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GEZ-Gebühr ist wie eine Steuer!


25.09.2008 23:08 - Gestartet von MGrotegut
Weil heutzutage praktisch jeder Radio, Fernseher und Computer hat.

Und sie ist viel zu hoch! Ich kenne den ein oder anderen, der deswegen nicht an die Gebühreneintreiberzentrale zahlt.

Private Fernsehsender finanzieren sich durch Werbung.
Ö-R Fernsehsender kassieren Werbeeinnahmen und die hohen GEZ-Gebühren! Das ist unfair!!! Entweder - oder!

Mein Professor für Wirtschaft vertrat außerdem die These, dass alles, das der Staat macht im Vergleich zu Privaten ineffizient sei!
Ich denke, ich gebe ihm recht.

GEZ-Gebühr: Weg damit!
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[1] chrschn antwortet auf MGrotegut
26.09.2008 11:35
Also erstens machen die Werbeeinnhamen der ÖR nur einen sehr, sehr kleinen Bruchteil der Einnahmen aus. Ich glaube unter 5%. Hauptsächlich werden die für die Refinanzierung der Bundesliga und der "seichten" Programme am Vorabend genutzt. Außerdem dürfen die ÖR gerade mal 30 Minuten am Tag werben - und das auch nur in der Zeit zwischen 16 und 20 Uhr. Und auch nur Mo-Sa.
Der werbeanteil ist also bei Licht betrachtet völlig zu vernachlässigen.

Zweitens: Kein Steuer-Euro fließt in die ÖR - und das ist auch gut so. Denn damit sind sie nicht nur gegenüber der (Werbe)Wirtschaft sondern auch gegenüber der/den Regierung/en der Länder und es Bundes unabhängig (in den Rundfunkräten sitzen ja viele verschiedene Interessen, die sich somit ausbalancieren und eine echt ausgewogene Berichterstattung ermöglichen).

Drittens: Dass die Privatwirtschaft so viel effizienter und effektiver wirtschaften könnte, als staatliche Stellen, beweist gerade mal wieder der amerikansiche Privatbanken-Sektor. So pauschal das eine (Staat kann nix) falsch ist, so pauschal (der Staat kann alles) ist auch das andere falsch. Es kommt immer auf die beteiligten Personen und die Anreizsysteme an. Und die können sowohl im gesellschaftlichen Bereich, wie auch im Privatbereich gut oder schlecht sein. Mir ist aber dennoch die demokratische Kontrollmöglichkeit im staatlichen Bereich deutlich lieber, als die undurchsichtigen Strukturen im Privatbereich...

Und noch was: Die ÖR sind keine staatlichen Institutionen, vielmehr sind sie unabhängige Einrichtungen, wie bspw. die öffentlich-rechtlichen Sparkassen - und zu denen hat Dein ach-so-toller Wirtschafts-Prof ja hoffentlich eine objektivere Meinung...
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[1.1] MGrotegut antwortet auf chrschn
27.09.2008 05:13
Langes Posting, klasse, dass Du Dir die Mühe gemacht hast!
Aber: Die Länge allein macht es auch nicht richtiger.

Benutzer chrschn schrieb:
Also erstens machen die Werbeeinnhamen der ÖR nur einen sehr, sehr kleinen Bruchteil der Einnahmen aus. Ich glaube unter 5%. Hauptsächlich werden die für die Refinanzierung der Bundesliga und der "seichten" Programme am Vorabend genutzt. Außerdem dürfen die ÖR gerade mal 30 Minuten am Tag werben - und das auch nur in der Zeit zwischen 16 und 20 Uhr. Und auch
nur Mo-Sa.
Der werbeanteil ist also bei Licht betrachtet völlig zu vernachlässigen.

Wenn das so wäre, dann könnten die Ö-R-Anstalten ja beruhigt "auf diesen kleinen" Teil verzichten. Damit würde einer der wichtigsten Kritikpunkte (die Doppelfinanzierung durch Werbung + Gebühren) gegenstandlos.
Es ist zutreffend, dass die ÖR-Sender sonntags ein gesetzliches Werbeverbot haben. Aber warum erscheint dann jeden Sonntag vor dem Tatort die Krombacher-"Werbung"?
Weil es als "Sponsoring" deklariert wird und damit das "Werbeverbot" umgangen wird. Für den Betrachter ist es egal, wie es heißt, er sieht einen kommerziellen Spot.
Wann kommen die Leute nach hause, nach der Arbeit? Und schalten erstmal den FS ein zum Abschalten?
Wen interessiert Werbung um 2 Uhr nachts? Oder um 10 Uhr morgens?
Der ÖR hat sich schon die für wirksame Werbung geeignetste Zeit (16 - 20 Uhr) gesichert!

Zweitens: Kein Steuer-Euro fließt in die ÖR - und das ist auch gut so. Denn damit sind sie nicht nur gegenüber der (Werbe)Wirtschaft sondern auch gegenüber der/den Regierung/en der Länder und es Bundes unabhängig (in den Rundfunkräten sitzen ja viele verschiedene Interessen, die sich somit ausbalancieren und eine echt ausgewogene Berichterstattung ermöglichen).

In den Rundfunkräten sitzen meistens Politiker.
Und auch wenn die GEZ-Gebühr per Definition keine Steuer ist, sie wirkt jedoch so (Zwangsabgabe ohne direkten Anspruch auf Gegenleistung).
Steuern treffen auch nur die jeweiligen Betroffenen (weil es hier keine Kopfsteuer gibt).
Die GEZ-Gebühr muss jeder Besitzer von Computern, Radioempfänger (auch im Handy) und Fernsehern bezahlen.
Wer in Deutschland hat denn keines davon? Das wirkt doch wie eine Steuer, auch wenn es "Gebühr" heißt!

Drittens: Dass die Privatwirtschaft so viel effizienter und effektiver wirtschaften könnte, als staatliche Stellen, beweist gerade mal wieder der amerikansiche Privatbanken-Sektor. So pauschal das eine (Staat kann nix) falsch ist, so pauschal (der Staat kann alles) ist auch das andere falsch. Es kommt immer auf die beteiligten Personen und die Anreizsysteme an. Und die können sowohl im gesellschaftlichen Bereich, wie auch im Privatbereich gut oder schlecht sein. Mir ist aber dennoch die demokratische Kontrollmöglichkeit im staatlichen Bereich deutlich lieber, als die undurchsichtigen Strukturen im Privatbereich...

Anderes Beispiel: Guck Dir mal in Düsseldorf die beiden Bahngesellschaften an (Rheinlandbahn etc.). Eine davon ist privat organisiert, die andere öffentlich-rechtlich.
Und nun rate mal, welche von den beiden rental arbeitet und welche nur Verluste macht...
Die amerikanische Bankenkrise mit der GEZ zu vergleichen scheint mir etwas weit hergeholt!
Jedenfalls: Dort kam es zu einer Fehlallokation, und die Selbstreinigungskräfte des Marktes werden das schon ausgleichen.
Hoffentlich werden dort nicht wie in Deutschland (IKB, Holtzmann etc.) Steuergelder verschwendet, um Nicht-Staatliche Unternehmen zu finanzieren!

Und noch was: Die ÖR sind keine staatlichen Institutionen, vielmehr sind sie unabhängige Einrichtungen, wie bspw. die öffentlich-rechtlichen Sparkassen - und zu denen hat Dein ach-so-toller Wirtschafts-Prof ja hoffentlich eine objektivere Meinung...

Jo, dazu sagte er, dass es in keinem Bankinstitut so viele Filialen gibt wie gerade bei den Sparkassen. Denn: Diese dürfen ja keinen Gewinn machen und evtl. Verluste zahlt wieder der Steuerzahler.
Aber das ist nicht das Thema. Wir waren bei der GEZ.