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Monatlich 330.000 TAL-Schaltungen nicht ausreichend?


21.12.2007 18:31 - Gestartet von kamischke
2x geändert, zuletzt am 21.12.2007 18:37
"Die Mengenbegrenzung auf maximal 330 000 Leitungen bundesweit, die die Deutsche Telekom den Wettbewerbsunternehmen monatlich zur Verfügung stellen muss, hält der Verband jedoch für problematisch."

Wenn mich die Telekom-Zahlen jetzt nicht allzu sehr täuschen gingen im letzten Quartal 497.000 Anschlüsse verloren, also etwa die Hälfte dessen was jetzt an "budgetiertem" Planungsvolumen für die Wettbewerber vereinbart wurde.

Dennoch zeigt sich Breko über die Entscheidung wenig erfreut und hat offenbar ein Problem mit einer zielgenauen Planungsvorgabe:

"Breko wünscht sich dynamische Regelung bei Mengenbegrenzung

Auch der Breko (Bundesverband Breitbandkommunikation) bewertet die BNetzA-Entscheidung noch vorsichtig. "Die BNetzA hat das Problem anscheinend endlich als sehr ernst erkannt und wir gehen von erheblichen Änderung in der Standardvereinbarung aus", erklärt Breko-Geschäftsführer Rainer Lüddemann gegenüber Portel.de.
Allerdings liege das Risiko für zielgenaue Planung nun ausschließlich bei den Wettbewerbern.
Auch die Mengenbegrenzung auf maximal 330.000 Leitungen bundesweit, die die DTAG den Wettbewerbsunternehmen monatlich zur Verfügung stellen muss, hält der Verband für problematisch. Derzeit würden bereits 300.000 Schaltungen pro Monat benötigt. Durch diese Regelung würde die Entwicklung des Wettbewerbs von vornherein gedeckelt. „Wir hätten uns hier mehr Flexibilität und eine Verpflichtung zur Anpassung an eine dynamische Wettbewerbsentwicklung gewünscht“ so der Verbandsgeschäftsführer. " (www.portel.de)

Quelle: http://tinyurl.com/2hg6kw


Stellungnahme der Telekom zur Entscheidung der BnetzA:

"Deutsche Telekom sieht sich schon jetzt als Vorbild

"Da bislang keine Einzelheiten zu der Entscheidung vorliegen, müssen wir die Änderungen noch genau prüfen", hieß es von Seiten der Deutschten Telekom in einer ersten Stellungsnahme gegenüber Portel.de.
"Wir begrüßen aber zunächst einmal, dass der Schwarzer Peter nun auch bei Wettwerbern liegt."
Telekom-Sprecher Andreas Middel wies bei der Gelegenheit noch einmal den Vorwurf der Wettbewerber zurück, die Telekom wolle die Wettbewerber ausbremsen und verwies auf dabei auf die Anschlusszahlen im letzten Quartalsbericht:
12,0 Millionen Teilnehmeranschlüsse (27,8% mehr im Vergleich zum Vorjahr) hatte die Deutsche Telekom danach zu Ende September 2007 in Deutschland im Bestand. Davon waren rund 8,5 Millionen eigene Kunden (Retail) und rund 3,5 Millionen von Wettbewerbern wie (1&1, Freenet etc.) im Auftrag der Telekom vermarktete Teilnehmeranschlüsse.
Insgesamt rund 5,9 Millionen Teilnehmeranschlüsse (36,2% mehr als im Vorjahresvergleich) hat die Telekom für fremde Unternehmen angeschaltet.
"Wir liegen damit in Europa auf Platz 1 der TAL-Vermietungen, verglichen etwa mit Frankreich (2,6 Mio.), Italien (2,4 Mio.) oder Großbritannien (0,5 Mio.).
Und wie man sieht wachsen die Wettbewerber dabei sogar schneller als wir", betont Andreas Middel. " (www.portel.de)


Auch eine sehr interessante Fragestellung die Herr Stanossek in seinem Beitrag aufwirft:

"Höchst problematisch und des Pudels Kern in diesem ganzen Spiel: Wie weit ist dem Techniker vor Ort bei der Schaltung vorgegeben, welchen eigenen oder welchen Wettbewerber-Anschluss er nun zuerst schalten soll, falls Anschlüsse von Wettbewerbern darunter sind, die ihr Monatskontingent schon überschritten haben. Bislang jedenfalls hatte der T-Service solche Vorgaben nicht. Nach Informationen von Portel.de arbeitet die Telekom aber auch an diesem Glied der Bereitstellungskette.

Bislang überhaupt noch nicht thematisiert - weil derzeit wohl nicht relevant - ist in diesem Zusammenhang auch die Frage, ob sich die Telekom in Rahmen der Rückgewinnung von Kunden dann selber auch Beschränkungen bei den TAL-Schaltungen auferlegen müsste. " (www.portel.de)


Gruß Kamischke

PS: Bitte Korrektur: Lediglich 5% des Bereitstellungsentgelts muß für jeden nicht übernommenen Anschluss durch den Wettbewerber an die Telekom gezahlt werden.
Quelle:
http://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2007-12/artikel-9750785.asp

Zusammenfassung: Für jeden Tag Verspätung ca. 4 EUR für den Wettbewerber (evtl. wird der dann auch an den wartenden Kunden weitergereicht ;-) ) und ca. 2 EUR an die Telekom bei Fehlplanung der Budgetmenge durch den Wettbewerber.

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[1] ger1294 antwortet auf kamischke
22.12.2007 13:10
Hallo,

Richtig, der Telekom gehen pro Quartal zwischen 500.000 und 600.000 Anschlüsse "verloren", d.h. das sind Kunden, welche den Anbieter wechseln.

Zu den TAL-Schaltungen kommen aber auch noch die Anschlüsse dazu, die direkt bei einem Wettbewerber neu geschaltet werden, d.h. ohne gleichzeitige Kündigung bei der Telekom. Weiterhin werden TAL auch für reine Datenleitungen von Unternehmen genutzt, wo oftmals 2 oder 4 TAL gebündelt werden. (SHDSL). Und die Umzüge von Anschlüssen anderer Betreiber, Änderung der Nutzungsart (rein ISDN 96U auf ISDN mit DSL 96W) bzw. Wechsel von einem Wettbewerber zu einem anderen sind bei den 330.000 Schaltungen pro Monat natürlich auch inbegriffen, nicht aber in der Zahl von 500.000 Anschlüssen, die T-Com im Quartal verliert.

Wenn man also schon 180.000 Wechsler von T-Com hat im Monat, so verbleiben gerade noch 150.000 TAL im Monat für die übrigen Geschäftsfälle der Wettbewerber, d.h. Neuanschlüsse, Umzüge, Umstiege auf DSL und Datenleitungen.

Bei einer Zunahme der Wettbewerber (Rein-DSL-schalter wie Telefonica) und des Auftragsvolumens insgesamt, da sich seit Jahren der Wechsel zum Wettbewerb beschleunigt, so stellt dies tatsächlich eine Einschränkung und Deckelung des Wachstums der alternativen Anbieter dar.

In München dauert die reine TAL-Schaltung derzeit rund 3-4 Wochen, hinzu kommen ja noch die Auftragsprozesse beim jeweiligen Provider. Das ist einfach zu lange, um gegneüber den Schaltzeiten der T-Com bei eigenen Kunden (1-2 Wochen) wettbewerbsfähig bestehen zu können.

Hinzu kommen ja ohnehin weitere Nachteile für die Wettbewerber. So schaltet die Telekom bei eigenen Kunden seit neuestem auch am Samstag,während die TAL nur Mo-Fr geliefert wird, was gerade bei Privatkunden zu einer häufigen Fehlerquoute durch Nichtantreffen führt. Diese TAL müssen dann erneut disponiert werden, wodurch natürlich die Technikerkapazität für weitere Schaltungen blockiert ist.