Diskussionsforum
  • 17.10.2012 18:17
    spaghettimonster schreibt

    FTD zu O2s Börsengang

    "O2 geht mit Hypothek an die Börse

    O2, die deutsche Mobilfunktochter des Telefónica-Konzerns, muss nach dem IPO wegen jahrelanger Verluste auf Sicht keine Steuern zahlen. Investoren stellen daher kritische Fragen.

    Der vor dem Börsengang stehende Mobilfunkanbieter O2 hat in den vergangenen Jahren einen so großen Verlust angehäuft, dass er wohl auf Jahre keine Steuern zahlen muss. Der Fehlbetrag des Börsenaspiranten liegt bei 11 Mrd. Euro. Das geht aus dem am Dienstagabend veröffentlichten Börsenprospekt hervor. Über Verlustvorträge kann diese Summe mit künftigen Gewinnen verrechnet werden.

    Das Management der Telefónica-Tochter gehe davon aus, dass bis einschließlich 2015 gar keine Steuern gezahlt werden müssten, sagte eine mit den Vorbereitungen für den Börsengang vertraute Person. Danach werde nur ein geringer Steuersatz fällig.

    Vor dem für den 30. Oktober geplanten Börsengang mehren sich die Fragen. Schließlich will die spanische Mutter eine hohe Hürde nehmen - sie peilt den größten deutschen Börsengang seit fünf Jahren an, mit dem bis zu 1,7 Mrd. Euro eingenommen werden sollen. Deren Zweck ist aber in erster Linie, den Schuldenberg des spanischen Mobilfunkkonzerns in Höhe von 57 Mrd. Euro ein wenig abzutragen.

    Entsprechend kritisch zeigen sich die Analysten: 'Die Kernfragen sind: Was ist die Strategie im Festnetzgeschäft, und welche Investitionen muss O2 in den Ausbau seiner Netze stecken?', sagte ein angelsächsischer Investor der FTD und stellte auch die versprochene Dividende von 500 Mio. Euro im nächsten Jahr infrage. 'Wenn der frei verfügbare Cashflow bei 600 Mio. Euro liegt, ist die erwartete Dividende nicht sehr gut abgedeckt', sagte der Investor.

    Sorgen bereiten den Investoren auch die hohen Investitionen, die auf O2 zukommen und deren Höhe noch unklar ist. O2 betreibt das drittgrößte Mobilfunknetz Deutschlands. Beim schnellen LTE-Standard hinkt der Mobilfunker der Konkurrenz hinterher. Zudem muss O2 ablaufende Lizenzen erneuern: '2016 laufen Lizenzen aus, für die O2 mehrere Hundert Millionen Euro investieren muss', sagte ein Fondsmanager. Auch Anlass zur Sorge gebe der Kundenverlust. Im Festnetz habe O2 im ersten Halbjahr 2012 rund 95.000 Kunden verloren.

    Die neuen O2-Aktien sollen zwischen 5,25 und 6,50 Euro kosten. Bis zum Ende der Zeichnungsfrist am 29. Oktober können Investoren 225 Millionen Namensaktien kaufen. Zudem stellt Telefónica 33,75 Millionen Namensaktien für Mehrzuteilungen zur Verfügung.

    Bei einem erfolgreichen Börsengang wäre O2 rund 6,6 Mrd. Euro wert und mit Unternehmen wie Freenet oder United Internet vergleichbar. Ursprünglich strebte der Konzern eine Bewertung von 7,5 Mrd. Euro an, sagte ein Insider vor zwei Wochen. Somit hätte der Konzern seine Erwartungen bereits in kurzer Zeit deutlich gesenkt.

    (...)"

    Quelle: https://www.ftd.de/it-medien/it-telekommunikation/:telefonica-tochter-o2-geht-mit-hypothek-an-die-boerse/70105397.html