Diskussionsforum
  • 22.12.2013 01:27
    2x geändert, zuletzt am 22.12.2013 01:31
    brownie_man schreibt

    unpräzise und fachlich nicht korrekt

    "Im Kabelnetz wird der DOCSIS-2.0-Standard bzw. der Nachfolge-Standard DOCSIS 3.0 eingesetzt. Dieser Standard zeichnet sich dadurch aus, dass er auf die Distanz kaum an Bandbreite verliert." -> Jein. Im Wesentlichen sorgen die koaxialen HF-Rundkabel für eine im Vergleich zu normalen Doppeladerleitungen der klassischen TAL der "letzten Meile" (Teilnehmeranschlussleitungen) sehr viel geringere Dämpfung bei hohen Frequenzen. Dies liegt an ihren physikalisch-elektrotechnischen Eigenschaften (vollständige Abschirmung, Impedanz etc.). Ein (V)DSL-Signal hätte bei derartigen Kabeln ebenfalls bessere Chancen auf erhöhte Reichweite.
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    "Signalwandlung von analog nach digital - und umgekehrt. In der übergeordneten Kabelkopfstation (üBK) wird aus einem HF-Signal, also einem Antennensignal, das eigentliche IP-Signal, das von hier aus auf IP-Basis weitergeleitet wird." -> Das ist totaler Quatsch! Hier wurde einiges miteinader verwechselt / durcheinander geworfen: Signalwandlung von analog <-> digital bedeutet Umwandlung zeit- und wertkontinuierlicher Größen <-> zeit- und wertdiskrete Größen und hat zunächst rein gar nichts mit den zur Übertragung verwendeten Signalwegen zu tun! Letztere sind - was die Internetverbindung betrifft - vollständig digital, den Wandler stellen die Endgeräte beim Benutzer dar (PC, Smartphone etc.) - da muss in der üBK nichts mehr von analog nach digital oder umgekehrt gewandelt werden. Es erfolgt lediglich eine Umsetzung zwischen verschiedenen Übertragungsmedien (Kupferkabel / Glasafser) und entsprechenden Leitungscodes. Aus Kompatiblitätsgründen zu älteren Empfangsgeräten werden höchstens noch die gängigen TV- und Radioprogramme von digital nach analog gewandelt und zusätzlich zu allen digitalen Angeboten aufs TV-Kabel geschaltet.
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    Auch die Aussage, dass aus einem Antennensignal ein IP-Signal geformt wird, ist Blödsinn - die IP-Datenpakete sind sowohl im HF-Antennensignal als auch später nach der Umsetzung auf Glasfaser exakt die gleichen. Es ändert sich lediglich die Verkapselung ("Leitungscode") der IP-Pakete beim Wechsel des Transportmediums (HF <-> Licht), um eine optimale Übertragung zu gewährleisten. Ich möchte an dieser Stelle nochmals betonen, dass wir uns hier in den UNTEREN Netzebenen, dem sog. Zugangsnetz, befinden. Dort werden Datenströme "ganz stumpf" (=transparent) einfach weitergeleitet - eine Auswertung auf höheren Schichten, wie es z.B. beim IP der Fall ist (ab OSI Schicht 3 - Vermittlung) erfolgt erst im übergeordneten Breitbandzugangspunkt (bei DSL-Anschlüssen ist dies z.B. der sog. "BRAS" broadband remote access server). Dabei handelt es sich um einen sog. Router, der IP-Datenpakete entsprechend auswerten und anpassen kann, um die IP-Datenpakete dynamisch über verschiedene Wege zu den Zielnetzabschnitten des Internets zu senden. Beim Zugangsnetz hingegen gibt es nur einen festen Weg für die Daten (das TV-Kabel zum Endkunden bzw. Glasfaserleitung zum nächsten, übergeordneten Netzabschnitt). Auf diesen Netzebenen muss nichts umgeformt werden.
    Meine Empfehlung an die Teltarif-Redaktion: selbst bei fachlich reduzierten Artikeln für normale Durchschnittsanwender sollte man darauf achten, möglichst fachlich korrekte Begriffe und Wörter zu wählen.