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Gewährleistung verlängern


28.03.2013 10:22 - Gestartet von dsloase
die Lösung ist einfach- Verlängerung der gesetzlichen Gewährleistung bzw. Herstellergarantie auf 2-3 Jahre ohne Beweislastumkehr inklusive der Akkus- dann werden Geräte wieder ordentlich konstruiert.
Bestes Beispiel sind die teuren LED-Lampen- idR nur 6 Monate Gewährleistung, nur für bestimmte Lampentypen gibt ein Hersteller 5 Jahre Garantie.
3 Jahre Herstellergarantien der Discounter für technische Geräte lassen mich auch gelegentlich kaufen- z.B. LED-Wasserkocher von Lidl- die Marktmacht der Discounter zwingt die Hersteller zu dieser Maßnahme, obwohl die meist nur 1 bis 4 Aktionen je Produkt pro Jahr machen und das auch noch zu Dumpingpreisen.

Wer minderwertiges Material verwendet oder mangelhaft konstruktiert und produziert - absichtlich oder fahrlässig- soll auch dafür haften. Wobei der Kunde wählen können sollte, wen er in Haftung nimmt- einfacherweise der Verkäufer über die lange Gewährleistung und nur bei Konkursfall die Herstellergarantie. Dann würden sich die Einkäufer auch überlegen, ob sie jeden Schrott dem Kunden zumuten.

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[1] fanlog antwortet auf dsloase
28.03.2013 12:47
Benutzer dsloase schrieb:
die Lösung ist einfach- Verlängerung der gesetzlichen Gewährleistung bzw. Herstellergarantie auf 2-3 Jahre ohne Beweislastumkehr inklusive der Akkus- dann werden Geräte wieder ordentlich konstruiert.

Genau! Es müßte mindestens die komische gesetzliche Gewährleistung von 2 Jahren in eine gesetzliche Garantie von 2 Jahren geändert werden, bei teueren Produkten sollte mehr gefordert werden.

Die jetzige Regelung ist real eine 6 Monate Garantie, die von vielen Herstellern freiwillig auf 12 Monate erweitert wird und darüberhinaus nur Blendung.

Meine Hifi-Geräte Baujahr 1989 gehen heute alle noch. Damals haben die Hersteller auch bis 5 Jahre Garantie gegeben. Neue Geräte habe ich mir nur wegen der Innovation (DVD/BD) gekauft. Das waren Zeiten!
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[1.1] peanutsger antwortet auf fanlog
29.03.2013 11:36
Benutzer fanlog schrieb:

Genau! Es müßte mindestens die komische gesetzliche Gewährleistung von 2 Jahren in eine gesetzliche Garantie von 2 Jahren geändert werden, bei teueren Produkten sollte mehr gefordert werden.

Sorry, aber GARANTIE ist immer eine freiwillige Sache des Garantiegebers! D.h., der Umfang einer Garantie ist nicht geregelt und kann daher schlechter ausfallen als die "Gewährleistung". Beispiel: "Garantie gilt nur für den Ersterwerber"; "...wenn Garantiesiegel nicht angebrochen wurde"; "...wenn regelmäßig Inspektionen durchgeführt werden").

Die gesetzliche Regelung ist die "GEWÄHRLEISTUNG" (richtig: Mängelhaftung nach BGB), die zwar für zwei Jahre gilt. Allerdings muss im Prinzip der Kunde bei einem Defekt nach 6 Monaten (!) nachweisen, dass die Ware von Anfang an einen Mangel hatte, wodurch die Ware vor Ablauf der zwei Jahre "kaputt" ging.

Was also die Kunden gerne hätten, wäre eine "gesetzliche Unterstellung", dass Waren 24 Monate funktionieren müssen, sonst ist der Hersteller schuld. Keine Beweislast für den Kunden.


Die jetzige Regelung ist real eine 6 Monate Garantie, die von vielen Herstellern freiwillig auf 12 Monate erweitert wird und darüberhinaus nur Blendung.

Falsch; siehe oben.


Meine Hifi-Geräte Baujahr 1989 gehen heute alle noch. Damals haben die Hersteller auch bis 5 Jahre Garantie gegeben. Neue Geräte habe ich mir nur wegen der Innovation (DVD/BD) gekauft.

Der Markt ist mehr oder minder gesättigt, was er damals nicht war. Heute muss dem Umsatz durch häufigere Neukäufe "nachgeholfen" werden. Außerdem ist dank der "Geiz ist Geil"-Mentalität das Preisniveau gesunken und damit die Umsatzrendite. Der Ausgleich erfolgt eben auf die bekannte Weise.

Damals hielten auch Geräte mit nur kurzer Garantie länger.

Hebt die Preise für bessere Qualität. SCNR
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[1.1.1] Telly antwortet auf peanutsger
29.03.2013 11:46

einmal geändert am 29.03.2013 11:48
Der Markt ist mehr oder minder gesättigt, was er damals nicht war. Heute muss dem Umsatz durch häufigere Neukäufe "nachgeholfen" werden.

Das glauben die Hersteller.

Außerdem ist dank der "Geiz ist Geil"-Mentalität das Preisniveau gesunken und damit die Umsatzrendite.

Das impliziert immer, als sei der Kunde Schuld, weil er ja billig will. Henne-Ei-Problem.

Der Ausgleich erfolgt eben auf die bekannte Weise.

Das zwingt den Kunden zum Kauf billiger Ware!

Damals hielten auch Geräte mit nur kurzer Garantie länger.

Und heute erwarte ich als Kunde eben längere echte Garantie ohne Fallstricke. Denn das Vertrauen in hochpreisige Artikel ist bei nur gesetzlicher Gewährleistung schlichtweg verlorengegangen.

Hebt die Preise für bessere Qualität.

Nicht ganz. Bringt Qualität und untermauert durch umfangreiche Garantieleistung Euer eigenes Vertrauen in Euere Produkte. Und DAFÜR könnt Ihr dann mehr Geld verlangen. Ich werde es zahlen.

Telly
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[1.1.1.1] peanutsger antwortet auf Telly
29.03.2013 11:59
Benutzer Telly schrieb:
Der Markt ist mehr oder minder gesättigt, was er damals nicht war. Heute muss dem Umsatz durch häufigere Neukäufe "nachgeholfen" werden.

Das glauben die Hersteller

Zustimmung.

Außerdem ist dank der "Geiz ist Geil"-Mentalität das Preisniveau gesunken und damit die Umsatzrendite.

Das impliziert immer, als sei der Kunde Schuld, weil er ja billig will. Henne-Ei-Problem.

Nö, Fakt.

Kein Hersteller senkt Preise, wenn er nicht muss.

Der Kunde (Angebot - Nachfrage) bestimmt letztendlich die Preisentwicklung. Ob aus finanzieller Situation oder Eigennutz heraus, ist dabei in der Wirkung gleich.

Der Ausgleich erfolgt eben auf die bekannte Weise.

Das zwingt den Kunden zum Kauf billiger Ware!

Nö, ich kaufe auch weiterhin nicht billig, wenn ich kann.


Damals hielten auch Geräte mit nur kurzer Garantie länger.

Und heute erwarte ich als Kunde eben längere echte Garantie ohne Fallstricke. Denn das Vertrauen in hochpreisige Artikel ist bei nur gesetzlicher Gewährleistung schlichtweg verlorengegangen.

Dieser Aussage kann ich folgen.

Hebt die Preise für bessere Qualität.

Nicht ganz. Bringt Qualität und untermauert durch umfangreiche Garantieleistung Euer eigenes Vertrauen in Euere Produkte. Und DAFÜR könnt Ihr dann mehr Geld verlangen. Ich werde es zahlen.

Okay, mein Satz war zu kurz. Ich meinte aber dasselbe.

Telly
peanutsger
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[1.1.1.1.1] Telly antwortet auf peanutsger
29.03.2013 12:12

einmal geändert am 29.03.2013 12:14
Außerdem ist dank der "Geiz ist Geil"-Mentalität das Preisniveau gesunken und damit die Umsatzrendite.

Das impliziert immer, als sei der Kunde Schuld, weil er ja billig will. Henne-Ei-Problem.

Nö, Fakt.

Kein Hersteller senkt Preise, wenn er nicht muss.

Er "muss" aber hauptsächlich, weil die Konkurrenz besser kalkuliert und günstiger produziert.

Und wenn der Kunde bei ihm keine längere Gewährleistung als bei der Konkurrenz erhält, gewinnt eben die Konkurrenz.

Es mag "den" Kunden geben, der geiz geil findet.

Du und ich zählen offenbar nicht dazu. Von Premium-Anbietern mit Premiumpreisen erwarten wir auch Premiumgewährleistung und Premiumqualität.

Qualität eines Gerätes kann ich erst messen, wenn die Lebensdauer vorüber ist und ich die kostenpflichtigen Reparaturen berücksichtige. Daher muss der Hersteller mit Garantien Vertrauen für seine hochpreisigen Produkte schaffen.

Telly
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[1.1.1.1.1.1] peanutsger antwortet auf Telly
29.03.2013 22:31
Zitat musste leider wg folgender Systemmeldung von Teltarif entfallen:

Bitte ändern Sie die Größe Ihrer gewählten Zitate.

Große Zitatabsätze machen Ihren Beitrag unübersichtlich. Dies kann zur Folge haben, dass Ihre Meinung für andere Nutzer nicht deutlich erkennbar wird.
Bitte streichen Sie unwichtige Textpassagen. Auslassungen können Sie z.B. durch folgende Ausdrücke kenntlich machen:

(...) oder [...]


Meine Antwort zu Telly:
Einverstanden!
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[1.1.1.2] telekomflüchtling antwortet auf Telly
30.03.2013 09:49
Mir erschließt sich nicht so recht, warum der Konsument immer gleich auf sich selbst mit der "Geiz-ist-geil-Keule" einschlägt. Geräte mit eingebauter Sollbruchstelle werden von der Industrie produziert, nicht vom Verbraucher. Ich halte es auch für vermessen, zu glauben, der Verbraucher wäre in der Lage, Großkonzernen seine Mentalität aufzudrücken. Wenn in den Konzernspitzen entschieden worden ist, dass man den Markt besser mit sich selbst zerstörenden Geräten am Laufen halten kann als mit Innovationen und neuen Entwicklungen, dann wird das auch so umgesetzt. Da ist der Verbraucher ganz weit außen vor.

Zur "Geiz-ist-geil-Mentalität" sollte man sich auch mal die Frage stellen, wer diesen "Trend" eigentlich mal begründet hat. Der Blick auf die eigenen alten Lohnabrechnungen bringt da manchmal die ein oder andere Erleuchtung.

Der "Geiz-ist-geil" Slogan stammt übrigens aus 2002. Da waren schon massenhaft sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse zugunsten geringfügiger Beschäftigungen (heute 450€- oder damals 630DM- Jobs) vernichtet worden.

Also nicht vorschnell sich selbst überschätzen!

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[1.1.1.2.1] Telly antwortet auf telekomflüchtling
30.03.2013 14:00
Benutzer telekomflüchtling schrieb:
Mir erschließt sich nicht so recht, warum der Konsument immer gleich auf sich selbst mit der "Geiz-ist-geil-Keule" einschlägt. Geräte mit eingebauter Sollbruchstelle werden von der Industrie produziert, nicht vom Verbraucher.

Warum hast Du Deinen Beitrag ausgerechnet als Antwort auf meinen geschrieben?

Telly
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[1.1.1.2.1.1] telekomflüchtling antwortet auf Telly
30.03.2013 14:15

einmal geändert am 30.03.2013 15:14
Du hattest mir aus der Seele gesprochen:

"Das impliziert immer, als sei der Kunde Schuld, weil er ja billig will."
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[1.2] Wiewaldi antwortet auf fanlog
30.03.2013 14:59
Danke für die Anregungen! Ich war eben in meinem "Archiv" und habe meinen allerersten Receiver Elac 3402T aus dem Jahre 1974 rausgesucht. Er funktioniert mindestens so gut wie am ersten Tag. Nur bei meiner Bandmaschine von Akai fällt ab und zu ein Kanal aus. Die ist ja auch made in Japan... You made my day! Thänx!