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"Unternehmerisches Risiko" heute


04.04.2012 08:34 - Gestartet von garfield
4x geändert, zuletzt am 04.04.2012 08:40
Tja, man stelle sich mal vor, die gute alte Bundespost hätte sich damals bei der Verlegung von Telefon- und Fernsehkabeln über Vorverträge abgesichert. Dann hätten sich wohl die Leute an die Stirn getippt und gesagt: "Interesse hätten wir schon, aber so lange ihr keine Leistung anbieten könnt, unterschreiben wir auch nichts". Und wir würden heute noch trommeln.
Heute wollen einige Firmen offensichtlich erst dann investieren, wenn der rollende Rubel garantiert ist.
Vermutlich klappern die Aldianer demnächst auch erst mal mit dem Hut - äh mit dem Vorvertragszettel die Häuser im Umkreis ab und lassen sich einen Monatsmindestumsatz garantieren, ehe sie sich zum Bau einer Filiale entscheiden.

Es ist ja nichts dagegen zu sagen, dass eine Firma nur dort investiert, wo sie sich ein Geschäft erhofft. Das soll sie aber bitte auf Grund eigener Abschätzungen und Prognosen tun und sich nicht vorher das Geschäft garantieren lassen. Sowas nannte man früher mal unternehmerisches Risiko (ohne Anführungszeichen).
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[1] spezi10 antwortet auf garfield
06.04.2012 17:53
Benutzer garfield schrieb:

Heute wollen einige Firmen offensichtlich erst dann investieren, wenn der rollende Rubel garantiert ist.

Bei etwa 1000 Euro Investitionskosten pro Haushalt sind 45 Euro garantierte monatliche Einnahmen von jedem zehnten Haushalt keine wirklich tolle Garantie für einen "rollenden Rubel" im Verhältnis zum investierten Betrag. Investitionen in kabelgebundene Netze sind sehr langfristig angelegt, und damit praktisch automatisch mit einem Risiko behaftet. Die Telekom ist sicher darauf angewiesen, dass die Preise nicht zu schnell in den Keller gehen, sich trotzdem noch deutlich mehr Kunden für Glasfaser entscheiden, und die Konkurrenz nicht allzu viele (und günstigere) Alternativen anbietet...

Wenn man mit 10% Verträgen im Rücken ohne unternehmerisches Risiko eine Stadt neu mit Glasfasern verkabeln könnte, dann wären schon viel mehr Städte neu verkabelt...


Es ist ja nichts dagegen zu sagen, dass eine Firma nur dort investiert, wo sie sich ein Geschäft erhofft. Das soll sie aber bitte auf Grund eigener Abschätzungen und Prognosen tun und sich nicht vorher das Geschäft garantieren lassen. Sowas nannte man früher mal unternehmerisches Risiko (ohne Anführungszeichen).

Es ist jedem Unternehmen selbst überlassen, unter welchen Bedingungen sie Geld investieren. Und es ist auch nicht ungewöhnlich, dass Unternehmen investieren wenn sie relativ sicher sein können, dass sich das lohnt, bis hin zu "nach Abschluss eines Grossauftrags". Da sind die Bedingungen der Telekom nichts besonderes.

Die Bundespost brauchte keine Vorverträge abzuschliessen, Deren Einnahmen waren letztlich garantiert. Ein Beispiel für unternehmerisches Risiko ist sie ganz sicher nicht...