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Warum warten wir auf kostenlose Warteschleifen?


14.02.2011 22:12 - Gestartet von angee
Warum warten wir auf kostenlose Warteschleifen?

Weil jede einzelne Minute des Zögerns der Industrie weiteres Geld einbringt.
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[1] myselfme antwortet auf angee
15.02.2011 07:36
Ja. Geld welches sie sich sonst über die Produkte holen würde / müßte.
Mal im Ernst: Jedes Unternehmen, jeder Arbeitnehmer und letztendlich auch jede Behörde will (und muss!) seine Leistungen kostendeckend bzw mit Gewinn anbieten.
Im Dienstleistungsbereich wurd und wird dies oft über 0900-Gassen realisert - die Akzeptanz der Kunden hierfür dafür liegt allerdings unter 0.
Heute wird da getrickst. Mit Warteschleifen, verfrühten Technikereinsätzen vor Ort und grenzwertig ausgebildetem (weil billiger) Personal.
Nein, ich bin auch nicht für Warteschleifen, schon gar nicht gegen Gebühr. Aber noch mehr bin ich gegen kostenlosen Service.
Weil
dieser nur "umkalkuliert" wird auf die Produktpreise "kostenlos" noch häufiger als "wertlos" definiert wird er in der Tendenz von vielen als "Langeweile-Überbrücker" oder "Leseersatz" genutzt wird und dadurch übermäßig viel Personal bindet und weil er letztendlich für sinkende Qualifikation und Einkommen sorgt.
Mein Vorschlag: Support per Telefon anfänglich IMMER gegen Gebühr (wie Praxisgebühr beim Arzt) von zB 5 € pauschal. Stelt sich im Gespräch heraus, dass der Anruf berechtigt war (also eine Störung seitens des Anbieters und seiner Vorleister) wird dem Kundenkonto ein entsprechender Betrag gut geschrieben.
Aber für lau das Handbuch vorlesen lassen und das Personal beschimpfen, nö, ich finde dies geht zu weit !
Schreibt einer, der 6 Jahre sowohl auf kostenfreien als auch kostenpflichtigen Hotlines gearbeitet hat. Guten Tag noch...
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[1.1] rofada antwortet auf myselfme
16.02.2011 16:33
Benutzer myselfme schrieb:
Mein Vorschlag: Support per Telefon anfänglich IMMER gegen Gebühr (wie Praxisgebühr beim Arzt) von zB 5 € pauschal.

Wobei das Thema manchmal in's Groteske abgleitet - bei mir finden sich z.B. immer wieder Flyer eines Kabelnetzbetreibers im Briefkasten bzw. als Einlage in der Tageszeitung. Mich würde das Angebot evtl. sogar interessieren, aber......

Anruf unter 0180-5.... für 14 Cent die Minute !

*Die* wollen mich als Kunden gewinnen - und ich soll dafür zahlen - ja geht's noch ?

Dieses willkürliche Beispiel mag zeigen, wie kontraproduktiv eine kostenpflichtige Hotline sein kann - denn ich würde dort schon längst mal interssehalber (und ich meine wirklich ein ernsthaftes Interesse) angerufen haben, wenn der Anruf nichts kosten würde. Aber wieso soll ich als potentieller Kunde zahlen ?

Das kommt mir so vor wie ein Restaurant welches Eintritt verlangt - da muß die Küche schon über alle Maßen berühmt sein, bevor man sich so etwas erlauben kann - im Normalfall geht so ein Laden pleite, weil kein Kunde kommt. Und so sehe ich das in vielen Fällen - wenn ein Unternehmen mich werben will, bin ich nicht bereit dafür zu zahlen - wenn ein Unternehmen Fehler macht, bin ich nicht bereit für den dann erforderlichen Anruf zu zahlen usw. usw.
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[1.1.1] myselfme antwortet auf rofada
17.02.2011 01:30
0180 als Bestellannahme finde ich auch psychologisch als sehr grenzwertig, wenn auch konsequent.
Denn eines vergißt Du in Deinem Statement. Ob Restaurant, Aldi oder Möbelhaus > Du musst da erst mal hin ! In den meisten Fällen dürfte dies mehr Fahrkosten verursachen als eine 0180-Nummer.
Im restaurant kommt dann auf jeden Fall noch ein nachgereichter Kostennachteil dazu, Bedienungsgeld und andere Zulagen zB.
Und so gesehen, kann es eine unternehmerische Entscheidung sein den Telefonservice auch im Verkauf kostenpflichtig zu gestalten. Junkanrufe jedenfalls halten die genau so ab wie Kunden mit einer 0180-Allergie.
Ich hab für meinen Laden jedenfalls eine normale Ortsrufnummer und leide auch nicht allzu doll unter Spaßvögeln. Das aber einige wenige Kunden mich nicht anrufen weils vom Handy zu teuer ist, damit kann ich gut leben. Gegenüber den Kosten von 0800 wäre der "Gewinn" von diesen Kunden recht teuer...
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[1.1.1.1] rofada antwortet auf myselfme
17.02.2011 09:14

einmal geändert am 17.02.2011 09:19
Benutzer myselfme schrieb:
0180 als Bestellannahme finde ich auch psychologisch als sehr grenzwertig, wenn auch konsequent.

Wobei es betriebswirtschaftlich nat. interessant wäre zu wissen, wieviele potentielle Kinden aufgrund dieser Hemmschwelle erst gar nicht anrufen - und mithin auch kein zahlender Kunde werden.

Gegenüber den Kosten von 0800 wäre der "Gewinn" von diesen Kunden recht teuer...

Bei den immer wieder angeführten (und mitunter auch berechtigten) Argumentne für die 0180-..Schiene (Vermeidung von Spaßanrufen, bessere bundesweite Erreichbarkeit über zentrale Rufnummer) findet sich immer ein Denkfehler, der die 0180-5 Sonderrufnummern als das entlarvt, was sie eigentlich sind:

"Abzocke"

Denn die oben genannten Pro 0180-5 Sonderrufnummer Argumente ließen sich mühelos auch über eine 0180-2 Sonderrufnummer realisieren. Mit dem Unterscheid, dass der Kunde nicht mit 14 cent p. Min. "abgezockt" wird, sondern lediglich 6 Cent pro Gespräch (!) zahlt.

Mit dieser Lösung würden Spaßanrufe vermieden, gäbe es eine zentrale Ereichbarkeit - und zufriedene Kunden.....

Was spricht dagegen ?
(Mit der Frage bringe ich die Hausfrauen/Studenten der Hotlines immer wieder in's Trudeln - die Antwort darauf steht halt nicht im Prompter *grins*)