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Was soll die Klage??


25.04.2001 11:53 - Gestartet von dirk
Natürlich spricht das Ganze Bände hinsichtlich der Professionalität und Servicefreundlichkeit von Viag. Aber was soll eine Klage gegen eine solche Rechnung bringen?

Jeder weiß doch, dass er für in Anspruch genommene Dienstleistungen auch zahlen muss. Und wer besonders viel telefoniert, weil er meint, dass er bei der Rechnungsstellung regelmäßig vergessen wird, kann sich darauf später sicher nicht berufen, wenn die Rechnung dann doch kommt.

Wenn monatelang keine Rechnung kommt, hat man m. E. rechtlich keine Chance gegen die dann doch innerhalb der 2-Jahres-Frist eintrudelnden Rechnungen. Etwas anderes wäre es nur, wenn zwischenzeitlich Rechnungen nicht geschickt werden, die darauf folgenden Monate dann doch abgerechnet werden. Dann kann man als Kunde davon ausgehen, dass alle bisherigen Leistungen abgerechnet wurden. Eine spätere Rechnungsstellung könnte dann ein Verstoß gegen Treu und Glauben, genau gesagt ein sog. "venire contra factum proprium" darstellen.

Ich würde jedenfalls niemandem ohne Rechtschutzversicherung raten, das Prozessrisiko einzugehen.

Gruß,
Dirk
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[1] tops antwortet auf dirk
25.04.2001 12:22
Benutzer dirk schrieb:
Natürlich spricht das Ganze Bände hinsichtlich der Professionalität und Servicefreundlichkeit von Viag. Aber was soll eine Klage gegen eine solche Rechnung bringen?

Ich habe z.B. keinen Überblick, wieviel ich mit meinem aktuellen Telefonverhalten pro Monat vertelefoniere, wenn keine Rechnungsstellung erfolgt.

Außerdem kann man keine Rechnungen mehr an Dritte stellen (oder würde zumindest keinen professionellen Eindruck machen)
Oder wie in meinem Fall: ich kann doch jetzt über einem Jahr nicht zu meinen Freunden kommen, die im Urlaub mit meinem Handy ländere Gespräche geführt haben und Geld von ihnen fordern.

Firmen haben nach zwei Jahren schon längst ihre Steuererklärung gemacht und haben keine Chance mehr Geschäftsanschlüsse abzusetzen.

Und ich weiß, wie gut Viag auf Faxe oder Anrufe reagiert, wenn man Rechnung bekommen möchte .. bzw. fehlende Einzelverbindungsnachweise nachfordert. Nämlich garnicht.
Ich habe ca. 50 Faxe geschickt und etliche Telefonstunden verplempert. Da lohnt es sich dann auch in keinster Weise, wenn VIAG günstiger ist. In dieser Zeit hat man locker die Preisdifferenz wieder verdient.

Tobias
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[1.1] Fuzzy antwortet auf tops
30.04.2001 14:15
Ich habe z.B. keinen Überblick, wieviel ich mit meinem aktuellen Telefonverhalten pro Monat vertelefoniere, wenn keine Rechnungsstellung erfolgt.

Außerdem kann man keine Rechnungen mehr an Dritte stellen (oder würde zumindest keinen professionellen Eindruck machen)
Oder wie in meinem Fall: ich kann doch jetzt über einem Jahr nicht zu meinen Freunden kommen, die im Urlaub mit meinem Handy ländere Gespräche geführt haben und Geld von ihnen fordern.

Ach, ja. Wer verleiht denn auch sein Handy, damit jemand ANDERES im AUSLAND damit telefonieren kann??!! Das sieht für mich eher danach aus, als ob Du darauf spekuliert hast, daß ja doch keine Rechnung mehr käme und Deine Freunde quasi im Ausland 'umsonst' telefonieren können. Und jetzt jammerst Du herum, daß Du von Deinen Freunden kein Geld mehr verlangen kannst. Also, da kommen mir fast die Tränen, so ein Pech....

Fuzzy
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[2] inotomi antwortet auf dirk
25.04.2001 12:55
Ein Zitat:
-- Zitat-Anfang --
"In zwei voneinander unabhängigen Verfahren haben die Amtsgerichte Kamen (AZ: 12C609/99) und Lünen (AZ: 7C851/99) Nachforderungen der D Plus Telecommunications GmbH für Kurznachrichten (SMS) verworfen. Grund: Die Beträge seien erst nach mehreren Monaten des Kunden aufgetaucht. Nach Ansicht der beiden Gerichte dürfen nicht mehr, als zwei Monate wischen Leistung und Abrechnung vergehen.

Da es sich bei den Urteilen der Amtsgerichte Kamen und Lünen um Einzelfallentscheidungen handelt, wirken die Entscheidungen nur zwischen den Streitparteien und sind daher nicht allgemein verbindlich. "
-- Zitat-Ende --

Wer weiß, ob eine neue Klage zu einer ähnlichen Entscheidung führen wird?
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[2.1] htg23 antwortet auf inotomi
27.04.2001 08:19
Hallo INOTOMI,

zu deinem Zitat hast du noch folgendes vergessen, denn das stand in dem Beitrag damals auch drin:

...Auf die für ihre Verspätungen berüchtigten Viag Interkom-Rechnungen ist das Urteil vermutlich nicht übertragbar. Denn der Münchner Mobilfunk-Anbieter verzichtet - wohlmöglich aus gutem Grund - auf feste Abrechnungszeiträume oder konstante Rechnungs-Intervalle...

Gruß Holger
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[3] grafkrolock antwortet auf dirk
29.04.2001 22:11
Etwas anderes wäre es nur, wenn zwischenzeitlich Rechnungen nicht geschickt werden, die darauf folgenden Monate dann doch abgerechnet werden. Dann kann man als Kunde davon ausgehen, dass alle bisherigen Leistungen abgerechnet wurden. Eine spätere Rechnungsstellung könnte dann ein Verstoß gegen Treu und Glauben, genau gesagt ein sog. "venire contra factum proprium" darstellen.
Das ist interessant. Genau so ein Fall bin ich. Ich habe über zwei Jahre lang von der Telekom keine Rechnung erhalten, und seit Anfang des Jahres wird nun plötzlich doch abgerechnet. Allerdings wurden bisher keine Ansprüche für die Jahre 1999 und 2000 angemeldet. Kann ich also, sollte dies doch passieren, mit Erfolg rechnen, wenn ich dagegen Widerspruch einlege?
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[3.1] mobilpoint antwortet auf grafkrolock
01.05.2001 12:42
Hallo!

Ja genau so ist es!
Der jeweilige Anbieter MUSS nach spätestens 3 Monaten die Leistung berechnen. Tut er dies nicht - hast du Glück gehabt.
Eine spätere Rechnungserstellung ist gesetzlich nicht zulässig! :-)
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[3.1.1] rtpj antwortet auf mobilpoint
01.05.2001 13:07
Benutzer mobilpoint schrieb:
Hallo!

Ja genau so ist es!
Der jeweilige Anbieter MUSS nach spätestens 3 Monaten die Leistung berechnen. Tut er dies nicht - hast du Glück gehabt.
Eine spätere Rechnungserstellung ist gesetzlich nicht zulässig! :-)

Quatsch.

Die 80 Tage (3 Monate) beziehen sich auf die max. Speicherdauer von Einzelentgeltdaten nach Rechnungsversand.
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[3.1.1.1] mobilpoint antwortet auf rtpj
01.05.2001 13:10
Nix Quatsch...

Das sind zwi verschiedene Dinge!
Die Speicherung bezieht sich auf die 80 Tage, das hat aber mit der Rechnung rein garnichts zu tun!

Vor kurzem war vor einem Landgericht erst dieses Urteil gefällt worden, dass die Netzbetreiber maximal 3 Kalendermonate Zeit haben!
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[3.1.1.1.1] rtpj antwortet auf mobilpoint
01.05.2001 13:12
Benutzer mobilpoint schrieb:
Nix Quatsch...

Das sind zwi verschiedene Dinge!
Die Speicherung bezieht sich auf die 80 Tage, das hat aber mit der Rechnung rein garnichts zu tun!

Vor kurzem war vor einem Landgericht erst dieses Urteil gefällt worden, dass die Netzbetreiber maximal 3 Kalendermonate Zeit haben!

Das (Land)gericht hat kein derartiges Urteil erlassen (abgesehen davon ist ein LG-Urteil nicht bindend).
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[3.1.1.1.2] Goethe1000 antwortet auf mobilpoint
01.05.2001 13:13
Vor kurzem war vor einem Landgericht erst dieses Urteil gefällt worden, dass die Netzbetreiber maximal 3 Kalendermonate Zeit haben!

Vielleicht sagtst Du uns auch noch, welches Landgericht das gewesen sein soll?
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[3.1.2] Goethe1000 antwortet auf mobilpoint
01.05.2001 13:12
Benutzer mobilpoint schrieb:
Der jeweilige Anbieter MUSS nach spätestens 3 Monaten die Leistung berechnen. Tut er dies nicht - hast du Glück gehabt.
Eine spätere Rechnungserstellung ist gesetzlich nicht zulässig! :-)

Und wo ist die Gesetzesgrundlage? Viele behaupten kann jeder.