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Rationalisierung vs. Regulierung


12.02.2014 11:14 - Gestartet von Leiter Kundenverarsche³
Nach Bekanntgabe dieser Pläne besteht wohl noch weniger Zwang, bei der Regulierung all zu stark auf den Tisch zu hauen. Wir bereits angedeutet, wird die Netzkonsolidierung sowieso aus dem Eigenantrieb heraus betrieben werden. Die beiden Prämissen lauten hier offenbar ganz klar Abbau von Überkapazität bei gleichzeitiger Verbesserung der Qualität. Den Planeinsparungen von 800 Mio. € stehen also in jedem Fall auch Aufwendungen gegenüber. Gut so. Dass einige Shops schließen werden, war klar. Und dass vor Ort bei Doppelstruktur jeweils der räumlich und lagemäßig "schlechtere" Shop schließen werden muss ist auch klar. Insgesamt bleibt trotzdem Festzuhalten, dass sich das neue Shopangebot insgesamt für bisherige o2-Kunden immerhin um 20 % und für bisherige e+-Kunden sogar um satte 50 % erhöht! Das ist als äußerst positives Signal zu bewerten.

Aber schon klar, dass jetzt alle Medien (einschließlich Teltarif) mit der reißerischen Überschrift der Shopschließung kommen um das Volk in Angst und schrecken zu versetzen... Dabei besteht ja gar kein Grund zur Panik (sieh oben). Im Gegenteil - das Konzept ist grob umrissen und klingt ganz gut. Nur eben nicht für den ein- oder anderen Mitarbeiter. Allerdings muss man hierzu einschränkend auch sagen, dass solche Synergieziele in Puncto Personaleinsparung so gut wie nie erreicht werden. Vor allem nicht in den technischen Unternehmensbereichen. Man postuliert das ja vor allem um den Eignern die Fusion besonders schmackhaft zu machen. Wie viele Leute am Ende tatsächlich ihren Hut (und eine nette Abfindung) nehmen müssen (dürfen), steht noch in den Sternen...
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[1] mirdochegal antwortet auf Leiter Kundenverarsche³
12.02.2014 22:22
Benutzer Leiter Kundenverarsche³ schrieb:
Aber schon klar, dass jetzt alle Medien (einschließlich Teltarif) mit der reißerischen Überschrift der Shopschließung kommen um das Volk in Angst und schrecken zu versetzen...

Hier geht es nicht um "den einen oder anderen Mitarbeiter" sondern um eine Massenentlassung die sich gewaschen hat. Irgendwann dürfte vielen Befürwortern dieser Fusion klar werden, dass bei diesem Geschäft die Kunden nicht im Vordergrund stehen. Für die Kunden bleibt es bestensfalls wie es war.

Wer hier profitiert, sind die Anteilseigner und die Vorstände.
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[1.1] Leiter Kundenverarsche³ antwortet auf mirdochegal
13.02.2014 13:19
Benutzer mirdochegal schrieb:
Hier geht es nicht um "den einen oder anderen Mitarbeiter" sondern um eine Massenentlassung die sich gewaschen hat.

Doch geht es. Hättest du meinen Text und vor allem noch das Artikel-Update gelesen, würdest du nicht so einen Müll schreiben. Es zählen am Ende die guten und schlechten Taten NACH Abschluss der Fusion. Daran muss man das ganze Vorhaben messen. Nicht an irgendwelche Ankündigungen bzw. ja hier laut eigenem Bekunden sogar noch weniger - lediglich die Veröffentlichung eines aktienrechtlichen Pflichtgutachtens. Wie bereits geschrieben, werden bei Fusionen auf Grund von kurzfristigen und teilweise sogar langfristigen Mehrbelastungen und Mehrbedarfen am Ende nie so viele Stellen eingespart, wie anfänglich geplant. Vor allem in der Integrationsphase die gut 2 oder 3 Jahre dauern kann, wird es garantiert keine "Massenentlassungen" o. ä. geben. Bevor man Leute kündigt und abfindet, streicht man einfach offene Stellen, besetzt nicht wieder, legt Organisationseinheiten zusammen.

Irgendwann dürfte vielen Befürwortern dieser Fusion klar werden, dass bei diesem Geschäft die Kunden nicht im Vordergrund stehen.

Bei so einem "Geschäft" stehen nie die Kunden an allererste Stelle, sondern langfristig strategische Überlegungen. Falsch ist allerdings auch, dass die Kunden völlig im Hintergrund stehen. Selbstverständlich ist man sehr bemüht die Kundenbelange bestmöglich zu berücksichtigen. Ohne wohlwollende Kunden sind nämlich die angestrebten strategische Ziele nicht zu erreichen. Warum wohl, kam diese umgehende Relativierung der Gutachtenzahlen? Ganz sicher nicht, weil man sich einen Dreck um die Kunden schert...

Für die Kunden bleibt es bestensfalls wie es war.

Nein. Vehementer Widerspruch! Für die Kunden kann es in diesem Fusions-Fall nur besser werden. Vieles hängt von den Fusionsauflagen ab. Im allerschlimmsten Fall bliebt alles wie es war.

Wer hier profitiert, sind die Anteilseigner und die Vorstände.

Die sollen ja auch davon profitieren, ansonsten würden sie dem strategischen Plan wohl auch nicht zustimmen. Kein Anteilseigener tut das vor der Hoffnung, am Ende Geld zu verbrennen. Fusionen sind teuer, Fusionen sind risikoreich. Es entstehen hohe einmalige Gestehungskosten, die sich erst nach Monaten oder gar Jahren wieder amortisieren. So ist das nun mal. Es ist äußerst müßig, mit Leuten über ökonomische Sachverhalte und Notwendigkeiten zu diskutieren, wenn diese keine Ahnung davon haben oder - noch viel schlimmer - davon nichts wissen wollen.

Unsere Mobilfunkprovider sind wirtschaftliche Privatunternehmen, kein Teil der Daseinsvorsorge durch die Öffentliche Hand. Man hat sich dafür entschieden und nun in Folge alle damit Verbundenen Vor- und Nachteile in Kauf zu nehmen. Wir haben Wettbewerb, der aktuell sein erstes Opfer fordert: E+. KPN stand vor der Wahl; Feindliche Übernahme, Verkauf von Gesellschaften oder Fusion mit europäischen Konkurrenten. Man entschied sich für die Kombination aus letzteren beiden um sich an den großen europäischen Konzern Telefonica anzulehnen. E+ wäre in Deutschland langfristig nicht überlebensfähig gewesen. Der Schritt war beiderseits rational. KPN erhält für den Deal 5 Milliarden € in bar und 20,5 % Anteil an der teilweise börsennotierten Telefónica Deutschland Holding.
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[1.1.1] industrieclub antwortet auf Leiter Kundenverarsche³
13.02.2014 20:26
Kann 'Leiter Kundenverarsche' nur rundum zustimmen, sehr schön und gewissen-
haft ausgeführt, echte Fleißarbeit. <Hier zeigt sich übrigens wieder mal exem-
plarisch, wie heterogen doch die tt-Leserschaft ist...>