Diskussionsforum
  • 09.11.2014 20:42
    cassiel schreibt

    Der Hund wedelt mit dem Schwanz und nicht umgekehrt!

    Die Aktion von Springer hat doch deutlich gezeigt, dass der Hund mit dem Schwanz wedelt und nicht umgekehrt.

    > Die informations­suchenden User würden die Inhalte der großen Verlage
    >
    auch ohne Google finden - nur dann direkt über die jeweiligen
    >
    Homepages oder die Site-internen Suchmasken, nicht über die globale
    >
    Suchmaschine. Ein Internet ohne Suchmaschinen wäre für die User
    >
    unbequemer - sie müssten auf der Suche nach bestimmten
    >
    Informationen möglicherweise hunderte Einzelsites abfragen - dies
    >
    würde aber zugleich mehr Klicks für die Verlage bedeuten! Diese
    >
    könnten also mehr Werbung ausliefern. Google macht also keine
    >
    "Werbung" für die Inhalte der großen Verlage, sondern, im Gegenteil,
    >
    nutzt deren und andere Inhalte, um selber Werbung zu verkaufen.

    Netter Versuch, Herr Petzke. Finden Sie den Logik-Fehler! Kleiner Tipp: reality check. Die Auflösung unten.


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    Ein Internet ohne Suchmaschinen ist doch eine vollkommen absurde, realitätsfremde Annahme. Wenn die Verlage nicht mehr in Suchmaschinen auftauchen, dann suchen sich die Nutzer mit den Suchmaschinen eben andere Informationsangebote als die Verlage um ihren Informationsbedarf zu stillen. In Zeiten von dpa-copy&paste sowie ein gleichgeschalteten, leserbevormundenden Berichterstattung bei den Verlagen keine große Kunst. Wir haben es hier mit einer Abstimmung mit den Füßen zu tun: die Leute gehen zu Google und anderen Suchmaschinen und suchen dort gezielt Inhalten und klappern nicht die Website einer oder gar mehrerer Zeitungen ab ob sie dort das finden wonach sie suchen. Die Stammleser, die das vielleicht so machen, sind offensichtlich in einer Minderheit. Genau das hat Springer jetzt selbst bewiesen und eingestanden.

    Die Frage ist doch: wer hat von wem einen größeren(!) (finanziellen) Vorteil?
    Wenn Google wirklich einen größeren finanziellen Vorteil davon hätte, Inhalte von den Verlagen einzublenden, dann wären sie blöd diese nicht einzukaufen und die Verlage wären blöd jetzt diese Gratis-Einwilligungen abzugeben. Google und die Verlage sind aber nicht blöd und haben genau das gemacht was nur folgerichtig ist, angesichts der nun bewiesenen Tatsache, dass die Verlage einen größeren Vorteil von Google haben und nicht umgekehrt. Es ist eben nicht so, dass die Verlage ohne Google/Suchmaschine mehr Klicks auf ihre Seiten oder wie auch immer mehr Einnahmen bekommen. Springer hat unfreiwillig bewiesen, dass sie - so wie Google sagt - von Google die Besucher bekommen und ohne Google wie ohne Hosen dastehen. So rum wird ein Schuh draus. Netter Versuch, Herr Petzke.
  • 09.11.2014 23:27
    DenSch antwortet auf cassiel
    Perfekte Antwort.

    Wenn Zeitung XYZ nicht in der Suche auftaucht, surfe ich sie nicht an. Fertig. Ich klicke mich doch nicht durch 5000 News Seiten um das zu finden, was ich suche.
    Kein Ergebnis, Keine Klicks, keine Besucher, keine Kohle. Fertig.

    Ergo: Die Verleger brauchen Google zum Überleben. Nicht Google die Verleger!
  • 10.11.2014 12:09
    Kai Petzke antwortet auf cassiel
    Benutzer cassiel schrieb:

    > Ein Internet ohne Suchmaschinen ist doch eine vollkommen
    >
    absurde, realitätsfremde Annahme.

    Das ist auch im Editorial so ausgedrückt - durch Nutzung des Konjunktiv II (Irrealis): "Ein Internet ohne Suchmaschinen wäre ...".

    > Wenn die Verlage nicht mehr
    >
    in Suchmaschinen auftauchen, dann suchen sich die Nutzer mit
    >
    den Suchmaschinen eben andere Informationsangebote als die
    >
    Verlage um ihren Informationsbedarf zu stillen.

    Auch das steht so im Editorial.

    > Es ist eben nicht so, dass die Verlage ohne
    >
    Google/Suchmaschine mehr Klicks auf ihre Seiten oder wie auch
    >
    immer mehr Einnahmen bekommen.

    Natürlich bekommt ein Verlag weniger Klicks, wenn er als einzelner sich der Listung in den Suchmaschinen verweigert. Gäbe es aber gar keine Suchmaschinen, hätten die Verlage mehr Klicks. Von daher nehmen die Suchmaschinen den Verlagen und anderen Inhalteanbietern durch ihre Existenz Klicks weg. Ob man dafür nun einen Ausgleich einführt, ist eine politische Frage. Google wird freiwillig ihre Werbeeinnnahmen im Bereich der Suchmaschine nicht teilen, dazu ist deren Marktmacht zu groß. In anderen Bereichen - z.B. Youtube - zahlt Google bereits Werbebeiligungen / Tantiemen, und wird künftig noch stärker dazu gezwungen sein, da es im Streaming-Bereich Konkurrenz durch die Netzbetreiber, Netflix, Amazon Prime und Co. gibt.
  • 10.11.2014 13:23
    LtotheH antwortet auf Kai Petzke
    Benutzer Kai Petzke schrieb:
    > In anderen Bereichen - z.B. Youtube - zahlt Google bereits
    >
    Werbebeiligungen / Tantiemen, und wird künftig noch stärker
    >
    dazu gezwungen sein, da es im Streaming-Bereich Konkurrenz
    >
    durch die Netzbetreiber, Netflix, Amazon Prime und Co. gibt.

    Wobei hier der Schuh eher anders gestrickt ist, da Netflix, Amazon Prime und Co. zwar Streaming on demand anbieten, sich die Inhalte aber gravierend unterscheiden. Den die angesprochen Betreiber stehen mit ihrem content immer noch für das "alte" Fernsehen, dass ja nun immer mehr von YouTube Inhalten in die Ecke gedrängt werden. Somit müssen die sich überlegen wie sie gegen ein kostenloses (!!) Angebot von Google das qualitativ immer besser wird zu wehr setzen.
    Sollte nun Google ein Blogging/Nachrichten-Portal analog zu YouTube aufbauen und diesen dann mit seinen Miliarden pushen, dann könnten Google die kommerzierllen Contentanbieter am Allerwertesten vorbei gehen.. (somit kann man sagen, dass die Verläge regelrecht knap einer Kugel ausgewichen sind)
  • 10.11.2014 20:07
    Kai Petzke antwortet auf LtotheH
    Benutzer LtotheH schrieb:

    > Wobei hier der Schuh eher anders gestrickt ist, da Netflix,
    >
    Amazon Prime und Co. zwar Streaming on demand anbieten, sich
    >
    die Inhalte aber gravierend unterscheiden.

    M.E. unterscheidet sich vor allem die Zielgruppe, nicht so sehr die Inhalte, sondern nur deren Aufbereitung entsprechend der Zielgruppe. Verschwörungstheorien, Weltnachrichten, Tech-Infos usw. usf. gibt es ja auch in den klassischen Medien. Gut, Playthroughs sind bei Youtube mehr, und das Angebot ist natürlich oft viel, viel spitzer für eine konkrete Nutzergruppe. Nur wird die Zielgruppe bei Youtube aber auch älter werden, und die jetzt noch hippen und "billigen" Youtube-Künstler werden etabliert und teuer werden. Bei einigen der Künstler - wie "Psy" ("Propaganda / Gangnam Style") - hat das ja schon längst begonnen, und sie erhalten auch gut bezahlte Auftritte in den "klassischen" Medien.
  • 10.11.2014 14:04
    cassiel antwortet auf Kai Petzke
    Benutzer Kai Petzke schrieb:
    > Benutzer cassiel schrieb:
    > > Ein Internet ohne Suchmaschinen ist doch eine vollkommen
    > >
    absurde, realitätsfremde Annahme.
    > Das ist auch im Editorial so ausgedrückt - durch Nutzung des
    >
    Konjunktiv II (Irrealis): "Ein Internet ohne Suchmaschinen wäre
    >
    ...".

    Das:
    > Googles Selbst­darstellung, dass sie Werbung für die Inhalte der Verlage
    >
    machen und diesen monatlich Millionen User zuführen würden, ist also
    >
    falsch:
    ist kein Konjunktiv irrealis.

    > > Wenn die Verlage nicht mehr
    > >
    in Suchmaschinen auftauchen, dann suchen sich die Nutzer mit
    > >
    den Suchmaschinen eben andere Informationsangebote als die
    > >
    Verlage um ihren Informationsbedarf zu stillen.
    > Auch das steht so im Editorial.

    Ich lese was anderes:
    > Google macht also keine "Werbung" für die Inhalte der großen Verlage,
    >
    sondern, im Gegenteil, nutzt deren und andere Inhalte, um selber
    >
    Werbung zu verkaufen.

    > > Es ist eben nicht so, dass die Verlage ohne
    > >
    Google/Suchmaschine mehr Klicks auf ihre Seiten oder wie auch
    > >
    immer mehr Einnahmen bekommen.
    > Natürlich bekommt ein Verlag weniger Klicks, wenn er als
    >
    einzelner sich der Listung in den Suchmaschinen verweigert.
    >
    Gäbe es aber gar keine Suchmaschinen, hätten die Verlage mehr
    >
    Klicks. Von daher nehmen die Suchmaschinen den Verlagen und
    >
    anderen Inhalteanbietern durch ihre Existenz Klicks weg. Ob man

    Unrealistische Annahmen und erst recht die absurden Schlußfolgerungen daraus werden durch wiederholen nicht realistischer. Jedenfalls ähnlich realistisch wie zu bejammern, dass die Automobilhersteller den Droschkenherstellern die Kunden "wegnehmen".

    > dafür nun einen Ausgleich einführt, ist eine politische Frage.

    Nein, denn diese Frage stellt sich schlicht und ergreifend nicht.

    > Google wird freiwillig ihre Werbeeinnnahmen im Bereich der
    >
    Suchmaschine nicht teilen, dazu ist deren Marktmacht zu groß.

    Google wird sich schlicht nicht übervorteilen lassen. Es geht auch nicht um das Teilen von Werbeeinnahmen. Die VG Media Verlage wollen für eine "Leistung" bezahlt werden ohne für die "Leistung" von Google zu zahlen.
    Jeder kleine Website-Betreiber ist froh, wenn seine Website bei Google vorne mit dabei ist. Nur die VG Media Verlage in ihrem Größenwahn glauben dafür auch noch Geld von Google kriegen zu müssen. Dabei sind sie auch nur arme, kleine, austauschbare Würstchen ...

    > In anderen Bereichen - z.B. Youtube - zahlt Google bereits
    >
    Werbebeiligungen / Tantiemen, und wird künftig noch stärker
    >
    dazu gezwungen sein, da es im Streaming-Bereich Konkurrenz
    >
    durch die Netzbetreiber, Netflix, Amazon Prime und Co. gibt.

    aber nicht an Nimmersatte wie die GEMA und VG Media, die immer noch im virtuellen Droschkenzeitalter leben. Und bei youtube macht Google das gleiche wie jetzt auch: ausblenden. Und die davon betroffenen GEMA-Künstler sehen ihre Felle schon davon schwimmen.