Diskussionsforum
  • 26.03.2009 13:03
    einmal geändert am 26.03.2009 13:04
    fruli schreibt

    Mehrere Megabit schneller auch ohne Outdoor-DSLAM

    Hi,

    zunächst mal ein Lob an die Teltarif-Redaktion, dass sie sich allgemein des Themas angenommen hat - insbesondere die Berücksichtigung von q-dsl-home/sdsl als Alternative für längere Anschlussleitungen und der Hinweis auf bei der Telekom zunächst noch bis Jahresende fehlende ratenadaptive Schaltung fand sich bisher afaik in keinem prominenten Teltarif-Übersichtsartikel

    Kleinere Anmerkungen aber noch zum Inhalt:

    > "Nur wenn ein einzelner Anbieter mit einem Outdoor-DSLAM
    >
    arbeiten sollte und ein anderer Anbieter nicht, dann sind
    >
    Unterschiede von mehreren Megabit pro Sekunde zu erwarten"

    Unterschiede von mehreren Megabit ergeben sich regelmäßig bereits durch die im weiteren im Artikel erwähnte Verwendung ratenadaptiver Schaltung im Vgl. zur Fixed-Rate-Schaltung.

    Üblich (wenn auch nicht an allen Leitungen möglich) ist dadurch z.B. ein Sprung von:

    T-DSL Light 384/64 -> 1-3MBit down und 200-400kbit up (große Spanne aufgrund des extrem breiten Dämpfungskorridors der Telekom für T-DSL Light 384/64 von 46db-55db rechnerischer KO-Dämpfung @ 300kHz entsprechend 9db - bzw. mittels Trennungsbedingungs-Berücksichtigung sogar 13db - 1db entspricht bei durchschnittlichen Anschlussleitungen ca. 100m Leitungslänge)

    T-DSL 1024/128 -> 2,5-4MBit downstream, 400-500kbit up - z.T. sogar 4-5MBit down und > 600kbit up mittels ADSL2+

    T-DSL 3072/384 -> 8-15MBit downstream und 1MBit upstream @ ADSL2+

    Bei Schaltung über Telekom-DSL-Technik ist trotz vorhandenem ADSL2+-Port bei Leitungslängen > ca. 1,5-2km (18db rechnerische KO-Dämpfung @ 300kHz) keine ratenadaptive Schaltung/keine ADSL2+-Schalung erreichbar.

    Dann auch noch die Anmerkung, dass der Nutzer bei ratendaptiver Schaltung mittels geeigneter Endgeräte die Leitung selbst auf das gleiche Stabilitätsniveau wie Fixed-Rate-Anschlüsse heben kann ohne auf die extremen Geschwindigkeitseinbußen von Fixed-Rate-Anschlüssen eingeschränkt zu sein mittels gezielter Anhebung des Signal-Rauschabstands-Wertes bei der DSL-Synchronisierung, was u.a. auch die neuesten Firmware-Versionen der AVM-Fritzboxen (Telekom-AVM-Speedport-Geräte wie der W701V etc. lassen sich auch damit flashen) erlauben mittels mehrstufigen DSL-Einstellungen in Richtung Verbindungsstabilität.

    Ansonsten spielt bei ratendaptiver Schaltung bzgl. der stabil erreichbaren Verbindungsgeschwindigkeit auch die Qualität der elektronischen Schaltung der DSL-Komponenten und DSL-Chipsatzes im DSL-Router/Modem und des DSL-Linecodes eine entscheidende Rolle, wobei die AVM-Fritz-Hardware-Basis (incl. Telekom-OEM-Speedports) hierbei deutliche Schwachstellen aufweist, wenn es darum geht, das letzte MBit aus der Leitung herauszuholen bzw. überhaupt eine stabile Synchronisierung bei besonders langen Anschlussleitungen zu erreichen - Geräte mit Broadcom-Chipsatz oder das Telekom-OEM-Gerät Speedport W700V sind deutlich besser in der Disziplin DSL-Synchronisierung.

    So long.
    fruli
  • 26.03.2009 21:06
    papaboy antwortet auf fruli
    Also ich kann mit meiner AVM mich nicht beschweren:

    Geschwindigkeit 11549 kBit/s (Empfangsrichtung) 1025 kBit/s (Senderichtung)
    Leitungsdämpfung 37 dB (Empfangsrichtung) 21 dB (Senderichtung)

    Und was die Verbindung betrift:

    Zeitraum Online-Zeit Verbindungen
    Gestern 24:00 0
    Aktuelle Woche 72:03 0
    Aktueller Monat 599:52 10
    Letzter Monat 671:19 14

    Auch ein Speedtest verläuft zur zufriedenheit.
  • 26.03.2009 21:21
    fruli antwortet auf papaboy
    Benutzer papaboy schrieb:
    > Also ich kann mit meiner AVM mich nicht beschweren:
    >
    Geschwindigkeit 11549 kBit/s (Empfangsrichtung) 1025 kBit/s
    >
    (Senderichtung)
    > Leitungsdämpfung 37 dB (Empfangsrichtung) 21 dB (Senderichtung)

    Deine Leitung ist nicht gerade besonders lang und zum anderen könnte es gut möglich sein, dass du mit Speedtouch o.ä. durchaus auch 1-2MBit mehr stabil erreichen könntest - aber wenn man Bandbreiten in der Größenordnung erreicht, spielt das für die meisten Nutzer eh keine große Rolle.

    An der Mehrzahl der Anschlussleitungen läuft AVM-Hardware durchaus zufrienstellend - z.T. eben mit etwas Speed-Abschlag bei ratenadaptiver Schaltung am Leitungslimit; notfalls ist die in den neuesten Firmware-Versionen enthaltene SNRM-Anhebung (DSL-Einstellungen in Richtung "sicher") auch zur weiteren Stabilisierung unter Inkaufnahme von weiteren Bandbreitenabschlägen hilfreich.

    Je länger die Anschlussleitung bzw. je niedriger die erreichbare Bandbreite, desto mehr Zicken machen aber die DSL-Modems der Fritzboxen bzw. desto höher ist der prozentual in Kauf zunehmende Speed-Abschlag bei echter ratenadaptiver Schaltung am Leitungslimit ggü. anderer Hardware. An Leitungen, wo mit anderen, guten Modems gerade noch so 0,5-1MBit mit grenzwertigem SNRM laufen (wohlgemerkt nicht da, wo die Telekom DSL-384 schaltet, die hat schon extreme Sicherheitsmargen in ihrer Dämpfungstabelle), syncen z.B. die Fritzboxen oftmals überhaupt nicht mehr, während z.B. Speedtouch, Teledat 302 oder Speedport W700V noch stabil laufen.

    So long.
    fruli
  • 27.03.2009 20:10
    papaboy antwortet auf fruli
    Benutzer fruli schrieb:

    >
    > Deine Leitung ist nicht gerade besonders lang

    Also der Techniker vom Anbieter meinte, das knapp 12 für eine 3Km lange Leitung gut ist.
  • 26.03.2009 22:21
    koelli antwortet auf papaboy
    Benutzer papaboy schrieb:
    > Also ich kann mit meiner AVM mich nicht beschweren:
    >
    > Geschwindigkeit 11549 kBit/s (Empfangsrichtung) 1025 kBit/s
    >
    (Senderichtung)
    > Leitungsdämpfung 37 dB (Empfangsrichtung) 21 dB (Senderichtung)

    Bei mir siehts mit FritzBox so aus: 14305 down und 1107 kBit up bei einer Leitungsdämpfung von nur 13 und Signal/Rauschabstand von 8.

    Mir wurde gesagt, dass die gesunkenen Rauschwerte normal seien, da sie proportional zur erhöhten Geschwindigkeit sinken. (Hatte vorher 2 MBit, nun 16er-Leitung). Stimmt das wirklich? Aber habe ich nicht trotzdem ne schlechte Leitung?
  • 26.03.2009 23:29
    fruli antwortet auf koelli
    Hi,

    Benutzer koelli schrieb:

    > Bei mir siehts mit FritzBox so aus: 14305 down und 1107 kBit up
    >
    bei einer Leitungsdämpfung von nur 13 und Signal/Rauschabstand
    >
    von 8.

    > Mir wurde gesagt, dass die gesunkenen Rauschwerte normal seien,
    >
    da sie proportional zur erhöhten Geschwindigkeit sinken. (Hatte
    >
    vorher 2 MBit, nun 16er-Leitung). Stimmt das wirklich?

    Ja, stimmt.

    http://tinyurl.com/snrm-info


    > Aber habe ich nicht trotzdem ne schlechte Leitung?

    Mit einer Fritzbox erreichst du jedenfalls keinen DSL-16000-Vollsync.

    Mit einem optimalen DSL-Modem könnte durchaus 1-2MBit mehr rausspringen. Optimal an den meisten Leitungen ist z.B. ein Speedtouch-Router mit 5.4.0.14-Firmware und DMT-Tool, wobei man bei guten Leitungen mittels target-noise-margin-Runter-Regelung auch stabil noch etwas mehr als mit der Standardkonfiguration aus der Leitung rausholen kann.

    Alernativ tut es auch ein Teledat 302 LAN von Ebay für eineurofünfzig, das mit ADSL2+-Firmware bespielt wird und vor die Fritzbox gehängt wird.

    So long.
    fruli
  • 27.03.2009 08:01
    kfschalke antwortet auf fruli
    Fakt ist jedenfalls, dass man bei anderen Anbietern meist mehr kriegt. An meiner Leitung schaltet die t-com 1536/192, vodafone als standard 2048/348. Mit einem 6000er Profil gehen laut Speedcheck mit meinem t-sinus 1054 dsl 5000 und mit einer Arcor Easybox A300 volle 6000. Wobei die A300 auch noch stabiler ist, wenn in Spitzenzeiten der snr einbricht. Alles in allem ist mein Anschluss 3,5 mal schneller als bei der t-com. dies ganz ohne outdoordslam.