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Auslieferung der Privatsphäre


30.03.2013 12:54 - Gestartet von achetaton
Wie naiv muss man eigentlich sein? Seine Daten an die Cloud auslagern bedeutet nichts anderes, als seine Privatshäre an amerikanische Großkonzerne auszuliefern. Und die werden damit ganz bestimmt kein Charity-Programm starten, sondern das zu ihrem eigenen Vorteil ausschlachten! Und Datenschutz gibt es in den USA so gut wie gar nicht....
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[1] tneuhetzki antwortet auf achetaton
30.03.2013 13:24
Benutzer achetaton schrieb:
Wie naiv muss man eigentlich sein? Seine Daten an die Cloud auslagern bedeutet nichts anderes, als seine Privatshäre an amerikanische Großkonzerne auszuliefern. Und die werden damit ganz bestimmt kein Charity-Programm starten, sondern das zu ihrem eigenen Vorteil ausschlachten! Und Datenschutz gibt es in den USA so gut wie gar nicht....

Deswegen schrieb ich ja zumindest für meine Person, dass mit der deutsche Datenschutz da lieber ist und ich meine persönlichen Daten nicht in den USA, Neuseeland oder weiß Gott wo speichern würde.

Thorsten
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[2] sp33 antwortet auf achetaton
30.03.2013 15:40
Benutzer achetaton schrieb:
Wie naiv muss man eigentlich sein? Seine Daten an die Cloud auslagern bedeutet nichts anderes, als seine Privatshäre an amerikanische Großkonzerne auszuliefern. Und die werden damit ganz bestimmt kein Charity-Programm starten, sondern das zu ihrem eigenen Vorteil ausschlachten! Und Datenschutz gibt es in den USA so gut wie gar nicht....

Der Denkfehler: Cloud muss ja nicht fremdsein. Ich habe die eigene Cloud am laufen ("owncloud"), auf eigenem Server und somit mit meinen Datenschutzbedingungen. Damit verbindet man die positiven Effekte der Cloud ohne die Datenschutznachteile.. Owncloud läuft übrigens sogar auf fast jedem "normalen" Webserver, so kann man jedenfalls schnell auf einen deutschen Server kommen, ohne sich selbst einen zu installieren..
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[3] ippel antwortet auf achetaton
30.03.2013 16:00
Benutzer achetaton schrieb:
Wie naiv muss man eigentlich sein? Seine Daten an die Cloud auslagern bedeutet nichts anderes, als seine Privatshäre an amerikanische Großkonzerne auszuliefern.

Sofern man seine Daten unverschlüsselt in die Cloud lädt, besteht die Gefahr meines Erachtens weit eher darin, daß Regierungen die Daten einmal gegen einen benutzen.

Aber es ist ja absolut kein Problem die Daten verschlüsselt hochzuladen. Ich selbst mache das auch zu Backupzwecken. Und bis zu einem wesentlichen Durchbruch im Bereich Quantencomputing sind meine Daten sicher.

Und die werden damit ganz bestimmt kein Charity-Programm starten, sondern das zu ihrem eigenen Vorteil ausschlachten!

Cloud-Dienste leben vom Verkauf von ihren Diensten. Fast alle bieten nur einen abgespeckten Tarif für umsonst an. Das Geld wird mit dem Verkauf von bezahlten Dienstleistungen gemacht.

Und Datenschutz gibt es in den USA so gut wie gar nicht....

Auch in den USA gilt: Vertrag ist Vertrag. Folglich sollte ich mir beim Hochladen unverschlüsselter Daten zuvor einmal die Vertragsbedingungen meines Anbieters ansehen.

Seitens der Regierung sieht es anders. Da haben sie recht. Aufgrund der Mißachtung der amerikanischen Verfassung durch beide Parteien, kann die Regierung Zugriff auf die Daten nehmen.

Allerdings gibt es dabei zwei Dinge anzumerken:

1. In den USA gibt es Meinungsfreiheit. Diese gilt unbeschränkt. Die Regierung interessiert sich also nicht für meine Daten, sofern ich nicht in den Verdacht einer tatsächlichen Straftat gerate. Dies ist der große Unterschied zu Deutschland.

In Deutschland/EU reicht es dagegen aus, die "falsche" Meinung zu haben, und schon stellt ein Richter einen Durchsuchungsbeschluß aus.

2. Auch in Deutschlands gibt es bzw. wird es eine Vorratsdatenspeicherung geben. Zusätzlich hat erst letzte Woche der Bundestag beschlossen, den Zugriff auf Bestandsdaten selbst bei Ordnungswidrigkeiten zu erlauben. Der Bundesrat muß allerdings noch zustimmen.

Fazit: Vor neugierigen Augen von Anbietern schützt der Wettbewerb zwischen den Anbietern und das Lesen des Vertrages. Vor den neugierigen Augen der Regierungen schützt nur das Hochladen ausschließlich verschlüsselter Daten.
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[3.1] Noch ein Contra
ToWo antwortet auf ippel
30.03.2013 18:52
Hi,

so eine Diskussion wird jetzt geführt, wo die T-COM gerade anfängt rumzuspinnen und das monatliche Datenvolumen begrenzen zu wollen.....
*kopfschüttel*

Grüße
ToWo
PS: Mal abgesehen davon, dass ich KEINEM Anbieter weiter traue, als ich seine Server werfen könnte. Ich synce alles direkt zwischen meinem Lappi, PC und im Bedarfsfall dem Smartphone. Schon die Zwangsnutzung von Zune für die Synchronisation von WM7-Geräten mit dem PC war für mich der Grund, mir kein solches Gerät anzuschaffen.
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[3.2] helmut-wk antwortet auf ippel
07.04.2013 19:57
Benutzer ippel schrieb:
In Deutschland/EU reicht es dagegen aus, die "falsche" Meinung zu haben, und schon stellt ein Richter einen
Durchsuchungsbeschluß aus.

Die einzige solche "falsche" Meinung, die mir bekannt ist, ist Leugnung des Holocaust.

Im Übrigen: es gibt auch die Möglichkeit, nicht sensible Daten in die Cloud zu laden und sensible Daten zu Hause zu lassen.
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[3.2.1] ippel antwortet auf helmut-wk
07.04.2013 20:21
Benutzer helmut-wk schrieb:
Die einzige solche "falsche" Meinung, die mir bekannt ist, ist Leugnung des Holocaust.

Das ist EIN Beispiel, richtig. Aber bei weitem nicht das einzige. Es reicht auch, wenn ein Forenschreiber eine falsche Meinung über einen Politiker äußert und dann ein Richter einen Durchsuchungsbeschluß gegen die Redaktion ausstellt, die das Forum betrieben hat. Oder jemand findet die PKK toll und wirbt für sie. Oder jemand äußert sich positiv über terroristische Maßnahmen oder Ziele. Oder, oder, oder. Es gibt genügend andere Beispiele.

Im Übrigen: es gibt auch die Möglichkeit, nicht sensible Daten in die Cloud zu laden und sensible Daten zu Hause zu lassen.

Ja, klar. Oder man verschlüsselt eben. Denn was sensibel und was nicht sensibel ist, stellt sich manchmal erst sehr viel später heraus.
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[4] helmut-wk antwortet auf achetaton
03.01.2014 16:56
Benutzer achetaton schrieb:
Und Datenschutz gibt es in den USA so gut wie gar nicht....

Dafür gibt es dort "privacy", die es wiederum in Deutschland so gut wie nicht gibt.

Ist schon komplizierter als du denkst.