Diskussionsforum
  • 03.06.2010 16:17
    koelli schreibt

    Kosten/Nutzerzahlen

    Für knapp 360.000 Kunden knapp 3 Milliarden Dollar investieren? Lohnt sich das wirklich? Finde es schon in gewisser Weise Luxus, gleich neun Ersatzsatelliten auf Halde zu bestellen.
  • 03.06.2010 16:34
    Telly antwortet auf koelli
    Benutzer koelli schrieb:
    > Für knapp 360.000 Kunden knapp 3 Milliarden Dollar investieren?
    >
    Lohnt sich das wirklich? Finde es schon in gewisser Weise
    >
    Luxus, gleich neun Ersatzsatelliten auf Halde zu bestellen.

    Naja. Ich hatte auch mal gerechnet. Nur diese Investition ohne Nebenkosten und eine Verteilung auf alle Kunden und 5 Jahre (was für einen SAT nicht viel ist) ergibt pro "Kunde" 110 Euro im Monat.

    Der Betrag erhöht sich durch andere Fix- und laufende Kosten aber er mindert sich auch je nach längerer Laufzeit der SAT.

    Ich denke also, dass sich das schon rechnet. Schließlich gehören nicht die NetzClub-Kunden zur Zielgruppe.

    Obwohl. Ich würde mir auch 5 Minuten Werbung vor jedem Gespräch anhören und zwischendurch eine angesagt Taste drücken, wenn ich dafür die Hardware und SIM kostenlos bekäme. LOL

    Telly
  • 03.06.2010 23:14
    peso antwortet auf Telly
    Das Iridiumnetz wird überwiegend von der US-Army genutzt. Adminstriert wird es nach außen hin von Boeing.
    Geld spielt keine Rolle, da die Army es haben will und somit auch den Löwenanteil zahlen wird.

    Ich nutze das Netz an sich regelmäßig. Die Verbindungen sind zwar nicht besonders doll, aber dafür funktioniert es fast überall.

    Schade, dass die kein Roamingabkommen mit GSM-Betreibern mehr haben.

    Wobei ich hier fast vermute, dass die Army das gar nicht will.

    peso
  • 03.06.2010 23:40
    koelli antwortet auf peso
    Benutzer peso schrieb:
    > Das Iridiumnetz wird überwiegend von der US-Army genutzt.
    >
    Geld spielt keine Rolle

    Interessant.
    Wurde Iridium nicht von Motorola gegründet und war dann mal so gut wie pleite?
    Ist die US-Army also erst später als Geldgeber eingesprungen?

    > Schade, dass die kein Roamingabkommen mit GSM-Betreibern mehr
    >
    haben.

    Also musst du zwingend eine SIM-Karte von Iridium kaufen? Wie sind denn die Tarife so? Auch was ohne Grundgebühr im Angebot?
  • 04.06.2010 11:17
    einmal geändert am 04.06.2010 11:23
    Klaus Wegener antwortet auf koelli
    Benutzer koelli schrieb:

    > Interessant.
    >
    Wurde Iridium nicht von Motorola gegründet und war dann mal so
    >
    gut wie pleite?

    Ja. Es wurde aber eine neue Gesellschaft gegruendet, die das "alte" Iridium uebernahm. Das alte Iridium hatte Bueros in vielen Laendern der Welt, in Deutschland in Duesseldorf. Von hier wurden die lokalen Kunden betreut. Diese Bueros gibt es nicht mehr, wird jetzt alles zentral gesteuert.

    Weiterer Unterschied ist: die alte Gesellschaft hatte zahlreiche Gateways in vielen Laendern, von denen das Signal nach "oben" geschickt wurde. Die neue Gesellschaft hat, soweit ich mich erinnere, nur noch 2 Gateways. Eines in Arizona, am Standort der Iridium Satellite LLC und eins auf Hawaii.

    > Ist die US-Army also erst später als Geldgeber eingesprungen?

    Ja, die US-Army wurde der groesste Kunde der neuen Gesellschaft. Ich glaube, die alte Gesellschaft hiess Iridium LLC, die neue heisst Iridium Satellite LLC.

    Weiterer Unterschied der beiden Gesellschaften:

    > > Schade, dass die kein Roamingabkommen mit GSM-Betreibern mehr
    > >
    haben.
    >
    > Also musst du zwingend eine SIM-Karte von Iridium kaufen? Wie
    >
    sind denn die Tarife so? Auch was ohne Grundgebühr im Angebot?

    Die alte Gesellschaft hatte Roamingabkommen. Die neue nicht. Du musst also eine SIM-Karte von Iridium nutzen.

    Ja, es gibt auch ein Prepaid-Angebot, also quasi "ohne Grundgebuehr". Allerdings muss hier jedes Jahr "kraeftig" aufgeladen werden, um die Karte am Leben zu erhalten, ich hatte das mal durchgerechnet, kommt in etwa auf das Gleiche raus wie bei Postpaid.

    Die Minutenpreise sind okay, ich glaube 1 Dollar oder 1 Dollar 50 pro Minute. Das ist guenstiger als mit Vodafone World in Welt 2 (4,99 Euro pro Minute).

    Den Iridium-Pager scheint es auch noch zu geben, 50 Dollar pro Monat fuer die begrenzte Version (150 Nachrichten im Monat) und 130 Dollar im Monat fuer die unbegrenzte Version (unlimited messages).


  • 04.06.2010 12:04
    Telly antwortet auf Klaus Wegener
    > Den Iridium-Pager scheint es auch noch zu geben, 50 Dollar pro
    >
    Monat fuer die begrenzte Version (150 Nachrichten im Monat) und
    >
    130 Dollar im Monat fuer die unbegrenzte Version (unlimited
    >
    messages).

    Pager? Ich dachte bei SAT-Tel. braucht man einen freien Blick zum Himmel und muss das Handy in eine bestimmte Richtung halten.

    Pager empfangen aber doch nur, wenn sie Empfang haben - ansonsten ist die Info weg und erreicht mich nie.

    Oder funktionieren diese Pager wie SMS beim Handy und die Nachricht kommt, wenn der Empfang wieder da ist?

    Telly
  • 04.06.2010 12:40
    Klaus Wegener antwortet auf Telly
    Iridium-Handies konnten am Anfang keine SMS.

    Die Idee war die, wenn das Handy aus ist (Akku leer, oder einfach auslassen um Akku zu sparen, keine Steckdose in der Naehe) oder keinen Empfang hat, weil kein Sichtkontakt zum Himmel, wird der Anruf (eingehende Nummer) an den Pager weitergeleitet.

    Das nannte bzw. nennt sich Follow-Me Paging.

    Es gab/gibt auch Standalone-Paging.

    Standalone ist etwas teurer in der Grundgebuehr als Follow-Me, da bei "Follow Me" der Nutzer ja bereits ein Iridium-Handy hat, also dafuer schon bezahlt.

    Der Empfang des Iridium-Pagers ist viel besser als der des Handies, da er nicht sendet. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Nachricht ankommt, ist recht hoch.

    Falls der Ruf verloren geht, merkt das der Pager beim Empfang der naechsten Nachricht, und man kann sich die verlorene Nachricht erneut zustellen lassen.

    Mittlerweile koennen Iridium-Handies auch SMS, von daher macht das Follow-Me Paging eigentlich keinen Sinn mehr, wird aber weiterhin angeboten.

    Wobei ich mir jetzt nicht sicher bin, ob Iridium-SMS bei Nicht-Empfang zwischengespeichert werden. Ich meine mal gehoert zu haben, dass sie das nicht werden. Von daher wuerde der Pager wieder Sinn machen.

    Ich persoenlich hatte viele Jahre einen Iridium-Pager als Standalone-Variante (ohne Handy) im Betrieb und kann sagen, dass die Empfangsleistungen sehr gut waren. Es kommt immer darauf an, wo der Satellit gerade ist. Die Satelliten bewegen sich in 9 Minuten von Sued nach Nord, wenn der Satellit im Norden hinter'm Horizont verschwindet, folgt der naechste von Sued. Die Bahn driftet dabei jeden Tag um 1 Grad nach Osten. Das will heissen: es kann sein, dass der Satellit beim Empfang einer Nachricht sehr flach ueber'm Horizont steht, oder es kann auch sein, dass er direkt ueber Dir steht. Wenn der Satellit beim Senden der Nachricht ueber Dir steht, ist die Signalstaerke so gross, dass nicht nur Inhouse-Empfang, sondern auch Empfang in Untergeschossen moeglich ist. Ich erinnere mich, dass ich mal in der U-Bahn in Taipeh war, und dort eine Nachricht empfangen habe. Vermutlich stand der Satellit in diesem Augenblick genau im Zenith. Wenn der Satellit aber sehr nah am Horizont steht, muss man der Fairness halber dazusagen, dass dann schon ein Gebaeude zwischen Empfaenger und Satellit (z.B. in Strassenschluchten) den Empfang verhindern kann.









  • 04.06.2010 13:00
    Telly antwortet auf Klaus Wegener
    Benutzer Klaus Wegener schrieb:

    Erstmal Danke für die Ausführungen!

    > Der Empfang des Iridium-Pagers ist viel besser als der des
    >
    Handies, da er nicht sendet. Die Wahrscheinlichkeit, dass die
    >
    Nachricht ankommt, ist recht hoch.
    >
    > Falls der Ruf verloren geht, merkt das der Pager beim Empfang
    >
    der naechsten Nachricht, und man kann sich die verlorene
    >
    Nachricht erneut zustellen lassen.

    Ah okay. Wahrscheinlich werden die Mitteilungen also "nummeriert" (früher wäre man für die Verwendung von "mm" gesteinigt worden ;-) ) Und dadurch fällt dann eine Lücke auf.

    Wie kann man sich die Nachricht nochmal zustellen lassen? Du sagtest ja:

    > Der Empfang des Iridium-Pagers ist viel besser als der des Handies, da er nicht sendet.

    Also wie geht das, wenn er nicht senden kann? Oder sendet er halt nur nicht permanent?

    > Es kommt immer darauf an, wo der Satellit gerade ist.

    > Wenn der Satellit
    >
    beim Senden der Nachricht ueber Dir steht, ist die
    >
    Signalstaerke so gross, dass nicht nur Inhouse-Empfang, sondern
    >
    auch Empfang in Untergeschossen moeglich ist. Ich erinnere
    >
    mich, dass ich mal in der U-Bahn in Taipeh war, und dort eine
    >
    Nachricht empfangen habe. Vermutlich stand der Satellit in
    >
    diesem Augenblick genau im Zenith.

    Wie mag das wohl gehen? Können die Wellen grundsätzlich durch Mauerwerk, sofern sie mit ihrer gesendeten Stärke nur "kurze" Entfernungen zurücklegen müssen. Oder werden die Wellen auf der Erde mehrmals reflektiert und dadurch wird ein Empfang möglich.

    Sorry. Ich kenne mich da nicht so aus. Ich dachte immer, alles was "vom Himmel" kommt, braucht freie Sicht.

    Telly
  • 04.06.2010 13:46
    einmal geändert am 04.06.2010 15:19
    Klaus Wegener antwortet auf Telly
    Benutzer Telly schrieb:


    > Erstmal Danke für die Ausführungen!

    Keine Ursache :-)

    > Ah okay. Wahrscheinlich werden die Mitteilungen also
    >
    "nummeriert" (früher wäre man für die Verwendung von
    >
    "mm" gesteinigt worden ;-) ) Und dadurch fällt dann
    >
    eine Lücke auf.

    Ja genau. Die Nachrichten wurden von 00 bis 99 numeriert. Fehlte Nachricht 38 und der Pager empfing Nachricht 39, erschien eine Nachricht, dass message 38 fehlt. Oder wenn 38 bis 53 fehlen und 54 empfangen wird, meldete er dass 38 bis 53 fehlen.

    > Wie kann man sich die Nachricht nochmal zustellen lassen?

    Entweder man rief seine eigene Pager-Nummer an (+8816...) gefolgt von Stern oder Raute (erinnere mich nicht mehr), da kam man in ein Menu, wo man auch Sprachnachrichten abhoeren konnte und wo man verlorene Nachrichten erneut zustellen lassen konnte.

    Das war natuerlich recht teuer.

    Alternativ gab es eine Einwahl in Arizona, +1 480 Nummer, hier musste man dann seine Iridium-Nummer per DTMF eingeben, dann erreichte man auch seinen Pager.

    Ich glaube, ueber diese Nummer konnte man auch Iridium-Handies erreichen, der Teilnehmer musste diesen Dienst aber abonniert haben, da er die Kosten trug. Pager waren ueber die +1 480 generell frei erreichbar.

    Ob das heute noch so ist weiss ich nicht, denn ich erinnere mich dunkel, dass auch fuer Pager der +1 480 Zugang irgendwann abgeschaltet wurde.

    > Du sagtest ja:
    >
    > > Der Empfang des Iridium-Pagers ist viel besser als der des
    > > > Handies, da er nicht sendet.
    >
    > Also wie geht das, wenn er nicht senden kann? Oder sendet er
    >
    halt nur nicht permanent?

    Nein, nein, er sendet ueberhaupt nicht. Das Telefon koennte vielleicht auch Nachrichten empfangen, aber es bucht sich ja erst ein, wenn eine bidirektionale Verbindung besteht. Der Pager braucht die bidirektionale Verbindung nicht.
    >
    > > Es kommt immer darauf an, wo der Satellit gerade ist.
    >
    > > Wenn der Satellit
    > >
    beim Senden der Nachricht ueber Dir steht, ist die
    > >
    Signalstaerke so gross, dass nicht nur Inhouse-Empfang, sondern
    > >
    auch Empfang in Untergeschossen moeglich ist. Ich erinnere
    > >
    mich, dass ich mal in der U-Bahn in Taipeh war, und dort eine
    > >
    Nachricht empfangen habe. Vermutlich stand der Satellit in
    > >
    diesem Augenblick genau im Zenith.
    >
    > Wie mag das wohl gehen? Können die Wellen grundsätzlich durch
    >
    Mauerwerk, sofern sie mit ihrer gesendeten Stärke nur
    >
    "kurze" Entfernungen zurücklegen müssen. Oder werden
    >
    die Wellen auf der Erde mehrmals reflektiert und dadurch wird
    >
    ein Empfang möglich.
    >
    > Sorry. Ich kenne mich da nicht so aus. Ich dachte immer, alles
    >
    was "vom Himmel" kommt, braucht freie Sicht.

    Nein, nicht alles was vom Himmel kommt, braucht freie Sicht. Es haengt von der Frequenz ab. Normales Satelliten-TV in Europa findet bei 11000 MHz statt (11 GHz). Diese Frequenz ist bereits so hoch, dass schon Regentropfen, Schnee, Fensterglas den Empfang stoeren.

    Und weisst Du, wo Iridium sendet? 1400 MHz! Das liegt zwischen GSM 900 und GSM 1800, und wie wir wissen, kommt ja selbst GSM 1800 durch Mauerwerk. Das heisst, auch Iridum kommt durch Mauerwerk! Allerdings ist halt wichtig, wie stark das Signal ist. Die Satelliten fliegen ja auch relativ niedrig, daher die schnelle Umlaufgeschwindigkeit, in 9 Minuten von Sued nach Nord ueber Dich hinweg. Wenn der Satellit direkt ueber Dir im Zenith steht, und "volles Rohr runterzuendet", dann kann man es auch Indoor und im Keller empfangen. Beim Pager. Denn beim Telefon muesste der Satellit auch das Telefon empfangn, und die Sendeleistung des Telefon's ist so gering, dass es nicht vom Keller bis nach oben zum Satelliten dringt.

    Wenn der Satellit sehr flach ueber dem Horizont steht, dann ist auch das Signal schwach, und man kann sich vorstellen, dass davon nichts in Keller geht. Wenn es allerdings direkt aus dem Zenith kommt, ist die Leistung hoeher.

    Mit Reflexion auf der Erde hat das nichts zu tun. Theoretisch wird bei 1400 Mhz zwar an der Erde was reflektiert, aber es ginge ja wieder nach oben, und das wird nicht wieder runterreflektiert.

    Ich erinnere mich, dass es auch sehr auf das Material des Gebaeudes ankam. In heissen Laendern bzw. "Dritte Welt Laendern" wird (vielleicht auch aus Kostengruenden) nicht mit so dichten/dicken Material gebaut, wie bei uns. Das wirkte sich deutlich auf den Empfang aus. Man hatte dort fast immer Empfang, waehrend man z.B. im Frankfurter Flughafen so gut wie nie Empfang hatte, selbst am Fenster war der Empfang fast unmoeglich. Die muessen die Fenster dort irgendwie speziell beschichtet haben. In anderen Laendern, z.B. Suedamerika, hatte ich immer Empfang in Flughafengebaeuden.

    Ach ja, im Flugzeug war der Empfang natuerlich moeglich, das war das Beste! Auf einem 12 Stunden Flug nach Uebersee alle e-mails auf den Pager gemeldet zu bekommen, war schon cool... ;-)
  • 04.06.2010 15:32
    Telly antwortet auf Klaus Wegener
    > Ach ja, im Flugzeug war der Empfang natuerlich moeglich, das
    >
    war das Beste! Auf einem 12 Stunden Flug nach Uebersee alle
    >
    e-mails auf den Pager gemeldet zu bekommen, war schon cool...
    >
    ;-)

    Ich habe zwar keine "User-Experience"¹ in SAT-Telefonie. Aber dennoch kann ich verstehen, dass Du ins Schwärmen kommst. Schließlich hast Du ja genau diese "User-Experience"¹ ;-)

    Was die Sicht angeht, scheint Iridium aber in der Tat andere Technik zu verwenden. Schließlich habe ich hier gelesen, ...

    http://www.teltarif.de/thuraya-satellite...

    > Mobiles Telefonieren mit Thuraya ist nicht ganz so einfach, wie vom GSM-Handy gewohnt. Das Thuraya-Handy möchte direkte Sicht zum Satelliten in südlicher Richtung (zum Äquator gerichtet) am Himmel haben.

    ... wie es bei Thuraya sein muss mit der Sicht. Allerdings ist die Hardware auch eine ganz andere, wenn ich das richtig in Erinnerung habe.

    Telly

    ¹Habe dieses Wort von o2 gelernt;-)

    http://www.teltarif.de/o2-handy-flatrate...
  • 04.06.2010 16:05
    Klaus Wegener antwortet auf Telly
    Benutzer Telly schrieb:

    > Was die Sicht angeht, scheint Iridium aber in der Tat andere
    >
    Technik zu verwenden. Schließlich habe ich hier gelesen, ...
    >
    > http://www.teltarif.de/thuraya-satellite....
    > html
    >
    > > Mobiles Telefonieren mit Thuraya ist nicht ganz so einfach, wie
    > > > vom GSM-Handy gewohnt. Das Thuraya-Handy möchte direkte Sicht
    > > >
    zum Satelliten in südlicher Richtung (zum Äquator gerichtet) am
    > > >
    Himmel haben.
    >
    > ... wie es bei Thuraya sein muss mit der Sicht.

    Thuraya hat auch nur einen Satelliten *) und dieser steht geostationaer ueber dem Aequator, das heisst in 36.000 km Hoehe. Die Iridium-Satelliten fliegen in "nur" 800 km Hoehe. 800 km und 36.000 km ist schon ein Unterschied. Da der Thuraya-Satellit immer an der gleichen Stelle steht (Sueden, Aequator), muss das Telefon mehr oder weniger ausgerichtet werden. Iridium-Satelliten fliegen ueber einen hinweg, da muss man nichts ausrichten...

    Im uebrigen kann man die Iridium Satelliten auch sehen, nennt sich "Iridium-Flares". Es handelt sich um einen hellen leuchtenden Punkt, Dauer einige Sekunden. Im Internet gibt es Seiten, wo man vorausberechnen kann, wann man so einen "Iridium Flare" wo auf der Erde sehen kann. Hat man eine DCF77 Uhr, so kann man damit schoen seine Mitmenschen beeindrucken: "Guck mal zum Himmel, da leuchtet in 10 Sekunden ein heller Punkt auf". Der kommt dann auch wirklich, sehr genau. Iridium-Flares treten auf, wenn die Sonne bereits hinter'm Horizont verschwunden, es aber noch hell ist. Bis einige Stunden nach komplettem Einbruch der Dunkelheit. Natuerlich muss es wolkenlos sein, Sommer ist die beste Jahreszeit. Ich bin da zufaellig drauf gestossen: ich sass auf dem Balkom eines Hotelzimmers, die Sonne war gerade untergegangen, den Iridium-Pager in den Haenden, ich genoss die Abendstimmung, und ploetzlich sah ich einen hellen Punkt am Himmel, der kam, einige Sekunden blieb, sich etwas bewegte, und dann wieder verschwand. Ich ging dem nach, was das gewesen sein koennte und stiess auf die Iridium-Flares. Ich habe "meinen" Iridium-Sender gesehen :-) (http://de.wikipedia.org/wiki/Iridium-Flare)

    > Allerdings ist
    >
    die Hardware auch eine ganz andere, wenn ich das richtig in
    >
    Erinnerung habe.

    Das Handy ist komplett anders. Das Thuraya Handy ist schoen klein, wohingegen beide Iridium-Handies ja eher "Totschlaeger" sind (das 9500 sowieso und das 9505 auch). Mittlerweile scheint es aber auch ein 9555 zu geben, wie ich gerade durch Googeln sehe. Sie werden kleiner...


    *) ich glaube mittlerweile hat Thuraya einen zweiten Satelliten...