Diskussionsforum
Menü

Mobilfunk-Drosselung


06.05.2013 13:33 - Gestartet von dokuso
Mit gleichem Enthusiasmus wird man doch sicher auch gegen die Drosselung im Mobilfunk vorgehen.
Menü
[1] Stroem antwortet auf dokuso
06.05.2013 13:39
Benutzer dokuso schrieb:
Mit gleichem Enthusiasmus wird man doch sicher auch gegen die Drosselung im Mobilfunk vorgehen.

Zumindest die Verbraucherzentrale hat bereits Mobilfunker abgemahnt. http://tarifetarife.de/news/Verbraucherzentrale-ruegt-Flatrateangebote-der-Mobilfunkanbieter-96/
Menü
[1.1] skycab antwortet auf Stroem
06.05.2013 13:48
Benutzer Stroem schrieb:
Benutzer dokuso schrieb:
Mit gleichem Enthusiasmus wird man doch sicher auch gegen die Drosselung im Mobilfunk vorgehen.


Erstaunlich ist es für mich schon, dass es vergleichsweise wenig Aufregung gab und gibt über die Drosselung des Datenvolumens bei Datentarifen im Mobilfunkbereich und den damit verbundenen Missbrauch des Begriffs "Flat".

Im Grunde haben alle Beteiligten der DSL-Drosselung so den Weg geebnet. Die Telekom sagt ja nun selbst, dass es ja im Mobilfunkmarkt auch prima angenommen wird mit den Drosselungen und Datenoptionen für mehr Volumen.

Was mich mal speziell interessieren würde wäre, warum die Konditionen speziell in Deutschland so mies sind.
Schon in Österreicht bekommt man viel mehr für weniger.
Wirklich ungehemmte Surferei gibt es immerhin zumindest in USA.
Menü
[1.1.1] agw antwortet auf skycab
06.05.2013 15:27
Die USA sind ein schlechtes Beispiel. Dort wird im Mobilbereich auch gedrosselt und diskriminiert, was das Zeug hält, und von den Flatrate-Preisen , die wir hier haben (25 Euro für 100Mbit/s Kabel Internet), können die da nur träumen.
Menü
[1.1.2] comfreak antwortet auf skycab
06.05.2013 16:07
Benutzer skycab schrieb:

Was mich mal speziell interessieren würde wäre, warum die Konditionen speziell in Deutschland so mies sind. Schon in Österreicht bekommt man viel mehr für weniger. Wirklich ungehemmte Surferei gibt es immerhin zumindest in USA.

USA sind m.E. ein schlechtes Beispiel, da die Preise sehr hoch sind. Ein Vorzeigeland wäre Schweden: Mal als Bsp. 10SEK = ca. 1,1 Euro.
1. http://www.tre.se/Privat/Abonnemang1/Oversikt-abonnemang/
2. https://www.tele2.se/mobilt-bredband/abonnemang.aspx
3. http://www.tele2.se/mobilabonnemang/volym-hog.aspx
--> 80GB mit 80MBit/s für unter €40 als Mobilbreitband oder 3GB LTE mit 12000 Telefonminuten und 10000 SMS. Das wäre doch auch hier schön... Dann bräuchte man kaum noch DSL.
Menü
[1.1.2.1] Aladan antwortet auf comfreak
06.05.2013 16:21
Bin mir nicht so sicher, ob sich das so gut vergleichen lässt. Die Milliarden Investitionen der Provider in Deutschland werden schon heute nicht mehr von den eingenommenen Gebühren gedeckt.

In anderen Ländern herrschen halt andere Bedingungen, die sich mit unseren nicht gleichsetzen lassen.
Menü
[1.1.2.1.1] comfreak antwortet auf Aladan
06.05.2013 17:06
Benutzer Aladan schrieb:
Bin mir nicht so sicher, ob sich das so gut vergleichen lässt. Die Milliarden Investitionen der Provider in Deutschland werden schon heute nicht mehr von den eingenommenen Gebühren gedeckt.

In anderen Ländern herrschen halt andere Bedingungen, die sich mit unseren nicht gleichsetzen lassen.

Genau, in Schweden z.B. deutlich ungünstigere als hier. Großes Land mit bedeutend niedriger Bevölkerungsdichte und weniger Kunden, um die Investitionen wieder zu erwirtschaften, noch dazu bei niedrigerem Preisniveau im Mobilfunk. Trotzdem hat man doret in der Pampa inzwischen überall bezahlbares LTE. Noch dazu in der bevölkerungsreichsten Region Stockholm erschwerte Baubedingungen durch Granitboden. Und der Netzausbau funktioniert bestens und Nutzung ist trotzdem günstig.

Es gab vor einiger Zeit eine Studie der OECD:(http://www.oecd-ilibrary.org/science-and-technology/internet-traffic-exchange_5k918gpt130q-en) In der Studie wurde berichtet, dass die tatsächlichen Kosten der Provider um ca. Faktor 10.000 niedriger liegen, als aktuell berechnet wird - und da waren die Investitionen bereits eingepreist. Da ging es zwar um Minutenpreise und nicht Datenpreise, aber wenn man sich daran orientiert, kann man sich schon denken, dass das Verhältnis bei Datentraffic ähnlich ist. Die Aussagen des Routerhersteller Viprinet, dass die DTAG pro GB Traffic max. 1 Cent tatsächliche Kosten hat, spricht Bände (http://www.golem.de/news/drosselung-1-gbyte-kostet-die-telekom-unter-1-cent-1305-99058.html).

Demnach dürfte ein Internetzugang bei einem (Annahme:) funktionierendem Markt wg. Grenzkosten=Kundenpreis (Markttheorie) für 75 GB also noch 75 Cent kosten, plus meinetwegen eine technische Bereitstellungsgebühr von sagen wir €5-10 pro Monat. Damit lägen wir bei einem Preis von max. €11 pro Monat statt aktuellen €35 (DTAG).

Daran gemessen sind selbst die schwedischen/österreichischen Preise noch Mondpreise. Datentraffic ist in der Tat noch ein Goldesel, bei dem sich die Preise noch lange nicht den Grenzkosten angenähert haben. Damit zeigt sich auch die DTAG von ihrer wahren Seite: Es geht nicht um die Umlage der Kosten. Selbst ein High-Volume User, der pro Monat 500GB Traffic verursacht (bei normaler Nutzung der Cloud mit VDSL kein Problem) maximal 5 Euro Kosten. Da bei den Grenzkosten alle Investitionen und Gewinne eingepreist sind, müsste also ein 500GB Internetzugang ca. 15 Euro kosten. Im Mobilnetz sind ggf. höhere Preise erforderlich wg. höherer Infrastrukturkosten. Aber auch da sind sicherlich noch ähnliche Gewinnspannen drin.

Ergo: Es geht um Kontrolle des Netzes und der Inhalte. Kontrolle im Internet ist das größte Übel, denn es wurde entworfen, damit eben KEINER die alleinige Kontrolle hat. Daher sind die DTAG-Pläne höchst problematisch. Deren Ankündigungen von "Alle Inhaltsanbieter können mit uns über den Status als "managed Service" verhandeln (read: Alle Anbieter dürfen uns Geld zahlen, damit ihre Nutzer sie noch uneingeschränkt nutzen können) hat eine Dreistigkeit, die sich gewaschen hat. Vergleichbar nur mit den Kabelnetzen wo die Anbieter Geld von Sendern dafür verlangen können, dass die Kabelanbieter Geld mit Zugängen verdienen. Aus Sicht der DTAG eine klare Sache: Warum nur einmal verdienen, wenn man auch zweimal verdienen kann.

Wird Zeit, dass hier endlich reguliert wird. Die Niederlande haben die Netzneutralität im Gesetz stehen. Warum nicht auch hier?
Menü
[1.1.2.2] DenSch antwortet auf comfreak
06.05.2013 17:01
Benutzer comfreak schrieb:


USA sind m.E. ein schlechtes Beispiel, da die Preise sehr hoch sind.


Die USA sind dafür perfekt, denn dort ist die staatliche Subvention in diesem Bereich genauso nullig wie hier..

SChweden und Co. lassen sich nicht vergleichen, denn dort ist es anders.
Menü
[1.1.2.2.1] comfreak antwortet auf DenSch
06.05.2013 17:21

einmal geändert am 06.05.2013 17:22
Benutzer DenSch schrieb:
Benutzer comfreak schrieb:
USA sind m.E. ein schlechtes Beispiel, da die Preise sehr hoch sind.
Die USA sind dafür perfekt, denn dort ist die staatliche Subvention in diesem Bereich genauso nullig wie hier..

SChweden und Co. lassen sich nicht vergleichen, denn dort ist es anders.

Dort werden Gemeinden! nicht Provider beim Breitbandausbau unterstützt. Die Gemeinden werden damit Netzbetreiber und die Provider mieten sich die Leitungen zum regulierten quasi-Selbstkostenpreis (plus Investitionsrücklagen, aber meist ohne Gewinne, da oft Non-Profit Gesellschaften).
Das wäre so, als würde die Breitband-Berlin (als Genossenschaft, Körperschaft öffentlichen Rechts oder als Landeseigene GmbH) überall FTTH legen und die Kunden können dann wählen, welchen Provider sie für das Internet nutzen, IPTV inkl. Die Netzneutralität ist aber auch hier das Prinzip der Funktion. Heißt übrigens in Schweden "Stadsnät" (Stadtnetz) und funktioniert bestens und ist bezahlbar: 1000Mbit/s ohne Data-cap für €95 (http://www.tele2.se/bredband/1000mbit-bredband.aspx). Stockholm mal als herausragendes Bsp. hat 90% Glasfaserzugang in den Haushalten; nicht alle nutzen ihn. Aber da soll mal einer sagen, der FTTH Ausbau funktioniert nicht...
Erster Abschnitt zur Infrastruktur:
(http://www.udldigital.de/ahndung-von-urheberrechtsverletzungen-eignet-sich-schweden-als-vorbild/)
Menü
[1.1.2.2.1.1] DenSch antwortet auf comfreak
06.05.2013 17:39
Sag ich doch kann man nicht vergleichen.

Hier zahlen Wirschaftsunternehmen den Ausbau, die kein Sozialamt sind und natürlich Kohle verdienen wollen.


Ich plädiere seit ewigkeiten, das man alles Kupfer und Glas was mit einem Telefonhörer markiert ist, in ein staatl. Unternhemen eingliedern müsste und dann zum Selbstkostenpreis (+Summe X für weiteren ausbau) an die Provider vermietet.
Menü
[1.1.2.2.1.1.1] comfreak antwortet auf DenSch
06.05.2013 18:00
Benutzer DenSch schrieb:
Sag ich doch kann man nicht vergleichen.

Hier zahlen Wirschaftsunternehmen den Ausbau, die kein Sozialamt sind und natürlich Kohle verdienen wollen.
Naja, Staatsanteil der DTAG ist 32%. Da kann man sich schon etwas darüber streiten, ob das noch ein Wirtschaftsunternehmen ist.

Ich plädiere seit ewigkeiten, das man alles Kupfer und Glas was mit einem Telefonhörer markiert ist, in ein staatl. Unternhemen eingliedern müsste und dann zum Selbstkostenpreis (+Summe X für weiteren ausbau) an die Provider vermietet.

Mir wäre lieber lokal: Leichter überblickbar und den lokalen Gegebenheiten anpassbar. Die Provider legen dann zu den lokalen Knoten ihre eigenen Backbone-Anbindungen und alles sind glücklich. Der Ausbau kann bedarfsgerecht geschehen und Stadtwerke können im Verbund quasi "eine Rohr" mit Gas, Wasser, Strom und Glasfaser legen. Billiger und leicht machbar. Trotzdem werden in D solche Projekte kaum gemacht (M-Net/NetCologne als Ausnahmen). Warum ist das nicht die Regel? Maximal schmeißen die Betreiber hier Leerrohre mit in die Straße. Vor meiner Berliner Innenstadt-Haustür wurde innerhalb von vier Jahren 5 mal der Gehweg wg. Leitungen aufgerissen. Erst Strom, dann KabelTV, dann Gas, dann wieder Strom und nochmal Wasser. Die Kosten hätte man auch mal teilen können mit Verbilligungen für alle Zugangsprodukte, nach Abzug der evtl. Koordinationskosten. Aber die hätte ein Stadtwerk als integrierter Anbieter halt gar nicht...
Menü
[1.1.2.2.1.1.1.1] DenSch antwortet auf comfreak
13.05.2013 10:58
Alles würde so einfach in diesem Bereich gehen, wenn sich die beteiligten mal zusammensetzen würden...

Hier im Süden Niedersachsens wird die Fußgängerzeonge komplett neu gemacht. Interessanterweise bekommt man es hin, "ein Rohr" zu verlegen.

Was allerdings EWE hier mit Glasfasern will, ist mir schleierhaft...
Menü
[1.1.3] tommy0910 antwortet auf skycab
06.05.2013 18:34
Benutzer skycab schrieb:
Benutzer Stroem schrieb:
Benutzer dokuso schrieb:
Mit gleichem Enthusiasmus wird man doch sicher auch gegen die Drosselung im Mobilfunk vorgehen.


Erstaunlich ist es für mich schon, dass es vergleichsweise wenig Aufregung gab und gibt über die Drosselung des Datenvolumens bei Datentarifen im Mobilfunkbereich und den damit verbundenen Missbrauch des Begriffs "Flat".

Es ist mir vollkommen egal, ob die Telekom im Festnetz drosseln will oder nicht. Was mich aber so masslos aufregt, ist die Aufhebung der Netzneutralitaet, indem ihr eigener Mist davon ausgenommen ist.
Menü
[1.1.3.1] Robert Redford antwortet auf tommy0910
06.05.2013 20:08

Es ist mir vollkommen egal, ob die Telekom im Festnetz drosseln will oder nicht. Was mich aber so masslos aufregt, ist die Aufhebung der Netzneutralitaet, indem ihr eigener Mist davon ausgenommen ist.

Wieso? Telekom Videoload ist davon genauso betroffen.

Davon abgesehen: Ein Gesetz was Anbietern verbietet Dienste oder selbst Internetseiten zu drosseln gibt es in Deutschland gar nicht.

Wie kommt ihr nur alle immer auf Netzneutralität ...
Menü
[1.1.3.1.1] garfield antwortet auf Robert Redford
13.05.2013 13:08
Benutzer Robert Redford schrieb:
Wieso? Telekom Videoload ist davon genauso betroffen.

Davon abgesehen: Ein Gesetz was Anbietern verbietet Dienste oder selbst Internetseiten zu drosseln gibt es in Deutschland gar nicht.

Wie kommt ihr nur alle immer auf Netzneutralität ...

Mein Gott, hat er doch geschrieben. Nicht die Drosselung ärgert ihn (natürlich darf ein Anbieter die beliebig festlegen), sondern die DISKRIMINIERUNG von Daten. Die einen zählen zum (Drossel-)Traffic, die anderen nicht.
Daran ändert auch nichts, wenn die Telekom "Videoload" auch mit rein nimmt. SIE entscheidet also, welche Daten "zählen" und welche nicht. Und DASS ist es, was die Verfechter einer Netzneutralität stört, nicht die Drossel. Müsste doch nun mal langsam überall ankommen.

Dass beides auch ständig vermengt wird!
Isch könnt' misch uffreesche....
Menü
[1.1.3.2] DenSch antwortet auf tommy0910
13.05.2013 10:59
Benutzer tommy0910 schrieb:


Es ist mir vollkommen egal, ob die Telekom im Festnetz drosseln will oder nicht. Was mich aber so masslos aufregt, ist die Aufhebung der Netzneutralitaet, indem ihr eigener Mist davon ausgenommen ist.

Einzig IPTV ist ausgenommen von der Drossel. Was sogar, WENN es ein Gesetz zur Netzneutralität geben würde, immer noch legal wäre.

Wird auch über ne ganz andere Ebende Reguliert.