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Wieder ein Sargnagel für den fairen Wettbewerb


28.04.2014 14:15 - Gestartet von IMHO
Kaum stellt die Telekom eine Verbesserung vor, kritisiere ich hier, dass die Möglichkeiten nur innerhalb des TD18-Netzes gelten. So banal ist das nicht gemeint, sondern: Wenn es diese Technik braucht, um Flexibilität zwischen den Anschlüssen in der angedeuteten Superflexibilität zu gestalten, kommt man zu einem neuen VDSL-Vectoring-ähnlichen Problem: Die Konkurrenten können das nicht bieten und die Telekom spielt ihre Größe aus. Freitagsmittags das EntertainPaket zu Hause deaktivieren, um es dann abends im Wochenendhaus zu aktivieren, wird nur dann gehen, wenn beide Anschlüsse bei der Telekom sind oder die BNetzA ein völlig neues Sammelsurium an regulierten Diensten definiert.

Jetzt leide ich nicht an einem zuviel an Wochenendhäusern. Aber der TK-Markt wird durch solche objektiven Fortschritte wie das TD18-Netz einfach wieder ein Stück mehr umgestaltet. Hoffentlich kommt der Regulierer da gut hinterher.

Die Telekom gibt sich ja sehr viel Mühe durch kooperative Angebote die Kunden an sich zu binden. Egal ob Spotify oder das im anderen Artikel angekündigte WhatsApp: Das sind alles Kooperationen, die mein lokal-kommunaler DSL-Anbieter nicht hat und niemals bekommen wird.

Preselection, TAL-Miete und auch die Kabelverzweiger, das waren alles Wettbewerbsinstrumente, um irgendwie die lokalen Anbieter zu fördern. Bei einer Verknüpfung von Accessnetz-Größe und IP-Monopolismus tut sich da eine Allianz auf, die den Wettbewerb reduziert.

Am Ende brauchen wir eine Zwangsschnittstelle in Adressierungsdiensten. Sprich: Je mehr Kooperationen WhatsApp eingeht, desto wahrscheinlicher wird es, dass sie ihre Dienste irgendwann öffnen müssen. Noch ist in den TKG-Abschnitten, die sich um ein Verbieten von Diskriminierungshandlungen bemühen von "Betreiber eines öffentlichen Telekommunikationsnetzes" die Rede. Bei einem Update, der Gesetze lässt sich so eine Formulierung sehr wohl begründet durch eine Formulierung "Betreiber eines öffentlichen Telekommunikationsnetzes oder eines öffentlichen TK-Routingservices" ersetzen.
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[1] Leiter Kundenverarsche³ antwortet auf IMHO
29.04.2014 00:39
Benutzer IMHO schrieb:

Sehr guter Beitrag IMHO! Deine Denke gefällt mir. Deine Sorge ist sicherlich berechtigt und nicht von der Hand zu weisen. Ich teile deine Auffassung/Befürchtung.

Noch ist in den TKG-Abschnitten, die sich um ein Verbieten von Diskriminierungshandlungen bemühen von "Betreiber eines öffentlichen Telekommunikationsnetzes" die Rede. Bei einem Update, der Gesetze lässt sich so eine Formulierung sehr wohl begründet durch eine Formulierung "Betreiber eines öffentlichen Telekommunikationsnetzes oder eines öffentlichen TK-Routingservices" ersetzen.

Nur eins sehe ich nicht. Dass ein wahrscheinlich notwendiger Eingriff am diesbezüglichen Wortlaut des TKG hängt. TK-Routingservices lassen sich problemlos unter dem Begriff des Telekommunikationsnetzes subsumieren. Diese Services sind immer Teil eines TK-Netzes und laufen nur auf ebensolchem. Ohne Netz kein Routing.
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[1.1] IMHO antwortet auf Leiter Kundenverarsche³
29.04.2014 09:25

einmal geändert am 29.04.2014 09:37
Benutzer Leiter Kundenverarsche³ schrieb:

.... subsumieren. Diese Services sind immer Teil eines TK-Netzes und laufen nur auf ebensolchem. Ohne Netz kein Routing.

Vielleicht habe ich mich missverständlich ausgedrückt.

Thema Routing und Zusatzdienst WhatsApp:
Ich denke daran, dass WhatsApp/Viber die IP-Adresse des Users auf seinem Server als "Betriebsgeheimnis" unter verschluss hält und für das Zustellungsrouting benutzt. Dürfen zuerst E+ und dann TMO mit WhatsApp so kooperieren, dass sie Viber diskriminieren? [ironische Krokodilsträne].
Die PLMNs mussten von Anfang an SS7-Telefonate auch zu Mobilfunkrufnummern der Konkurrenz durchstellen. Dann wurde auch noch die Mobilfunkrufnummernportierung eingeführt.
Wann begreift der Gesetzgeber WhatsApp als Telefongesellschaft die Interconnect anbieten muss? Der Interconnect-Tarif ist ja klar: Peering = kostenlos, weder zahlt der Kleine an den Großen noch der Große an den Kleinen, die entstehenden technischen Interconnectkosten werden am Peeringpoint wechselseitig abgegolten. Wann darf man (gesetzlich verbrieft) zwischen WhatsApp und Viber hin- und herwechseln, ohne deshalb seine Erreichbarkeit zu verlieren. Die Antwort: Kannst Ja beides installieren und gleichzeitig benutzen, finde ich so dumm wie die Anfangszeit der Eisenbahn, in der verschiedene Betreiber Gleise in unterschiedlicher Spurweite parallel nebeneinander verlegt haben. Telekommunikation lebt von einer schlauen Mischung aus einheitlichem Protokoll und der Austauschbarkeit unterschiedlicher TK-Unternehmen.
Wenn dann endlich alle drei Mobilfunkunternehmen TMO / VDF / E+O mit WhatsApp kooperieren ist das kein Markt sondern dreimal dasselbe in unterschiedlichem Geschenkpapier.
Erst Microsoft-OS, dann Google-Suchmaschine, Facebook, Google-Android usw. Müssen wir da wieder als Kaninchen auf die Schlange schauen, wie ein US-Konzern die weltweite! Kommunikationsstruktur monopolisieren will?

Thema Routing und Zusatzdienst T-Entertain
Darf TK18 das umswitchen nur an T-Entertain anbieten und Maxdome von dem dynamischen Routing ausschließen?

Ich meine nicht nur das SS7-Routing an sich. An dem wird im Rahmen des TK18 ja gar nicht viel geändert. Die Verpflichtung SS7-Terminierung der Konkurrenz anbieten zu müssen, diente ja auch nicht der Erhöhung der Erreichbarkeit des Kunden an sich, sondern diente dem Zweck dass Konkurrenten die Erreichbarkeit auch anbieten konnten und dadurch dem Anrufer ein Markt an Verbindungsmöglichkeiten angeboten werden konnte. Vielleicht ist das bei einem Zustatzdienst der vom Kunden "gezogen wird" (Pull) eine übertriebene Angst meinerseits. Vielleicht genügt es dann bei Maxdome genauso einfach im Ferienhaus einen Menüpunkt im Mediareceiver zu benutzen.

Bei WhatsApp platzt mir aber jetzt schon der Kragen. Portierbarkeit, Nutzung eines öffentlichen (insbesondere für Konkurrenten zugänglichen) Zustellungsprotokoll (z.B. dem SS7) Festlegung von Terminierungshöchstpreisen - Das alles wurde imSS7-System bereits einmal erfolgreich entwickelt und angewendet. Sogar eine Anti-Trust-Zerschlagung von AT&T 1974-1984 wurde in den USA gemacht.
!Im Land des Wirtschaftsimperialismus!
Und heutzutage wird abschätzig über WhatsApp geschwiegen, an statt das Ding von Anfang an zu reglementieren. Alle haben sie geschriehen, dass sie WhatsApp abbestellen. Und? WhatsApp hat vorsichtshalber die Verlängerungspreise inoffiziell wieder auf null gesetzt, damit jetzt keiner Abwandert. Und die Mitgliederzahlen steigen schon wieder weiter und weiter.
Facebook, Suchmaschinen - das Alles sind Sachen die weniger mit klassischer Telefonie-TK zu tun haben als Viber und WhatsApp. Da werden wir Regulationsbedarf bekommen. Je länger wir warten, desto leichter wird es für den Konzern, europäische Lobbiisten zu bezahlen.
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[1.1.1] crazyfone antwortet auf IMHO
30.04.2014 19:29
Hallo Leiter Kundenverarsche³,

was hast du nur immer gegen die Telekom zu stänkern? Kann ja nun niemand für, wenn du mit congstar NGN ins Klo gegriffen hast. Ich weiß, du hast jetzt Vodafone ISDN, aber wo steht was Vodafone bis 2018 geschweige darüber-hinaus machen wird?

Falls es dich interessiert: Ich habe Entertain Comfort (Universal). Wenn die Telekom kein Bock mehr drauf hat und mich rausschmeißt, gebe ich mir auch 'ne richtig billige IP Kugel anderswo ;).
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[1.1.1.1] H N I K A R antwortet auf crazyfone
17.02.2017 02:32
Benutzer crazyfone schrieb:
Hallo Leiter Kundenverarsche³,

was hast du nur immer gegen die Telekom zu stänkern? Kann ja nun niemand für, wenn du mit congstar NGN ins Klo gegriffen hast. Ich weiß, du hast jetzt Vodafone ISDN, aber wo steht was Vodafone bis 2018 geschweige darüber-hinaus machen wird?

Ich bin gerade zufällig über diese Uraltbeiträge von IMHO und LKV³ im Zuge einer kleinen Recherche zur BNG-Umstellung gestoßen. Ich habe schon andere Beiträge von ihm gelesen. Die sind sicher... naja... immer sehr spitz und polemisch. Aber für reines "stänkern" sind sie mir dann doch irgendwo zu fundiert. Ich finde die Gedankengänge von ihm und noch mehr die von IMHO jedenfalls sehr bereichernd, wenn ich mir im Vergleich das sonstige Niveau hier im Forum anschaue. Die beiden haben sich 2014 schon intensive Gedanken macht, was die "schönen neuen Netze" der Telekom für gravierende Nebenwirkungen haben werden.

Wie man inzwischen festgestellt hat, bin auch ich kein Telekom und Vectoringfan. 2014 war ich aber fernab davon mir darüber Gedanken zu machen. Es war mir egal.

Vodafone hat bis 2022 ISDN zugesichert. Deswegen sind er, ich und andere Bestandskunden bei Vodafone noch gute 5 Jahre fein raus. Ich gebe ISDN auch nicht auf, bevor ich nicht dazu gezwungen wurden. Und erst wenn es so weit ist, werde ich mich auf dem (bestimmt ärmeren) Markt umsehen und dann je nach Lage entscheiden. In vorauseilendem Gehorsam füge ich mich nicht. Erst recht nicht, wenn ich mich damit in Telekomhegemonie begebe. Momentan habe ich bis auf die TAL selbst 100%-Vodafonetechnik. In Zukunft bzw. aktuell mit BNG-Vectoring gibt es so etwas nicht mehr. Den Großteil der Infrastruktur stellt hier die Telekom. Vodafone und andere sind nur noch auf due Rolle der Backbonebetreiber reduzuziert. Das ist mir zu wenig. Die einzige Chance in Zukunft (nach 2022) 100 % Vodafone-Technik zu bekommen wäre, wenn Vodafone die Drachenbrut von Unitymedia fressen darf...

Mir ist das wichtig. Anderen Kunden ist es egal wie und durch wen das Internet aus der Leitung fließt. Aber dennoch ist auch meine Haltung zu respektieren.

Falls es dich interessiert: Ich habe Entertain Comfort (Universal). Wenn die Telekom kein Bock mehr drauf hat und mich rausschmeißt, gebe ich mir auch 'ne richtig billige IP Kugel anderswo ;).

Und? Haben sie dich schon geschmissen? Wo bist du hin? Deine Einstellung ist vernünftig. Und so werde ich es auch machen. Nur nicht jetzt
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[1.1.1.1.1] crazyfone antwortet auf H N I K A R
07.04.2017 20:06
Sorry H N I K A R, erst jetzt gelesen. Ja, haben sie. Zu Vodafone. Schreib nichts, seit dem habe ich ein kleines Knotenpunkt Problem :) und IP.