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Betrug?


01.09.2008 17:47 - Gestartet von monopol76
Zitat teltarif:

"Die Testanordnung: Ein unverdächtiger Standard-Brief mit unserer Redaktions-Adresse, oben rechts mit einem frei erfundenen, aber dem in unserem ersten Test benutzten (und gültigen) Porto-Ziffern-Block sehr ähnlichen Zahlencode."

Die Test´s von Teltarif in allen Ehren. Aber hier seid ihr vermutlich etwas zu weit gegangen.

Bin zwar kein Jurist, aber ich denke teltarif hat sich mit diesem Test des Betruges nach § 263 StGB schuldig gemacht.
Es wurde hier wissentlich ein falscher Code auf einen Briefumschlag geschrieben, mit dem Ziel diesen kostenfrei dem Empfänger zuzustellen. Teltarif gibt dies auch ganz offen in dem veröffentlichten Artikel wieder.

In §263 (1) StGB heißt es:

"Wer in der Absicht, sich oder einem Dritten einen rechtswidrigen vermögensvorteil zu verschaffen, das Vermögen eines anderen dadurch beschädigt, dass er durch Vorspiegelung falscher oder durch Entstellung oder Unterdrückung wahrer tatsachen einen Irrtum erregt oder unterhält, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft."
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[1] PeterSimlock antwortet auf monopol76
01.09.2008 18:35
Benutzer monopol76 schrieb:



In §263 (1) StGB heißt es:

"Wer in der Absicht, sich oder einem Dritten einen rechtswidrigen vermögensvorteil zu verschaffen, das Vermögen eines anderen dadurch beschädigt, dass er durch Vorspiegelung falscher oder durch Entstellung oder Unterdrückung wahrer tatsachen einen Irrtum erregt oder unterhält, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft."

.... und in §263 (2) StGB heißt es:
Der Versuch ist strafbar.

;)

Gruß
Peter
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[1.1] t.maihess antwortet auf PeterSimlock
01.09.2008 18:47
Mein Gott was ein "Deutscher" Schwachsinn
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[1.1.1] hotte70 antwortet auf t.maihess
01.09.2008 19:47
Benutzer t.maihess schrieb:
Mein Gott was ein "Deutscher" Schwachsinn

Ja, und als nächstes sehe ich es schon kommen:

Irgend ein Wichtigtuer wird die Staatsanwaltschaft über das Vorgehen von teltarif informieren bzw. Anzeige erstatten.

Würde mich zumindest nicht überraschen......
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[1.1.1.1] monopol76 antwortet auf hotte70
01.09.2008 19:57

einmal geändert am 01.09.2008 20:02
Was wäre falsch daran?

Nichts!

Falsch ist, geltendes Recht nicht zu respektieren bzw. Unrecht zu verharmlosen.

Viele werden meinen, es handelt sich hier um einen Kavaliersdelikt bzw. wollen das Unrecht nicht einsehen. Das sind vermutlich auch die Leute, die bei einer Preiserhöhung von 2 cent/min. ohne Info an den Kunden, zum Anwalt laufen.

Würde in meinen ersten Ausführungen sogar soweit gehen und behaupten man könne in dem Artikel eine Aufforderung zum Nachahmen erkennen. Das wäre dann Anstiftung zum Betrug.
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[1.1.1.1.1] Fanta antwortet auf monopol76
01.09.2008 21:00
Benutzer monopol76 schrieb:


Würde in meinen ersten Ausführungen sogar soweit gehen und behaupten man könne in dem Artikel eine Aufforderung zum Nachahmen erkennen. Das wäre dann Anstiftung zum Betrug.

Den Artikel hatte ich gar nicht gelesen, aber Dank deiner Beiträge habe ich jetzt eine Idee...

Fanta
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[1.1.1.1.2] ChrisRenucci antwortet auf monopol76
01.09.2008 23:16
Benutzer monopol76 schrieb:
Was wäre falsch daran?

Nichts!

Falsch ist, geltendes Recht nicht zu respektieren bzw. Unrecht zu verharmlosen.

Viele werden meinen, es handelt sich hier um einen Kavaliersdelikt bzw. wollen das Unrecht nicht einsehen. Das sind vermutlich auch die Leute, die bei einer Preiserhöhung von 2 cent/min. ohne Info an den Kunden, zum Anwalt laufen.

Würde in meinen ersten Ausführungen sogar soweit gehen und behaupten man könne in dem Artikel eine Aufforderung zum Nachahmen erkennen. Das wäre dann Anstiftung zum Betrug.



Du kleiner Pedant... Ich habe die Post auch gerade mit einer erfunden Zahlenkombi reingelegt, willst du mich jetzt verklagen?

Wenn eine große Firma solche Fehler im System hat, dann nutzt man sowas halt aus... Ich meine wenn beim Laden 0 Euro beim Jughurt steht und die Kasse das auch noch so registriert, dann werde ich doch nicht an der Kasse rumbetteln, dass ich meine 1,50 Euro bezahlen darf...


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[1.1.1.1.2.1] Gerhard1011 antwortet auf ChrisRenucci
01.09.2008 23:22




Du kleiner Pedant... Ich habe die Post auch gerade mit einer erfunden Zahlenkombi reingelegt, willst du mich jetzt verklagen?

Wenn eine große Firma solche Fehler im System hat, dann nutzt man sowas halt aus... Ich meine wenn beim Laden 0 Euro beim Jughurt steht und die Kasse das auch noch so registriert, dann werde ich doch nicht an der Kasse rumbetteln, dass ich meine 1,50 Euro bezahlen darf...


Das ist ein riesen unterschied !!! In dem Postwertzeichen Fall machst Du das jetzt weil Du es weist. Also Betrügst und nicht gutgläubig bei der Tat gewesen bist. Hört sich blöd an ist halt Juristen Deutsch.Das Beispiel mit Deinem Joghurt ist ja keine Fälschung von Postwertzeichen!!!
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[1.1.1.1.2.2] arndt1972 antwortet auf ChrisRenucci
02.09.2008 16:00
Du kleiner Pedant... Ich habe die Post auch gerade mit einer erfunden Zahlenkombi reingelegt, willst du mich jetzt verklagen?

Wenn eine große Firma solche Fehler im System hat, dann nutzt man sowas halt aus... Ich meine wenn beim Laden 0 Euro beim Jughurt steht und die Kasse das auch noch so registriert, dann werde ich doch nicht an der Kasse rumbetteln, dass ich meine 1,50 Euro bezahlen darf...

Da nennt man schlicht und einfach asozial!
Am Ende bezahlen wir alle für dich mit...
Aber genau wegen solchen Schmarotzern wie Dir geht es Deutschland an vielen Stellen schlechter. Das fängt im Kleinen an und gipfelt dann in HartzIV-Betrügereien...
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[1.1.1.1.2.2.1] klaussc antwortet auf arndt1972
02.09.2008 16:22

Du kleiner Pedant... Ich habe die Post auch gerade mit einer erfunden Zahlenkombi reingelegt, willst du mich jetzt verklagen?

Fragt sich natürlich, wo Du die Grenze zum Betrug ziehen würdest?

- Wenn man den Stempel von der Marke radieren kann?

- Wenn man die Marke selber druckt?

- Wenn man selber gedruckte Marken verkauft?

- Wenn man Geldscheine selber druckt?

Würde mich wirklich interessieren.

Gruß
Klaus

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[1.1.1.1.3] carolaS antwortet auf monopol76
02.09.2008 09:25
@monopol76

Ja richtig, Du hast Recht und wir unsere Ruhe!
Krümelkacker und Besserwisser nehmen hier jetzt immer mehr überhand - und du kennst sie alle! Net? Nicht nett!
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[1.1.1.1.3.1] Marc Kessler antwortet auf carolaS
02.09.2008 09:43
Guten Morgen liebe Forenleser,

vielen Dank für die zahlreichen Hinweise auf die "106" und die Aufklärung der Zusammensetzung (55 cent + 51 cent).

Dank einiger Lesermails kenne ich nun auch das Preis- und Leistungsverzeichnis der Deutschen Post, Seite 27. ;-)


Viele Grüße

Marc Kessler
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[1.1.1.1.4] frasier antwortet auf monopol76
17.09.2008 00:16
Benutzer monopol76 schrieb:

Viele werden meinen, es handelt sich hier um einen Kavaliersdelikt ...

Man hört immer nur: "Dies (oder jenes) ist kein Kavaliersdelikt!". Gibt es denn überhaupt (noch) Kavaliersdelikte? ´Kennt jemand Beispiele? Mir fällt keines ein ...

Liebe Grüße, frasier
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[2] TEST kein Betrug
GRAFENBERG antwortet auf monopol76
01.09.2008 22:37
ES Liegt KEIN BETRUG vor.....

es war ein TEST>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>
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[2.1] Gerhard1011 antwortet auf GRAFENBERG
01.09.2008 23:19
Benutzer GRAFENBERG schrieb:
ES Liegt KEIN BETRUG vor.....

es war ein
TEST>>>>>>>>>>>>>>>
;>>>>>>>>>

Ja is klar, ich geb nen falschen fünfziger im Laden ab , nur um zu testen ob die Verkäufer das merken.
Wenn ich im Studium nicht gepennt habe, ist die Nachahmung von Postwertzeichen gleich gesetzt mit Banknotenfälschung. Wie schon richtig im ersten Beitrag geschriebn: der Versuch ist bereits eine Straftat gem. StGB.
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[2.1.1] mokuso antwortet auf Gerhard1011
02.09.2008 01:34
Was ist mit Testeinkäufern, welche im Auftrag von Firmen "unter falschen Namen" Dinge bestellen? Ist doch auch Betrug oder? Und die Firma, für die die Testperson den Auftrag ausführt, wird am besten auch noch als "Mitwisser" oder gar als "Anstiftung zum Betrug" angeklagt.

Kann irgendwie die Aufregung nicht verstehen.

Wenn stern tv / Spiegel TV und wie die ganzen Magazine heißen mit versteckter Kamera und gefälschten Zugangskarten in Fremde Hotelzimmer einbrechen um aufzudecken, dass manche Hotels unsicher sind, schreit ihr dann vor dem Fernseher auch, Kamaramann und Regisseur, diese "Einbrecher" sofort ab ins Kitchen???

Die Deutsche Post sollte froh sein, dass Presseleute so manche Lücken aufdecken.

Und noch ein Tipp an Redakteur Kessler:

Mache einen Nachtrag im Artikel und schreibe:

"Natürlich haben wir vor dem Test Briefmarken im Wert der Testsendugen gekauft und diese entwertet in dem wir sie ohne zu versenden zerrissen.
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[2.1.1.1] wernerd antwortet auf mokuso
02.09.2008 04:28
Betrug setzt im subjektiven Tatbestand eine Bereicherungsabsicht und einen damit verbundenen Vermögensvorteil voraus. Dieser ist in einem solchen Test kaum zu erkennen, da man den Transport eines Schriftstücks zu sich selbst veranlasst, in dessen Besitz man ohnehin schon gewesen ist.

Fraglich ist jedoch, ob es sich bei einer solchen Ziffernfolge um eine Urkunde handelt, ich würde dies jedoch ablehnen.

Grüße
Werner
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[3] Topini antwortet auf monopol76
02.09.2008 08:19

einmal geändert am 02.09.2008 08:23
Hallo,

also so gratis wie das in diesem Fall erstmal ausschaut, ist es gar nicht. Die "106" auf dem Brief bedeuten 106 cent und setzen sich aus Porto 55 cent plus eine Gebühr von 51 cent zusammen, die bei unzureichend frankierten Briefen erhoben wird. In dem Fall war die Postfrau nur zu faul, dass Geld einzutreiben. Es handelt sich also in keinem Fall um Betrug. Aber ob es jetzt ein Nachspiel für die Postfrau/den Postmann hat, die ihren Arbeitgeber betrogen hat, da sie Geld nicht eingetrieben hat, ist wohl offen ;o)

Tschüss
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[3.1] Gerhard1011 antwortet auf Topini
02.09.2008 13:04
Benutzer Topini schrieb:
Hallo,

also so gratis wie das in diesem Fall erstmal ausschaut, ist es gar nicht. Die "106" auf dem Brief bedeuten 106 cent und setzen sich aus Porto 55 cent plus eine Gebühr von 51 cent zusammen, die bei unzureichend frankierten Briefen erhoben wird. In dem Fall war die Postfrau nur zu faul, dass Geld einzutreiben. Es handelt sich also in keinem Fall um Betrug. Aber ob es jetzt ein Nachspiel für die Postfrau/den Postmann hat, die ihren Arbeitgeber betrogen hat, da sie Geld nicht eingetrieben hat, ist wohl offen ;o)

Tschüss

Das mag wohl so sein, aber eine Banknote oder eine Briefmarke (Ist Juristisch das selbe) nachzumachen oder gar zu fälschen, ist halt leider (auch nur der versuch) Strafbar.
Das hat rein gar nichts mit Testeinkäufen usw. zu tun. Ein fach mal die AGB´s von Stampit durchlesen. Da steht dieser Tatbestand direkt so drinnen.
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[3.1.1] wernerd antwortet auf Gerhard1011
02.09.2008 13:18

einmal geändert am 02.09.2008 13:21
Die AGBs von Stampit entscheiden zum Glück nicht darüber, ob etwas strafbar ist ;)

Wie ich oben schon geschrieben habe, ist ein Betrug zumindest bei einem Test nicht gegeben.

Davon zu unterscheiden ist eine Urkundenfälschung. Läge eine solche vor, hätte sie in der Tat nichts mit dem Test zu tun, da das bloße Anfertigen (ohne Absenden des Briefes) schon für eine Strafbarkeit gem. § 267 genügen würde. Allerdings: die Urkunde setzt unter anderem voraus, dass sie ihren Aussteller erkennbar macht. Wenn ich das richtig verstehe, muss man einfach nur eine Ziffernfolge auf den Umschlag schreiben. Dies kann jeder Trottel vorgenommen haben; die Ziffernfolge, vom Kunden aufgeschrieben, hat keine Garantiefuktion. Damit läge keine Urkunde und somit keine Strafbarkeit vor.

Grüße
Werner
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[4] kunde-bei-teltarif antwortet auf monopol76
02.09.2008 13:26
Benutzer monopol76 schrieb:
Zitat teltarif:

"Die Testanordnung: Ein unverdächtiger Standard-Brief mit unserer Redaktions-Adresse, oben rechts mit einem frei erfundenen, aber dem in unserem ersten Test benutzten (und gültigen) Porto-Ziffern-Block sehr ähnlichen Zahlencode."

Die Test´s von Teltarif in allen Ehren. Aber hier seid ihr vermutlich etwas zu weit gegangen.

Bin zwar kein Jurist, aber ich denke teltarif hat sich mit diesem Test des Betruges nach § 263 StGB schuldig gemacht. Es wurde hier wissentlich ein falscher Code auf einen Briefumschlag geschrieben, mit dem Ziel diesen kostenfrei dem Empfänger zuzustellen. Teltarif gibt dies auch ganz offen in dem veröffentlichten Artikel wieder.

In §263 (1) StGB heißt es:

"Wer in der Absicht, sich oder einem Dritten einen rechtswidrigen vermögensvorteil zu verschaffen, das Vermögen eines anderen dadurch beschädigt, dass er durch Vorspiegelung falscher oder durch Entstellung oder Unterdrückung wahrer tatsachen einen Irrtum erregt oder unterhält, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft."


So ein Quark...

Teltarif hat sich doch zuerkennen gegeben.
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Siehe hier:
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Auch Post-Sprecherin Barbara Scheil konnte dies nicht in Erfahrung bringen. Auflösung brachte das Preisverzeichnis der Post: "106" bezeichnet das eigentlich fällige Nachporto aus 55 Cent Briefentgelt und 51 Cent Strafzuschlag. Nach Aussage von Scheil werde aber ohnhin "jeder Code geprüft".
[...]

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Andere öffentliche Medien wie das Fernsehen z.B. WISO, markt im NDR, WDR-markt und so weiter, machen doch ähnliche Tests mit versteckter Kamera und geben sich danach zuerkennen.

Du als Privatperson wirst da Schwierigkeiten bekommen, weil Du das heimlich machen würdest.