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Deaktivierungsgebühr


01.07.2008 14:08 - Gestartet von spaghettimonster
Was Hansenet hier verlangt, scheint mir nach Sinn und Zweck eine verkappte Deaktivierungsgebühr zu sein. Denn fällig wird sie erst und nur im Kündigungsfall. Wenn Hansenet da mal keinen Schiffbruch erleidet.
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[1] Dibat1981 antwortet auf spaghettimonster
01.07.2008 14:23
Ist wohl nur eine Frage der Zeit, bis jemand klagt und recht bekommt...Schade, bis jetzt hat Alice (zumindest für mich) immer richtig gehandelt, aber sowas...Unverschämt.
Dann lieber offen und ehrlich 24 Monate Laufzeit vereinbaren und alle wissen Bescheid.


Benutzer spaghettimonster schrieb:
Was Hansenet hier verlangt, scheint mir nach Sinn und Zweck eine verkappte Deaktivierungsgebühr zu sein. Denn fällig wird sie erst und nur im Kündigungsfall. Wenn Hansenet da mal keinen
Schiffbruch erleidet.
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[1.1] garfield antwortet auf Dibat1981
01.07.2008 15:20
Benutzer Dibat1981 schrieb:
Ist wohl nur eine Frage der Zeit, bis jemand klagt und recht bekommt...Schade, bis jetzt hat Alice (zumindest für mich) immer richtig gehandelt, aber sowas...Unverschämt. Dann lieber offen und ehrlich 24 Monate Laufzeit vereinbaren und alle wissen Bescheid.

Nein, dann doch lieber so. Denn wenn man doch mal ungeplant umziehen muss (nicht jeder kann sein Leben auf 2 Jahre hinaus planen), kostet's bei Alice nur diese "Strafgebühr". Bei anderen Anbietern hat man Theater, besonders dann, wenn sie am neuen Wohnort kein DSL anbieten können und einen dann trotzdem nicht aus dem Vertrag raus lassen wollen.

Aber trotzdem: Alice, danke, dass Du mir die Entscheidung erleichtert hast, nun DOCH NICHT zu Dir zu wechseln, das NGN ließ mich sowieso schon zögern. Nun brauche ich nicht mehr zu überlegen.
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[2] skycab antwortet auf spaghettimonster
01.07.2008 14:58
Benutzer spaghettimonster schrieb:
Was Hansenet hier verlangt, scheint mir nach Sinn und Zweck eine verkappte Deaktivierungsgebühr zu sein. Denn fällig wird sie erst und nur im Kündigungsfall. Wenn Hansenet da mal keinen Schiffbruch erleidet.

Finde ich gar nicht schlecht. Ist vielleicht dem Kunden derzeit noch nicht gut zu kommunizieren, und es ist natürlich keine Lösung es deshalb zu verheimlichen.
Jedoch finde ich 24 Monate Laufzeit heute unrealistisch. Und deshalb bevorzuge ich eine klare Regelung für den Fall einer vorzeitigen Kündigung.
Arcor macht das ja nach viel Gezetere auch und da kostet es 100 Euro.
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[2.1] spaghettimonster antwortet auf skycab
01.07.2008 16:04
Benutzer skycab schrieb:
Jedoch finde ich 24 Monate Laufzeit heute unrealistisch. Und deshalb bevorzuge ich eine klare Regelung für den Fall einer vorzeitigen Kündigung.

Natürlich wären 24 Monate Laufzeit nichts. Richtig wäre eine Einrichtungsgebühr für alle, die Kunden nicht durch die Hintertür von einer Kündigung abhält. Damit wären zwar die Langzeitkunden schlechter gestellt, Hansenet müsste es sich aber 3x überlegen, weil es Neukunden abschreckt.

Viel interessanter fände ich es zu untersuchen, *warum* anscheinend so viele Kunden vorzeitig abwandern, und dann an den Ursachen zu arbeiten. Gibt es vielleicht Unzufriedenheit mit mangelhaft funktionierenden NGN-Anschlüssen oder einem chaotischen und unqualifizierten, weil unterbezahlten Kundenservice? Bekommt Hansenet den Anschlussübergang mit der Telekom nicht koordiniert und beide balgen sich auf dem Rücken des Leid tragenden Kunden? Die abwandernden Kunden müsste man einfach nur fragen, vielleicht gegen einen Gutschein für eine Monatsgrundgebühr, um sie vielleicht doch noch zu halten.

Es wechselt doch keiner ohne triftigen Grund, zumal das Ganze auch dem Kunden Scherereien macht. Und wer wegen 10 c Ersparnis hin- und herwechselt, an dem ist eh nichts zu verdienen, den würde ich liebend gern an die Konkurrenz abtreten. Außerdem kann die Wechselhäufigkeit so hoch nicht sein, wenn man bedenkt, dass außer Telekom und Hansenet alle lange Laufzeiten haben.
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[2.1.1] skycab antwortet auf spaghettimonster
01.07.2008 16:31

Natürlich wären 24 Monate Laufzeit nichts. Richtig wäre eine Einrichtungsgebühr für alle, die Kunden nicht durch die Hintertür von einer Kündigung abhält. Damit wären zwar die Langzeitkunden schlechter gestellt, Hansenet müsste es sich aber 3x überlegen, weil es Neukunden abschreckt.

Naja, andere Anbieter machen regulär beides. Lange Laufzeit und Einrichtungsgebühr.
Was ich mich eher frage ist, ob jetzt wo man nicht mehr so ohne weiteres kündigen kann nicht folgendes passiert. Dass nämlich mehr Leute sich rechtlich mit Alice auseinandersetzen wegen der mangelhaften Leistungen in Sachen NGN.

Viel interessanter fände ich es zu untersuchen, *warum* anscheinend so viele Kunden vorzeitig abwandern, und dann an den Ursachen zu arbeiten. Gibt es vielleicht Unzufriedenheit mit mangelhaft funktionierenden NGN-Anschlüssen

Wobei mich mal interessieren würde wieviele Leute damit tatsächlich unzufrieden sind und genau deshalb kündigen.
Weil die meisten Leute nutzen ja gerade mal ihr Telefon. Kein Fax, keine ISDN-Funktionen.
Und wenns selbst beim Telefonieren hakt, kann ich mir nicht vorstellen, dass die das in den Griff bekommen.
Was ich auch nicht verstehe ist. Warum sie nicht beim Fax mal was entschärfern indem sie etwa ein E-Mail Gateway anbieten. Wär vielen Leuten wahrscheinlich eh lieber und da könnten sie sich richtig absetzen von anderen Anbietern.

oder einem chaotischen und unqualifizierten, weil unterbezahlten Kundenservice?

Bei dem Preisdruck kein Wunder. Nur billig zählt. Was die Mitarbeiter an der Hotline verdienen - daran denkt der Durchschnittskunde nicht. Sonst würde sich der ein oder andere - vielleicht selbst unterbezahlt - natürlich mal am Kopf kratzen.


Bekommt Hansenet den Anschlussübergang mit der Telekom nicht koordiniert und beide balgen sich auf dem Rücken des Leid tragenden Kunden?

Die abwandernden Kunden müsste man einfach nur fragen, vielleicht gegen einen Gutschein für eine Monatsgrundgebühr, um sie vielleicht doch noch zu halten. Es wechselt doch keiner ohne triftigen Grund, zumal das Ganze auch dem Kunden Scherereien macht.

Ich stimme dir zu, es kann nicht um Kleinigkeiten gehen. Denke mal da sind Leute teilweise kaum unter ihrer Telefonnummer erreichbar. Irgendwas dass mehr Scherereien macht als ne Kündigung. Denke mal die NGN Problematik ist doch ganz schön massiv. Und nicht so leicht in den Griff zu bekommen.

Und wer wegen 10 c
Ersparnis hin- und herwechselt, an dem ist eh nichts zu verdienen, den würde ich liebend gern an die Konkurrenz abtreten. Außerdem kann die Wechselhäufigkeit so hoch nicht sein, wenn man bedenkt, dass außer Telekom und Hansenet alle lange Laufzeiten haben.

Ja, das stimmt wohl. Aber ein DSL-Anschluss rechnet sich auch im Idealfall (kein Missbrauch, Querulanten) vermutlich erst nach einer ziemlich langen Laufzeit, die Alice vermutlich im Durchschnitt nie erreicht hat.

Grüße
Herbert
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[2.1.1.1] sushiverweigerer antwortet auf skycab
02.07.2008 02:18

Was die Mitarbeiter an der Hotline verdienen - daran denkt der Durchschnittskunde nicht. Sonst würde sich der ein oder andere
- vielleicht selbst unterbezahlt - natürlich mal am Kopf kratzen.

Millionen Arbeitnehmer in diesem Land arbeiten zum Hungerlohn, da sind die Alice-Callcenterleute mit geschätzten 10 € Brutto/Std. noch gut dabei!

Ich würde den Job sofort machen. Man sollte mal seine Ansprüche überdenken! Die 6 Millionen real existierenden Arbeitslosen wären froh für 10 €/Std. arbeiten zu dürfen, viele wenigstens.


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[3] Reiner01 antwortet auf spaghettimonster
01.07.2008 17:53
Benutzer spaghettimonster schrieb:
Was Hansenet hier verlangt, scheint mir nach Sinn und Zweck eine verkappte Deaktivierungsgebühr zu sein. Denn fällig wird sie erst und nur im Kündigungsfall. Wenn Hansenet da mal keinen Schiffbruch erleidet.

Ich denke auch, dass sich die schöne Alice damit keinen Gefallen getan hat. Hier der konkrete Fall:
Ein Freund von mir ist seit zwei Jahren bei Alice mit dem Tarif Alice fun flat. Seit ca November hat er gewartet, dass wie in der Presse versprochen die Bestandskunden von 4000 Mbit/s auf 16000 Mbit/s hoch gestuft werden, das war ihm im Grunde nicht so wichtig. (never touch a running system) Anfang Juni angerufen, nach längerem kostenpflichtigem Gespräch irgendwann eine Auftragsbestätigung bekommen für Alice Max TIME!!!!!. Angerufen, verhandelt, Stornierung des Auftrags nicht möglich. Der Hotlinemitarbeiter war selbst nicht in der Lage zu erklären was dieser Tarif beinhaltet oder bedeutet und auf was sich das "time" bezieht.
Er wurde also letzten Monat auf einen Time-Tarif umgestellt, obwohl das nie gewollt war. Fazit: ein Tag den Router angeschaltet gelassen, 13,5 Std abgerechent..... Sofortige Umstellung durch Alice auf Flat nicht möglich.
Durch die jetzige Gebühr ist auch in diesem Fall die Firma Hansenet sicher einen Kunden losgeworden, da ab heute eine Tarifumstellung in den Tarif Alice Max flat (der ursprünglich auch beantragt wurde) eventeull diese Strafgebühr nach sich ziehen würde. Noch heute abend werden wir den Antrag bei Kabeldeutschland stellen und dann wars das bei Alice........
Un das ganze ist dann auch noch billiger.
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[4] tullux antwortet auf spaghettimonster
01.07.2008 23:57
Benutzer spaghettimonster schrieb:
Was Hansenet hier verlangt, scheint mir nach Sinn und Zweck eine verkappte Deaktivierungsgebühr zu sein. Denn fällig wird sie erst und nur im Kündigungsfall. Wenn Hansenet da mal keinen Schiffbruch erleidet.

Kann man aber auch so sehen:

- Das Anschlussentgelt wird mit der Bereitstellung erhoben und dann bis zu 24 Monate gestundet.

- Sollte der Vertrag vor Ablauf von 24 Monaten gekündigt werden, entfällt zum Kündigungstermin die Stundung.

- Sollte der Vertrag länger als 24 Monate bestehen, erfolgt der Erlass des bis dahin gestundeten Anschlussentgelts (Treueprämie).
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[4.1] spaghettimonster antwortet auf tullux
02.07.2008 14:15
Benutzer tullux schrieb:
Kann man aber auch so sehen:
- Das Anschlussentgelt wird mit der Bereitstellung erhoben und dann bis zu 24 Monate gestundet.

Auf der rein formalen Ebene schon. So ähnlich würde Hansenet wohl argumentieren.

Das Problem ist, dass es die gleiche Wirkung wie eine Deaktivierungsgebühr hat und haben soll, nämlich, dass eine frühe Inanspruchnahme des Kündigungsrechts mit Zusatzkosten bestraft wird.

Die Gerichte haben die Deaktivierngsgebühr auch deshalb gekippt, weil der Kunde keinen Nutzen von der dafür erbrachten Gegenleistung (Abschaltung) habe. Auch hier hat der Kunde zum Zeitpunkt der Kündigung, in dem die Gebühr fällig wird, keinen Nutzen von der früheren Anschaltung, denn offenbar will er es nicht mehr nutzen. Und zwar, wenn man den Capital-Bericht https://www.teltarif.de/forum/s30461/3-5.html glauben darf, vor allem aus Gründen, die Hansenet selbst zu vertreten hat. Erst den Vertrag nicht erfüllen und dann noch die Hand dafür aufhalten.

Es darf nicht wahr sein, dass bei 50% das Telefonieren nicht richtig funktioniert, dass Hansenet das weiß und dass das einzige, was man dagegen unternimmt, eine Erschwerung der Kündigung ist. Ich glaube, die haben ein italienisches Weinchen zuviel getrunken.
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[5] Christian_Wien antwortet auf spaghettimonster
04.07.2008 13:24
Benutzer spaghettimonster schrieb:
Was Hansenet hier verlangt, scheint mir nach Sinn und Zweck eine verkappte Deaktivierungsgebühr zu sein. Denn fällig wird sie erst und nur im Kündigungsfall. Wenn Hansenet da mal keinen Schiffbruch erleidet.


In dieser Form ist es rechtlich nicht zu beanstanden.
Es handelt sich korrekterweise auch nicht um eine (vom BGH verbotene) Deaktivierungsgebühr, sondern um einen (freiwilligen) Erlaß des Anschluß- bzw. Bereitstellungsentgelts, der eben an die Bedingung geknüpft ist, daß du dafür den Anchluß mindestens 24 Monate behalten mußt.

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[5.1] softwork antwortet auf Christian_Wien
05.07.2008 13:25
Benutzer Christian_Wien schrieb:
Es handelt sich korrekterweise auch nicht um eine (vom BGH verbotene) Deaktivierungsgebühr, sondern um einen (freiwilligen) Erlaß des Anschluß- bzw.
Bereitstellungsentgelts, der eben an die Bedingung geknüpft ist, daß du dafür den Anchluß mindestens 24 Monate behalten mußt.

Teltarif behauptet (übrigens als einziger), >>HanseNet bindet jetzt aber bestehende DSL-Kunden durch eine Art "Strafgeld" bei einem Wechsel zu einem anderen DSL-Anbieter fester an sich.<<

Für welche Bestandskunden gilt denn das, und wo steht das? In meinen Vertragskonditionen ("Neukunden-Aktion bis 30.06.2007") steht klipp und klar "0,- Euro Einrichtungspreis", und das ist an keine Konditionen gebunden. Versprochen ist versprochen.

Die alte Preisliste hab ich übrigens hier noch aufgetrieben:
http://internet.radio.free.fr/webarchive-08.06.2007/preise_alicelight_npk_u.pdf

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[5.2] garfield antwortet auf Christian_Wien
09.07.2008 11:17
Benutzer Christian_Wien schrieb:

In dieser Form ist es rechtlich nicht zu beanstanden. Es handelt sich korrekterweise auch nicht um eine (vom BGH verbotene) Deaktivierungsgebühr, sondern um einen (freiwilligen) Erlaß des Anschluß- bzw.
Bereitstellungsentgelts, der eben an die Bedingung geknüpft ist, daß du dafür den Anchluß mindestens 24 Monate behalten mußt.

Wahrscheinlich sieht das selbst Alice nicht so optimistisch.
Die Aufgabe dieser Strafgebühr entspricht vielleicht nicht ihrer Nettigkeit, sondern sie wollen es wohl nicht darauf ankommen lassen, ob Deine Argumentation auch der Richter bei einer eventuellen Klage so sieht.

Denn genausogut kann man argumentieren, dass diese Gebühr kein Bereitstellungsentgelt im eigentlichen Sinne ist, da es eben nicht mit der Bereitstellung erhoben wird, sondern bei einer (vorzeitigen) Kündigung, die mit der Bereitstellung nichts zu tun hat und daher diese Verknüpfung (Bedingung) für unzulässig erklärt werden könnte.
Na wie es aussieht, werden wir das nun nicht erfahren ;-)