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Hintergrund ?


17.04.2001 23:14 - Gestartet von orlando
Ein wenig mehr Hintergrund wäre schon interessant. Eigenartigerweise brüllt alles nur wieder gegen die Telekom. Aber: Wir haben doch Geld an Callino/Teldafax etc. bezahlt. Wie kommen die eigentlich dazu, ihrerseits ihren Verpflichtungen gegenüber dem Netzbetreiber nicht nachzukommen ? SInd hier irgendwelche halbseidenen Schieber am Werk, die die Gelder ins Ausland verschoben haben ? Oder ist es nur mangelhafte Kalkulation ? Fakten habe ich bislang noch nicht viele gelesen.

Orlando


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[1] desoto antwortet auf orlando
18.04.2001 10:33
Hi!
Ich könnte mir vorstellen, dass tatsächlich eine mangelhafte Kalkulation schuld ist. Bei der Mobilcom-Flatrate hieß es ja auch: "Wir waren so überwältigt vom Ansturm." Dabei musste jedem halbwegs klar denkenden Menschen klar sein, dass alle auf die Flatrate stürzen würden. Und schon war sie pleite.
Es war doch lange im Gespräch, dass die privaten Anbieter über die Menge ins Geschäft kommen müssen. Der Preisdruck musste irgendwann schief gehen durch die hohen Interconnectionsgebühren. Über kurz oder lang glaube ich ich kann sich nur halten, wer in der lage ist, auf welche Weise auch immer, Telephongespräche über ein eigenes Leitungsnetz anzubieten. Alles andere ist doch Käse. Wenn es billiger sein soll, über einen privaten Anbieter zu telephonieren, der die Leitungen der Telekom nutzt, muss der woanders sparen. Am Service, an den Mitarbeitern etc. Die Telekom hat selbst an diesen Gesprächen wohl gut mitverdient. Aber es sind ja auch ihre Leitungen. Vielleicht hätte der Bund bei der Privatisierung einfach das Netz selbst behalten sollen. Dann müssten entweder alle Gebühren zahlen, also auch die Telekom, oder keiner. Dann müssten wir fürs Telephonieren zahlen, und mit unseren Steuern die Instandhaltung und den Ausbau des Netzes. Auch ne lustige Vortellung.
Mal sehen, wie es weitergehen wird.
Gruß
DeSoto
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[1.1] rtpj antwortet auf desoto
18.04.2001 11:50
Benutzer desoto schrieb:
Vielleicht hätte der Bund bei der Privatisierung einfach das Netz selbst behalten sollen.

Der Bund hatte nur kein Geld (und hat es auch heute nicht), es der Telekom abzukaufen...

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[1.1.1] desoto antwortet auf rtpj
18.04.2001 19:15
Hi!
Aber die Telekom war doch ein Budensunternehmen, also gehörte das Netz dem Bund. Er hätte ja die Firma privatisieren können, das Netz aber selbst behalten können und es beispielsweise vermieten. Es muss ihm doch klar gewesen sein, dass andere neu Firmen nur auf den Markt kommen, wenn sie das Netz anmieten. Also gleiches Recht für alle.
Gruß
DeSoto
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[1.1.1.1] rtpj antwortet auf desoto
18.04.2001 23:33
Benutzer desoto schrieb:
Aber die Telekom war doch ein Budensunternehmen, also gehörte das Netz dem Bund.

Die Telekom war Sondervermögen des Bundes, also vom Bund schon immer getrennt.

"Das Netz" wurde nicht vom Bund bezahlt, sondern von der (DBP) Telekom. Es wurden also keine Steuergelder für den Netzaufbau aufgewandt (wie z.B. bei einem Teil des Arcor-Netzes) - im Gegenteil: Es wurden Zahlungen an den Bund (und die Post und die Postbank) abgeführt.

Er hätte ja die Firma privatisieren können, das Netz aber selbst behalten können und es beispielsweise vermieten.

Wie gesagt: Er hatte niemals das Geld, der Telekom das Netz abzukaufen.

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[1.2] keks antwortet auf desoto
18.04.2001 19:27
Benutzer desoto schrieb:
Vielleicht hätte der Bund bei der Privatisierung einfach das Netz selbst behalten sollen. Dann müssten entweder alle Gebühren zahlen, also auch die Telekom, oder keiner.

Na, ob der Bund das Netz dann auch innovativ ausbaut?

Aber er hätte das Netz ja bei der Privatisierung in ein anderes (neues) Unternehmen ausgliedern können, das dann sein Netz an jeden Anbieter - inkl. Telekom - vermieten kann.

Oder ist/wäre diese Idee unpraktikabel?

Gruß, Keks.
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[1.2.1] dream antwortet auf keks
18.04.2001 21:51
Benutzer keks schrieb:
Benutzer desoto schrieb:
Vielleicht hätte der Bund bei der Privatisierung einfach das Netz selbst behalten sollen.
Dann müssten entweder alle Gebühren zahlen, also auch die Telekom,
oder keiner.

Na, ob der Bund das Netz dann auch innovativ ausbaut?

Aber er hätte das Netz ja bei der Privatisierung in ein anderes (neues) Unternehmen ausgliedern können, das dann sein Netz an jeden Anbieter - inkl. Telekom - vermieten kann.

Oder ist/wäre diese Idee unpraktikabel?

Gruß, Keks.

hhhhhhmmmmmmmmmm so ähnlich wie die treuhand? die dann wiederum nach auflösung von einer behörde controllt werden muss, die uns dann mitteilt das das doch nicht so gut lief? in dem moment wenn hier auch nur ein politiker aus dem deutschen bundestag so etwas marktwirtschaftlich zu regeln beabsichtigt, oder gar eine fraktion, zahlen wir die zeche bestimmt nicht die, da sind mir ein paar pleiten lieber.
gruß an alle in berlin.
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[1.2.2] orlando antwortet auf keks
18.04.2001 22:26
Vielleicht hätte der Bund bei der Privatisierung einfach das Netz selbst behalten sollen.

Na, ob der Bund das Netz dann auch innovativ ausbaut?
Das hat er ja lange genug erfolgreich gemacht.
Das Problem ist halt, daß gerade mit dem Netz das
Geschäft gemacht wird, und das man das Netz bei der
Privatisierung eben als soetwas behandelt hat, wie
wenn es von allein gewachsen ist.
Nur so konnten sich die ganzen unseriösen Schieber ja
über das Netz hermachen und mit "nichts" Geschäfte machen.
Das ganze Konzept scheint irgendwo nicht zu stimmen und die
Pleiten sind nur ein erstes Zeichen. Weitere Zeichen werden die Verschlechterung der Qualität sein. Kritiker haben das von Anfang an gesehen.
Trennen läßt sich das Netz kaum vom "echten" Netzbetreiber, weil das Netz nicht statisch ist.

Orlando
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[2] AyBee antwortet auf orlando
18.04.2001 13:21
Benutzer orlando schrieb:
Ein wenig mehr Hintergrund wäre schon interessant. Eigenartigerweise brüllt alles nur wieder gegen die Telekom.
wieso eigentlich? So funktioniert doch jedes Geschäft. Geld gegen ware - Ware gegen Geld.

Aber: Wir haben doch Geld an Callino/Teldafax etc. bezahlt. Wie kommen die eigentlich dazu, ihrerseits ihren Verpflichtungen gegenüber dem Netzbetreiber nicht nachzukommen ? SInd hier irgendwelche halbseidenen Schieber am Werk, die die Gelder ins Ausland verschoben haben ? Oder ist es nur mangelhafte Kalkulation ? Fakten habe ich bislang noch nicht viele gelesen.
Ich auch, vermute aber das letztere wird´s sein. Jeder Drittklässler kann doch heute besser rechnen als "Billigwilli" . Wenn ich permanent unter EK verkaufe, muß das doch irgendwann in die Hose gehen. IC-Preise kann sich jeder bei der RegTP ansehen, dazu die Leitungsmiete - welcher "Clown" (oder Bank) hat denn diese Businesspläne abgesegnet?

Ich frage mich nur, wie lange es Dumpinganbieter wie tele2 oder 01051 noch machen.

Um übrigen finde ich es so wie es läuft absolut korrekt. Eine gewisse Marktbereinigung war längst fällig. Angst vor steigenden Telefonkosten? Nö, habe ich nicht. Es gibt genug seriöse Konkurenz, oft auch mit wenigstens zum Teil eigenen Netzen (schau sich mal einer so manchen Citycarrier an).


soweit meine Meinung!
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[3] Bummel antwortet auf orlando
18.04.2001 15:33
Die Frage ist doch wer möchte die Hintergründe nich bekannt geben? Fakt ist das fast jede Vergleichquote höher ist als eine Konkursquote. Also müsste die Telekom Interesse an einem Vergleich haben und nicht an einem Konkurs. Außerdem zieht die Telekom das Geld für diese Firmen ein und zahlt es an diese dann aus, oder kam es hier durch Zufall zu einer Verzögerung?

Also stellt sich die Frage wer hat Schuld an den Zahlungsschwierigkeiten. Fakt ist das TelDaFax durch die Verweigerung der Telekom in Konkurs geht. Die Schulden können sie ja ohne Einnahmequelle nicht mehr zahlen. Eigenartig hierbei ist das der "Monopolist" nicht nur TelDaFax sondern auch alle anderen abmahnt, auch wenn offene Forderung und Umsatz in keinem Verhältnis zu einander stehen.

So kann man sich auch der Konkurenz entledigen.

cu


Benutzer orlando schrieb:
Ein wenig mehr Hintergrund wäre schon interessant. Eigenartigerweise brüllt alles nur wieder gegen die Telekom. Aber: Wir haben doch Geld an Callino/Teldafax etc. bezahlt. Wie kommen die eigentlich dazu, ihrerseits ihren Verpflichtungen gegenüber dem Netzbetreiber nicht nachzukommen ? SInd hier irgendwelche halbseidenen Schieber am Werk, die die Gelder ins Ausland verschoben haben ? Oder ist es nur mangelhafte Kalkulation ? Fakten habe ich bislang noch nicht viele gelesen.

Orlando


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[3.1] desoto antwortet auf Bummel
18.04.2001 19:19
Benutzer Bummel schrieb:
Die Frage ist doch wer möchte die Hintergründe nich bekannt geben? Fakt ist das fast jede Vergleichquote höher ist als eine Konkursquote. Also müsste die Telekom Interesse an einem Vergleich haben und nicht an einem Konkurs. Außerdem zieht die Telekom das Geld für diese Firmen ein und zahlt es an diese dann aus, oder kam es hier durch Zufall zu einer Verzögerung?

Also stellt sich die Frage wer hat Schuld an den Zahlungsschwierigkeiten. Fakt ist das TelDaFax durch die Verweigerung der Telekom in Konkurs geht. Die Schulden können sie ja ohne Einnahmequelle nicht mehr zahlen. Eigenartig hierbei ist das der "Monopolist" nicht nur TelDaFax sondern auch alle anderen abmahnt, auch wenn offene Forderung und Umsatz in keinem Verhältnis zu einander stehen.

So kann man sich auch der Konkurenz entledigen.

cu


Wie soll denn so ein Vergleich aussehen? WIr streichen eure Schulden und ihr zahlt in Zukunft erstmal eine Vorausbetrag? Irgendwann ist es doch so, dass jedes Unternehmen auf sich selbst schauen muss. Die Telekom ist - durch wessen Verschulden auch immer - auch in finanziellen Problemen, das zeigen allein Schon die Aktienkurse. Also muss sie dafür sorgen, dass sie Geld, das ihr gehört bekommt. Das an sich finde ich nicht problematisch und verstehe, dass die DTAG hier das Register der Abschaltung zieht. Versagt hat hier m.E. die RegTP. Da wird nicht sehr viel reguliert. Die ist eher ein Alibi als ein Regulativ.
Gruß
DeSoto