Diskussionsforum
  • 28.08.2010 19:46
    einmal geändert am 28.08.2010 19:48
    MB4LAW schreibt

    Preise unterhalb des IC sind pervers?

    Die IC-Beträge sind doch nur geringfügig höher (7,8 bis 8,5 CT brutto), sie werden aber sekundengenau abgerechnet. Schon daraus ergibt sich bei den meisten Gesprächen ein Vorteil für den Anbieter (meist 60/60-Taktung), der die geringe Differenz wieder ausgleicht. Zum anderen gibt es netzinterne Gespäche ohne IC bzw. solche ins Festnetz mit einem IC um 1 CT. Bei Mischnutzung liegt der Real-IC daher so gut wie immer unterhalb des aktuellen IC.

    Außerdem versenden die Kunden SMS. Áuch hier fallen Kosten weit unterhalb des IC an.

    In Österreich sind die Preise schon länger unterhalb des jeweiligen IC - und trotzdem leben die Anbieter noch. Pervers ist wohl was anderes.

    Mal abwarten, was die Bundesnetzagentur für Preise ab Dezember 2010 festlegen wird. Vielleicht nähern wir uns dann den 5 CT.
  • 29.08.2010 20:39
    2x geändert, zuletzt am 29.08.2010 21:04
    spaghettimonster antwortet auf MB4LAW
    Benutzer MB4LAW schrieb:
    > Die IC-Beträge sind doch nur geringfügig höher (7,8 bis 8,5 CT
    >
    brutto), sie werden aber sekundengenau abgerechnet. Schon
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    daraus ergibt sich bei den meisten Gesprächen ein Vorteil für
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    den Anbieter (meist 60/60-Taktung), der die geringe Differenz
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    wieder ausgleicht. Zum anderen gibt es netzinterne Gespäche
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    ohne IC bzw. solche ins Festnetz mit einem IC um 1 CT. Bei
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    Mischnutzung liegt der Real-IC daher so gut wie immer unterhalb
    >
    des aktuellen IC.

    In der Tat verteuert sich durch 60/60-Taktung meines Wissens der Gesprächspreis durchschnittlich um ca. 41%, da ca. 80% aller Telefonate vom Handy < 2 Minuten dauern. Damit wären wir bei einem 7,5-c-Anbietern schon mal effektiv bei 10,6 c, was vor allem deshalb ein klasse Trick ist, weil es kaum ein Kunde durchschaut. Der IC ins Festnetz ist im Einkauf noch mal viel geringer, dort gehen aber 40% der Gespräche hin. Weitere 15% aufwärts sind netzintern, was ja wohl auch nichts kostet. Außerdem telefonieren Kunden ja nicht nur ausgehend, und für jedes eingehende Gespräch werden dieselben Entgelte einkassiert. Nicht zu sprechen vom Nach-wie-vor-Goldesel "International Roaming".

    Andererseits ist die Frage, inwieweit die Netzbetreiber ihre Konditionen und Vorteile an die Reseller rausrücken. Auch können die Reseller die Minuten zwar steuerfrei einkaufen, müssen aber beim Verkauf 19% Umsatzsteuer abdrücken, so dass man ohne die Mischkalkulation wohl tatsächlich teilweise im Verlustbereich liegt.

    > Außerdem versenden die Kunden SMS. Auch hier fallen Kosten weit
    >
    unterhalb des IC an.

    Und nutzen mobiles Internet, wofür außer dem Traffic praktisch keine nutzungsabhängigen Kosten anfallen, und was den turnusmäßigen PR-Prahlmeldungen der Anbieter zufolge immer mehr Umsatz generiert.

    > Mal abwarten, was die Bundesnetzagentur für Preise ab Dezember
    >
    2010 festlegen wird. Vielleicht nähern wir uns dann den 5 CT.

    Hoffentlich schafft es die Kommission, die BNetzA hier mal in Aktivität zu versetzen.