Diskussionsforum
  • 17.01.2013 12:24
    vier.fragen schreibt

    nicht sehr hilfreicher Artikel !!!

    > Und wer defekte Ware verkauft, kann die Gewährleistung auch
    >
    generell gegenüber privaten und gewerblichen Käufern
    >
    ausschließen. Dazu genügt folgender Satz:
    > "Ware ist defekt, unvollständig und beschädigt. Verkauf unter
    >
    Ausschluss von Gewährleistung."

    leider nicht ganz richtig. wer gewerblich z.b. ein kfz verkauft darf es nicht pauschal als "defekt" bzw als "ersatzteilspender" verkaufen. hier urteilten viele hohe gerichte das es sich hierbei um eine umgehung der gesetzlich vorgeschriebenen sachmängelhaftung handelt.

  • 17.01.2013 12:37
    vier.fragen antwortet auf vier.fragen

    > Stimmt. Wenn der Wagen aber mit defektem Motor verkauft wird,
    >
    muss der Händler keine Gewährleistung auf den Motor geben. Dass
    >
    100% vom Auto kaputt sind, ist bei einem so komplexen Ding auch
    >
    unglaubwärdig.
    >
    > Aber verkauft ein Händler den Würfel, der aus der Autopresse
    >
    kommt, ist das eindeutig.
    > Das Prinzip bleibt: Auf (eindeutig) defekte Dinge muss keine
    >
    Gewährleistung gegeben werden.

    stimmt,

    und was sagt uns das ... die sachmängelhaftung ist ein sehr komplexes und kompliziertes thema ;)
  • 17.01.2013 13:15
    vier.fragen antwortet auf vier.fragen
    > Diese Sätze genügen jeweils, mehr ist nicht nötig. Was ist
    >
    daran kompliziert?

    mach dir mal den spass und gehe mal in 20 geschäfte und frage verkäufer mal etwas zur gewährleistung. du wirst staunen ... denn mindestens 50% der verkäufer kennen nicht einmal den unterschied zw. gewährleistung und garantie ....

    soll heissen ... wie sollen sich private verkäufer mit diesem thema auskennen wenn es nicht einmal die gewerblichen hinbekommen.
  • 17.01.2013 15:32
    Kai Petzke antwortet auf vier.fragen
    Gewährleistung auf defekte Ware
    Benutzer matthias.maetsch schrieb:

    > Aber verkauft ein Händler den Würfel, der aus der Autopresse
    >
    kommt, ist das eindeutig.

    Na ja, der wird ja nicht mehr als "Auto", sondern als "Schrott, durchsetzt mit anderen Materialien" verkauft. Und selbst da gibt es Gewährleistung: Hat der Schrotthändler nämlich das Altauto vor der Presse nicht korrekt "trockengelegt", also Altöl, Restbenzin, Bremsflüssigkeit usw. rausgeholt, haftet er, wenn von dem Altmetallwürfel dann plötzlich ein Umweltschaden ausgeht.

    > Das Prinzip bleibt: Auf (eindeutig) defekte Dinge muss keine
    >
    Gewährleistung gegeben werden.

    Eben nicht. Eine Gewährleistung, dass das defekte Gerät ungefähr der Beschreibung entspricht, gibt es eben doch. Wer also ein "Apple iPhone 4, defekt" verkauft, kann nicht stattdessen ein Samsung Galaxy S verschicken.


    Kai
  • 17.01.2013 22:17
    karstenschilder schreibt
    Und auch das ist nur die halbe Wahrheit.

    Privatverkäufer können nur bedingt die Gewährleistung ausschließen.

    Ausnahmen:

    Bei Neuware ist der Ausschluss der Gewährleistung unzulässig. Auch für Privatverkäufer gilt 24 Monate.

    Der Gewährleistungsausschluss zählt nur bei "Einzelformulierungen".

    Verkauft ein Privatverkäufer mehrere Artikel pro Jahr (so als Richtwert habe ich beim Einlesen etwa 5 Stück ermittelt) und verwendet immer die selbe Formulierung, wird daraus AGB und dann kann ein Privatverkäufer die Gewährleistung auch nur noch einschränken.
  • 18.01.2013 10:15
    karstenschilder antwortet auf ippel
    Dann solltest du dich mal genauer Informieren. Es steht jede menge Mist im Netz ;) Ein kleiner Fehler ist zwar drin in meinem Text, die Gewährleistung kann verkürzt werden, jedoch bleibt die Kernaussage die Selbe:

    "Handelt es sich um einen sog. Privatverkauf, ist zu differenzieren. Nutzt der Verkäufer den Gewährleistungsausschluss mehrere Male, so handelt es sich um eine AGB und unterliegt den Einschränkungen der §§ 307 ff. BGB. Werden Neuwaren verkauft, können Gewährleistungsansprüche des Käufers nicht vollständig ausgeschlossen, sondern nur auf ein Jahr beschränkt werden, § 309 Nr. 8 b BGB."

    http://www.anwalt.de/rechtstipps/privatverkauf-keine-garantie-oder-etwa-doch_032163.html

    Schreibt der Privatverkäufer "schließe aus", ist die ganze Klausal unwirksam und es gelten 24 Monate! Ich habe damals sehr intensiv recherchiert und mich auch durch die ganzen Gesetzestexte geackert. Jedoch wissen die wenigsten von den Einschränkungen, die ich hier zitiert habe, auch die so genannten Tipps und Tricks Schreiber.
  • 18.01.2013 10:43
    ippel antwortet auf karstenschilder
    Benutzer karstenschilder schrieb:
    > Ich habe damals sehr
    >
    intensiv recherchiert und mich auch durch die ganzen
    >
    Gesetzestexte geackert.

    Dann wirst du sicher gemerkt haben, daß deine Ausführungen nur für AGB gelten. Bei normalen Privatkäufen gibt es keine AGB. Und genau dort kann jegliche Gewährleistung nach BGB ausgeschlossen werden - und zwar wirksam. Der Beitrag von Teltarif ist diesbezüglich absolut in Ordnung.
  • 18.01.2013 14:24
    karstenschilder antwortet auf ippel
    Da irrst du dich.

    "Wenn ein Gewährleistungsausschluss mehrfach verwendet wird (es genügt bereits eine zwei- oder dreimalige Anwendung) handelt es sich um eine sog. Allgemeine Geschäftsbedingung. Dabei spielt es keine Rolle, dass Sie als privater Verkäufer auftreten. Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB) werden allgemein definiert als vorformulierte Regelungen, welche für eine Vielzahl von Verträgen verwendet werden (§ 305 BGB)."

    Und da in AGB der Ausschluss der Gewährleistung bei einem Verkauf an Verbraucher nicht zulässig ist, egal ob neu oder gebraucht, ist die ganze Klausel unwirksam und die gesetzliche Frist für Sachmängelhaftung gilt.
  • 18.01.2013 15:48
    ippel antwortet auf karstenschilder
    Benutzer karstenschilder schrieb:
    > Und da in AGB der Ausschluss der Gewährleistung bei einem
    >
    Verkauf an Verbraucher nicht zulässig ist,

    Noch mal. Ich spreche von einer Privatperson, die hin und wieder einmal einige Sachen aus ihrem Hausrat oder was auch immer bei Ebay und Co. verkauft, so wie es Millionen von Menschen tun. Diese Person kann absolut wirksam eine Gewährleistung ausschließen. Und genau dies hat Teltarif vollkommen zutreffend beschrieben.
  • 19.01.2013 22:36
    karstenschilder antwortet auf ippel
    Hast du den von mir zitierten Text überhaupt durchgelesen?

    Gerade die Stelle "es genügt bereits eine zwei- oder dreimalige Anwendung" ist schnell erreicht, auch bei Privatverkäufern.
  • 20.01.2013 05:48
    ippel antwortet auf karstenschilder
    Benutzer karstenschilder schrieb:
    > Gerade die Stelle "es genügt bereits eine zwei- oder dreimalige
    >
    Anwendung" ist schnell erreicht, auch bei Privatverkäufern.

    Anders als du glaubend machen willst, ist nicht nur die Anzahl, sondern auch der zeitliche Abstand der Verwendung und andere Umstände maßgebend.

    Ein Ottonormal-Ebayer, der hin und wieder ein paar ausrangierte Dinge verkauft, braucht sich darüber keine Gedanken zu machen.

    Aber dir steht es natürlich frei, vor Gericht zu klagen. Es ist ja nicht mein Geld. Denn was du verschweigst: Das AGB-Gesetz gibt es bereits Ewigkeiten. Die geänderte Gewährleistungsregelung bereits viele Jahre. Kein Gericht ist bisher deiner Auffassung gefolgt. Wen wundert's.