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Ich finde er hat Recht!


17.10.2000 22:33 - Gestartet von boesi
Auch wenn ich mihc hier vielleicht unbeliebt mache, aber ich finde diese Forderung gernciht so abwägig. Wer den Auktionsverlauf verfolgt hat erinnert sich vielleicht, daß bei einem Stand von ca. 60-65 Mrd. genau der gleiche Stand erzielt wurde, wie am Schluss bei nahezu 100 Mrd. Jeder der Bieter hatte exakt die gleiche Anzahl an Frequenzen und ich hatte eigentlich gedacht die Auktion wäre beendet. Doch einer der Bieter behaarte darauf unbedingt eine grosse Lizenz zu bekommen (die bei der 2. Runde ausser VI alle bekommen haben, VI ist aus Vernunft ausgestiegen, so daß die Preise nicht schon wieder ins unermässliche steigen) und trieb den Preis weiter in die Höhe. -> Ich finde seine Beschwerde richtig!

Bösi
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[1] Keks antwortet auf boesi
18.10.2000 00:22
Benutzer boesi schrieb:

Auch wenn ich mihc hier vielleicht unbeliebt mache, aber ich finde diese Forderung gernciht so abwägig. Wer den Auktionsverlauf verfolgt hat erinnert sich vielleicht, daß bei einem Stand von ca. 60-65 Mrd. genau der gleiche Stand erzielt wurde, wie am Schluss bei nahezu 100 Mrd.
Damit du hier nicht so alleine stehst: Ich stimme zu. VI hatte doch keine andere Wahl als mitzubieten.

Doch einer der Bieter behaarte darauf unbedingt eine grosse Lizenz zu bekommen

Naja, nicht nur D1. Auch D2 hat das Spielchen mitgemacht. Vielleicht auch nur aus Angst, hinter D1 zurückzufallen, aber sie haben immerhin mitgemacht. Hätte D2 früher aufgegeben (zu versuchen, einen 3. Block zu bekommen), hätte es D1 evtl. auch früher aufgegeben.

(die bei der 2. Runde ausser VI alle bekommen haben, VI ist aus Vernunft ausgestiegen, so daß die Preise nicht schon wieder ins unermässliche steigen)

Stimmt. Da können sich die anderen ja noch bei VI bedanken. :)

Gruß, Keks.
blitztarif.de
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[1.1] Keks antwortet auf Keks
18.10.2000 00:24
Benutzer Keks schrieb:

Ich stimme zu. VI hatte doch keine andere Wahl als mitzubieten.

Andererseits hätte das denen auch früher einfallen können. So hätten sie den Betrag nur unter Vorbehalt oder unter Protest bezahlen können.

Keks.
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[2] Wolfsblut antwortet auf boesi
18.10.2000 08:48
Benutzer boesi schrieb:

Auch wenn ich mihc hier vielleicht unbeliebt mache, aber ich finde diese Forderung gernciht so abwägig. Wer den Auktionsverlauf verfolgt hat erinnert sich vielleicht, daß bei einem Stand von ca. 60-65 Mrd. genau der gleiche Stand erzielt wurde, wie am Schluss bei nahezu 100 Mrd. Jeder der Bieter hatte exakt die gleiche Anzahl an Frequenzen und ich hatte eigentlich gedacht die Auktion wäre beendet. Doch einer der Bieter behaarte darauf unbedingt eine grosse Lizenz zu bekommen (die bei der 2. Runde ausser VI alle bekommen haben, VI ist aus Vernunft ausgestiegen, so daß die Preise nicht schon wieder ins unermässliche steigen) und trieb den Preis weiter in die Höhe.
-> Ich finde seine Beschwerde richtig!

Bösi

Na ja, das mag schon alles sein. Aber es war eben nun mal eine Auktion! Und da ist das nun eben mal so. Wer am meisten bietet, der bekommt die Ware (oder eben hier die Frequenzen). Aber: derjenige muß das Geld dann auch haben. Das ist ja kein poker, wo man mit etwas Glück darauf bauen kann, daß die Anderen die Nerven verlieren. Mitbieten und hinterher sagen, daß war alles nicht fair und ich möchte mein Geld zurück, ist meines Erachtens nach wirklich lächerlich.
Eine ganz andere und berechtigte Frage ist natürlich, inwieweit es überhaupt sinnvoll ist, Frequenzen zu versteigern. Das es auch anders geht, war ja an einigen europäischen Ländern auch zu sehen.
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[2.1] Moppo antwortet auf Wolfsblut
18.10.2000 10:52
Hörmalzu mein Guter, Auktionen sind aber Hallo auch mit ein Pokerspiel. Wenn Du das nicht einkalkuierst, solltest Du besser davon die Finger lassen
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[2.1.1] RE: Ich finde er hat Recht! (an Moppo)
Wolfsblut antwortet auf Moppo
18.10.2000 15:23
Benutzer Moppo schrieb:

Hörmalzu mein Guter, Auktionen sind aber Hallo auch mit ein Pokerspiel. Wenn Du das nicht einkalkuierst, solltest Du besser davon die Finger lassen

Nun gut, ich weiß nicht, wie Du die Spielregeln kennst. Ich wollte darauf hinaus, daß beim Pokern auch der das Geld einstreichen kann, der das mieseste Blatt hat. Vorausgesetzt, er blufft so gut, daß alle anderen vorher aussteigen. Jetzt übertrage ich das mal auf eine Auktion. Nach Deiner Meinung kann ich also ohne Ende bieten ohne Geld zu haben. (Was beim Spiel dem guten Blatt entspräche, während der Gewinn die Frequenzen sind) Und wenn alle ausgestiegen sind, dann sage ich: "Ätsch, ich hab Euch nur verarscht, soviel habe ich nicht." Das machst Du, glaube ich, wohl bei der Auktion nur einmal. Beim Spiel dagegen ist das ja gerade der Trick, weiterzugehen auch wenn man nichts auf der Hand hat.
Damit sind wir beim Thema. Entweder ich habe das Geld oder nicht. Und das kalkuliere ich sehr wohl ein. Wenn aber nach der Versteigerung einer feststellt, daß der Brocken eine Nummer zu groß war und nun meint, sich mit juristischen Tricks das Geld zurückholen zu müssen, empfinde ich das als Blamage. Unda was das Finger davon lassen angeht, habe ich ja schon geschrieben, daß ich von dem Auktionsvergabeverfahren als Techniker nicht viel halte.
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[2.2] Gerhard999 antwortet auf Wolfsblut
18.10.2000 11:03
Ich glaub Ihr habt das was nicht ganz verstanden !!!
Nachdem Debitel bei der Auktion ausgestiegen ist, hat
Mannesmann angedeutet die Auktion zu beenden. Die Dt. Telekom spielte aber nicht mit und wollte noch einen Anbieter ausbooten um 3 Freuqenzblöcke zu ersteigern. Erst als es dann sogar der Telekom zu teuer wurde, gaben sie sich mit 2 Blöcken zufrieden.
Ich finde es ein Unverschämtheit, dass ein Unternehmen welches noch mehrheitlich dem Staat gehört, den Preis um 30 Milliarden DM in die Höhe zu treiben. Übrigens das sind Gelder was wir alle jahrelang an die Telekom für überteuerte Festnetzgespräche und Handygebühren bezahlt habt. Erst Anbieter wie E-plus oder Viag haben die Gebühren auf diesen Stand gebracht wie sie momentan sind.
Drum kann ich auch gut Verstehen, dass Viag nicht gut auf die Telekom zu sprechen ist und nun das Geld vom Staat wieder zurückhaben will.
Noch nebenbei erwähnt, Viag hat im letzten Jahr 1300 Arbeitsplätze geschaffen, Telekom hat 5000 abgebaut !! Mit den 30 Milliarden die zuviel bezahlt wurden, hätte man viele Arbeitsplätze schaffen können. Aber so müssen die kleineren TK-Anbieter Angst haben, irgendwann von den immensen Zinsen (1 Mrd/Jahr) aufgefressen zu werden.
Und im übrigen zahlt der Verbraucher die Kosten, also wieder wir, denn von den 100 Mrd, welche der Staat nun mehr in den Kassen hat, werden wir wahrscheinlich nie wieder etwas sehen.

Gruß
Gerhard
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[2.2.1] Sehe ich genauso
Telefonitis antwortet auf Gerhard999
18.10.2000 13:09
Mahlzeit!

Muß übrigens schon ein schlimmer Schelm sein, der sich was dabei denkt, wenn ein Unternehmen, das sich nicht nur überwiegend im Staatsbesitz befindet, sondern von seinem Eigentümer in erheblichen Bereichen gegen den üblen Druck des Wettbewerbs geschützt wird (Ortsbereich) für diesen Haupteigentümer in der Auktion einige zig-Milliarden mehr herausholt. Dabei stellt sich nur die Frage, ob der Vorstand nach Aktienrecht nicht auch die Interessen der anderen Aktionäre zu berücksichtigen gehabt hätte - die möglichen Interessen von *KUNDEN* brauchen einen Vorstand eh' nicht zu interessieren.

Gruß
R.
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[2.2.2] irmel antwortet auf Gerhard999
18.10.2000 13:21
Jetzt geht hier aber Einiges durcheinander, was ich gerne - etwas überspitzt - kommentieren möchte:

Erstens ist gegen das "Ausbooten" nichts einzuwenden. So grausam ist nun einmal die (Markt-)Wirtschaft. Ich verlange ja auch nicht mein Geld von der Telekom zurück, nur weil ich jetzt kein Geld mehr in der Tasche habe, was ich damals in ihre Aktien voller Hoffnung gesteckt habe, deren Kursverlauf jeder kennt. (Vielleicht kann man ja die Mobilcom bitten, wenn sie mit ihrer Klage durch ist?)

Zweitens kann ich das Verhalten von Viag und Mobilcom nicht verstehen und befürchte durch diese Aktionen (gerade bei Mobilcom) einen erheblichen Imageschaden für sie. Es würde mich nicht wundern, wenn in angemessener Frist dort auch aufgrund nachgewiesener Unprofessionalität jemand seinen Hut nehmen würde - und das sollte nicht nur für den Vorstand allein gelten.

Drittens ist das Arbeitsplatzargument falsch und geht wohl eher in eine politisch-ideologische Richtung. Der Markt könnte jetzt nur neu aufgeteilt werden - wo die Arbeitsplätze entstehen, ist dabei unerheblich. Als Konsument will ich doch keinen Anbieter, der mächtig Personal aufstockt, da dies doch erhebliche Auswirkungen auf die Kostenstruktur hat!

Viertens: Selbstverständlich zahlt der Verbraucher immer die Zeche - sei es durch zu hohe Telefongebühren oder einknickende Aktienkurse. "Das Geld, was der Staat nun mehr in den Kassen hat, werden wir..." allerdings wiedersehen! - durch stärkere Investitionen, niedrigere Abgabenlast und was unseren politischen Vordenkern noch so alles einfällt. Wenn Sonny-Ron und Mann-ist-Mann die UMTS-Nutzungsgebühren zu hoch ansetzen (absprechen?), wird eben erst einmal nix aus deren Investitionen. Das reimt sich übrigens auf ein uraltes System, welches sich genau aus diesem Grund in Deutschland im Gegensatz zu Frankreich auch nicht durchsetzen konnte - BTX!