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Lösung des Problems - Schutzzölle


25.05.2010 19:36 - Gestartet von 602sl
Bezollt Waren aus China und Sonstwo damit die Arbeitskosten denen im Inland entsprechen.

Dies sollten alle westlichen Staaten so machen und Arbeitzsplätze würden nicht mehr exportiert werden.
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[1] dormilon antwortet auf 602sl
25.05.2010 23:38

einmal geändert am 25.05.2010 23:39
Benutzer 602sl schrieb:

Bezollt Waren aus China und Sonstwo damit die Arbeitskosten denen im Inland entsprechen. [...]

Problem: Als "Global Player" in einer "globalisierten Welt" mit Steinen um sich zu werfen, ist ähnlich riskant wie im Gewächshaus...

Gerade der deutsche Maschinenbau verdient sehr gut damit, Produktionsanlagen und Maschinen an China und "Sonstwo" zu exportieren. Teilweise werden sogar völlig veraltete Fabrikanlagen, die hier zu Lande nur noch Schrottwert hätten, komplett abgebaut, nach China und "Sonstwo" verschifft und dann dort für gutes Geld wieder aufgebaut.

Dazu kommen noch verschiedene hiesige Industrieunternehmen (z.B. aus der Automobilproduktion), die mit ihren Werken bzw. Kooperationen in China und "Sonstwo" dicke Gewinne machen.

Wenn man nun etwa den Chinesen mit Strafzöllen "auf die Zehen tritt", könnten die ihrerseits mit einem "Kung-Fu-Tritt" in die Weichteile verschiedener deutscher Industriesektoren antworten (Strafzölle auf Maschinenbauimporte; Beschränkungen und Gewinnabführungen bei Kooperationsunternehmen, etc.).

Fragt sich, wie groß der Wille zur Bekämpfung von "moderner Sklavenhaltung" (wie sie anscheinend von Foxconn in China praktiziert wird) noch ist, wenn die einheimischen Unternehmen um die eigenen Gewinne und die einheimischen Kunden um billige Produktpreise fürchten müssen...


Gruß,

]B^)=
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[1.1] Telly antwortet auf dormilon
25.05.2010 23:50
Du hast Recht! Die Welt ist komplizierter geworden - zumindest ist sie nicht mehr mit nationalen Alleingängen zu regeln. Ob das schlecht ist oder irgendwann für die ganze Welt gesehen gut ist, habe ich für mich noch nicht raus.

Früher interessierte uns der berühmte umgefallene "Sack Reis" in China nicht. Heute interessiert nicht nur ein aufgequollenes Reiskorn, sondern sogar schon die (Noch)-Nichtexistenz dieses Reiskornes. (Thema: Leerverkäufe) - und sowas gehört weltweit verboten!

Telly
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[1.1.1] Hohes Niveau antwortet auf Telly
26.05.2010 08:08

einmal geändert am 26.05.2010 09:20
Benutzer Telly schrieb:
(Thema: Leerverkäufe) -
und sowas gehört weltweit verboten!

Telly

Die Leerverkäufe sorgen mit dafür, daß Spekulationsblasen zum Glück vorzeitig platzen. Außerdem bergen sie eine erhebliche Gefahr für den Akteur. Also eigentlich nicht so gravierend.
Viel wichtiger wäre es gewesen, daß Finanzinstitute aller Art Rücklagen/Sicherheiten in Höhe ihrer Geschäftstätigkeit bilden müssen.
Hier wurde seitens der Politik überhaupt nichts getan.
Da wurde wie immer links geblinkt und rechts vorbeigefahren, um bloß die heilige Kuh nicht zu schlachten und sorgsam aufgebaute Seilschaften nicht gefährden. Schade, daß die meisten so wenig Ahnung haben und sich immer wieder für dumm verkaufen lassen.

À propos: Pinocchio Koch aus Hessen taucht in der Wirtschaft wieder auf. Ich tippe auf ein cooles Pöstchen bei Fraport, wo er schon als Steigbügelhalter für Bender geglänzt hat. Oder er folgt den Spuren desselbigen.
Wer hat noch eine Idee?
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[1.1.1.1] dormilon antwortet auf Hohes Niveau
26.05.2010 11:17

3x geändert, zuletzt am 26.05.2010 11:22
Benutzer Hohes Niveau schrieb:

Die Leerverkäufe sorgen mit dafür, daß Spekulationsblasen zum Glück vorzeitig platzen. Außerdem bergen sie eine erhebliche Gefahr für den Akteur. Also eigentlich nicht so gravierend. [...]

Hier muss man zwischen gedeckten und ungedeckten Leerverkäufen unterscheiden.

Bei Ersteren leiht man sich Rohstoffe, Aktien etc. von dem Eigentümer kurzfristig gegen Gebühr aus, verkauft sie zuerst und kauft sie dann (möglichst zu einem niedrigeren Preis) wieder, um sie dem Eigentümer zurück zu geben.

Gedeckte Leerverkäufe haben genau den Sinn, auf den Du selbst anspielst: Sie sind ein geeignetes Mittel, um Spekulationsblasen vorzeitig "die Luft 'raus zu lassen", bevor sie so groß werden, dass ihr Platzen ganze Volkswirtschaften in die Krise treibt.

Bei ungedeckten Leerverkäufen sieht die Sache anders aus. Hier wird etwas verkauft, was einem gar nicht zur Verfügung steht. Wenn mehrere große Marktteilnehmer (Banken, Hedgefonds, etc.) gleichzeitig diese "Luftbuchungen" auf ein bestimmtes Papier durchführen, kann dies zu der absurden Situation führen, dass kurzfristig mehr Aktien verkauft werden, als überhaupt existieren oder am Markt verfügbar sind. Dabei entsteht natürlich die Gefahr, dass die ungedeckt leer verkauften Papiere nicht mehr zurück gekauft werden können, weil gar nicht genügend solche Papiere existieren. Diese Art von "Ungleichgewicht" hat nichts mit den üblichen Marktregeln von Angebot und Nachfrage zu tun und kann durch die normalen Marktmechanismen auch nicht mehr ins Gleichgewicht gebracht werden. Der Markt geht kaputt...

Beispiel Volkswagen Stammaktien: Hier hatte sich Porsche über Aktienkäufe und Optionen die Kontrolle über ca. 95% der Aktien gesichert, während Spekulanten gleichzeitig ungedeckte Leerverkäufe über 15% des Aktienvolumens getätigt haben sollen. Bei dem verzweifelten Versuch, diese 15% wieder zurück zu kaufen (obwohl nur 5% am Markt verfügbar waren), wurden die VW-Stammaktien mitten in der Krise auf über 1000,- Euro gehievt. Volkswagen war plötzlich mehr wert, als sämtliche anderen Autoproduzenten der Welt zusammen. Ein Unsinn, der mit realen Marktwerten nichts mehr zu tun hatte und nur aufgelöst werden konnte, weil Porsche auf die Ausübung eines Teils seiner Optionen verzichtete.

Ich denke, dass von ungedeckten Leerverkäufen mehr Gefahr als Nutzen ausgeht. In den USA ist diese Variante der Leerverkäufe schon seit ca. 2 Jahren verboten und an den dortigen größten Börsen der Welt hat dieses Verbot weder zu mangelnder Liquidität noch zu niedrigerer Handelsaktivität geführt.


Viel wichtiger wäre es gewesen, daß Finanzinstitute aller Art Rücklagen/Sicherheiten in Höhe ihrer Geschäftstätigkeit bilden müssen.

Dem kann ich nur zustimmen. Wenn teilweise mit dem Hundertfachen des eigenen Kapitals gehandelt wird, reicht eine Bewegung von 1% in die falsche Richtung, um das Eigenkapital komplett "aufzufressen". Wenn man zufällig eine Bank ist und die Bewegung sogar 2% in die falsche Richtung ging, muss dann "Papa Staat" (bzw. wir Steuerzahler) einspringen...


À propos: Pinocchio Koch aus Hessen taucht in der Wirtschaft wieder auf. Ich tippe auf ein cooles Pöstchen bei Fraport, wo er schon als Steigbügelhalter für Bender geglänzt hat. Oder er folgt den Spuren desselbigen.
Wer hat noch eine Idee?

Vielleicht wird er ja neuer Chefredakteur beim ZDF. Wer den Posten nur nach eigenem Gusto besetzten lässt, der kann es auch gleich selbst machen. ;)

Gruß,

]B^)=
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[1.1.1.1.1] Merke antwortet auf dormilon
27.05.2010 17:05
Die Lösung ist nicht das gegeneinander, sondern das clevere miteinander. denn dort liegt viel potenzial, von denen wir auch profitieren.

meine kritik geht in folgende richtung. bei uns wird einfach zu wenig in bildung und wissenschaft investiert. das ist die katastrophe. denn in zukunft können wir immer weniger mit der arbeitsbank der welt konkurieren. aber wenn wir uns einen vorsprung in wissen, forschung und innovation schaffen, werden wir auch die nächsten jahrzehnte vor china stehen.

aber genau das nervt mich an der aktuellen regierung. beispiel grüne energie oder ökoautos. das ist DER zukunftsmarkt. anstatt griechenland zu helfen, dorthinein die milliaren und wir würden enorm davon profitieren (markt der zukunft. siehe öko autos in china, die setzen jetzt alles daran, dort weltmarktführer zu werden. die sind clever. aber nein, benzin geht immer und die alten atommeiler machen das schon. lieber banken retten anstatt zu forschen...... jetzt wirds politisch..

gruß
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[1.1.1.1.1.1] Telly antwortet auf Merke
27.05.2010 17:17
siehe öko autos in china, die setzen jetzt alles daran, dort weltmarktführer zu werden.

Hab ich auch gehört.

die sind clever.

Schon. Wenn man Weltmarktführer werden will - also nicht nur in den Verkaufszahlen, sondern auch in der verwendeten Technologie, frage ich mich nur, von wem man da dann klauen will ;-)

Ich weiß, was Du sagen willst und hast im Grunde ja auch Recht. Wir müssen in die Bildung investieren und tun stets genau das Gegenteil.

Nur eines übersehen wir. Wenn wir ab morgen plötzlich alle richtig ausgebildet wären, wären die Arbeitslosen in der Summe einfach nur mehr qualifiziert. Mehr Jobs schafft das auch nicht.

Und da ist es wieder: Das Beispiel mit "der Reise nach Jerusalem". Wenn plötzlich alle richtig gut ausgebildet sind, sinkt der Wettbewerbsvorteil eines jeden jetzt schon gebildeten Arbeitslosen.

Telly
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[1.1.1.1.2] Hohes Niveau antwortet auf dormilon
28.05.2010 03:00
Benutzer dormilon schrieb:
Dem kann ich nur zustimmen. Wenn teilweise mit dem Hundertfachen des eigenen Kapitals gehandelt wird, reicht eine Bewegung von 1% in die falsche Richtung, um das Eigenkapital komplett "aufzufressen". Wenn man zufällig eine Bank ist und die Bewegung sogar 2% in die falsche Richtung ging, muss dann "Papa Staat" (bzw. wir Steuerzahler) einspringen...

Ich denke, wir sind uns einig.

Vielleicht wird er ja neuer Chefredakteur beim ZDF. Wer den Posten nur nach eigenem Gusto besetzten lässt, der kann es auch gleich selbst machen. ;)

Gruß,

]B^)=


Koch wird kein Chefredakteur. Für ihn käme nur ein Kauf des ZDF in Frage.
Von Bouffier ein klein wenig an den Gesetzen schrauben lassen, gute Freunde in der Kochfinanz (kleiner freud´scher Versprecher) und schon wird Pinocchio ein Dauerbrenner zur besten Sendezeit.
;-)
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[1.1.1.2] rainbow antwortet auf Hohes Niveau
27.05.2010 23:28
Benutzer Hohes Niveau schrieb:
...
Die Leerverkäufe sorgen mit dafür, daß Spekulationsblasen zum Glück vorzeitig platzen. Außerdem bergen sie eine erhebliche Gefahr für den Akteur.

Wir erleben soeben, dass der Steuerzahler den "Akteuren" (Sie sind ein Gentleman, Hohes Niveau.) mit 12-stelligen Beträgen zur Fortsetzung ihrer Z*ckerei (Sorry, ich bin kein Gentleman.) verhelfen darf. Die Gefahr für die ehrenwerten Herren scheint also eher gering zu sein.

Viel wichtiger wäre es gewesen, daß Finanzinstitute aller Art Rücklagen/Sicherheiten in Höhe ihrer Geschäftstätigkeit bilden müssen.
...

Dem stimme ich zu.
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[1.1.1.2.1] Hohes Niveau antwortet auf rainbow
28.05.2010 02:40
Benutzer rainbow schrieb:
Benutzer Hohes Niveau schrieb: ...
Die Leerverkäufe sorgen mit dafür, daß Spekulationsblasen zum Glück vorzeitig platzen. Außerdem bergen sie eine erhebliche Gefahr für den Akteur.

Wir erleben soeben, dass der Steuerzahler den "Akteuren" (Sie sind ein Gentleman, Hohes Niveau.) mit 12-stelligen Beträgen zur Fortsetzung ihrer Z*ckerei (Sorry, ich bin kein Gentleman.) verhelfen darf. Die Gefahr für die ehrenwerten Herren scheint also eher gering zu sein.

Wir sollten uns einig sein, daß Leerverkäufe, nur am Rande etwas mit der aktuellen Situation zu tun haben.
Von mir aus sollen die Regierungen weltweit ungedeckte Leerverkäufe verbieten. Es ist und bleibt aber Augenwischerei.


Viel wichtiger wäre es gewesen, daß Finanzinstitute aller Art Rücklagen/Sicherheiten in Höhe ihrer Geschäftstätigkeit bilden müssen.
...

Dem stimme ich zu.

Die Rettungspakete wurden geschnürt, weil inkompetente Manager fette Boni kassieren wollten und sich über den Tisch ziehen gelassen haben.
Politiker wie Steinbrück, Merkel und Co haben diesem Treiben zugesehen, waren wie Steinbrück bei der IKB sogar Hauptverantwortliche.Überhaupt keine Ahnung von irgendwas, großes Maul und schlechte Zähne.
Hauptsache die Pensionen sind sicher und keinem der Bank-und Sparkassenvorstände wird auch nur ein einziger Euro abgezogen.
Georg Funke ist das Paradebeispiel für Nutzniesser der Milliardenhilfen.
Also noch einmal:
Leerverkäufe sind es nicht: Es sind wertlose Pakete zusammengewürfelter Finanzmarktprodukte.
Hätte es eine Deckung für diese geben müssen, gäbe es die aktuelle Situation nicht.
Schade, daß nur die Realversager in die höhere Politik aufsteigen.