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unglaublich der artikel hier


24.04.2014 13:13 - Gestartet von ChaosTiger
habe diesen Artikel gelesen und muss sagen, dass ich ihn als eine einzige Frechheit empfunden habe.

wir fassen zusammen: eine Firma bietet ein Produkt an, der kunde kauft es UND der kunde muss auf die wirtschaftliche Nutzung für die Firma achten?

also mal ganz ehrlich, ich achte auf meine wirtschafltiche Nutzung. wenn ich schlecht haushalte dann kommt auch keine Firma und schaut nach, womit sie mir was gutes tun kann.

wenn XY ein Produkt auf dem markt bringt, dann ist es seine aufgabe darauf zu achten ob es wirtschaftlich ist oder nicht.

immer sind die kunden daran schuld.

wenn die befürworter dieses Artikel das nächste mal ein Auto kaufen, dann zahlt den Höchstpreis dafür, sagt aber dem Hersteller er kann ruhig die günstigste Ausstattung einbauen, damit sie ja wirtschaftlich arbeiten.

bin einfach nur fassungslos. wir kunden sind schon sehr schlimm. wir wollen nur das gekaufte Produkt im vollen umfang nutzen, so wie es beworben oder verkauft wurde. am besten schließen wir jeden tag einen handyvertrag ab und legen die simkarte in den schrank und nehmen es nie wieder in die Hand. Hauptsache die firmen machen ihren gewinn.
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[1] corvus der streuner antwortet auf ChaosTiger
24.04.2014 15:29
Benutzer ChaosTiger schrieb:
wenn XY ein Produkt auf dem markt bringt, dann ist es seine aufgabe darauf zu achten ob es wirtschaftlich ist oder nicht. [...] Hauptsache die firmen machen ihren gewinn.

Prinzipiell hast du ja recht. Aber ganz so einfach ist die Welt dann doch nicht.

Es ist eben immer wieder nötig mit Preisen in den Markt zu gehen, die nicht kostendeckend sind. Sei es zur Produkteinführung, sei es um "Markt zur kaufen" und die Konkurrenz zu schwächen (erinnert sich noch jemand an Yello im Sommer `99, mit Strompreisen weit unter dem Markt?) oder aber eben um überhaupt weiter mitspielen zu können. Und letzteres haben wir derzeit im "Flatratemarkt". Ob, wo und wie mit den derzeitigen Preisen noch Geld verdient wird, hat "IMHO" ausführlich beschrieben. Fakt ist, das die Preise auf einem sehr niedrigen Niveau sind. Und bleiben werden, eben weil wir Kunden es so gewohnt sind. Es kann sich schlicht niemand leisten, für die selbe Leistung einen höheren Preis als die Konkurrenz zu verlangen. Er bekommt keine Kunden. Telefonie ist - wie Strom oder Gas - ein "Low-Interest-Product", nichts womit man angeben kann. Es zählt allein der Preis. Mit den im Beitrag benannten Folgen.
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[1.1] ChaosTiger antwortet auf corvus der streuner
24.04.2014 16:50
Benutzer corvus der streuner schrieb:

Es ist eben immer wieder nötig mit Preisen in den Markt zu gehen, die nicht kostendeckend sind. Sei es zur Produkteinführung, sei es um "Markt zur kaufen" und die Konkurrenz zu schwächen.....

also mache ich morgen eine Firma auf, Produktionskosten von 10 euro pro stück. verkaufe das stück für 8 und fange an zu heulen, dass die kunden mich pleite machen?

für mich ist es so einfach.

natürlich freuen wir uns alle über niedrige preise, aber die preise machen immer noch die firmen selbst, aus zum teil von dir genannten gründen.

jeder sollte wissen wie weit er gehen darf.

Aber uns Kunden das vorzuwerfen ist schlichtweg eine Frechheit.
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[1.1.1] corvus der streuner antwortet auf ChaosTiger
24.04.2014 17:13
Benutzer ChaosTiger schrieb:
also mache ich morgen eine Firma auf, Produktionskosten von 10 euro pro stück. verkaufe das stück für 8 und fange an zu heulen, dass die kunden mich pleite machen?

Nein, es geht um den Teil. den du nicht mit zitiert hast: "...oder aber eben um überhaupt weiter mitspielen zu können"

Ich mache eine Firma auf mit Prod-Kosten von 10, kann aber nur 8 nehmen, weil alle anderen ebenfalls nur 8 nehmen. Ich habe nun die Wahl zwischen Firma gleich wieder schließen oder hoffen länger durchzuhalten als die anderen.
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[1.1.1.1] mikiscom antwortet auf corvus der streuner
25.04.2014 08:35
Benutzer corvus der streuner schrieb:

Ich mache eine Firma auf mit Prod-Kosten von 10, kann aber nur 8 nehmen, weil alle anderen ebenfalls nur 8 nehmen. Ich habe nun die Wahl zwischen Firma gleich wieder schließen oder hoffen länger durchzuhalten als die anderen.

Ich würde 9 Euro nehmen und denen, die noch bei mir bleiben, irgend einen Bonus wie z. B. bessere Netzqualität oder Rabatt ab einem bestimmten Preis gewähren, um trotz meines um 1 Euro teureren Preises doch noch bei mir zu bleiben. Das lange genug durchhalten bis die Konkurrenz VOR mir pleite ist. Wenn die weg sind, kann ich wieder die Preise hoch setzen, weil dann kein anderer da ist, zu dem die Kunden mehr wechseln können.

E-Plus als Preisdrücker ist in ein paar Monaten weg. Dann können die verbleibenden 3 wieder die Preise hoch setzen.
Die Tankstellen unterbieten sich gelegentlich auch gegenseitig. Aber nicht so übertrieben, dass eine um ihre Existenz fürchten muss. Beim morgens und Wochenende teuer und werktags abends billig sind sie sich aber alle einig.
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[1.1.1.1.1] tosho antwortet auf mikiscom
25.04.2014 23:30
Benutzer mikiscom schrieb:
Die Tankstellen unterbieten sich gelegentlich auch gegenseitig. Aber nicht so übertrieben, dass eine um ihre Existenz fürchten muss. Beim morgens und Wochenende teuer und werktags abends billig sind sie sich aber alle einig.

Gutes Stichwort.
Ich frage ich schon lange, warum die Preisdrückerei seitens der Kunden beim Mobilfunk funktioniert, aber die Mineralölkonzerne uns weiterhin (und zunehmend) nach Belieben aussaugen können. Funktioniert da einfach das Kartell besser oder was könnte da sonst der Grund sein?
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[1.1.1.1.1.1] mikiscom antwortet auf tosho
28.04.2014 07:36
Benutzer tosho schrieb:

Gutes Stichwort. Ich frage ich schon lange, warum die Preisdrückerei seitens der Kunden beim Mobilfunk funktioniert, aber die Mineralölkonzerne uns weiterhin (und zunehmend) nach Belieben aussaugen können. Funktioniert da einfach das Kartell besser oder was könnte da sonst der Grund sein?

Könnte mir nur vorstellen dass bei den Mineralölkonzernen die Amis ihre Finger mit im Spiel haben und deren Großkonzerne schon auf die weiter unten schauen, dass die den Konzern nicht in den Ruin treiben.

Wem der Sprit aber zu teuer ist, dem kann ich einen 125er Motorroller empfehlen. Fährt bis ca. 100 km/h. Kostet keine Steuern, Versicherung ca. 10 Euro pro Monat und schluckt 2,25 Liter auf 100 km. Wer schon einen Lappen mit Buchstaben hat, muss allerdings mindestens den A1 machen. Wer noch nen Lappen mit Zahlen hat, kann den meines Wissens nach auch fahren, wenn er nur einen Auto-Lappen hat. Im Winter reicht, zumindest mir, der Bus. Dann ohne Abo-Karte. Der ist immerhin schon vorgewärmt beim Einsteigen und man muss nicht Schnee und Eis kratzen.
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[1.1.1.1.1.2] Kai Petzke antwortet auf tosho
28.04.2014 14:50
Benutzer tosho schrieb:

Ich frage ich schon lange, warum die Preisdrückerei seitens der Kunden beim Mobilfunk funktioniert, aber die Mineralölkonzerne uns weiterhin (und zunehmend) nach Belieben aussaugen können.

Mineralöl ist ein Massengut, das an den Börsen dieser Welt gehandelt wird. Dasselbe gilt für die Standarddestillate wie Benzin, Diesel oder Heizöl. Keine Tankstelle der Welt hat ein Interesse daran, Ihnen Benzin billiger zu liefern als zum Börsenpreis. Insofern gibt es ein faktisches Kartell. Zwar stellt sich bei den hohen Ölpreisen die Frage, warum sich nicht zahlreiche Start-Up-Unternehmen gründen, die nach unbekannten Ölfeldern suchen, diese ausbeuten, und das Öl an der Börse verkaufen. Ein Grund dafür könnte sein, dass es schwer ist, an Bohrgenehmigungen zu kommen. Ein anderer Grund könnte sein, dass die etablierten Ölfirmen die bisherigen Explorationsergebnisse als Betriebsgeheimnis für sich behalten, die Newcomer also erstmal Milliarden in wenig ergiebige Probebohrungen investieren müssten.

Tk-Minuten sind hingegen kein Massengut. Eine Handy-Minute, wenn der Kunde gerade im Keller ist, hat einen vollkommen anderen Produktionsaufwand als eine Handy-Minute im Stadion oder auf einer regelmäßig stark befahrenen Straße. Am Ende gibt es also immer eine Mischkalkulation. Anbieter können nun hergehen und sagen: "Wir produzieren gerade die teuersten Minuten einfach nicht mehr" (anders augedrückt: "Ein Netz hat auch Löcher"), und schwupp-die-wupp kann dieser Anbieter im Laden einen Minutenpreis nennen, der unter der Konkurrenz liegt. Letztere kann dann eben mitziehen, oder mit dem Hinweis auf "bessere Netzqualität" doch teurer bleiben, oder, oder, oder. Und schon haben wir Wettbewerb.


Kai