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Warum außgerechnet das 700 Mhz Frequenz-Band?


24.10.2014 11:04 - Gestartet von wolfbln
2x geändert, zuletzt am 24.10.2014 11:12
Wir haben auf der Welt schon ein ziemliches Frequenzwirrwarr durch mangelnde Abstimmungen der Länder auf einheitliche Frequenzen. Die Folge: fast 30 (!) unterschiedliche Frequenzen für LTE sind weltweit im Einsatz. Auf Wikipedia ist eine gute Übersicht: http://en.wikipedia.org/wiki/E-UTRA#Frequency_bands_and_channel_bandwidths

Wenn nun Europa für etwas gut ist, dann für eine ziemlich einheitliche Normung: 3G/UMTS gibts auf dem Kontinent nur auf 900 und 2100 Mhz und 4G/LTE auf 800, 1800 und 2600 als FD-LTE (mit wenigen Ausnahmen).

Warum schert Deutschland da aus und will die 700 Mhz-Frequenz nutzen? Es gibt keine Endgeräte, die damit umgehen. Keiner in Europa nutzt den Bereich für Mobilfunk. In den USA wird er von AT&T und anderen für LTE genutzt, aber diese Geräte sind hierzulande nicht dafür ausgelegt und im Handel. Wenn ich mir heute ein Gerät für die 700er Frequenz kaufen will, muss ich in die USA fahren, dann sind aber die aktuellen Frequenzen nicht abgedeckt.

Mit inzwischen 3 Anbietern im Land, kann ich wirklich keinen "Engpass" an Bandbreite sehen. 3G/HDSPA ist zwar ziemlich ausgereizt, wird aber wohl nie deutschlandweit flächenddeckend zu Verfügung stehen. Dazu hätte es einer "digitalen Dividende" in 3G auf 900 Mhz bedurft, die im Gegensatz zu Polen, Schweiz und vielen Flächenländern hier nie aufgebaut wurde.

Vielmehr läuft gerade die Annahme von 4G/LTE beim Kunden sehr zögerlich an, was mit den hohen Aufpreisen dafür bei den meisten Anbietern und den Neugeräten zu tun hat. Aber jeder LTE-Kunde entlastet die Bandbreite für 3G.

Außerdem ist ja nicht gesagt, dass 2G/GSM, 3G/UMTS und 4G/LTE dauerhaft parallel betrieben werden müssen. AT&T in den USA z.B. schaltet sein 2G/GSM-Netz 2017 ganz ab und hat dann diese Frequenzen auch zusätzlich für anderes zur Verfügung.

Hier wird mal wieder eine neue Norm in Form von völlig unüblichen Frequenzblöcken in den Markt geworfen, damit man sich diesmal nicht für eine neue Technologie (was ich verstehen würde), sondern für eine bestehende (auf anderen Frequenzen) neue Endgeräte kaufen muss.

Oder auf den Artikel bezogen: Wenn ich heute auf dem Land in den genannten Bundesländern schnelles Internet haben möchte, muss ich mir ein 4G/LTE-Gerät kaufen, das die 800 Mhz-Frequenz abdeckt und einen Vertrag bei der Telekom oder Vodafone für die "digitale Dividende". Das bedeutet einen Aufpreis von mehreren Hundert Euro für Vertrag und Gerät über 2 Jahre. Warum sollen sich diese "Bauern" dann in 2 Jahren wieder ein neues Gerät kaufen, nur weil es LTE jetzt auch auf 700 Mhz gibt???



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[1] spezi10 antwortet auf wolfbln
24.10.2014 12:15
Benutzer wolfbln schrieb:
Wir haben auf der Welt schon ein ziemliches Frequenzwirrwarr durch mangelnde Abstimmungen der Länder auf einheitliche Frequenzen. Die Folge: fast 30 (!) unterschiedliche Frequenzen für LTE sind weltweit im Einsatz. Auf Wikipedia ist eine gute Übersicht:
http://en.wikipedia.org/wiki/E-UTRA#Frequency_bands_and_channel_bandwidths

Die Frequenzen, die die Bundesnetzagentur versteigern will, laufen dort als Band 28.


Wenn nun Europa für etwas gut ist, dann für eine ziemlich einheitliche Normung: 3G/UMTS gibts auf dem Kontinent nur auf 900 und 2100 Mhz und 4G/LTE auf 800, 1800 und 2600 als FD-LTE (mit wenigen Ausnahmen).

Warum schert Deutschland da aus und will die 700 Mhz-Frequenz nutzen?

Deutschland schert nicht aus, Deutschland will auf einen Zug aufspringen. Diese 700 MHz-Frequenzen laufen weltweit unter dem Schlagwort "APT 700". Das Band hat das Potential fast überall auf der Welt verwendet zu werden - mit Ausnahme der USA/Nordamerika (dort werden die Frequenzen schon in einer anderen Unterteilung verwendet). Deswegen ist die Industrie auch so scharf drauf.

Aktuell haben zahlreiche Länder in Asien und Süd-/Mittelamerika die Einführung von LTE auf diesem Band beschlossen.

Siehe z.B.
http://www.zdnet.com/surge-of-support-for-700mhz-spectrum-plan-7000021687/

Es gibt keine Endgeräte, die damit umgehen.

Das iPhone 6 z.B. kann es. Ich würde mich nicht wundern, wenn es schon mehr Geräte gibt. Sicher aber werden es bald mehr sein - einfach weil es ein weltweit oft verwendetes Band sein wird - unabhängig davon, was in Deutschland läuft.

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[1.1] Leiter Kundenverarsche³ antwortet auf spezi10
25.10.2014 19:33

2x geändert, zuletzt am 25.10.2014 19:35
Benutzer spezi10 schrieb:
Deutschland schert nicht aus, Deutschland will auf einen Zug aufspringen.

BULLSHIT! Du dreister Lügner! Dieser Zug hat noch lange keine einzige Fahrt aufgenommen. Ja er steht noch nicht mal abfahrbereit im Bahnhof. Dieser Zug existiert bislang lediglich auf Blaupausen!

Diese 700 MHz-Frequenzen laufen weltweit unter dem Schlagwort "APT 700".

Ja, als ein Schlagwort der Mobilfunklobby. Bisher hat sich das ansonsten noch niemand zu eigen gemacht.

Das Band hat das Potential fast überall auf der Welt verwendet zu werden - mit Ausnahme der USA/Nordamerika (dort werden die Frequenzen schon in einer anderen Unterteilung verwendet). Deswegen ist die Industrie auch so scharf drauf.

Jaja, Potentialgeschwafel... Wie bereits gesagt - noch ist davon überhaupt nichts ins Sicht. Deutschland muss hier nicht den Anfang mimen. Wir haben noch genügend Zeit um über das 700er-Band zu diskutieren und abzuwarten, was unsere europäischen Nachbarn machen. Ich sage: Nicht vor 2020! Die Arschkrampen von der Bimbesnutzagentur eilen hier in vorauseilendem Gehorsam einseitig den Interessen der Deutschen Mobilfunkindustrie hinterher bzw. sie preschen voraus. Ich hoffe das endet in einer schallenden Ohrfeige seitens der Politik. Die darf sich nur nicht scheuchen lassen. Oder locken - von fadenscheinigen Breitbandversprechungen.

Aktuell haben zahlreiche Länder in Asien und Süd-/Mittelamerika die Einführung von LTE auf diesem Band beschlossen.

Siehe z.B.
http://www.zdnet.com/surge-of-support-for-700mhz-spectrum-plan-7000021687/

Was für ein Geschwafel! Beschlossen ist da überwiegend noch gar nichts. Hast du den zdnet-Artikel überhaupt gelesen und verstanden?

UND LIEGT DEUTSCHLAND ETWA IM ASIEN-PAZIFIKRAUM ODER IN LATEINAMERIKA?

Es gibt wirklich nichts was mich mehr auf die Palme bringt als dümmliches Gelaber.
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[1.1.1] spezi10 antwortet auf Leiter Kundenverarsche³
25.10.2014 20:28
Benutzer Leiter Kundenverarsche³ schrieb:
Benutzer spezi10 schrieb:
Deutschland schert nicht aus, Deutschland will auf einen Zug aufspringen.

BULLSHIT! Du dreister Lügner!

Nanana. Nicht beledigend werden. Das lässt einen immer dumm aussehen. Vor allem wenn man unrecht hat.

Das erste APT700-Netz ging im Juni in Betrieb. In anderen Ländern sind die Frequenzen schon versteigert. Nicht in Europa, sondern in Asien. Ja, die Nutzung dieser Frequenz für Mobilfunk steht noch am Anfang. Aber es gibt eben eine Reihe von Projekten und Plänen in diversen Ländern, angefangen von Ländern, die diese Nutzung fest beschlossen haben, über Länder, die die Frequenzen bereits lizensiert haben, bis zu Netzen, die sich im Betrieb befinden.

Im Übrigen habe ich hier nicht die Meinung vertreten, dass man die 700 MHz-Frequenzen in Deutschland möglichst schnell für Mobilfunk nutzen sollte. Ich habe nur darauf hingewiesen, dass es jetzt nicht eine exotische deutsche Mobilfunkfrequenz sein würde, die niemand sonst unterstützt. Dazu ist der Zug eben doch schon zu weit abgefahren.


Diese 700 MHz-Frequenzen laufen weltweit unter dem Schlagwort "APT 700".

Ja, als ein Schlagwort der Mobilfunklobby. Bisher hat sich das ansonsten noch niemand zu eigen gemacht.

Google hilft manchmal...



Jaja, Potentialgeschwafel... Wie bereits gesagt - noch ist davon überhaupt nichts ins Sicht. Deutschland muss hier nicht den Anfang mimen. Wir haben noch genügend Zeit um über das 700er-Band zu diskutieren und abzuwarten, was unsere europäischen Nachbarn machen.

Wäre für mich OK. Wie gesagt: mir geht's nicht darum, dass die 700 MHz Frequenzen am Besten gestern versteigert werden, sondern einfach nur um den internationalen Kontext.


Aktuell haben zahlreiche Länder in Asien und Süd-/Mittelamerika die Einführung von LTE auf diesem Band beschlossen.

Siehe z.B.
http://www.zdnet.com/surge-of-support-for-700mhz-spectrum-plan-7000021687/

Was für ein Geschwafel! Beschlossen ist da überwiegend noch gar nichts. Hast du den zdnet-Artikel überhaupt gelesen und verstanden?

Ich schon...



UND LIEGT DEUTSCHLAND ETWA IM ASIEN-PAZIFIKRAUM ODER IN LATEINAMERIKA?

Nein, aber inwieweit ist das relevant?

Es hat tatsächlich einen Nutzen wenn Mobilfunkfrequenzen in möglichst vielen Ländern verwendet wird. Das erleichtert die Unterstützung in der Hardware. Macht es wahrscheinlicher, dass das eigene Handy die Frequenz in Zukunft unterstützt. Und das könnt z.B. bei Roaming wiederum praktisch sein (es soll Leute geben, die Europa auch mal verlassen...).


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[2] spezi10 antwortet auf wolfbln
24.10.2014 12:52
P.S.:

Vielleicht auch interessant:
http://www.ericsson.com/res/docs/2013/ericsson-apt700-creating-a-truly-global-band.pdf

Seite 9 zeigt, wo die Nutzung von Band 28 schon überall beschlossen wurde (das Dokument ist von Februar)

Seite 10 eine Übersicht der Bänder im Frequenzbereich < 1 GHz (mittlere Zeile: Situation in Europa, unterste Zeile: inkompatible Situation in USA/Kanada)
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[3] IMHO antwortet auf wolfbln
24.10.2014 13:42
Benutzer wolfbln schrieb:
... Es gibt keine Endgeräte, die damit umgehen.
Die kommen dann schon. Wie SPEZI10 schon geschrieben hat, ist das kein deutscher Alleingang.

Mit inzwischen 3 Anbietern im Land, kann ich wirklich keinen "Engpass" an Bandbreite sehen. 3G/HDSPA ist zwar ziemlich ausgereizt, wird aber wohl nie deutschlandweit flächenddeckend zu Verfügung stehen. Dazu hätte es einer "digitalen Dividende" in 3G auf 900 Mhz bedurft, die im Gegensatz zu Polen, Schweiz und vielen Flächenländern hier nie aufgebaut wurde.

Auf UMTS 900 zu verzichten war im Nachhinein betrachtet nicht nur vorteilhaft. Aber niemand fängt jetzt noch damit neu an. Das ist gelaufen und vorbei.

Oder auf den Artikel bezogen: Wenn ich heute auf dem Land in den genannten Bundesländern schnelles Internet haben möchte, muss ich mir ein 4G/LTE-Gerät kaufen, das die 800 Mhz-Frequenz abdeckt und einen Vertrag bei der Telekom oder Vodafone für die "digitale Dividende". Das bedeutet einen Aufpreis von mehreren Hundert Euro für Vertrag und Gerät über 2 Jahre. Warum sollen sich diese "Bauern" dann in 2 Jahren wieder ein neues Gerät kaufen, nur weil es LTE jetzt auch auf 700 Mhz gibt???

Im Moment wird auf dem Land LTE800 aufgebaut. Niemand wird das so schnell abreissen. Die LTE700 Frequenzen sind geeignet auf denselben Masten zusätzlich freigeschaltet zu werden. Aus den Ansagen "auf dem Land <nur> 50MBit/s" wird dann eben: Auf dem Land 100MBit/s falls ihr Endgerät 700&800MHz beherrscht und 50MBit/s falls es nur 800MHz kann.
Es gibt eine Menge iPhones, die nur 800MHz aber nicht 700MHz können. Du kannst beruhigt davon ausgehen, dass die Dt. Telekom auf dem Land nicht anfangen wird, die Masten jetzt auf Lücke aufzustellen, dass man nur mit 700MHz lückenlose Versorgung hat.

Es gibt verschiedene Spekulation, was mit dem 700MHz-Block alles passieren wird. Am Ende wird es einen Versuch geben, mit einem "LTE-Overlaynetz" TV via LTE auszustrahlen. Dann wird Dich die Entwicklung im Bereich der Telefonie gar nicht berühren. - wer weiß.

LTE800 beendet (erst in Verbindung mit VoLTE) das Ausbaumoratorium auf dem Land und den historischen "Fehler" UMTS900 in Dtld. nicht einzuführen. Dort wo es nur GSM900, aber kein UMTS2100 gibt, rechnet es sich, LTE800 aufzustellen.
Erstmals gibt es (egal ob auf 700 oder 800MHz) die Perspektive mit VoLTE alle Funktionen des Mobilfunks mittels einer einzigen Technik bereitzustellen. LTE800 für Daten und Fallback auf GSM900 für's Telefonieren braucht auf Dauer niemand.

Die Einführung von VoLTE schaft Bedarf ein neues Endgerät annzuschaffen, falls das bisherige nicht upgedatet weden kann. Die Ergänzung des 800er Spektrums mit den 700er Frequenzen wird nicht so spektakulär sein, wie Du (Sie) es beschreibst.
Selbst wenn Du Dein LTE800-only-Gerät vier Jahre lang nutzen willst, die anderen Nutzer die sich LTE700-fähige Geräte nach zwei Jahren kaufen. Sie werden Dir den 800er Bereich freiräumen, weil sie durch Benutzung der LTE700er Frequenz etwas bessere Standby-Zeiten haben und Du kannst Dein 800er Gerät benutzen solange Du willst.

Die Sorge, dass auf dem ganz dünn besiedelten Land jetzt nur noch LTE700 aufgebaut wird und der LTE-Ausbau auf 800MHz gestoppt wird, teile ich nicht. Die finanziellen Risiken, durch Inkompatiblität mit dem iPhone, Umsätze in der Aufbauphase zu verpassen, wiegt da schwerer. Vielleicht werden LTE700-Frequenzrechte auch erstmal drei Jahre lang gebunkert, um mit den Netzausrüstern besser pokern zu können, wer zu welchem Preis ein LTE-Advanced-Netz hinstellt.
Die 700er Frequenzlizenzen werden umkämpft sein, das ist klar. Wie sie aber nach der Versteigerung ganz genau verwendet werden, weiß ich nicht. Ich weiß nichtmal ob Vodafone für 700MHz dieselben Ausbauideen hat wie Telefonica. Aber die Bedenken dass die Geräte deshalb schneller veraltet, sind teile ich nicht.
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[3.1] lkb antwortet auf IMHO
24.10.2014 15:20
Ich teile die Meinung von IMHO, die 700mhz Frequenzen werden nicht mit 800 konkurrieren, sondern sie ergänzen. 100mbit auf dem land, statt 50mbit hört sich vielleicht für manche lächerlich an, aber wenn man bedenkt das manche Ultra-High-Sites mehrere Quadratkilometer abdecken, in denen oft mehrer Dörfer liegen, sind diese 100mbit gar nicht mal so viel. Hinzu kommen neue Wege, wie z.B. der Hybrid Router von der Telekom, diese Kapazität schnell auszulasten - zu Hause, wo sowieso viel mehr verbraucht wird als auf dem Handy.

Bezüglich der Kompatibilitätsfrage, die 700mhz Bänder werden in den USA schon seit Jahren verwendet, dieser Einstig Deutschlands in das Band würde vielleicht auch dafür sorgen das man /endlich/ auch sein Deutsches LTE handy in den USA verwenden kann, und nicht nur UMTS/HSPA empfangen muss. Ein Bonus der für mich sehr attraktiv wäre, denn dort wird Prepaid Kunden sogar das LTE Netz angeboten, statt sie alle auf den alten Netzen zu vergessen.

Für mich kann der 700mhz Ausbau nicht früh genug kommen!
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[3.1.1] spezi10 antwortet auf lkb
24.10.2014 16:16
Benutzer lkb schrieb:
Ich teile die Meinung von IMHO, die 700mhz Frequenzen werden nicht mit 800 konkurrieren, sondern sie ergänzen.

Davon kann man ausgehen. Es gibt keinen Grund, warum die Betreiber die Nutzung von 800 MHz einstellen sollten. 700 MHz bringt einfach zusätzliche Kapazitäten in die Fläche.

Bezüglich der Kompatibilitätsfrage, die 700mhz Bänder werden in den USA schon seit Jahren verwendet, dieser Einstig Deutschlands in das Band würde vielleicht auch dafür sorgen das man /endlich/ auch sein Deutsches LTE handy in den USA verwenden kann, und nicht nur UMTS/HSPA empfangen muss.

Dafür bringt die Auktion nichts, siehe meine vorherigen Posts. In den USA und Kanada wird 700 MHz in einer anderen Aufteilung verwendet, die inkompatibel ist. Allerdings stehen die Chancen gut, dass man Band 28 (die in Europa anvisierte 700MHz-Nutzung) in vielen anderen Ländern auf der Welt nutzen kann.

Ansonsten unterstützen ja immer mehr Handys immer mehr Frequenzbänder. Das Iphone 6 bringt es auf 20 verschiedene, darunter die nordamerikanische und die internationale Version der 700 MHz-Frequenzbänder. Gut, iPhone ist nicht jedermanns Sache, aber auch andere Hersteller dürften immer mehr Frequenzbänder in ihren Geräten unterstützen. :)
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[3.1.1.1] wolfbln antwortet auf spezi10
24.10.2014 17:17

4x geändert, zuletzt am 24.10.2014 17:33
Benutzer spezi10 schrieb:
Benutzer lkb schrieb: Ansonsten unterstützen ja immer mehr Handys immer mehr Frequenzbänder. Das Iphone 6 bringt es auf 20 verschiedene, darunter die nordamerikanische und die internationale Version der 700 MHz-Frequenzbänder. Gut, iPhone ist nicht jedermanns Sache, aber auch andere Hersteller dürften immer mehr Frequenzbänder in ihren Geräten unterstützen. :)

Ja. Hier feierst Du, dass die Handys immer mehr Frequenzen unterstützen. Doch diese "Frequenzvielfalt" wächst ja auch exponentiell:

2G: Beim alten 2G GSM waren es nur 4 Frequenzen weltweit. Mit einem "Quad-Band"-Telefon kann man bis auf Japan und Südkorea weltweit telefonieren.

3G: Hier gibt es schon mind. 6 weltweit übliche Frequenzen, insgesamt werden 8 verschiedene benutzt (s. http://en.wikipedia.org/wiki/UMTS_frequency_bands). Viele in Deutschland verkaufte Handys haben gar nur 1 oder 2. Die GSM-Freiheit endet an den europäischen Außengrenzen. Folge: Ein USB-Stick oder Handy, dass z.B. 1700 AWS für T-Mobile USA kann, ist in Deutschland praktisch nicht zu finden.

4G: Laut Wikipedia werden für LTE seit dem Launch 2010 insgesamt 26 verschiedene Frequenzen benutzt in 2 inkompatiblen Techniken (FD-LTE, TD-LTE) vergl.: http://en.wikipedia.org/wiki/E-UTRA#Frequency_bands_and_channel_bandwidths

Natürlich gibt es Multiband-Chips mit Penta- Okta, etc. -band. Warum sollte aber ein Telefonanbieter die Frequenz z.B. des Konkurrenten anbieten? Die tun sich schon bei Dual-SIM-Handys schwer. Ich kenne USB-Sticks von Huawei, wo das Branding des Telefonanbieters firmwaremäßig Frequenzen blockiert.

Folge: So kann man sich ganz ohne SIM-lock "abschirmen". Ein Beispiel: Vodafone in Tschechien mit LTE außschließlich auf 900 Mhz!!! Welches in Deutschland verkaufte Handy oder Stick kann denn LTE auf 900 Mhz???

Ergo: Bei 2G kann man mit 2 Frequenzen durch die Welt fahren und braucht nur für Amerika 2 andere, bei 3G mit 2 zumindest durch ganz Europa. Bei 4G brauche ich alleine in Deutschland zukünftig schon mindestens 4 und scheitere dann bereits beim Nachbarn Tschechien .... ist das Fortschritt?
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[3.1.1.1.1] spezi10 antwortet auf wolfbln
24.10.2014 17:36

einmal geändert am 24.10.2014 17:42
Benutzer wolfbln schrieb:
Benutzer spezi10 schrieb:
Benutzer lkb schrieb: Ansonsten unterstützen ja immer mehr Handys immer mehr Frequenzbänder. Das Iphone 6 bringt es auf 20 verschiedene, darunter die nordamerikanische und die internationale Version der 700 MHz-Frequenzbänder. Gut, iPhone ist nicht jedermanns Sache, aber auch andere Hersteller dürften immer mehr Frequenzbänder in ihren Geräten unterstützen. :)

Warum sollte aber ein Telefonanbieter die Frequenz z.B. des Konkurrenten anbieten?

Wen meinst Du mit "Telefonanbieter"? Der Formulierung nach meinst Du die Mobilfunkanbieter. Die entscheiden im Allgemeinen aber nicht, welche Frequenzen die Hersteller in ihrer Hardware unterstützen.

Die tun sich schon bei Dual-SIM-Handys schwer. Ich kenne USB-Sticks von Huawei, wo das Branding des Telefonanbieters firmwaremäßig Frequenzen blockiert.

Dürfte dann aber eher die Ausnahme sein. Wobei USB-Sticks dann ja auch oft unter dem Markennamen des Mobilfunkanbieter verkauft werden. Ich nehme an, um so einen Fall handelt es sich hier?


Folge: So kann man sich ganz ohne SIM-lock "abschirmen". Ein Beispiel: Vodafone in Tschechien mit LTE außschließlich auf 900 Mhz!!! Welches in Deutschland verkaufte Handy oder Stick kann denn LTE auf 900 Mhz???

Zum Beispiel das iPhone 6. :)
Oder auch die iPhones 5S und 5C.
Dann das Lumia 930.
Das HTC M8.
Samsung Galaxy S5

Mehr habe ich jetzt nicht nachgeschaut.
Ehrlich, ich habe nur die oben genannten Handys angeschaut, und davon unterstützen ALLE LTE auf Band 8(=900 MHz).

Du glaubst ja auch nicht ernsthaft, dass die Hersteller für Tschechien extra Hardware bauen?

P.S.:
Samsung Galaxy S4 unterstützt auch LTE auf Band 8...
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[3.1.1.1.1.1] IMHO antwortet auf spezi10
24.10.2014 20:21

einmal geändert am 24.10.2014 20:23
Man braucht keine Verschwörungstheorie, um das mit der Frequenzvielfalt zu erklären:
Das Handy ist ein Erfolgsmodell und es gibt gar nicht soviel Frequenzbänder am Stück. Letztlich müssen die Handys z.B. LTE von 700-950MHz, im 1800-2100MHz-Bereich und bei 2600MHz beherrschen.
Und weil die Tschechen im Bereich 900 noch nicht alles mit GSM zugepflastert hatten, hatten die eben die Möglchkeit dort LTE unterzubringen.

Keine Sorge, wenn bei der nächsten dt. Versteigerung im 900er-Bereich 15MHz an ein deutsches PLMN gehen, sind die Chancen hoch, dass dieses PLMN nur noch 10MHz GSM900 macht und 5MHz LTE900 eröffnet (oder sogar 10MHz LTE900).
Man kann viele Zellen auf 2600MHz aufstellen oder wenige Masten auf 700-900MHz. Die letzte Version ist hinsichtlich der Installationskosten günstiger. So einfach.
Deshalb ist die Entwicklung so. Im übrigen ist es ein Klacks alle weltweit verfügbaren LTE700-Frequenz-Modi in einen Chip einzuprogrammieren. Einmal gemacht wird das in jede nachfolgende Chipgneration übernommen. Das sind nur die Anlaufprobleme (ganauso unerklärlich wie der Umstand, dass bei der Einführung neuer 5€-Scheine die Automaten nicht umgerüstet waren).

Am schönsten war es natürlich 1960. Da hatten die Telefone Null Frequenzen und die Geräte, die verwendet wurden waren in allen Ländern verwendbar. Waren halt immer diese doofen Kabel dran.
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[3.1.1.1.1.1.1] spezi10 antwortet auf IMHO
25.10.2014 10:34
Benutzer IMHO schrieb:


Ich denke mal, Deine Antwort war eher an wolfbln gerichtet. :)

Man braucht keine Verschwörungstheorie, um das mit der Frequenzvielfalt zu erklären:

Eben. Klar wäre es schöner, wenn es weltweit nur eine paar einheitlich definierte Frequenzbänder gäbe. Aber das ist eben historisch gewachsen.

Aber gerade wenn man so etwas bedauert sollte man es eigentlich prinzipiell begrüßen, wenn es mal wieder ein Frequenzband gibt, dass das Potential nahezu weltweit genutzt zu werden. Bleibt natürlich die Abwägung bzgl. der Priorität von digitalem Fernsehen.

Ich verstehe auch nicht woher die Angst kommt, die Netzbetreiber könnten die verschiedenen Frequenzen nutzen, um sich "abzuschirmen". Netzbetreiber schließen Roamingabkommen von Österreich bis Afghanistan ab - aber wenn der Betreiber im Nachbarland eine andere Frequenz verwendet, soll der eigene Anbieter das Ausnutzen, um die Nutzung im Nachbarland zu verhindern? Glaube ich kaum...

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[4] Leiter Kundenverarsche³ antwortet auf wolfbln
25.10.2014 19:20

einmal geändert am 26.10.2014 02:05
Benutzer wolfbln schrieb:
Mit inzwischen 3 Anbietern im Land, kann ich wirklich keinen "Engpass" an Bandbreite sehen. 3G/HDSPA ist zwar ziemlich ausgereizt, wird aber wohl nie deutschlandweit flächenddeckend zu Verfügung stehen. Dazu hätte es einer "digitalen Dividende" in 3G auf 900 Mhz bedurft, die im Gegensatz zu Polen, Schweiz und vielen Flächenländern hier nie aufgebaut wurde.

Schon lange meine Rede. Es besteht ganz aktuell KEIN AKUTER BEDARF. Und deshalb verstehe ich auch überhaupt nicht diese Eile mit der die Bimbesnutzagentur hier vorprescht. Wenn wir vielleicht in 6 Jahren über das 700 MHz diskutieren, falls es bis dahin auch zahlreiche andere Staaten weltweit eingeführt haben sollten, ist das ja in Ordnung. Aber nicht JETZT. Bund und Länder werden das Begehr daher hoffentlich abschmettern.

Außerdem ist ja nicht gesagt, dass 2G/GSM, 3G/UMTS und 4G/LTE dauerhaft parallel betrieben werden müssen. AT&T in den USA z.B. schaltet sein 2G/GSM-Netz 2017 ganz ab und hat dann diese Frequenzen auch zusätzlich für anderes zur Verfügung.

Sage ich auch schon lange. 2G ist längst obsolet und man muss es den Mobilfunkern gestatten, die erworbenen Frequenzen flexibel nach eigenem Gusto zu nutzen. Wer seinen 2G-Betrieb aus freien Stücken platt macht, der soll ruhig den vollen Benefit daraus ziehen und das 900er-Frequenzband für 3G (HSPA) oder 4G (LTE Advanced) einsetzen. Warum den nicht? Eine Frequenzknappheit hier Vorzulügen ist unredlich. Der Mobilfunk in Deutschland hat Frequenzen SATT!

@ spezi & Co.:

"Beschlossen" ist noch lange nicht gleichbedeutend "umgesetzt". Deswegen ist das Potentialgerede für mich auch nur Geschwafel. Die weltweiten Umsetzungsfristen sind lang. Und für mich ist und bleibt das Maß hier nunmal Europa. Ich halte einen gelungenen Start von DVB-T2 für wesentlich wichtiger als mehr Bandbreite für den Mobilfunk. DVB-T2 ist hierzulande wohl die letzte Chance auf brauchbare und zukunftsfähige digitale Terrestrik. Und zwar - wie vielleicht bekannt - wenn es nach mir geht für Fernsehen U N D Radio. Das 700er-Band kann den Übergang in einer Doppelausstrahlungsphase wesentlich erleichtern. Das ist für mich der eigentliche Knackpunkt. Wenn DVB-T2 dann erfolgreich für die Terrestrik eingeführt wurde und man den UKBW-Frequenzbereich an die digitale Terrestrik abgibt, dann können die Mobilfunker ihr heißbegehrtes 700er-Band von mir aus doch geschenkt haben. Vorher aber nicht. Was man den Mobilfunkern einmal in den Rachen wirft, wird für die Terrestrik "für immer" verloren sein. Erst muss die Terrestrik stehen, dann kann man den Mobilfunk bedienen.