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wenn dann alle oder keiner


27.01.2010 11:38 - Gestartet von cf
Also ich finde sie sollten entweder Call-by-Call für ALLE Vollanschlüsse zur Pflicht machen oder in den Skat drücken.

Chris
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[1] h0tIc3 antwortet auf cf
27.01.2010 12:00
Ich schließe mich meinem Vorredner absolut an.
Ich denke auch das nicht nur die Telekom IMMER die ...Karte ziehen sollte, sondern das auch Kunden anderer Anbieter eine Möglichkeit bekommen sollen diese Vor-Vorwahlen nutzen zu können. Denn immerhin sind durch solche Maßnahmen die Betreiber solcher Dienste deutlich im Nachteil und eingeschränkt mit Ihren Verdienstmöglichkeiten. Denn es können ja nur Telekom Kunden diese günstigen Nummern benutzen und nicht jeder der einen Telefonanschluß hat.

Greetz
h0tic3
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[1.1] Telly antwortet auf h0tIc3
27.01.2010 12:09
Ich denke auch das nicht nur die Telekom IMMER die ...Karte ziehen sollte, sondern das auch Kunden anderer Anbieter eine Möglichkeit bekommen sollen diese Vor-Vorwahlen nutzen zu können.

Aus Kundensicht ist es völlig in Ordnung, es so zu sehen.

Doch soweit ich das mitbekommen habe, müssen "andere Anbieter" generell kein Call by call anbieten. Also sind sie jetzt auch nicht betroffen.

Im vorliegenden Fall geht es ja darum, dass die Telekom nach und nach ihr gesamtes oder zumindest den größten Teil ihres Netzes auf internetbasierte Telefonie (NGN oder wie auch immer) umstellt - und genau diese Umstellung dazu verwenden möchte, künftig kein Call by Call mehr anbieten zu müssen.

Dem wurde jetzt glücklicherweise einen Riegel vorgeschoben.

Ich und viele andere haben keinerlei Möglichkeiten, einen anderen Vollanschlussanbieter als die Telekom zu nutzen. Wenn man nun also das Netz umstellt, wird man von mir die gleiche Grundgebühr verlangen und will mir gleichzeitig auch noch Call by Call verbieten. Das darf nicht sein.

Hätte ich die Möglichkeit, einen anderen Vollanschlussanbieter zu wählen - dann hätte ich die Wahl:

Anderer Anbieter mit der Konsequenz, dass kein Call by Call mehr geht - oder T-Home mit Call by Call.

Telly
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[2] rotella antwortet auf cf
27.01.2010 12:07
Benutzer cf schrieb:
Also ich finde sie sollten entweder Call-by-Call für ALLE Vollanschlüsse zur Pflicht machen oder in den Skat drücken.

Wir hatten ja schon mal vor einiger Zeit die Definition von marktbeherrschender Stellung gesucht, aber auch keine feste Prozentangabe gefunden.
Alle Anbieter mit marktbeherrschender Stellung müssen ja CbC anbieten, diese sind z.Zt. nur die Telekom. Wenn der Kundenabfluss so weiter geht, wird sie es eines Tages nicht mehr sein und auch keine CbC-Verpflichtung mehr haben.

Warum sich ein Telekomkunde freiwillig eine VoIP-Anschluss statt eines echten Telefonanschlusses schalten sollte, ist mir allerdings schleierhaft, immerhin kann die Telekom als einzige überall echte Telefonanschlüse schalten.

Allerdings verstehe ich nicht, wieso die Verfügung auch für Congstar gilt, es ist doch ein eigenes Tochterunternehmen...?
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[2.1] Telly antwortet auf rotella
27.01.2010 12:18
Allerdings verstehe ich nicht, wieso die Verfügung auch für Congstar gilt, es ist doch ein eigenes Tochterunternehmen...?

Du gibst Dir die Anwort bereits selbst. Gelte die Regelung nicht für Congstar könnte die Telekom über ihre Tochter einfach kein Call by Call anbieten (ich glaube, im Moment bieten sie das auch nicht) und das ist wettbewerbsverzerrend.

Zugegeben, was ich jetzt sage, ist sehr weit gesponnen. Aber so wie E-plus jetzt alleine in Base aufgeht so könnte die Telekom auch dran arbeiten, dass alles in Congstar aufgeht.

Ich finde die Regelung richtig.

Telly
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[2.2] Kai Petzke antwortet auf rotella
27.01.2010 18:03
Benutzer rotella schrieb:

Wir hatten ja schon mal vor einiger Zeit die Definition von marktbeherrschender Stellung gesucht, aber auch keine feste Prozentangabe gefunden.
Alle Anbieter mit marktbeherrschender Stellung müssen ja CbC anbieten, diese sind z.Zt. nur die Telekom.

Die Frage ist hier, wie man "Markt" definiert. Die Tendenz der Regulierung ist derzeit, immer feiner zu untergliedern, und zum Beispiel auch die Märkte der Terminierung in einzelne Netze getrennt zu betrachten. Da aber z.B. nur o2 Verbindungen zu o2-Kunden herstellen kann, unterliegen somit die Entgelte, die o2 für diese Verbindungen berechnet, der Regulierung, obwohl o2 als (von der Zahl der Kunden her) kleinster Mobilfunk-Netzbetreiber derzeit definitiv nicht als marktbeherrschend anzusehen ist.

Würde man analog die Originierungs-Märkte (Originierung = Gesprächsaufbau) betrachten, käme man sofort zum selben Schluss, dass die jeweiligen Teilnehmernetzbetreiber marktbeherrschend sind, und müsste alle Netzbetreiber zu Call by Call verpflichten, und zwar im Festnetz wie im Mobilfunk.


Und angesichts dessen, welche Mondpreise bis heute für Auslandsgespräche nicht nur von den Mobilfunkern, sondern z.B. auch von Kabelnetzbetreibern an deren "Festnetzanschlüssen" berechnet werden, ist eine solche generelle CbC-Verpflichtung durchaus im Sinne des Verbraucherschutzes.

Wenn der Kundenabfluss so weiter geht, wird sie es eines Tages nicht mehr sein und auch keine CbC-Verpflichtung mehr haben.

Der Marktanteil der Telekom ist im Festnetz-Bereich in den letzten Jahren sogar wieder gewachsen: CbC wird dank Flatrates weniger genutzt, und bei den Vollanschlüssen sind ebenfalls viele Kunden entnervt von 1&1 & Co. zurück zur Telekom.

Allerdings verstehe ich nicht, wieso die Verfügung auch für Congstar gilt, es ist doch ein eigenes Tochterunternehmen...?

Weil sonst könnte die Telekom sofort alle Kunden auf ein Tochterunternehmen auslagern und sich so der Regulierung entziehen. Deswegen gelten Kartellentscheidungen immer für komplette Konzerne.


Kai
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[2.2.1] kamischke antwortet auf Kai Petzke
27.01.2010 22:06

einmal geändert am 27.01.2010 22:14
Benutzer Kai Petzke schrieb:

Der Marktanteil der Telekom ist im Festnetz-Bereich in den letzten Jahren sogar wieder gewachsen: CbC wird dank Flatrates weniger genutzt, und bei den Vollanschlüssen sind ebenfalls viele Kunden entnervt von 1&1 & Co. zurück zur Telekom.
...
Kai

Das der Marktanteil der Telekom im Festnetz-Bereich wieder gewachsen sein soll halte ich für ein Gerücht, ansonsten könnte man die BnetzA vermutlich auch gleich abschaffen.
"... beim Blick auf den Gesamtmarkt wird sehr deutlich, das die Wettbewerber weiterhin der Telekom Marktanteile abnehmen.
Der Zuwachs der Wettbewerber an den Festnetzminuten liegt bei 2 Prozent und steigt von 381 Mio. Minuten auf 389 Mio. Minuten am Tag.
Im Gegenzug sinkt der Anteil an Festnetzminuten der Telekom von 285 Mio. auf täglich nur noch 260 Mio. Minuten.
Damit beträgt der Anteil der Telekom bei den Festnetzminuten nur noch 40 Prozent - upps."

https://www.teltarif.de/forum/s32707/49-5.html

Laut der 11.Studie zur Telekommunikation 2009 von VATM steigen die Umsätze der Wettbewerber im Festnetz ggü. 2008 um 400 Mio. EUR auf 14,4 Mrd. EUR.
Im Gegenzug sinken die Einnahmen der DT um 1,5 Mrd. EUR auf 19,8 Mrd. EUR.

http://tinyurl.com/Gesamtumsatz-2009

http://tinyurl.com/Festnetzumsatz-2009

Gruß Kamischke
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[2.2.2] klausg antwortet auf Kai Petzke
01.02.2010 08:22
Benutzer Kai Petzke schrieb:
Würde man analog die Originierungs-Märkte (Originierung = Gesprächsaufbau) betrachten, käme man sofort zum selben Schluss, dass die jeweiligen Teilnehmernetzbetreiber marktbeherrschend sind, und müsste alle Netzbetreiber zu Call by Call verpflichten, und zwar im Festnetz wie im Mobilfunk.


Und angesichts dessen, welche Mondpreise bis heute für Auslandsgespräche nicht nur von den Mobilfunkern, sondern z.B.
auch von Kabelnetzbetreibern an deren "Festnetzanschlüssen" berechnet werden, ist eine solche generelle CbC-Verpflichtung durchaus im Sinne des Verbraucherschutzes.

Kai


Hallo, Kai,

gut erläutert. Sehe ich auch so. Korrekt wäre in der Schlussfolgerung dieses Richterspruchs dass alle Anbieter
Tarife mit Call by Call anbieten müssen.

Oder der Telekom wird erlaubt verschiedene Tarife, einmal mit Call by Call und einmal ohne Call by Call anzubieten.

Klaus
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[3] klausg antwortet auf cf
01.02.2010 08:18
Benutzer cf schrieb:
Also ich finde sie sollten entweder Call-by-Call für ALLE Vollanschlüsse zur Pflicht machen oder in den Skat drücken.

Chris

Denke ich auch: Korrekt wäre, wenn alle Unternehmen die wie Alice, 1&1 .... dann bei einem Vollanschluss Call by Call
anbieten müssen.

Manchmal sind die Richter nicht ganz richtig..........

Klaus