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Verzicht auf Klage wäre wohl erfolgreicher gewesen


31.05.2014 19:57 - Gestartet von blumenwiese
So wie es dargestellt wurde, war die Preisangabe in der Tat nicht nur irreführend sondern schlicht falsch.

Ein Wettbewerber dürfte wohl geklagt haben, was auch sehr verständlich ist. Die Frage ist nur - wie sooft in diesem Fällen - ob eine Klage tatsächlich zielführend war. Der Kläger gewann zwar. Jedoch wäre der Imageschaden für die Telekom nach den 24 Monaten sicherlich immens gewesen, wenn dann die Kunden plötzlich gemerkt hätten, dass sie verar.... worden sind. Kaum einer dieser Kunden hätte wohl je wieder einen Vertrag bei der Telekom abgeschlossen.

Merke: Kundenunfreundliches Verhalten oder gar schlimmere Dinge regeln sich letztlich oft sehr viel nachhaltiger von selbst.
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[1] GrößterNehmer antwortet auf blumenwiese
01.06.2014 02:39
Es könnte natürlich auch eine Verbraucherschutzvereinigung geklagt haben. Für Interessenten ist es natürlich besser, dass dieser Täuschungsversuch verboten wurde. Und - ich gebe dir Recht - wahrscheinlich ist es sogar für die Telekom besser.

Ich glaube aber auch eher, dass die liebe Konkurrenz die Telekom vor Gericht gezogen hat. Wahrscheinlich gibts bei den Großen in dem Feld Abteilungen, die jeden Flyer, jeden Werbespot und jede sonstige Maßnahme der Konkurrenz ganz genau unter die Lupe nehmen.

Allerdings denke ich nicht, dass sich der Kläger, wenn er denn mit der Telekom in Konkurrenz steht, sich damit schlechter gestellt hat. Wenn jemand bei der Telekom den Vertrag unter der Annahme abschließt, dass er dauerhaft den "ab-dem-xten-Monat-Preis" bezahlt, ist er erstmal für zwei Jahre für die Konkurrenz nicht erreichbar. Wahrscheinlich sogar länger, da er den höheren Preis dann wohl erst auf dem Kontoauszug entdecken wird. Dann ist der Vertrag aber schon um ein weiteres Jahr verlängert. Der Kunde wird sich dann wohl die Alternativen ansehen und kündigen, wenn er ein besseres Angebot findet. Die wenigsten werden wohl aus Ärger kündigen, wenn die Konkurrenz teurer ist oder schlechtere Angebote hat.

Eigentlich kann ich mir nur zwei Fälle vorstellen, wo es für einen Konkurrenten besser gewesen wäre nicht zu klagen:
1. der Konkurrent bietet die gleichen Leistungen zu höheren Preisen und erwartet, dass einige Kunden nach drei Jahren trotzdem aus Ärger von der Telekom zu ihm wechseln
2. der Konkurrent bietet weniger Leistungen (in diesem Fall wahrscheinlich kein TV), diese aber zu vergleichsweise günstigen Preisen und hofft, dass einige Kunden aus Ärger auf die Zusatzleistung verzichten und dann zu ihm als günstiger Anbieter wechseln

Der zweite Fall ist für den Konkurrenten aber nur besser, wenn sich der Kunde nicht schon vor Vertragsschluss mit der Telekom dazu entschlossen hätte auf TV zu verzichten, wenn er die tatsächlichen Preise gekannt hätte. Ansonsten hätte er den Kunden schon drei Jahre früher haben können.

Da wohl die wenigsten Kunden nur aus Ärger ein teureres oder schlechteres Angebot zum gleichen Preis annehmen würden, ist es eigentlich in Summe für den Konkurrenten immer besser den Täuschungsversuch zu unterbinden.