Diskussionsforum
  • 22.09.2014 08:58
    Knut Birke schreibt

    Sofortüberweisung

    Von der Sofortüberweisung würde ich die dringend Abraten. Nicht nur, dass man dabei gegen die Nutzungsbedingungen der Kreditinstitute verstößt, und die Bank somit nicht mehr haftbar ist, übergibt man die Zugangsdaten zum Onlinebanking an einen externen Dienstleister, welcher somit ungehindert Zugriff hat. Zudem können diese Daten bei einem Einbruch in falsche Hände geraten.
    Von sowas sollte man die Finger lassen, die Wohnungsschlüssel überlässt man ja auch nicht irgend einer Firma.
  • 22.09.2014 11:00
    Kai Poehlmann antwortet auf Knut Birke
    Moin!

    Benutzer Knut Birke schrieb:

    > ist, übergibt man die Zugangsdaten zum Onlinebanking an einen
    >
    externen Dienstleister, welcher somit ungehindert Zugriff hat.

    Konto ohne Dispo und mit SMS-Tan. Online-Pin vorher und nachher ändern, Guthaben in genau der Höhe des zu zahlenden Betrages. Wo bleibt das Risiko, das man bei Vorkasse nicht auch hätte?

    Kai
  • 22.09.2014 13:56
    Kai Petzke antwortet auf Knut Birke
    Benutzer Knut Birke schrieb:
    > Von der Sofortüberweisung würde ich die dringend Abraten. Nicht
    >
    nur, dass man dabei gegen die Nutzungsbedingungen der
    >
    Kreditinstitute verstößt, und die Bank somit nicht mehr haftbar
    >
    ist, übergibt man die Zugangsdaten zum Onlinebanking an einen
    >
    externen Dienstleister, welcher somit ungehindert Zugriff hat.

    sofortueberweisung.de gibt es inzwischen seit Jahren, die Firma wickelt mehrere Millionen Transaktionen pro Monat ab. Die Banken kennen also diesen Dienst. Wenn sie ihn für unsicher befinden würden, dann hätten sie schon längst ihre Server-Zugänge für sofortueberweisung.de sperren müssen oder zumindest ausdrücklich über geeignete Medien (Hinweis auf dem Kontoauszug, Mitteilung an die Presse etc.) darüber informieren, dass sie von der Nutzung von sofortueberweisung.de abraten. Keins von beiden haben die Banken getan, und folglich können die Banken das Risiko, dass es bei sofortueberweisung.de zu Datenmissbrauch kommt, nicht mehr auf die Kunden abwälzen. Startet hingegen in ein oder zwei Jahren ein neuer Bezahldienst, der dasselbe Verfahren einsetzt, dann würden in dessen Anfangsphase die Kunden diesen Dienst auf ihr eigenes Risiko verwenden.

    "sofortueberweisung" ist auch mitnichten der einzige externe Partner, der Bankdaten überträgt. Beim klassischen Online-Banking gibt man die Daten in einen Browser der Firma Mozilla, Google oder Microsoft ein, der u.U. auf einem von einer riesigen, nur lose zusammengehaltenen Community geschriebenen Betriebssystem (Android, Ubuntu, SuSE Linux etc.) läuft. Auch die von zahlreichen Banken selbst vertriebene online-Banking-Software stammt meist von einem Drittanbieter, nicht von den Banken selbst.

    Auch Bank- und Kreditkarten-Terminals sind oft von Drittanbietern, und durch die Möglichkeiten, Kartendaten auszulesen und die PIN mitzuschneiden, besonders betrugsanfällig. Kryptochips in den Karten sollen die Duplikation der Karten künftig erschweren, aber noch sind massenhaft alte Terminals im Einsatz.

    Die Probleme von sofortueberweisung.de liegen m.E. woanders: Wie Vorkasse hat das Verfahren zur Folge, dass man erst zahlt, bevor man die Ware sieht. Gerade besonders verlockende Angebote würde ich persönlich also nicht auf diesem Weg bestellen, sondern lieber per Lastschrift, Paypal oder notfalls Kreditkarte. Bei der Lastschrift ist die Rückbuchung, sollte die Lieferung falsch oder gar nicht erfolgen, nämlich überhaupt kein Problem. Und Paypal ist faktisch auch nur eine Lastschrift, die kriegt man also ebenfalls im Fall des Falles rückgebucht.

    Bei der Kreditkarte hängt es immer vom Einzelfall ab, ob man eine Rückbuchung durchgesetzt bekommt. Letztendlich werden bei der Bearbeitung der Storno-Anfrage Vertrauen in den Kunden und Vertrauen in den Online-Händler gegeneinander abgewogen. Wer eine niegelnagelneue Karte hat, und dann gleich die erste Buchung stornieren lassen will, könnte scheitern, zumal, wenn diese Buchung von einem der bekannten Online-Händler stammt. Wer eine seit Jahren im Einsatz befindliche Karte mit regelmäßigen Umsätzen hat, wird eine Einzelbuchung eines noch nicht etablierten Online-Händlers hingegen problemlos stornieren können.

    Man muss aber bedenken, dass der Artikel HIER aus Händlersicht ist.
    Mehr Details zur Verbrauchersicht auf diverse Zahlsysteme steht unter
    http://www.teltarif.de/handy/appstore/...


    Kai
  • 25.09.2014 07:54
    KvR antwortet auf Knut Birke
    Benutzer Knut Birke schrieb:
    > Von der Sofortüberweisung würde ich die dringend Abraten. Nicht
    >
    nur, dass man dabei gegen die Nutzungsbedingungen der
    >
    Kreditinstitute verstößt, und die Bank somit nicht mehr haftbar
    >
    ist, übergibt man die Zugangsdaten zum Onlinebanking an einen
    >
    externen Dienstleister, welcher somit ungehindert Zugriff hat.
    >
    Zudem können diese Daten bei einem Einbruch in falsche Hände
    >
    geraten.
    > Von sowas sollte man die Finger lassen, die Wohnungsschlüssel
    >
    überlässt man ja auch nicht irgend einer Firma.

    Zumindest die DKB kooperiert seit Jahresbeginn mit der SOFORT AG und hat ihre Nutzungsbedingungen entsprechend angepasst.