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Das ist nicht der Boykott.


20.11.2008 10:31 - Gestartet von teltowlle
Die Zeit der Early-Adopters ist schon lange vorbei. Die Zeit als selbst "Volkshandys" noch eine seeehr kostspielige Angelegenheit waren, wo Qualität und Haltbarkeit einen noch größeren Stellenwert hatte, ist auch vorbei.

Aus Sicht eines technisch versierten jungen Mannes mittleren Einkommens gibt es außer der Bedienerführung (Gewohnheit + Intuitivität) keinerlei Totschlag-Argumente mehr für Nokia.

Nokia kämpft an ALLEN Fronten: im absoluten Billig-Segment gegen Billigprodukte, bei den mp3-Kiddies gegen sogenannte Walkmanhandys und andere Lifestyleprodukte und im Edelsegment gegen das Iphone und Handys der Mittbewerber, die bei der Funktionsvielfalt bereits ebenbürtig und bei der Kameraqualität sogar überlegen sind.

Das ist ein Spagat, der nicht einfach zu meistern ist. Im Modellbahnbereich werden solche Hersteller, die Einsteiger- oder Kinderprodukte herstellen, mit Liebesentzug bestraft. Mich würde es nicht täuschen, wenn das im Mobiltelefonbusiness ähnlich, wenn nicht schlimmer ist. Schließlich ist ein Mobiltelefon in manchen Kreisen, seien es Ghettokinder oder Managerfuzzys (schreibt man das so?), ein Aushängeschild, Schmuckstück.

Ich denke, dass sich die ganze Branche verändert und dass der Boykott, den manche betreiben oder glauben zu beobachten, keine nennenswerte Rolle spielt.
Die Nokiawerkschließung in Bochum hat sicherlich zu einem Großteil die Leute, die schon länger nicht mehr von Nokia überzeugt waren, zum Überdenken ihrer bis dahin unreflektierten Meinung gebracht.