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Oder SuSE


24.05.2009 21:56 - Gestartet von garfield
Alte Linuxhasen bitte nicht weiterlesen ;-)

Es sei noch angemerkt, dass openSuSE (aktuelle Version 11.1) für Anfänger vielleicht noch einen Tick geeigneter ist.
(Und bevor einer komische Gedanken bekommt: ich nutze beide und kriege von niemandem Geld dafür).
Dabei meine ich gar nicht mal den Funktionsumfang. Auch die Forenunterstützung im Netz ist bei beiden ähnlich gut.
Aber Suse ist sozusagen das "deutsche Linux" (die kommerziellen Versionen von Novell werden hier nicht betrachtet, sondern das offene openSuSE).
Falls mal ein Programm, eine Doku bei Ubuntu nur in Englisch vorliegt, hat man vielleicht bei openSuSE eher die Chance auf eine deutsche Version.
Außerdem ist die "Hausoberfläche" bei opensuse das windows-ähnlichere KDE, während es bei Ubuntu Gnome ist.
Allerdings kann man bei der suse-Installation inzwischen bei der Installation auch Gnome statt KDE auswählen - und umgekehrt gibt es Ubuntu auch in der KDE-Version: Kubuntu.
Ein naturgegebener Nachteil eines Betriebssystem, das sich nicht in zentraler Hand befindet, soll nicht verschwiegen werden: es gibt neben den zwei hier genannten "Linuxen" noch viele andere Versionen (http://distrowatch.com), die sich durchaus technisch "unter der Haube" unterscheiden können. Da findet sich schnell mal eine Konfigurationsdatei bei einer Distribution woanders als bei einem anderen Linux.
Darüber hat sich Microsoft einmal - nicht ganz zu Unrecht, muss man zugeben - lustig gemacht:
http://lena.sub.org/img/msad/msad1.jpg
Eingefleischte Linuxfans können darüber aber höchstens müde lächeln.

Und wenn es mal hakt, kommt man an der Konsole doch kaum vorbei. Kurz gesagt, empfiehlt sich für einen Neuling durchaus, einen alten Linuxhasen "griffbereit" zu haben. Aber ist das bei Windows eigentlich anders?
Der Vorteil, sich nicht heimlich mit einer "gezogenen" Kopie verstecken zu müssen und der Hintergrund der riesigen helfenden Community machen das mehr als wett.

Das Eingewöhnen fällt auch nicht schwer, da man beides parallel nutzen kann und so einen eventuellen Umstieg nach und nach vollziehen kann.
Wichtig ist die Austauschbarkeit der Dateiformate mit "Noch-Windowsnutzern". Das betrifft aber meistens die Windows-eigenen Office-Dateitypen. Und auch hier besteht das Problem eigentlich gar nicht mehr: Gerade die viel genutzten WORD- und EXCEL-Dateien kann das unter Linux verbreitete (aber auch für Windows kostenlos erhältliche) OpenOffice sowohl öffnen und bis auf wenige Spezialformatierungen auch korrekt speichern, so dass es unter Windows mit MSOffice wieder problemlos weiter verarbeitet werden kann.
Die üblichen Anwendungen liefern die beiden o.a. Distributionen gleich mit (hier die Platzhirsche - bei Bedarf gibt's jeweils andere Alternativen): das OpenOffice-Paket, Firefox, das Mailprogramm Thunderbird, das Brennprogramm K3B, DVDs spielt man mit Kaffeeine oder VLC (auch für Windows erhältlich) ab, Musik mit Amarok, Grafik mit Gimp, Skype und diverse Messenger sind vorhanden, VoIP-Telefonie mit Twinkle, und, und, und.

Beim Kauf neuer Hardware lohnt sich ein Blick auf die Schachtel, ob auch Linuxunterstützung gegeben ist (nix anderes kommt mir mehr ins Haus). Oft genug ist das der Fall, selbst wenn es mal nicht ausdrücklich vermerkt ist. Hier hilft wieder die Community oder diverse Kompatibilitätslisten im Netz.
Denn genau so, wie uns bei anderen Produkten eine Markenvielfalt vorgegaukelt wird, die es eigentlich gar nicht gibt, weil in vielen Marken eines Produkts (z.B. Computer) meist doch nur Teile einiger weniger Hersteller verbaut sind (so kommt die überwiegende Anzahl der CPUs nur von 2 Herstellern) ist für die Linuxunterstützung nicht die Marke, sondern im Falle von WLAN-Adaptern der dort verbaute Chip das wichtigste Kriterium. So werden Adapter mit Chips von Ralink, Atheros, Prism und Intel meist "out-of-the-box" unterstützt, bei anderen ist etwas fachmännische Fummelei nötig oder es geht eben gar nicht.
Das kann soweit führen, dass sogar innerhalb einer Produktlinie von Scannern, z.B. Canon, die problemlos unter Linux funktionieren, ein oder zwei Geräte nicht zum Laufen zu bekommen sind, weil in den beiden eben ein anderer Chip seine Arbeit tut, für den der Chip-Produzent die nötigen Informationen nicht freigibt.

Vielleicht wird durch solch konsequente Auswahl vor dem Kauf auch der eine oder andere Hersteller sanft darauf hingewiesen, dass es inzwischen einen größeren Markt als nur Windows-Computer für seine Produkte gibt. Oft genug nehmen ja Linux-Programmierer dem Hersteller die Arbeit ab, die nötigen Treiber zu schreiben. Aber eine gewisse Offenlegung der Schnittstellen sollte man dann auch erwarten können. Einen Hersteller, der das nicht für nötig hält, unterstütze ich auch nicht durch den Kauf seiner Produkte.