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Asien != China!!!


24.01.2012 19:14 - Gestartet von 602sl
Der Artikel verdreht am Ende die Wahrheit.

Es ist richtig, dass Samsung Geräte auch in Asien gebaut werden. Samsung ist schließlich ein koreanisches Unternehmen. Allerdings sind sowohl mein Samsung Galaxy S als auch mein Galaxy TAB im Heimatland hergestellt, also "Made in Korea".

Korea ist im Gegensatz zu China keine kommunistische Diktatur ebenso wenig wie Japan. Das Lohnniveau in beiden Ländern ist mit dem in D oder USA vergleichbar.

Man sollte hier also schon genau differenzieren, woher in Asien ein Gerät stammt.

Apple's Politik der Fertigung in China ist also nicht mit der von Samsung vergleichbar. Vielmehr verrät Apple sein Heimatland und die dortigen Arbeiter zugunsten günstigerer Einkaufbedingungen.

Das wäre so, als wenn Mercedes seine Autos nurmehr in China fertigen würde.

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[1] spunk_ antwortet auf 602sl
24.01.2012 20:15
Benutzer 602sl schrieb:

Das wäre so, als wenn Mercedes seine Autos nurmehr in China fertigen würde.

Montage oder Herstellung der Einzelteile?


der Fachbegriff lautet Fertigungstiefe (und BWL-Studenten kennen sicher noch mehr dieser Worte)


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[1.1] 602sl antwortet auf spunk_
24.01.2012 23:44
Benutzer spunk_ schrieb:


Montage oder Herstellung der Einzelteile?


der Fachbegriff lautet Fertigungstiefe (und BWL-Studenten kennen sicher noch mehr dieser Worte)




Montage natürlich. Übrigens geht es gar nicht mal darum, dass bestimmte Produkte woanders montiert werden. Es geht eher darum, dass Unternehmen ihre gesamte Produktion, in diesem Fall wohl Montage, in Billiglohnländern (=z.B. China) erledigen lassen. Im Heimatland bleibt nur der Vorstand und ggf. das Marketing. Selbst F&E wird in Billiglohnländer verfrachtet. Das kann auf die Dauer für unsere Volkswirtschaften nicht gutgehen.

Natürlich spielt m.E. für die wirtschafts-ethische (ja, das gibt es!) Betrachtung auch die geogrphische Nähe zur Fertigungsstätte eine Rolle. Z.B. wäre eine Fertigung in Mexico für ein US Unternehmen eher akzeptabel als in China.

Apple beutet im großen Stil dieses Gefälle zu seinen Gunsten aus. Die Produktion sowie F&E sind in China zu in USA oder Europa völlig undenkbaren Bedingungen. Letztendlich werden nur massive Ausgleichszölle das Problem lösen, quasi als Ausgleich für eingesparte Sozialabgaben und Lohnkosten. Ansonsten wird es wohl 10-20 Jahre dauern bis ein marktwirtschaftliche Anpassung vollzogen wird.

Vor 25 Jahren konnte man Stolz auf Apple sein (Apple II - Made in Cupertino), heute ziehe ich aus Prinzip kein Apple Gerät mehr in Betracht - auch aus diesen ethischen Gründen.
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[2] koelli antwortet auf 602sl
24.01.2012 21:26
Benutzer 602sl schrieb:
Es ist richtig, dass Samsung Geräte auch in Asien gebaut werden. Samsung ist schließlich ein koreanisches Unternehmen. Allerdings sind sowohl mein Samsung Galaxy S als auch mein Galaxy TAB im Heimatland hergestellt, also "Made in Korea".

Dagegen sind sowohl meine Samsung Stereoanlage und sogar die Samsung Waschmaschine!!! aus China.

Es ist also offenbar billiger, eine 70 Kilo schwere Waschmaschine aus China per Schiff herzukarren, als sie wenigstens in Osteuropa zu bauen - Fernseher kommen doch auch alle aus Tchechien oder Polen, warum dann nicht die Waschmaschine?
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[2.1] SoloSeven antwortet auf koelli
24.01.2012 22:01
Benutzer koelli schrieb:
Es ist also offenbar billiger, eine 70 Kilo schwere Waschmaschine aus China per Schiff herzukarren, als sie wenigstens in Osteuropa zu bauen - Fernseher kommen doch auch alle aus Tchechien oder Polen, warum dann nicht die Waschmaschine?

Weil Osteuropäer zu gross sind, um die Waschmaschine zu testen. Die üchternen Chinesen machen die Endkontrolle in der laufenden Trommel. Da hält so eine Waschmaschine doch viel länger, als die Wertarbeit von aussen, unter Wodkaeinfluss.
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[2.2] Kai Petzke antwortet auf koelli
24.01.2012 22:32
Benutzer koelli schrieb:

Fernseher kommen doch auch alle aus Tchechien oder Polen, warum dann nicht die Waschmaschine?

Das hängt vermutlich mit Zöllen zusammen; Auf Unterhaltungselektronik, und dazu gehören Fernseher, gibt es in der EU recht hohe Importzölle, auf Displays, Elektronikboards, Computer, Laptops usw. hingegen keine Zölle oder geringere. Also wird der Fernseher halt von Fernost aus als "Baukasten" nach Polen geliefert, dort zusammengeschraubt, und schon hat man den hohen Zoll für Unterhaltungselektronik gespart.

Für Handys hatten EU-Politiker übrigens höhere Importzölle vorgeschlagen, je mehr Multimedia-Features diese haben: https://www.teltarif.de/arch/2009/kw07/...
Ob diese auch eingeführt wurden, entzieht sich meiner Kenntnis.


Kai
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[2.2.1] cf antwortet auf Kai Petzke
24.01.2012 23:12
Benutzer Kai Petzke schrieb:
Für Handys hatten EU-Politiker übrigens höhere Importzölle vorgeschlagen, je mehr Multimedia-Features diese haben:
https://www.teltarif.de/arch/2009/kw07/... Ob diese auch eingeführt wurden, entzieht sich meiner Kenntnis.


Kai

Nein, Handys aller Art - ob strohdumm oder multimedia - sind nicht mit Einfuhrzoll belegt.

Chris
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[2.2.2] koelli antwortet auf Kai Petzke
25.01.2012 22:57
Benutzer Kai Petzke schrieb:
Benutzer koelli schrieb:

Fernseher kommen doch auch alle aus Tchechien oder Polen, warum dann nicht die Waschmaschine?

Das hängt vermutlich mit Zöllen zusammen; Auf Unterhaltungselektronik, und dazu gehören Fernseher, gibt es in der EU recht hohe Importzölle

Dann frage ich mich, warum die EU nur die Fernseher mit Strafzöllen belegt hat und alle andere Unterhaltungselektronik nicht. Wo ist da die Logik?
Außerdem scheint der Zoll auch nur für große Fernseher zu gelten. Denn auf einem kleinen LCD bei Saturn stand wieder "Made in China" drauf.
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[2.2.2.1] myselfme antwortet auf koelli
25.01.2012 23:20

Dann frage ich mich, warum die EU nur die Fernseher mit Strafzöllen belegt hat und alle andere Unterhaltungselektronik nicht. Wo ist da die Logik?

Frag nicht ! Sonst schwant Dir noch Böses weil Hundefutter mit 7 und Medikamente mit 19 % MwSt berechnet werden.
Oder warum Du nach 15 Jahren wegen Totschlag eine Resozialisierung bezahlt bekommst und 15 Jahre nach Führerscheinentzug ne MPU machen musst.
Oder warum der Bus Mineralölsteuer zahlen muss und das Flugzeug nicht...
Ist halt alles historisch gewachsen (und damit unveränderbar).
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[2.2.2.1.1] Steuer- und Zollgesetze
Kai Petzke antwortet auf myselfme
26.01.2012 15:36
Benutzer myselfme schrieb:

Frag nicht ! Sonst schwant Dir noch Böses weil Hundefutter mit 7 und Medikamente mit 19 % MwSt berechnet werden.

Dafür sind Arztleistungen, Wohnungsumieten und Börsenumsätze sogar mehrwertsteuerfrei.

Ist halt alles historisch gewachsen (und damit unveränderbar).

Als "unveränderbar" würde ich Zoll- und Steuergesetze nicht bezeichnen. Im Gegenteil: Wir haben bei Steuern, Sozialversicherung und Zöllen gerade deswegen so viel Chaos, weil die Politiker mit Herzenslust da dran rumschrauben. Eines der bekanntesten Beispiele der letzten Zeit ist die von der FDP durchgedrückte Senkung der Mehrwertsteuer für Hotelübernachtungen von 19 auf 7%.

(So gut wie) Unveränderbar ist hingegen das Chaos: Wagt sich nämlich ein Politiker daran, in einem durch abertausende Detailregelungen komplett undurchsichtig gewordenen Bereich mal wieder aufzuräumen, werden ihm die vermeintlichen oder tatsächlichen Nachteile der Einheitsregeln auf Jahrzehnte hinaus nachgetragen, während die Vorteile schnell vergessen werden. Das sicher mit Abstand prominenteste Beispiel hierfür ist Schröder und ALG II/Hartz IV als Nachfolger von Arbeitslosenhilfe und Sozialhilfe.

Selten, ganz selten, gelingt es gar, ein unnötiges Gesatz ersatz- und rückstandslos abzuschaffen. So wie zum 25. Juli 2001 das Rabattgesetz.

Aktuell bietet es sich an, die Stromsteuer ersatzlos zu streichen. Zum einen ist der Strompreis in den letzten Jahren durch steigende EEG-Umlagen zur Förderung der Einspeisung erneuerbarer Energien stark gestiegen, so dass eine zusätzliche Öko-Abgabe auf Strom nicht mehr zeitgemäß ist. Zum anderen würden vom Wegfall der Stromsteuer auch die Bezieher "unterer und mittlerer Einkommen" profitieren, also die Bevölkerungsgruppe, die die Union bei der geplanten Steuerreform besonders entlasten möchte. In den Ausführungsbestimmungen zur Abschaffung der Stromsteuer könnte festgelegt werden, dass Stromversorger, die sich in den AGB die Umlage von Steuersteigerungen auf den Strompreis vorenthalten (also so gut wie alle), gezwungen sind, die Stromsteuersenkung an die Kunden weiterzugeben, und Abschlagszahlungen unverzüglich anzupassen bzw. Jahres-Vorauszahlungen anteilig zurückzuzahlen sind. Die Stromsteuer-Abschaffung käme also unmittelbar in den Geldbeuteln der Bürger an!

Aber wahrscheinlich findet die Union einen viel "besseren" Weg, durch Änderungen an fünf Steuergesetzen und zehn neue Sonderregeln die von ihr gewünschte "Entlastung des kleinen Mannes" zu bewirken.

Aber sorry, ich komme vom Thema Telekommunikation ab ...


Kai
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[2.2.2.1.1.1] koelli antwortet auf Kai Petzke
26.01.2012 18:38
Benutzer Kai Petzke schrieb:
Dafür sind Arztleistungen, Wohnungsumieten und Börsenumsätze sogar mehrwertsteuerfrei.

Wenn Arztleistungen steuerfrei sind: Warum muss man dann "glatte" 10 Euro Praxisgebühr zahlen und nicht 8,10 Euro? (10 Euro -19%).
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[2.2.2.1.1.1.1] Kai Petzke antwortet auf koelli
26.01.2012 18:51
Benutzer koelli schrieb:

Wenn Arztleistungen steuerfrei sind: Warum muss man dann "glatte" 10 Euro Praxisgebühr zahlen und nicht 8,10 Euro? (10 Euro -19%).

Weil in dem Fall, dass es Mehrwertsteuer auf Arztleistungen gäbe, Sie nicht 10 Euro zahlen müssten, sondern 11,90 Euro.

Mit derselben Logik können Sie auch fragen, warum eine Zeitschrift 5,90 Euro kostet, und nicht 5,30 Euro und einen halben Cent, die man erhält, wenn man zunächst 19% Mehrwertsteuer abzieht (das geht, BTW, indem man 5,90 durch 1,19 teilt) und dann wieder 7% Mehrwertsteuer für Printprodukte addiert.


Kai
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[2.2.2.1.1.1.2] SoloSeven antwortet auf koelli
26.01.2012 20:14
Benutzer koelli schrieb:
Wenn Arztleistungen steuerfrei sind: Warum muss man dann "glatte" 10 Euro Praxisgebühr zahlen und nicht 8,10 Euro? (10 Euro -19%).

Bei den 10 Euro spielt doch die Mehrwertsteuer keine Rolle. Hier wurde von unseren kompetenten Machthabern wieder einmal mit spitzer Feder gerechnet und knallhart kalkuliert.
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[2.2.2.1.1.2] Telly antwortet auf Kai Petzke
26.01.2012 18:57
Ist halt alles historisch gewachsen (und damit unveränderbar).

Als "unveränderbar" würde ich Zoll- und Steuergesetze nicht bezeichnen.

Er meinte doch nur "alternativlos" ;-)

Aber wahrscheinlich findet die Union einen viel "besseren" Weg, durch Änderungen an fünf Steuergesetzen und zehn neue Sonderregeln die von ihr gewünschte "Entlastung des kleinen Mannes" zu bewirken.

Dein Weg gefällt mir auch besser!

Aber sorry, ich komme vom Thema Telekommunikation ab ...


Kai

Ja, das dachte ich auch beim Lesen ;-)

Telly