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Artikel unkritisch und oberflächlich.


28.12.2009 19:53 - Gestartet von Thamsite
Hallo,

die meisten Kollegen hier checken sehr wohl, dass das Video von vorne bis hinten ziemlich gestelzt wirkt, so zumindest mein Eindruck bei den Kommentaren. Aber Herr Trautmann stellt sich scheinbar bewusst / unbewusst ziemlich naiv an und formuliert Fragen wie:
"Ruft er die E-Mails noch selber ab?"

Natürlich ;-), genauso wie auch sein Büro mega authentisch wirkt, so sehen die Büros heute aus! Äh oder auch nicht, es wirkt alles etwas gestelzt, insb. die krummbeinigen Sätze des Protagonisten. Das Skript war wohl nicht ganz mit seinem Dialekt vereinbar, dass dachte ich mir zumindest, als ich das hörte.

Wesentliche Fragen des Berichtes bleiben unbeantwortet, so auch die Headline: PR oder Service?
Wie wird die Aktion denn jetzt seitens Hr. Trautmann / teltarif.de bewertet?

Die Fragen bleiben wohl deshalb offen, weil man nicht Position beziehen möchte, bzw. kann.. aber dann soll man sie direkt rauslassen.

Das ist das Problem heute, die Mainstream-Medien legen den Finger einfach nicht mehr in die Wunde (dabei rumort es in den Kommentaren auf), sie gefallen sich immer mehr darin Meinungsmache zu betreiben, oder wie hier die 1&1 Pressemitteilung mehr oder minder garniert jedenfalls unkritisch durchzureichen und dabei den offiziellen Presse-Kanal von Youtube einzubinden ("1&1PressOffice").

Was hat der Leser jetzt eigentlich abschließend erfahren?
Wie wird die Aktion eigentlich bewertet?
In den Kommentaren scheinen viele einen scharfen Blickwinkel zu haben, dann böte sich doch eine Umfrage an:
"Glauben Sie der aktuellen Werbung von 1&1?"


Ich frage mich nicht nur bei Teltarif.de, sondern bei fast allem was ich inzwischen im Netz lese: Wie kritisch kann jemand sein, der sich zwar kritisch gibt, aber die Seite von mit Werbung hat?

Das sind Interessenkonflikte und nicht zuletzt die Gründe, wieso immer mehr Blogs ausweichen.

Gruß
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[1] koelli antwortet auf Thamsite
28.12.2009 20:46
Benutzer Thamsite schrieb:
Aber Herr Trautmann stellt sich scheinbar bewusst / unbewusst ziemlich naiv an und formuliert Fragen wie:
"Ruft er die E-Mails noch selber ab?"

Das dürfte ja wohl eher ironisch gemeint gewesen sein und nicht naiv.

Das ist das Problem heute, die Mainstream-Medien legen den Finger einfach nicht mehr in die Wunde

Das stimmt leider. Insbesondere bei Interviews mit Politikern fällt das extrem auf: Der so genannte Journalist stellt seine vorbereiteten Fragen - und das wars. Statt bei den Antworten des Gegenübers mal spontan nachzuhaken und das gerade Gehörte kritisch zu hinterfragen.
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[1.1] d.c.n antwortet auf koelli
28.12.2009 20:54
und selbst *wenn*, kommt es leider immer wieder vor dass Interviews im Nachlauf (aber natuerlich vor Veroeffentlichung!) nochmal vom Management freigegeben werden muessen und dabei deutlich zusammengestrichen zurueckkommen - was soll so'n Sche*ss, dann kann man sich das Gerenne doch gleich sparen und stattdessen die Pressemitteilung abdrucken :/
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[2] d.c.n antwortet auf Thamsite
28.12.2009 20:51
Benutzer Thamsite schrieb:
Das Skript war wohl nicht ganz mit seinem Dialekt vereinbar, dass dachte ich mir zumindest, als ich das hörte.

wenn das jetzt die nette Umschreibung fuer "der is' sowieso synchronisiert" sein soll, hast Du meine Zustimmung ;)

Der Spot ist imo genauso sche*sse wir dieses unsaegliche Carglass-Testcenter-Teil - beide Spots sind fuer mich erst Recht ein Grund, zu Mitbewerbern zu gehen, sollte ich etwas derartiges (neu) benoetigen.

Das ist das Problem heute, die Mainstream-Medien legen den Finger einfach nicht mehr in die Wunde (dabei rumort es in den Kommentaren auf), sie
gefallen sich immer mehr darin Meinungsmache
zu betreiben,

deswegen wirst Du in der Bild o.ae. keine negativen Worte zu Polizeiuebergriffen finden, sondern immer nur ueber die boesen linken Chaoten (welche generell so bezeichnet werden) - Meinungsmache at it's worst :(
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[2.1] koelli antwortet auf d.c.n
28.12.2009 22:29

einmal geändert am 28.12.2009 22:32
Benutzer d.c.n schrieb:
Der Spot ist imo genauso sche*sse wir dieses unsaegliche Carglass-Testcenter-Teil - beide Spots sind fuer mich erst Recht ein Grund, zu Mitbewerbern zu gehen.

Wenn man nach unglaubwürdiger oder unsympathischer Werbung gehen würde, müsste man ja so einige Firmen boykottieren:

MediaMarkt - wegen der Obernervensäge Barth. Aber zu Saturn könnte man ja auch nicht mehr gehen. Denn die veräppeln den Kunden ja auch. Oder glaubt ernsthaft jemand, dass es in den USA Saturn gibt und Alice Cooper dort einkaufen geht?

Persil und Knoppers sind auch tabu. Schließlich will man dort dem Kunden mit absichtlich schlecht spielenden Schauspielerinnen angebliche Hausfrauen vorspielen, die ganz begeistert von dem Produkt sind.

KiK ist auch super glaubwürdig: Na sicher kauft Verona für 2,99 Klamotten im Discounter...

Bohlen hält sowieso für alles, was Kohle gibt, sein Werbegesicht hin. Von Würstchen bis zur deutschen Bahn.

Und Heidi Klum steht sicher jeden Tag höchstpersönlich fünf Minuten bei McDonalds in der Schlange, um ihre Bestellung aufzugeben...
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[2.1.1] Buehlmaier antwortet auf koelli
28.12.2009 22:50
Benutzer koelli schrieb:


Wenn man nach unglaubwürdiger oder unsympathischer Werbung gehen würde, müsste man ja so einige Firmen boykottieren:

MediaMarkt - wegen der Obernervensäge Barth. Aber zu Saturn könnte man ja auch nicht mehr gehen. Denn die veräppeln den Kunden ja auch. Oder glaubt ernsthaft jemand, dass es in den USA Saturn gibt und Alice Cooper dort einkaufen geht?

Manche scheinen es immer noch nicht zu wissen: MediaMarkt und Saturn sind derselbe Verein. Gehören beide zu Metro und der Konkurenzkampf zwischen den beiden ist gut inszeniert und vorgetäuscht, wird aber leider von den meisten Kunden offenbar geglaubt.

Deswegen haben die zumindest im "Nicht-Versandhandel" ein Quasi-Monopol. Vergleicht mal genau die Preise, z.B. mit dem viel-gescholtenen Karstadt. Bis auf einige "Eye-Catcher" werden euch die Augen aufgehen.

Aber ist das gleiche wie mit den Politikern. Das Volk bekommt, was es verdient.....

Buehly
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[2.1.1.1] koelli antwortet auf Buehlmaier
28.12.2009 23:10

einmal geändert am 28.12.2009 23:10
Benutzer Buehlmaier schrieb:
Benutzer koelli schrieb:


Wenn man nach unglaubwürdiger oder unsympathischer Werbung gehen würde, müsste man ja so einige Firmen boykottieren:

MediaMarkt - wegen der Obernervensäge Barth. Aber zu Saturn könnte man ja auch nicht mehr gehen. Denn die veräppeln den Kunden ja auch. Oder glaubt ernsthaft jemand, dass es in den USA Saturn gibt und Alice Cooper dort einkaufen geht?

Manche scheinen es immer noch nicht zu wissen: MediaMarkt und Saturn sind derselbe Verein.

Ich weiß durchaus, dass MediaMarkt und Saturn zusammengehören. Deshalb schrieb ich oben ja auch "Aber zu Saturn könnte man ja auch nicht mehr gehen." - und nicht: "Zum Konkurrenten Saturn kann man auch nicht mehr gehen"!
Denn Konkurrenten sind die nunmal keine.
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[3] interessierter_Laie antwortet auf Thamsite
29.12.2009 11:15
Also ich habe den ironischen Unterton der an vielen Stellen des Artikels anklingt verstanden:)

Über etwas urteilen sollte ein Journalist erst wenn das Service Versprechen in die Hose gegangen ist. Und auch das klingt in den letzten beiden Sätzen deutlich an.
Ein Journalist kann (oder sollte zumindest) nicht schreiben dass es schei*e ist.
In einem Editorial oder Blog sieht dass natürlich anders aus dort kann der Leser direkt eine klare Meinung erwarten.
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[4] John Bo antwortet auf Thamsite
29.12.2009 11:31
Wir haben alle unsere Meinungen zu 1&1. Ich selber selber kann keinem raten, zu 1&1 zu wechseln. Frende von mir sehen das wiederum ganz anders. Die sind begeistert von diesem Unternehmen - Nein, sie arbeiten dort nicht. Dehalb geraten wir ab und an auch immer mal wider zusammen, da ich deren Meinung einfach nicht verstehen kann (will).

Von daher: Wenn dieser Artikel wesentlich härter geschrieben wäre - davon mal ab, ich verstehe wie es gemeint ist - würde bestimmt hier einer wutentbrannt kommentieren, warum teltarif andauern gegen 1&1 stichelt und man doch richtig journalistisch arbeiten solle. Von daher, locker bleiben...