Diskussionsforum
  • 19.12.2011 14:45
    einmal geändert am 19.12.2011 14:47
    Telly schreibt

    Wer hat denn die Wahl?

    > Obwohl mit Kabel, Satellit und Mobilfunk einige Alternativen zum DSL-Anschluss verfügbar sind, bleibt DSL mit 82 Prozent die am häufigsten genutzte Zugangsart.

    Diese Aussage suggeriert, als hätte die Mehrzahl der Nutzer die Qual der Wahl der Internetzugangsmöglichkeit.

    Fakt ist jedoch, dass Internetnutzer nur das nutzen können, was vor Ort auch angeboten wird. Und wer da einen DSL-Anschluss hat, wird in den meisten Fällen auch dort bleiben, weil es die am wenigsten störanfälligste Zugangsart ist.

    Genauso "sicher" ist allenfalls ein Kabelanschluss. Dieser steht aber erst recht vielen Menschen - insbesondere auf dem Land - nicht zur Verfügung.

    SAT und Mobilfunk sowie auch WiMAX (wozu zählt man eigentlich LTE? - Mobilfunk würd ich sagen - kommt aber im Bericht nicht rüber) sind allenfalls Notlösungen, die man sich doch nur nimmt, wenn DSL und Kabel nicht verfügbar ist.

    Telly
  • 19.12.2011 19:06
    einmal geändert am 19.12.2011 19:10
    SpaceRat antwortet auf Telly
    Benutzer Telly schrieb:
    > > Obwohl mit Kabel, Satellit und Mobilfunk einige Alternativen
    > >
    zum DSL-Anschluss verfügbar sind, bleibt DSL mit 82 Prozent
    > >
    die am häufigsten genutzte Zugangsart.
    > Diese Aussage suggeriert, als hätte die Mehrzahl der Nutzer > die Qual der Wahl der Internetzugangsmöglichkeit.
    Hat sie auch.
    Kabelhaushalte (anschließbare Haushalte):
    8,7 Mio UM
    3,6 Mio KabelBW
    15,3 Mio Kabel Deutschland

    Damit kommen wir in Summe auf mehr als 27,6 Mio Haushalte, die ans Kabelnetz angeschlossen sind oder anschließbar wären. "Mehr", weil da noch weitere kleinere Anbieter dazu kommen.

    Insgesamt hatten wir in Deutschland in 2006 39,77 Mio Haushalte, somit sind >>69% der Haushalte ans Kabelnetz anschließbar.

    Da fast jeder Haushalt zumindest irgendein DSL - und sei es light oder ultralight - kriegen kann, hat ergo auch die große Mehrheit der Bevölkerung - nämlich >>69% - zumindest die Wahl zwischen DSL und Kabel/DOCSIS.

    Bei UMTS liegen die Zahlen noch höher, Vodafone erreicht 95% der Bevölkerung mit UMTS, 80% gar mit HDSPA/HSUPA, T-Mobile 80% und o2 72%.

    Sat sollte für 99% (abzgl. einiger weniger, die keine Sicht auf den Satelliten haben) der Bevölkerung verfügbar sein, Vorschriften von Vermietern mal außen vor.

    Mind. 95% (Wenn die 80% von T-Mobile und die 72% von o2 reine Teilmengen der 95% von Vodafone sind, ansonsten mehr) der Bevölkerung haben also die Wahl zwischen mindestens drei Zugangstechniken (DSL, UMTS und Sat). Selbst bei "ungünstiger" Verteilung der 69% für Kabel sollten es bei weit mehr als der Hälfte - eher 2/3 - sogar vier sein, also DSL, Sat, UMTS und Kabel.

    Ich habe übrigens auch die Wahl:
    1. DOCSIS3: Unitymedia mit bis zu 128/5 MBit/s
    2. DSL: Telekom, NetAachen, Vodafone oder o2 sowie Reseller: DSL 16000
    3. UMTS: Vodafone mit 3G HSDPA 3,6 MBit/s; T-Mobile 3G/UMTS/HSPA 7,2 MBit/s; o2 3G/UMTS/HSPA 7,2 MBit/s
    4. Sat

    Ich habe mich für Kabel entschieden, weil's die schnellste ist. DSL ist ohne massiven Ausbau ausgeschöpft.
  • 19.12.2011 19:30
    Telly antwortet auf SpaceRat
    Wirklich ein schöner Beitrag!

    Weil Du Dir soviel Mühe gemacht hast, will ich Dir jetzt nur noch sagen, warum ich überhaupt den Beitrag geschrieben hab.

    Die 82% (hast Du zu diesem Beitrag:

    http://www.teltarif.de/forum/s45010/2-1.html

    auch Erklärungen??)

    klangen halt so, als würde man sich über diese hohe Zahl wundern. Dabei ist das ja völlig logisch, wie ich ja auch schon ausführte.

    Wer die Wahl so wie Du hat, wird sich doch nur dann für z. B. UMTS entscheiden, wenn er relativ wenig surfen will und ihm ein Paket von ca. 10 Euro ausreicht.

    Die "Mehrheit" hast Du sicherlich weitestgehend korrekt dargelegt. Würdest Du aber so wie ich in einem Gebiet wohnen, wo ganze Dörfer oder zumindest ganze Straßen nicht mal DSL light bekommen können, kein Kabelanschluss vorhanden ist, kein LTE oder WiMax - dann hättest Du auch ein anderes "Gefühl für Mehrheit". Wie gesagt: Guter Beitrag und ich widerspreche Dir ja nicht!

    Telly
  • 20.12.2011 00:37
    Maugsch antwortet auf Telly
    Benutzer Telly schrieb:
    > ...... Würdest Du aber so wie ich in einem Gebiet wohnen,
    >
    wo ganze Dörfer oder zumindest ganze Straßen nicht mal DSL
    >
    light bekommen können, kein Kabelanschluss vorhanden ist, kein
    >
    LTE oder WiMax - dann hättest Du auch ein anderes "Gefühl für
    >
    Mehrheit". Wie gesagt: Guter Beitrag und ich widerspreche Dir
    >
    ja nicht!
    >
    > Telly

    Was mich dabei mal interessieren würde:

    Wieso wohnt man dann eigentlich in so ner toten Gegend und zieht net einfach in n etwas besser versorgtes Gebiet ... ?

    Ich sag natürlich net, daß es immer gleich daß Maximum sein muß, aber zumindest einige Grundgegebenheiten sollten schon erfüllt sein ...

    Natürlich kann net immer und für alles daß Optimum gelten.

  • 20.12.2011 00:55
    Telly antwortet auf Maugsch
    > Wieso wohnt man dann eigentlich in so ner toten Gegend und
    >
    zieht net einfach in n etwas besser versorgtes Gebiet ... ? (...)
    >
    Natürlich kann net immer und für alles daß Optimum gelten.

    Da gibts viele Gründe. In der Zwischenzeit hab ich WiMAX und sogar LTE könnt ich seit 2 Monaten haben. Bis 2008 hatte ich nichts dergleichen. Nur weiß ich eben, wie das so ist wenn man mit Schneckentempo durchs Netz kriecht.

    Mir gehört das Haus meiner verstorbenen Eltern, welches sie in den 70ern gebaut haben. Das Haus ist nicht belastet, muss also keine Raten und natürlich schon gar keine Miete zahlen.

    Mal abgesehen davon, dass ich aus diesem Haus eh nicht freiwillig ausziehen würde - ließe sich auf dem Markt kein guter Preis rausschlagen, wenn es hier absolut kein Breitband-Internet gäbe.

    Die Forderung nach dem Wegziehen kommt immer sehr schnell. Verkaufen soll mans halt. Nur, dass der Käufer ja dann auch kein Internet hätte bzw. man daher keinen geeigneten Käufer findet, wird dabei immer übersehen.

    Ja, Du hast vollkommen Recht - es wird immer Unterschiede in den Geschwindigkeiten geben und das "Optimum" ist oft nicht zu erreichen. Keine Frage! Aber 1 Mbit/s sollte nun wirklich jeder bekommen können.

    Und ich habe Dir das jetzt nur so geschrieben, weil ich Deine Frage wirklich nett und freundlich fand. Ich will nämlich keinen Streit und mich schon gar nicht rechtfertigen. Das sage ich nur deshalb, weil es oft sehr schnell persönlich wird. Ich habe mich hier schließlich nicht beklagt.

    Telly
  • 20.12.2011 01:04
    Maugsch antwortet auf Telly
    Benutzer Telly schrieb:
    > ......
    > Und ich habe Dir das jetzt nur so geschrieben, weil ich Deine
    >
    Frage wirklich nett und freundlich fand. Ich will nämlich
    >
    keinen Streit und mich schon gar nicht rechtfertigen. Das sage
    >
    ich nur deshalb, weil es oft sehr schnell persönlich wird. Ich
    >
    habe mich hier schließlich nicht beklagt.
    >
    > Telly

    Also Streit will ich ja schon mal gar net ...



    Kann auch Deine Argumente bzw. Beweggründe recht gut verstehen.