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Frequenzen


05.08.2013 11:59 - Gestartet von paeffgen
Ich halte es durchaus für möglich, daß die zuständigen Behörden der neuen Nummer 1 so viele Frequenzen wegnehmen, daß ungefähr Gleichheit mit den beiden "kleinen" D-Netzbetreibern hergestellt ist und diese Frequenzen einem neuen Netzbetreiber geben. So können die beiden E-Netzbetreiber fusionieren, und es gibt immer noch genügend Wettbewerb. Ob das aber das ist, was E-Plus und O2 wollten?
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[1] Leiter Kundenverarsche³ antwortet auf paeffgen
05.08.2013 13:17
Benutzer paeffgen schrieb:
Ich halte es durchaus für möglich, daß die zuständigen Behörden der neuen Nummer 1 so viele Frequenzen wegnehmen, daß ungefähr Gleichheit mit den beiden "kleinen" D-Netzbetreibern hergestellt ist

Es herrschte schon immer Ungleichheit, da im offenen Verfahren dafür geboten wurde. Ungleichheit ist nichts schlimmes.
Auch ist bekannt, dass die originären D1- und D2-Frequenzen eine bessere Ausgangslage für die Flächenabdeckung bieten. Dieses Grundlage ist nur ganz sachte durchbrochen. Noch heute proftitieren überwiegend Telekom und Vodafone von ihren "besseren" Ausgangsbedingungen.

Im Übrigen - viel müssten Telefonica und o2 gar nicht abgenommen werden. Ich hatte das mal breit ausgeführt...

und diese Frequenzen einem neuen Netzbetreiber geben.

Wird nicht passieren. Die vorhandenen drei werden darum bieten. Sonst keiner.

So können die beiden E-Netzbetreiber fusionieren, und es gibt immer noch genügend Wettbewerb.

Den gibt es auch so. Ohne einen Vierten. Zumal der Vierte gar nicht in der Lage sein wird, einen Wettbewerb herzustellen.

Ob das aber das ist, was E-Plus und O2 wollten?

Damit rechnen die beiden gar nicht, weil es völlig unrealistisch ist. Ihnen ist bewusst, dass sie ein paar Frequenzbereiche verlieren werden (reine Verhandlungssache gegen Zugeständnisse), ein Anzahl vom x Masten nach freier Wahl abgeben (kein Problem würden Sie sowieso machen wo "Überabdeckung" herrscht) und evtl. ein paar etablierte Discountmarken abverkaufen müssen. Im Endeffekt stellt sich das Ganze dann immernoch als lohnendes Geschäft dar. Und das ist auch gut so.
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[2] spaghettimonster antwortet auf paeffgen
05.08.2013 21:28
Benutzer paeffgen schrieb:
Ich halte es durchaus für möglich, daß die zuständigen Behörden der neuen Nummer 1 so viele Frequenzen wegnehmen, daß ungefähr Gleichheit mit den beiden "kleinen" D-Netzbetreibern hergestellt ist und diese Frequenzen einem neuen Netzbetreiber geben. So können die beiden E-Netzbetreiber fusionieren, und es gibt immer noch genügend Wettbewerb.

Hätte ein vierter Anbieter Platz auf dem Markt, würde E-Plus nicht verkauft. Niemand verkauft einen Goldesel oder etwas, aus dem man einen machen kann.

Ein Neueinsteiger ist auch deshalb unwahrscheinlich, weil er ohne Netz dastehen würde. E-Plus' Netzrudimente gehen an O2. Beim national roaming würde die Telekom oder wer auch immer das zwar wahrscheinlich machen (alles eine Frage des Preises), aber so viel absaugen, dass der Neue jedenfalls nicht so schnell auf die Beine kommt, wie die BNetzA es wegen des knappen Spektrums verlangen würde. Wir erinnern uns daran, dass auch die LTE-national-roaming-Verhandlungen zwischen E-Plus und Telekom gescheitert sind, und dass die BNetzA schon mehrfach Zuteilungen widerrufen hat, weil der Anbieter nicht zu Potte gekommen ist.

Ich glaube auch nicht, dass es einen Neueinsteiger mit reinem Datennetz geben wird. Selbst wenn die BNetzA 2x5 MHz aus dem 900er-Spektrum der E-Netze neu zuteilt (was ja schon die Hälfte ist und wegen UMTS nicht weiter aufteilbar ist), kann man darüber keine Datenraten anbieten, mit denen sich Geld verdienen ließe. Die 800er Blöcke wird die BNetzA hoffentlich in Ruhe lassen (anderenfalls O2 sich gleich als nächster Übernahmekandidat melden kann), wo dann aber eben auch nichts frei wird. Selbst wenn der Neue etwas aus der digitalen Dividende II auf 700 MHz bekäme, wären T, V und wahrscheinlich auch O2 ihm immer voraus. Auf 1,8 GHz ist der Ausbau zu teuer. Wir erinnern uns daran, wie viele Jahre die E-Netze auf 1,8 GHz ausbauen mussten, um eine halbwegs brauchbare Abdeckung zu erreichen, wobei ihre Inhouse-Versorgung bis heute so ist, dass sie einem schwerpunktmäßigen 1,8-GHz-Netz im Prinzip dauerhaft die rote Laterne sichert.