Diskussionsforum
Menü

Hinweis auf wirklich freie Lösungen


19.08.2012 14:33 - Gestartet von mtb2003
Ich möchte die Aufmerksamkeit auf OpenStreetMap (sic, im folgenden kurz OSM) basierte Lösungen richten. Wie Du schon richtig erkannt hast, ist das Entscheidende bei der Navigation das Kartenmaterial. Die Anfangskosten sind dabei nicht so wichtig, sondern die Kosten für Kartenupdates, und da langen alle Anbieter (es gibt letztlich nur 2 oder 3 echte Anbieter) typischerweise kräftig zu.
Bei vielen proprietären Geräten gibt es irgendwann gar keine Updatemöglichkeit mehr.

Den Fehler, der Dir mit Naviki zwischen Eisenach und Weimar passiert ist (vorausgesetzt die OSM Daten waren die Basis und nicht doch etwas Anderes) hättest Du gleich an OpenStreetMap berichten sollen oder gleich selbst beheben können, das macht Spass und hilft allen.

Nach meiner Erfahrung ist aber die OSM zumindest in Deutschland schon so fantastisch gut, daß man sie gerade zur Radnavigation schon sehr gut verwenden kann. Ich wage die Prognose, daß sich in den nächsten 3-5 Jahren in D mit proprietären Karten kein Geld mehr verdienen läßt -- außer um im Käfig gefangene Kunden mit alten, teuren Endgeräten zu melken.

Zum Planen der Tracks möchte ich als erstes auf OpenRouteService.org hinweisen. Das funktioniert noch längst nicht perfekt, ist aber was auf individuelle Bedürfnisse ausgelegte Navigation angeht m.M. nach die Zukunft. In OpenStreetMap sind die Wegeigenschaften z.B. 'Asphalt' zuverlässig hinterlegt (ansonsten ist es ein tagging Fehler).

Smartphone im Rucksack, angesagte Abbiegehinweise: sorry, das halte ich für völlig illusorisch. Es kommt praktisch immer vor daß man irgendwann den geplanten Track verläßt, und dann braucht man den Blick auf die Karte. Es muß ein sturzfestes, wasserdichtes Outdoorgerät an den Lenker. Hier habe ich gute Erfahrungen mit den (zugegeben teuren) Geräten von Garmin gemacht. Das Kartenformat ist zwar nicht komplett öffentlich, aber es gibt die ausgereifte, freie mkgmap Software, um OSM jederzeit aktuell auf das Gerät zu bringen, und zwar weltweit! Ich möchte hierzu auf die exzellenten von Thorsten Kukuk aktuell gehaltenen Karten verweisen: http://osm.thkukuk.de , alternativ auch http://openmtbmap.org/ .
Mit der Routingfunktion auf dem Endgerät kann man sich dann auch bis etwa 40km (je nach Kartendichte) schön routen lassen, etwa zum nächsten Radladen oder zum nächsten Biergarten. Alles natürlich offline ohne teure Datenverbindung (die in der Pampa oft gar nicht funktionieren würde).

Für Smartphone hört man Gutes über osmand.net, eine komplett freie Softwarelösung für Android, auch mit on- und offline-Funktionalität.
Menü
[1] Valr antwortet auf mtb2003
20.08.2012 07:16
Smartphone kommt auch nicht in Rucksack sondern in Rückentasche, und je nach Straßenbelag kann man dann auch schon mal während der Fahrt nachschauen ob man noch auf der Strecke ist.

Problematisch bleibt aber bei Aktivem GPS der Akku, anfangs hab ich GPS nur angemacht wenn man es braucht (nämlich an den Fraglichen ecken) aber mit so einen Ersatzakku- hält es wirklich den ganzen Tag. Ich benutze eine Variante mit Solarzelle die mir das Gefühl gibt Öko zu fahren (was aber nicht stimmt, das aufladen durch die Solarzelle ist fast gleich 0)

Ich bin jetzt in 3 Jahren 3 Urlaubstouren so gefahren und bin damit zufrieden; wobei man natürlich auch sagen muss das ich mich absichtlich mehr auf Bundesstraßen halte um a) diese Navi Problem von vorne rein zum umgehen (50-80km der Ausschilderung folgen ist immer noch am leichtesten!) und b) man auf Bundesstraßen einfach besseren Straßenbelag hat. (Bei Strecken über 200km merkt man den Unterschied dramatisch)

Zu den Apps: Für die Berechnung empfehlen ich auch den schon erwähnten OpenRouteService; Als App nutze ich dann AlpineQuest (kostenpflichtig) wegen der Offline-Kartenansicht. Insbesondere erlaubt es mir verschiedene Karten zu speichern so kann ich von dem OSM Render (OpenCycleMaps) mit Radwegen und Höhenlinie zur "normalen" Straßenansicht (Mapnik) hin und her schalten je nachdem welchen Detail-Grad ich gerade benötige.
Und am Ende hab ich noch keine App mit besseren Statistiken über die dann tatsächlich gefahrene Strecke gefunden.
Menü
[1.1] getodavid antwortet auf Valr
20.08.2012 13:19
Benutzer Valr schrieb:
Smartphone kommt auch nicht in Rucksack sondern in Rückentasche, und je nach Straßenbelag kann man dann auch schon mal während der Fahrt nachschauen ob man noch auf der Strecke ist.

Habe mir für unter 10 Euro als Chinaimport eine Lenkradhalterung samt passender Halteschalte gegönnt. Möchte ich nicht mehr hergeben.

Problematisch bleibt aber bei Aktivem GPS der Akku

GPS braucht sehr wenig Akku. Hatte GPS früher um Strom zu sparen immer deaktiviert, seit einiger Zeit habe ich es auf meinem Galaxy SII gründsätzlich daueraktiviert weil es mir zu lange dauert bis es nach langer Deaktivierung den Satelitten findet. Der Einfluss auf die Akkulaufzeit ist vernachlässigbar gering. Was den Strom frisst ist das Display - und gerade das hat man wenn man mit Karten auf dem Fahhrad navigiert gerne mal an. Touren deshalb nur noch mit seperatem Akkupack.
Menü
[1.2] Akku Problem
tosho antwortet auf Valr
23.08.2012 21:30
Benutzer Valr schrieb:

Problematisch bleibt aber bei Aktivem GPS der Akku, anfangs hab ich GPS nur angemacht wenn man es braucht (nämlich an den Fraglichen ecken) aber mit so einen Ersatzakku- hält es wirklich den ganzen Tag.

Alternativ oder zusätzlich kann man den GPS-Teil auch von einem Bluetooth GPS-Logger übernehmen lassen. Das schont den Akku enorm, wenn man das Display ausschaltet, ist wesentlich empfindlicher als mein mieses Galaxy S GPS, läuft zwei volle Tage mit einer Akkuladung durch (Nachts schalte ich's dann aus). Zusätzlich kann ich's noch zur Speed-Messung beim Windsurfen benutzen ohne Angst um mein teures Handy zu haben.

Zusätzlicher Vorteil: Auch wenn ich nicht navigiere läuft das Teil, und zu Hause kann ich meine Photos Geo-lokalisieren. Ich habe seit über einem Jahr ein Wintec WBT-201 und bin sehr zufrieden damit.
Menü
[2] sschober antwortet auf mtb2003
23.08.2012 09:51
Hallo,
ich kann den Aussagen von mtb123 nur zustimmen. Der Autor des interessanten Artikels kommt zu Schlussfolgerungen (Outdoornavis überzeugen nicht), die mich nicht überzeugen. Die Ausführungen legen einige Einschränkungen nahe. So wird mit einem Reiserad mit Packtaschen und entsprechend Stauraum hauptsächlich auf mit Asphalt belegten Starssen gefahren. Eine Routenführung über Feld- und Waldwege macht dem Autor keinen Spass.
Die Tourbeschreibung legt nahe, dass eine Strassennavigation mit Routenführung funktioniert. Das Reiserad bietet darüber hinaus die Möglichkeit zusätzliche Akkupacks u.ä. mitzunehmen.
Wenn ich hingegen mit meinem MTB unterwegs bin sollen die Wege bewusst frei von jeglichem Asphalt sein. Die Regionen in denen ich mich aufhalte sind häufig genug auch frei von Mobilfunknetzen. Alles was an Ausrüstung mitgeführt wird, muss im Rucksack transportiert werden. Da schaut der Radler wirklich sehr genau, was er sich an Gewicht und Stauraum zumuten kann. Ist es der Akkupack, oder doch lieber der Ersatzschlauch?
Damit fallen für diesen Anwendungsfall alle Navigationslösungen aus, die auf Internetverbindungen angewiesen sind und die dem Smartphone Energie rauben! Ich benötige mein Telefon im Zweifelsfall (bei vorhandenem Netz) um Hilfe rufen zu können. Wenn dann der Akku dank ausgiebiger Navigation zu früh schlapp macht, ...
Als Fazit steht für mich, dass in meinem Anwendungsfall - und nur darauf beziehe ich mich - ein Smartphone als Navigationsgerät nicht überzeugt. Für mich kommt nur ein Outdoornavi in Frage. Dabei nutze ich ebenfalls ein Garmin mit der Garmin Transalpin Karte. In Gegenden, die diese nicht abdeckt, nutze ich OSM Kartenmaterial, bevorzugt von openmtbmap.org.

Just my 5ct, your mileage maz varz ...
Stefan
Menü
[2.1] telekomflüchtling antwortet auf sschober
23.08.2012 11:01
Ich nutze mein Galaxy S (1) für die Orientierung auf dem Fahrrad mit oruxmaps. Die Touren stecke ich am PC ab oder nutze Tracks aus dem Internet. oruxmaps verfügt über einen Routenalarm, der beim Abweichen vom Track Alarm gibt.
Das Galaxy habe ich mittels Halterung (Richter-System) am Lenker befestigt. Stromversorgung über den internen Akku des Androiden, zur Unterstützung habe ich eine Powerbank, die mit an den Lenker gehängt werden kann oder über eine Ladeschale den Zweitakku lädt.
"Richtige" Navigation ist (mit meinen Apps) auch möglich über Navdroyd oder Navfree, allerdings nicht überzeugend, weil beide nur über Auto- oder nur Fußgängermodus aber eben nicht über eine Radlernavigation verfügen.
Menü
[2.1.1] sschober antwortet auf telekomflüchtling
26.08.2012 05:56
was im Rahmen dieser Diskussion ebenfalls nicht unberücksichtigt bleiben sollte, ist die Qualität der GPS-Empfänger. Auch wenn erkennbar ist, dass die Qualität des GPS-Empfangs von Smartphones von Jahr zu Jahr besser wird, ist sie mit den Fähigkeiten aktueller Spezialisten (reinrassige Outdoor Navis) dennoch nicht vergleichbar. Ich habe schon einige MTB-Touren unternommen, bei denen zu Vergleichszwecken der GPS-Tracker im Smartphone mitlief. Der Track vom Garmin war vollständig, wohingegen derjenige aus dem Smartphone Lücken aufwies, die auf Abriss des GPS Empfangs hindeuten. In schwierigen Empfangsverhältnissen ist ein reinrassiges Navi objektiv besser.
Das merkt man schon an der Zeit, die es benötigt bis die jeweiligen Geräte ihren ersten Fix ermitteln. Obwohl das Smartphone mit Mobilfunk-Auswertung und WLAN-Unterstützung die Geoposition schon gut eingrenzen kann und damit die GPS-Ortung unterstützen könnte (ich weiß nicht, ob das tatsächlich genutzt wird), benötigt es messbar länger, bis die 1. Position zur Verfügung steht.

Maw - ich bleibe bei meiner Bevorzugung "echter" Outdoornavis ggü. Smartphones für meine Anwendungsfälle.

Just my 5 ct,
your mileage may vary.

Stefan