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Neuorientierung


14.04.2017 09:50 - Gestartet von Tr0nX
Aus meiner Sicht ist das Vorgehen Amazons als kritisch einzustufen. Auch ich bin betroffen, letztes Jahr erhielt ich die Mail in der mir bei weiteren Rücksendungen mit der Schließung meines Amazon-Kontos gedroht wurde. Ich bin bis dahin seit 2002 (!) begeisterter Kunde gewesen. Etwa ein Jahr vor dieser Drohung hatte ich bereits die nichtssagende Mail bekommen, in der Amazon besorgt nach meinem Einkaufserlebnis fragt - und nicht geantwortet, da dieses einwandfrei war. Dazu muss ich sagen, dass ich als technikbegeisterter Teilzeitnerd viele elektronische Produkte bestelle. Außerdem bestellte ich dort gerne Geschenke. Allerdings - und damit gehöre ich evtl. einer Minderheit an - bin ich durchaus qualitätsbewusst. Das heißt wenn z.B. ein GPS-Empfänger nicht funktioniert schicke ich ihn zurück, auch wenn er nur 15,- € gekostet hat. Und wenn eine Drohne für ca. 1,5 k€ einen Mangel aufweist, bei dem mir der Hersteller rät, das Gerät einzusenden, versuche ich es innerhalb der ersten Monate mit dem Händler (also Amazon) zu klären, wie in Deutschland üblich und rechtens. Dass Amazon zunächst zwei Austauschgeräte schickt, die andere bzw. identische Mängel aufweisen mag nicht in deren Verantwortung liegen - aber in meiner erst recht nicht. Ein - von Amazon vorgeschlagener - Preisnachlass war das Resultat dieser Odyssee - laut Teltarif ein Grund für ein Negativ-Scoring hinter den Kulissen von Amazon. Ein Teil der Rücksendungen hing außerdem indirekt mit einem anderen Problem Amazons zusammen, dem der betrügerischen Shop-Kaperungen. Ich bestellte dort Ware, die nicht existiert (ohne auf die Masche der Betrüger direkt herein zu fallen, ich dachte aber dass ich die Ware bekommen würde) und an anderer Stelle - ebenfalls über Amazon - Zubehör im Wert von mehreren hundert € für ebendiese. Nachdem sich der Betrug (zum Glück ohne finanziellen Schaden) aufgeklärt hatte konnte ich mit dem Zubehör auch nichts mehr anfangen, also retour. Dass Geschenke von Zeit zu Zeit nicht gefallen ist wohl normal. Dass mir Amazon bei einem Warehouse-Deal(!) Smartphone, das nach einem Jahr Nutzung nicht mehr einwandfrei funktionierte ohne(!) Reparaturversuch den vollen Kaufpreis erstattet hat, fand ich eher außergewöhnlich - aber der Vorschlag kam von denen, ich hatte lediglich nach einer Lösung gefragt. Ich gebe zu, dass ich beim Kauf einer Digitalkamera einmal unschlüssig war und mir zwei oder drei Modelle zur Ansicht habe schicken lassen bevor ich mich für eine entschied. Damals dachte ich, das würde zum Geschäftsmodell von Amazon gehören. Schlussendlich muss ich sagen: Ich betrachte mein Nutzerverhalten nicht als missbräuchlich. Von Amazon fühle ich mich stigmatisiert und in eine Ecke gestellt mit den Usern, die sich Laptops für 30 Tage ausleihen, Kleidung für nur einen Anlass bestellen und zurücksenden oder sonstwie Missbrauch mit der Kulanz des Online-Riesen betreiben. Was ich Amazon vorwerfe ist die Stumpfheit, die Nichtbereitschaft zum Dialog (es gab Emails von mir zu dem Thema, diese wurden mit Standardtexten oder gar nicht beantwortet) und den Versuch, durch eine diffuse Drohung (wie viele Rücksendungen sind mir denn jetzt noch erlaubt?) zu verhindern, dass ich künftig mein gesetzliches(!) Rückgaberecht ausschöpfe. Aber zum Glück gibt es eines: genügend Alternativen. Hier bestelle ich nur noch, wenn es sich gar nicht vermeiden lässt. Nach 14 Jahren kann man sich ja auch mal umsehen.
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[1] Winnerle antwortet auf Tr0nX
20.08.2018 18:19
Wenn man natürlich auch bei EBAY wegen Querulantentums herausgeflogen ist, wird's kritisch mit Alternativen.