Diskussionsforum
  • 29.03.2009 10:04
    fgz schreibt

    Langsames DSL: Ein Problem des Anbieters, nicht des Kunden!

    Vielen Dank für die ausführliche Darstellung der technischen Seite.

    Allerdings muss ich hier einmal ausdrücklich den Kundenstandpunkt hervorheben. Als Kunde interessieren mich wesentliche Qualitätsmerkmale des DSL-Anschlusses, und diese sind nun mal Geschwindigkeit (Down- und Upload) sowie Ping-Zeiten und Lage der Austauschknoten.

    Beim Abschluss eines DSL-Vertrages, durch den ich mich meist für eine längere Zeit an den Anbieter binde, sind diese Qualitätsmerkmale für mich jedoch nicht erkennbar. Der Anbieter zeigt in seiner Verfügbarkeitsprüfung DSL16000 an, nach Schaltung des Anschlusses sind es aber tatsächlich nur kaum mehr als 2000kbit/s. Sowas ist doch eine Zumutung! Das ist ja so wie wenn ich ein Auto kaufe, und der Verkäufer erzählt mir, es fährt bis zu 160km/h und hinterher stellt sich heraus, es kommt gerade mal auf 20 (um das Zahlenverhältnis zu wahren). Kein Autohersteller würde sich so etwas erlauben. Bei DSL ist das aber Gang und Gäbe, und zwar bei m.W. allen Anbietern durch die Bank. Leider auch noch rechtlich völlig in Ordnung.

    Ich fordere daher, dass die Anbieter bei der Verfügbarkeitsprüfung eine garantierte Mindestgeschwindigkeit angeben müssen. Nur so kann ich als Kunde entscheiden, wen ich auswähle, und das Problem liegt wieder auf der Seite des Anbieters, wo es hingehört.

    Grüße,
    fgz
  • 07.05.2009 14:50
    judi antwortet auf fgz
    Benutzer fgz schrieb:
    (...)
    > Ich fordere daher, dass die Anbieter bei der
    >
    Verfügbarkeitsprüfung eine garantierte Mindestgeschwindigkeit
    >
    angeben müssen. Nur so kann ich als Kunde entscheiden, wen ich
    >
    auswähle, und das Problem liegt wieder auf der Seite des
    >
    Anbieters, wo es hingehört.
    >
    > Grüße,
    > fgz

    Ich kann dir nicht ganz folgen. Sicherlich wäre das schön, so wie du dir das alles wünscht.
    ABER: Es ist auch bei bestem Willen der Anbieter nicht zu realisieren!
    Es ist technisch nicht möglich, die tatsächlich erreichbare Bandbreite eines Anschlusses vor der Portierung zu bestimmen, und somit eine Garantie für eine bestimmte Geschwindigkeit zu geben! Denn nicht nur Leitungslänge und Adernquerschnitt (die übrigens auch erst nach Bestätigung der Leitungsbestellung von der Telekom zur Verfügung gestellt werden) haben Einfluss. Auch nicht vorhersehbare Faktoren wie defekte Muffen, alte Hausanschlüsse, verroste Adernenden in der TAE-Dose, Übersprechen durch andere DSL-Nutzer im selben Sternvierer im Kabel etc. haben Einfluss auf die Bandbreite.
    Und zusätzlich hängt die Bandbreite auch noch von diversen Faktoren auf Seite des Kunden ab, wie Endgeräte, WLAN, Einstellung von MTU, TCP-RWIN etc.
    Kurzum: Es ist unmöglich, Bandbreite XY zu garantieren!!
    Was jedoch bei allen Anbietern gemacht wird: Sollte der AS deutlich nach unten abweichen, kann der Kunde auf den nächstniedrigeren Tarif wechseln. Meist sind die Grenzen dafür in den Leistungsbeschreibungen festgehalten.
  • 01.07.2009 20:44
    fgz antwortet auf judi
    Benutzer judi schrieb:
    > Benutzer fgz schrieb:
    > (...)
    > Es ist technisch nicht möglich, die tatsächlich erreichbare
    >
    Bandbreite eines Anschlusses vor der Portierung zu bestimmen,
    >
    und somit eine Garantie für eine bestimmte Geschwindigkeit zu
    >
    geben! Denn nicht nur Leitungslänge und Adernquerschnitt (die
    >
    übrigens auch erst nach Bestätigung der Leitungsbestellung von
    >
    der Telekom zur Verfügung gestellt werden) haben Einfluss. Auch
    >
    nicht vorhersehbare Faktoren wie defekte Muffen, alte
    >
    Hausanschlüsse, verroste Adernenden in der TAE-Dose,
    >
    Übersprechen durch andere DSL-Nutzer im selben Sternvierer im
    >
    Kabel etc. haben Einfluss auf die Bandbreite.
    > Und zusätzlich hängt die Bandbreite auch noch von diversen
    >
    Faktoren auf Seite des Kunden ab, wie Endgeräte, WLAN,
    >
    Einstellung von MTU, TCP-RWIN etc.
    > Kurzum: Es ist unmöglich, Bandbreite XY zu garantieren!!
    >
    Was jedoch bei allen Anbietern gemacht wird: Sollte der AS
    >
    deutlich nach unten abweichen, kann der Kunde auf den
    >
    nächstniedrigeren Tarif wechseln. Meist sind die Grenzen dafür
    >
    in den Leistungsbeschreibungen festgehalten.

    Moin!

    Schön, wenn ein Anbieter dies tatsächlich macht. Ich kenne einen, der es nicht tut. Zufällig bin ich bei ihm Kunde (noch).

    Ich beziehe mich auf die Geschwindigkeit vom Router zur DSL-Vermittlungsstelle, um genau zu sein. Also auf genau jenen Bereich, auf den der Kunde keinen Einfluss hat. Die Geschwindigkeit zeigt der Router (den der Anbieter mit zur Verfügung stellt) üblicherweise an.

    Es ist sehr wohl technisch möglich, die Geschwindigkeit abzuschätzen, und zwar realistischer als die Anbieter dies tun. Die Leitungslängen, die freien Ports und die benutzten Leitungen sind in einer Datenbank hinterlegt und somit keine Unbekannte. Defekte Muffen etc. liegen im Einflussbereich des Anbieters und gehören repariert. Das gleiche gilt für die Leitung bis zur Telekom-Dose, wenn da etwas verrostet ist, denn die darf ich als Kunde ja überhaupt nicht anfassen. Und wenn dahinter Daten-Missmanagement oder ungenügende Zusammenarbeit mit dem Eigentümer der letzen Meile steckt, wird es höchste Zeit, hier etwas zu verbessern. Das sind alles Dinge, die im Einflussbereich des Anbieters oder seiner Unterliefereanten liegen. Und hierfür bleibe ich bei meiner Forderung.

    Ich stimme dir insofern zu, dass ich für die korrekte Einstellung von MTU, Receive-Window etc., insbesondere die Konfiguration meines Rechners selbst verantwortlich bin. Darum kümmere ich mich gerne, wenn der Anbieter seinen Part erledigt.

    Grüße,
    fgz
  • 03.04.2010 16:14
    mvm antwortet auf fgz
    Benutzer fgz schrieb:
    > Moin!
    >
    > Schön, wenn ein Anbieter dies tatsächlich macht. Ich kenne
    >
    einen, der es nicht tut. Zufällig bin ich bei ihm Kunde (noch).
    >
    > Ich beziehe mich auf die Geschwindigkeit vom Router zur
    >
    DSL-Vermittlungsstelle, um genau zu sein. Also auf genau jenen
    >
    Bereich, auf den der Kunde keinen Einfluss hat. Die
    >
    Geschwindigkeit zeigt der Router (den der Anbieter mit zur
    >
    Verfügung stellt) üblicherweise an.
    >
    > Es ist sehr wohl technisch möglich, die Geschwindigkeit
    >
    abzuschätzen, und zwar realistischer als die Anbieter dies tun.
    >
    Die Leitungslängen, die freien Ports und die benutzten
    >
    Leitungen sind in einer Datenbank hinterlegt und somit keine
    >
    Unbekannte. Defekte Muffen etc. liegen im Einflussbereich des
    >
    Anbieters und gehören repariert. Das gleiche gilt für die
    >
    Leitung bis zur Telekom-Dose, wenn da etwas verrostet ist, denn
    >
    die darf ich als Kunde ja überhaupt nicht anfassen. Und wenn
    >
    dahinter Daten-Missmanagement oder ungenügende Zusammenarbeit
    >
    mit dem Eigentümer der letzen Meile steckt, wird es höchste
    >
    Zeit, hier etwas zu verbessern.

    Auf vielen Leitungen geht mehr als geschaltet ist, denn ist ein Kunde zu hoch geschaltet können andere kein DSL mehr bekommen.
    Genau so, wie manchmal DSL light verfügbar ist, aber man es nicht schaltet, weil andere Bestandskunden sonst aus dem Netz fliegen könnten.

    Schaltet ein Anbieter von beginn an eine zu hohe Geschwindigkeit kommt es zu Verbindungsabbrüchen. Mit der Telekom kann man manchmal diese Spielchen machen, und die Leitung auf die Höhe einstellen, die von der frizbox geliefert wird. Es funktioniert leider nicht so wie angegeben...

    Das Problem sind die Nutzer, die ihr Modem vom Netz nehmen um Strom zu sparen. Die Telefonica Anschlüsse pendeln sich auf der möglichst hohen Bandbreite ein, schließt der Nachbar sein Modem ans Netz an kommt es beim Telefonica Kunden zum Verbindungsabbruch. Eine sofortige neu-Synchrinisation ist zwar drin (Dauer ca. 10 Sekunden), aber bei Internettelefonie nicht prickelnd.

    Die Telekom misst ihre Leitungen nebenbei noch durch. Eine automatische Hochschaltung gibt es aber nur in Ausnahmefällen, da dies oft zu Störungen geführt hat. (z.B. Modem für höhere Bandbeiten nicht geeignet). Angerufen wird man nur, wenn man der telefonischen Werbung zugestimmt hat.... In dieser Messung sind auch die problematischen "Gelegenheitssurfer" drin. Ein Anruf alle 3 Monate bei seinem Telefonanbieter ist somit das Sinnvollste.
  • 03.04.2010 20:41
    myselfme antwortet auf mvm
    Erfrischend ! Schön mal von jemandem zu lesen, der nicht nur das Medien- und Kneipenwissen weitergibt; sondern auch mal ein wenig "echtes" Hintergrundwissen weitergibt !
    Ich versuche es immer mit einer Autobahn zu erklären (das versteht AUDI-D). Klar, auf einer leeren Bahn kann man mit 300 Sachen nach vorm preschen - wenn 4 Autos nebeneinander passen (müssen) ist 60 aber deutlich sinnvoller und störungsfreier.
    Nochmal: Danke für die fachbezogenen Klarstellungen
  • 21.10.2016 18:25
    ErdemCan antwortet auf myselfme
    Benutzer myselfme schrieb:
    > Erfrischend ! Schön mal von jemandem zu lesen, der nicht nur
    >
    das Medien- und Kneipenwissen weitergibt; sondern auch mal ein
    >
    wenig "echtes" Hintergrundwissen weitergibt !
    > Ich versuche es immer mit einer Autobahn zu erklären (das
    >
    versteht AUDI-D). Klar, auf einer leeren Bahn kann man mit 300
    >
    Sachen nach vorm preschen - wenn 4 Autos nebeneinander passen
    >
    (müssen) ist 60 aber deutlich sinnvoller und störungsfreier.
    >
    Nochmal: Danke für die fachbezogenen Klarstellungen

    Ich kann da auch nur die Ausführungen im wesentlichen bestätigen. Der Kunde meint, er hätte eine eigene Leitung von sich zur Vermittlungsstelle. Man muss da eher den Vergleich zum WLAN ziehen, wo halt auch der Kanal von mehreren genutzt wird.

    Noch mehr Einflüsse gibt es bei Anschlüssen, welche über Kabelmasten geführt werden. Auch Anschlüsse in Hinterhofhäusern haben oft noch deutlich niedrigere Bandbreiten. Alles nach dem APL auf der Kundenseite liegt zum Teil auch bei der Verkabelung beim Vermieter.

    Das einzige, was man wirklich bemängeln kann ist, das oft der gleiche Preis für unterschiedliche mögliche Datenraten bezahlt werden muss. Wenn schon feststeht, das die theoretische Geschwindigkeit nicht erreicht wird, sollte auch ohne Tarifwechsel automatisch eine entsprechende Gutschrift erhalten.