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Die "bösen" Blitzer


01.01.2012 22:21 - Gestartet von rainbow
"Natürlich möchte jeder Autofahrer gerne vor mobilen oder fest installierten Blitzern gewarnt werden."
Wirklich? Wer sich gewohnheitsmäßig - so z.B. wie er auch nicht stiehlt - an die jeweils vorgegebene Geschwindigkeit hält, braucht doch keine "bösen" Blitzer zu fürchten. Selbst die geldgierigsten Stadtverwaltungen sind machtlos gegen einen solchen Fahrer.
Tragen nicht Warngeräte und Rundfunkstationen mit ihren Blitzermeldungen dazu bei, dass Raser an der bezeichneten Stelle mal für 300 Meter Gesetzestreue heucheln, um danach wieder "extraflott" unterwegs zu sein?
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[1] telekomflüchtling antwortet auf rainbow
19.11.2012 23:11
"Natürlich möchte jeder Autofahrer gerne vor mobilen oder fest installierten Blitzern gewarnt werden."
Wirklich?
JA WIRKLICH!!! JEDER!!!
So wie man sich nicht freiwillig selbst mit dem Hammer auf den Daumen schlägt (was aber dann doch mal passiert) will man auch nicht den elektronischen Wegelagerern der Stadtverwaltungen in die Hände fallen. Und das gilt auch für die, die -ich will das mal so glauben- nie schneller als erlaubt fahren. Die bremsen nämlich kurz vor der Messstelle bei erlaubten 50 noch mal von 45 auf 30 runter: Sicher ist sicher!

Ach ja, das gewohnheitsmäßige Stehlen: Da empfehle ich doch mal den Besuch des örtlichen Amtsgerichtes zu entsprechenden Verhandlungen. Da wird der geneigte Betrachter sehr schnell feststellen, dass es beim Stehlen im Gegensatz zum Übertreten der Geschwindigkeit erst mal gar nichts gibt: Einstellung der Verfahren. Wiederholungstäter werden mit Rabatt belohnt: Gesamtstrafenbildung / Einstellung unwesentlicher Nebenstraftaten. Also der Vergleich mit den Dieben hinkt, denn wer mehrfach zu schnell fährt, bekommt ein erhöhtes Bussgeld.

Da fragt man sich natürlich, warum das Verwaltungsunrecht so restriktiv verfolgt wird und man im Strafrecht so zögerlich ist. Die Antwort ist einfach: Bussgelder sind fest eingeplante Haushaltsposten. Und so sind die Blitzer auch aufgestellt: Da wo sie am meisten Geld einspielen. Fatalerweise manchmal in direkter Nachbarschaft zu einem Standort, wo sie wirklich der Erhöhung der Verkehrssicherheit hätten dienen können. Vor ca. 2 Jahren ist in meiner Nachbarschaft ein wunderschöner TraffiTower aufgestellt worden. Wäre er nach Gesichtspunkten der Verkehrssicherheit installiert worden, hätte er 50m von seiner jetzigen Position entfernt sowohl Geschwindigkeit als auch einen ampelgeregelten Fußgängerüberweg überwachen können. Der Überweg gehört zum Schulweg einer Grundschule. Auf dem Überweg hatte es in der Vergangenheit mehrere Kinder erwischt, die durch Autofahrer, die das Rotlicht missachtet hatten, schwer verletzt wurden.
Jetzt blitzt er dort, wo er sich cameliongleich am Straßenrand verstecken aber nicht den Weg der Schulkinder überwachen kann. Wie gesagt, ein Haushaltsposten.

Und so schließt sich der Kreis. Niemand lässt sich gerne zur monetären Melkkuh degradieren. Deshalb möchte er auch gewarnt werden, wenn ihm jemand in die Tasche fassen will. Zur Beruhigung muss auch gesagt werden, dass die Blitzer nicht "böse" sind. Es sind geist- und seelenlose Apparate, die niemanden etwas tun. Die Bösen sitzen ganz wo anders ...