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Brauchen wir die Telkos wirklich auf der CeBIT?


09.03.2009 17:55 - Gestartet von Bash
Vielen Dank an Kai, Henning und Martin für ihre ausführlichen Statements. Ich möchte dagegen halten und fragen: Brauchen wir die Telkos wirklich auf der CeBIT?

Trotz des überall beklagten Rückgangs der Besucherzahlen berichtete der Verband BITKOM in persona von Herrn Scheer von sehr zufriedenen Ausstellern, die viele Aufträge mit nach Hause nehmen konnten. Ich als Fachbesucher habe die Messe als angenehm besucht empfunden und nicht zu überlaufen, wie man das von früher kennt. Warum also nicht die CeBIT auf das Maß von heute reduzieren? Die Hotels waren dennoch ausgebucht in Hannover, der Stadt würde es also nicht schaden.

Was spricht dagegen, dass die Telkos nur beim World Mobile Congress ausstellen? Barcelona ist ähnlich günstig zu erreichen wie Hannover: Ryanair fliegt nach Girona, Germanwings nach Barcelona direkt - und das zu Kosten, die auch nicht über denen einer Tankfüllung liegen. Natürlich wäre es schön, eine Leitmesse für Telekommunikation in Deutschland zu haben. Muss das jedoch die CeBIT sein? Die CeBIT ist schließlich keine Messe nur für Deutschland, sondern die weltweit größte und bedeutendste Veranstaltung der IT-Branche.

Weil sie genau das ist, empfinde ich auch die Eindämmung der Privatbesucherströme nicht als negativ. Wisst Ihr, wie das ist, wenn man bei einem B2B-Anbieter ein Fachgespräch am Stand führen will und ständig Leute um einen herumwuseln, die aus der Suche nach Schlüsselbändern sind? Leute, die nicht einmal realisieren, dass in der Halle, in der sie sich gerade befinden, kein einziger B2C-Anbieter ausstellt? Leute, die diese Halle nur betreten, weil sie die erstbeste nach dem Eingang ist? Ein Ansatz, den ich weiterempfehlen kann, hat die IAA in Frankfurt seit Jahren: Weil Autos eben auch für Privatbesucher interessant sind, gibt es Tickets für diese Leute. Allerdings erst im zweiten Teil der Veranstaltungswoche, davor finden nämlich die Presse- und Fachbesuchertage statt.
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[1] mueller antwortet auf Bash
09.03.2009 18:19
Benutzer Bash schrieb:
Vielen Dank an Kai, Henning und Martin für ihre ausführlichen Statements. Ich möchte dagegen halten und fragen: Brauchen wir die Telkos wirklich auf der CeBIT?

Danke, gebe ich gerne zurück für Deinen Beitrag.
In diese Richtung dachte ich auch mit dem "wollen".

Ob wir die Telcos auf der CeBIT brauchen, kann man differenziert sehen. Auf der einen Seite bieten die Telcos eben jene Datenübertragungsdienste an, auf der viele, viele Anwendungen, die in Hannover ausgestellt und diskutiert werden, eben basieren. Quasi das Grundprodukt "Datenübertragung" oder "kommunikation", ohne dass wir heute nicht dort wären, wo wir eben stehen. Dann gibt es in der Telco-Welt sicherlich Standards, aber auch eben nicht für alles, so dass entsprechende persönliche KOntakte und ein "darüber sprechen" meist sinnvoll ist.

Auf der anderen Seite kann man sicherlich auch sagen, dass die CeBIT nur mit IT leben kann (und man sich den "Rest" auf anderen Wegen oder anderen Veranstaltungen besorgt), ich für mich erwarte dann nur eine nochmals deutlich geschrumpft Ausstellung.

Trotz des überall beklagten Rückgangs der Besucherzahlen berichtete der Verband BITKOM in persona von Herrn Scheer von sehr zufriedenen Ausstellern, die viele Aufträge mit nach Hause nehmen konnten. Ich als Fachbesucher habe die Messe als
Richtig. Auf der anderen Seite haben im BITKOM die "klassischen" IT.Unternehmen einen Überhang, so dass die Aussagen immer auch mit diesem Überhang zu gewichten sind.

[...] Ein Ansatz, den ich weiterempfehlen kann, hat die IAA in Frankfurt seit Jahren: Weil Autos eben auch für Privatbesucher interessant sind, gibt es Tickets für diese Leute. Allerdings erst im zweiten Teil der Veranstaltungswoche, davor finden nämlich die Presse- und Fachbesuchertage statt.

Das wäre sicherlich ein sinnvoller Ansatz, der aber auch voraussetzt, dass die Messeaussteller mit zwei unterschiedlichen Besucheransprache-Strategien arbeiten. Ein Standardauftritt, der alle gleich abhandeln soll, geht dann sicherlich in die Hose. Dass man es aber eben auch richtig gut machen kann, haben einige Aussteller immer wieder gezeigt. Meist muss man hierzu auch gar nicht viel ändern, es gehört vielmehr gedankliche Flexiblität der Mitarbeiter dazu!

Viele Grüße
Martin