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Bah!


14.06.2014 02:54 - Gestartet von Leiter Kundenverarsche³
Ekelhaftes Geschacher. Dass die 700 MHz Frequenzen unwiederbringlich für DVBT & DVB-T2 verloren sind, ist nun wohl endgültig gesetzt.

Statt der Verteilungsdebatte über die Einnahmen, erwarte ich aus dieser einhelligen Grundsatzentscheidung heraus nun eine breit angelegte Debatte über die Analogabschaltung und Ausgestaltung des digitalen Rundfunks...
Das wäre dringend notwendig!
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[1] IMHO antwortet auf Leiter Kundenverarsche³
15.06.2014 11:13
Benutzer Leiter Kundenverarsche³ schrieb:
Ekelhaftes Geschacher. Dass die 700 MHz Frequenzen unwiederbringlich für DVBT & DVB-T2 verloren sind, ist nun wohl endgültig gesetzt.


breit angelegte Debatte über die Analogabschaltung und Ausgestaltung des digitalen Rundfunks...

Ja, nee is klar. Worum geht es eigentlich dabei auf Endanwendungsebene?
Einmal geht es darum, ob der Deutschlandfunk endlich eine vernünftige Freqeuenzausstattung kriegt.
Aber die restliche Diskussion ist doch Regen versus Traufe:
Wird im Frequenzbereich 100-800MHz eher RTL grundverschlüsselt per DVB-T2 verteilt oder wird mehr Twitter und Facebook per LTE700 übertragen.

Irgendwo wird die Tagesschau schon gesendet werden.
Weder geht es um die Abschaffung des öffentlichen Rundfunks, noch geht es um eine Bildungsoffensive auf den Frequenzen 692-790MHz.

Brot und Spiele für das Volk, Aktiengewinne für die Paläste. Auch bei der Ausarbeitung eines TV/Radio-Konzeptes, das Dir gefällt, würde das so blieben.
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[1.1] industrieclub antwortet auf IMHO
15.06.2014 20:45
Benutzer IMHO schrieb:
Benutzer Leiter Kundenverarsche³ schrieb:
Ekelhaftes Geschacher.....

Ja, nee is klar. Worum geht es eigentlich dabei auf Endanwendungsebene?....
Einmal geht es darum, ob der Deutschlandfunk endlich eine vernünftige Freqeuenzausstattung kriegt.....
Irgendwo wird die Tagesschau schon gesendet werden..... Brot und Spiele für das Volk, Aktiengewinne für die Paläste.....

Der DLF hat jahrzehntelang (!) nur die eine (!) UKW-Frequenz Bonn-Bad Godesberg (-Heiderhof) gehabt (neben Lang- und Mittelwellen). Damit ist klar, als
was er (zunächst) geschaffen wurde: Sprachrohr der politischen Klasse (der sog.
'Bonner Republik'). Das hat (ebenfalls jahrzehntelang) niemanden gestört, denn
die, für die er geschaffen wurde, hatten ihn ja, und die "Anderen" wussten in aller
Regel nicht mal etwas von seiner Existenz. (Die - wenigen - Lang- und Mittelwellenhörer konnten sich als Zaungäste der Macht fühlen und waren's damit
auch zufrieden...)
Später sollte der DLF - auch neben der DDR-Bevölkerung - vor allem auch die Bevölkerungen der unmittelbaren dt. Nachbarstaaten (über D'land) informieren
und somit - neben der deutschen - auch den Weg der europäischen Einigung be-
gleiten und ein bisschen ebnen helfen. Dafür bekam er entlang der WESTdeut-
schen Außengrenzen eine starke UKW-Senderkette spendiert...
Nach all diesen Einigungsprozessen sollte er ein gesamtdeutsches Qualitätspro-
gramm, sozusagen für Jedermann (der möchte) sein...Dafür sollte er auch (flächendeckend) UKW-Frequenzen bekommen...Das scheiterte dann an der zögerlichen Haltung in den Bundesländern, wo den (Landes-)Medienpolitikern das
Hemd (=die "eigene" Landesrundfunkanstalt) näher war/ist als die Hose (=der
Deutschlandfunk)...
DAB+ soll nun DIE große Abhilfe bringen und das Projekt 'DeutschlandRadio'
(endlich) zu einem Happy End führen, doch wieder droht 'Ungemach'...
Die Radio-/ Medienwelt ist einfach nicht mehr dieselbe wie im Lauf der Geschichte des DLF (und auch der Tagesschau etc.!). Das INTERNET hat alles
verändert, die Hörerschaft ist nicht mehr so eingeschworen treu, auch die politi-
sche Klasse informiert sich ja schließlich inzwischen im Internet...Alles ist komplizierter geworden! Die (kurzsichtigen) deutschen Privaten boykottieren DAB.
Die Halbwertzeit der Empfänger der Endverbraucher wird immer kürzer (in meinem Haushalt sollen also demnächst so ca. 20 DVB-T Fernseher Elektronik-
schrott werden, größtenteils Hemdentaschen-Minis...). Die (Medien-) Politik wird
immer unseriöser, der Kapitalismus immer turbolenter.
Sicherlich wird für DLF (und Tagesschau...) irgendwo ein Eckchen reserviert wer-
den - so wie es ursprünglich (wir erinnern uns!) ja auch schon mal war - , ABER:
nichts ist mehr wie es war (auf der Ebene der Phänomene!) und gleichzeitig ist alles, wie es immer war (auf der dahinter liegenden Metaebene!). Insofern stimme
ich dir zu. Den (rein technisch-sachlichen) Grund-Kehraus, von dem Leiter K.
träumt, sehe auch ich (leider!) nicht am Horizont.
Nicht sachliche, sondern machtbezogene Aspekte bestimmen die deutsche (Rundfunk-) Politik, und 'Rundfunk' selbst (und die Rundfunkhörer) haben (inzwi-
schen) WENIG Macht. Radio hat sich (bes. in den letzten 20 Jahren!) (in DE!!!)
selbst marginalisiert und ist von der Medienpolitik marginalisiert worden. Das Inter-
net war bei diesem Prozess natürlich ein erheblicher Verstärkungsfaktor...
Während das Deutschlandradio mit seinen inzwischen sogar drei (!) Programmen scheinbar bestens dasteht, ist in Wirklichkeit alles ein großer Scherbenhaufen -
zu Lasten der Hörer/Bürger/Endverbraucher und zu Lasten der (eigentlich glän-
zenden) DAB+-Technologie, die in anderen (klassischen) Radioländern (z.B. GB,
CH, NL, FR, SE etc.) ja bezeichnenderweise boomt...
Aber in Deutschland fehlt es eben (in der Rundfunkpolitik) an jeglicher FÜHRUNG, erst recht seit dem die 'politische Klasse' auch an "ihrem" ehemaligen 'Sprachrohr' Deutschlandfunk weitgehend das Interesse verloren hat, da 1) dieser nun eine etwas andere Ausrichtung hat (wenn man mit Gewalt Reichweite haben will, ist man per Definition kein Eliteprogramm mehr, denn be-
sonders Motivierte würden ohne mit der Wimper zu zucken z.B. auch Mittel-oder
Langwelle hören!) und 2) diese Leute inzwischen ihre Nasen auch größtenteils im Internet haben...
Grüße!