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Drum lese wer sich ewig bindet...


06.03.2014 21:19 - Gestartet von DerSchulze
Es steht ja alles Schwarz auf Weiss im Vertrag.
Wenn man das nicht haben möchte, so schliesst man den Vertrag nicht ab.
Nein aber man unterschreibt, und jault dann rum, das die vertragliche Drossel einsetzt. Ich kann die Leute verstehen, das es teilweise der einzige Weg ist vernünftig Internet zubekommen, weil kein DSL möglich ist.
Andererseits kann man auch Umziehen, wenn einem das wichtig ist.
Ich würde niemals auf eine Alm ziehen, wenn dort kein ordentliches Internet ist.
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[1] Steffen_S antwortet auf DerSchulze
07.03.2014 08:17
Benutzer DerSchulze schrieb:
Es steht ja alles Schwarz auf Weiss im Vertrag. Wenn man das nicht haben möchte, so schliesst man den Vertrag nicht ab.

Darum geht es doch gar nicht! Klar lese ich mir auch das Kleingedruckte vor ner Unterschriftsabgabe durch - gerade bei Vodafone. Es geht sich darum, dass Vodafone hier Äpfel mit Birnen vergleicht und versucht, das an den Mann zu bringen.

Genausowenig wie Vodafone die Drossel-Flat mit dem Slogan "grenzenlos surfen" bewerben durfte. Das ist schlichtweg falsch und in diesen Fällen völlig wurscht, was im Kleingedruckten alles steht. Ich bin sehr froh, dass die Verbraucherzentrale das genauso sieht.


Andererseits kann man auch Umziehen, wenn einem das wichtig ist.

Schon klar, ich pack' mir mal eben meine 4-köpfige Familie unter'n Arm und investiere mal so eben ein klein bisschen Zeit und ca. 5.000 EUR in nen Umzug, damit ich am neuen Heim wenigstens ne vernünftige Internetleitung habe.
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[2] bluepepper antwortet auf DerSchulze
07.03.2014 12:11
Benutzer DerSchulze schrieb:
Es steht ja alles Schwarz auf Weiss im Vertrag. Wenn man das nicht haben möchte, so schliesst man den Vertrag nicht ab.
Nein aber man unterschreibt, und jault dann rum, das die vertragliche Drossel einsetzt. Ich kann die Leute verstehen, das es teilweise der einzige Weg ist vernünftig Internet zubekommen, weil kein DSL möglich ist.
Andererseits kann man auch Umziehen, wenn einem das wichtig ist.
Ich würde niemals auf eine Alm ziehen, wenn dort kein ordentliches Internet ist.

Schulze, das meinst du doch nicht im Ernst - lachhaft und überheblich dein Beitrag!
Aber vllt. bist du ja von Vodafone...

Natürlich steht das irgendwo (gaaaaaaaaanz klein & gaaaaaaanz weit unten, möglichst in hellgrauer Schrift.
Tatsache ist, daß in großen Presseveröffentlichungen, gesponsort von T & V davon gesprochen wurde, nun würden bisher weiße Internetflecken mit "schnellem Internet erschlossen" - aber das ist eben nur ein gaaaaaaaanz kleines Körnchen Wahrheit.
Du als großer Zampano weisst das natürlich alles richtig einzuordnen und ziehst dann mal schnell und flinken Schrittes um tu es felix !

BAUERNFÄNGEREI IST DAS ALLES 1
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[3] krikri antwortet auf DerSchulze
07.03.2014 12:40
Benutzer DerSchulze schrieb:
Es steht ja alles Schwarz auf Weiss im Vertrag. Wenn man das nicht haben möchte, so schliesst man den Vertrag nicht ab.

Natüüüüüürlich, Herr Alt-Klug! Wie kann man als Kunde auch nur soooooo blöd sein! Warte mal ab, bis Du das nächste mal in irgendein Fettnäpfchen trittst - dann kommt das lauteste Jöseln von Dir!

Nein aber man unterschreibt, und jault dann rum, das die vertragliche Drossel einsetzt.

Kleiner Tip: Les' Dir den Artikel mal RICHTIG durch! Hier jault keiner wegen einer "Drossel", sondern darüber, dass dieses "Drossel"-Angebot als Festnetzersatz gelten soll.

Andererseits kann man auch Umziehen, wenn einem das wichtig ist.

Werf mich echt weg vor lachen. Was für ein Mega-Stuss!
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[4] sushiverweigerer antwortet auf DerSchulze
07.03.2014 15:52
Benutzer DerSchulze schrieb:
Es steht ja alles Schwarz auf Weiss im Vertrag. Wenn man das nicht haben möchte, so schliesst man den Vertrag nicht ab.

Es geht um unlautere ("gelogene") Werbeaussagen. Verträge liest leider kaum einer, die Werbung kennt jeder.

Neoliberale ("verbraucherfeindliche") Meinungen sind zum Glück nicht mehrheitsfähig.
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[4.1] workmen71 antwortet auf sushiverweigerer
09.05.2014 11:52
Zu diesem Thread sollte man wirklich zwei Minuten opfern, um da mal einiges klarzustellen. Ich beziehe mich auf die Situation im Jahr 2011.
Erstens: DSL, Kabel und ähnliches fehlt nicht nur im letzten Waldhüttchen, sondern ist ein rudimentäres Problem, welches vor Jahren hausgemacht wurde. In Deutschland gibt es unglaublich viele weiße Flecken, was Internetkommunikation angeht. Eine Ursache dafür war der vor Jahren propagierte ISDN Boom, der uns viele falsche Leitungen für HighSpeed Internet beschert hat. Das Problem besteht in vielen Städten genauso, wie auf dem Land. LTE wurde gegenüber der Bundesregierung als echte DSL Alternative propagiert und hat den DSL Ausbau wie auch Richtfunkanbindungen massiv behindert. LTE Anbieter sehen ihre Verträge immer noch als Mobilfunkverträge. Das ist rechtlich falsch. Es sind Internetdienstle­istungsverträge, die auf eine vertraglich definierte Adresse vereinbart werden und nur dort funktionieren. Hier ist gar nichts mobil. Die im Durchschnitt 20km große Funkzelle wird nicht gewechselt. Daten sind immer Mobil. Selbst bei einem DSL Anschluss. Das ist der Sinn einer Internetanbindung. Somit sind die gern zitierte Drosselung, die ja bei Mobilfunkverträge üblich ist (EDGE 384 Kbit/s) hier fehl am Platz. Es handelt sich um einen demografisch definierten, örtlich begrenzten Zugang für die heimische Wohnanschrift und nix anders.

Es gab seitens der LTE Anbieter klare Produktbeschreibungen „LTE Made for Data“, „Real DSL Ersatz“, „Turboschnell“, „Gemacht für ständiges online und dauersurfen“ usw.
Dem gegenüber steht ein im Kleingedruckten kaum erkennbarer Hinweis, dass eine Drosselung von 384 kBit/s nach Volumenverbrauch erfolgt. Kunden müssen nicht wissen was das bedeutet. Der LTE Anbieter muss klar und transparent darstellen, dass sein Monatsbudget bei z.B. 7200 kBit/s nach genau 3,24 Stunden verbraucht ist und 384 kBit/s eine Drosselung um einen Faktor 18,75 bedeutet.
Es ist auch aufzuklären, dass 384 kBit/s bedeutet, dass Geschäftsmeetings (Skype, Lync usw.), Musikstreams und Videostreams sowie normales Surfen im Grunde nicht möglich sind. Wenn dem gegenüber die besagten Produktbeschreibungen in riesig großer Aufmachung gegenüberstehen, ist das keine Werbung sondern eine Produktbeschreibung und die fand sich sogar in jedem Flyer.
Hier sei positiv erwähnt, dass ein LTE Anbieter gegenüber seinen Bestandskunden, in gewisser Weise eingelenkt hat, während der andere mal eben schnell seine Produktbeschreibung in allen Medien drastisch abgeändert hat. Ein fairer Weg für die sinnvolle Nutzung könnte eine Drosselung auf 1 Mbit/s nach 30, 40 oder 50 GB sein.

Zweitens: Auf dem Land habe ich genauso viele Ingenieure, Ärzte und Rechtsanwälte, eben Menschen mit guter Bildung kennengelernt, wie in der einen oder anderen Stadt. Auf dem Land, insbesondere auf den Feldern ist es auch nicht immer leise und ja es riecht. Die Technik ist hochmodern und Internet ist für viele Gewerbetreibende und Arbeitnehmer essentiell.
Hier gibt es Bauunternehmen, Forst und Landwirtschaft genauso wie Energieunternehmen aus dem Biogas Bereich und auch IT Unternehmen. Hier zu schreiben, die Menschen auf dem Land müssten mit Kommunikationsnachteilen leben, darf belächelt werden. Zum einen sollte hier das Grundrecht auf Gleichbehandlung Aller, unserer Verfassung erwähnt werden und zum andern, könnten wir auf dem Land die Sache auch mal umdrehen. Wie wäre es denn, wenn die Zulieferung aller landwirtschaftlichen Produkte der Landregionen in die Städte blockiert werden würde. Schließlich wollten doch die Städter im pulsierenden Lichtermeer der Weltmetropole ihr Leben genießen. Sie wussten doch, dass Lebensmittel nicht im Discounter, in Plastikschalen wachsen. Es reicht eine Katastrophe, ein in den Köpfen der Menschen nicht begreifbarer Krieg, dem wir langsam näher rücken und schon kämen die Städter jammernd gekrochen. Gegen was wollen dann die Herrschaften der ach so coolen Stadt, Lebensmittel tauschen? Gegen stinkende Unterführungen, den Dop Händler ihres Vertrauens, handgeschriebene Ökomärchen aus Kreuzberg, den Straßenfeger oder einen Gutsschein für den Puff ihres Kiez? Vielleicht brauchen wir dann aber auch die erhabenen Erfahrungen der Städter aus den Großraumbüros mit Hühnerboxeinteilung, brillanten Sales Managern, Human Ressource Directors und CEOs, ganz zu schweigen von den Top Developern mit SOAP, SQL, .NET, WPF, JavaFX Kenntnissen oder vielleicht doch einem digital artist, also einen Photoshop oder 3D Max oder AutoCAD oder Cinema 4D Künstler? Ich bin schon sehr gespannt welcher Bauer dann seine Kartoffeln gegen Excel Sheets tauscht oder vielleicht eine Wetter App braucht. Nicht zu vergessen, die Jungs hier draußen kennen noch echte Vereine und nicht wenige können jagdbedingt verdammt gut schießen ;-). Strom machen wir hier auch selber und wir brauche auch keine Physiotherapeuten, wenn wir arbeiten waren und gegen BurnOut hilft frische Luft und Handy aus.

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