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[1.1.1.1] thomas-bamberg antwortet auf GrößterNehmer
12.06.2015 22:42

Mein Handy kann das auch und das ist kein Smartphone. Es hat keine 5 Billionen Apps Taschenlampen und Kochrezept.