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In Niedersachsen?


27.07.2008 16:52 - Gestartet von IMHO
Also wenn kleine Dörfchen im Voralpenland kein Breitband haben versteh' ich, dass es technisch schwierig ist, mal eben schnell Alternativen zu finden.
Aber in einem flachen Landstrich, warum gibt es da keine bezahlbaren Lösungsmöglichkeiten mit Richtfunk oder WiMAX? Steht da wohl die Zugspitze im Weg?
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[1] rf105 antwortet auf IMHO
27.07.2008 21:08
Würdest Du ein Wimax Netz finanzieren, mit dem Wissen, dass es für das große T nur ein Fingerschnipp wäre, Dir alle Kunden mit dem ersten Tag abzugraben? Die Zugspitze wäre kein Problem, die könnte man sprengen ;-) Was in allen Bundesländern im Wege steht, ist das vorhandene Kabelnetz für Telefonie. Eine ISDN Flatrate kostet EUR 80/Monat, dafür bekommst Du 64kB/s. Ein DSL Anschluss verlangt erst mal (mehr oder weniger) Investitionen eines Anbieters, der Dir dann 1MB/s und weitere Dienste anbieten, dafür aber nur ca. 30 EUR kosten soll. Das ist ca. 16 fache Leistung für 62% weniger Einnahmen, abzgl. Vorleistungen. Das ist immer noch wirtschaftlich, aber wenn es doch so viel einfacher geht, warum etwas ändern?
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[1.1] IMHO antwortet auf rf105
27.07.2008 21:40
Benutzer rf105 schrieb:
... mit dem Wissen, dass es für das große T nur ein Fingerschnipp wäre, Dir alle Kunden ... abzugraben?

Nun ja, wenn es nur ein Fingerschnipp ist, warum macht Big_T dann das Geschäft nicht sofort?
Sicherlich (falls es möglich ist) möchte Big_T auf solche Initiativen mit verbesserten (und quersubventionierten) Konkurrenzprodukten reagieren. Also muss man vorher die Kunden an die Alternative binden, damit die nicht gleich wieder abspringen, sondern realisieren, dass das fadenscheinige T-kom-Angebot erst als Reaktion auf ihre Initative -z.B. eine mit WLAN-Richtfunk verbundene Nachfragegemeinschaft zu bilden-entstanden ist.
Nur im Grundsatz, warum ist es in einer flachen Gegend so schwierig etwas so zu basteln, mit dem man die Nachfrage bündelt, so dass man einen größeren Anschluss am nächstgelegenen Stadtrand nutzen kann? Das hat doch schon in Mittelhessen geklappt, da gibt es ein Dorf, das ca. 10km vom nächsten DSL-Anschluss entfernt liegt. Die haben mit Richtfunk erfolgreich gebastelt. Ich meine zu erinnern, dass das südlich von Alsfeld in der Umgebung von Schwalmtal geschah. Oder gibt das die Bevölkerungsdichte von Niedersachsen einfach nicht her? Dann allerdings wird es niemals eine rentable Anschlussmöglichkeit über Kabel, sei es Kupfer oder Glasfaser, geben. Entweder waagrechte Funkstrecken oder Saellit. Und Satelliten leuchten schon heute selbst Niedersachsen aus. Mich wundert das ein Breitband-Kompetenzzentrum soviel Lärm macht. Haben die die letzten Jahre geschlafen?
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[1.1.1] rf105 antwortet auf IMHO
29.07.2008 00:33
Benutzer IMHO schrieb:
Nun ja, wenn es nur ein Fingerschnipp ist, warum macht Big_T dann das Geschäft nicht sofort?
Die Antwort steht im ersten posting. Viel Geld für wenig Müh'

..abspringen, sondern realisieren, dass das fadenscheinige T-kom-Angebot erst als Reaktion auf ihre Initative -z.B. eine mit WLAN-Richtfunk verbundene Nachfragegemeinschaft zu bilden-entstanden ist.
Es wird niemanden geben, der ein überlegenes, preiswerteres Produkt ablehnen wird, egal wann und warum es plötzlich angeboten wird. Auch sind Knebelverträge etwas fragwürdig, selbst wenn es Befreiungsversuche aus der T-com Abhängigkeit wären. In einem Kaff in BW, wirklich in der Pampa, hieß es jahrelang: keine Chance! Bis plötzlich die KabelBW Angebote an die Kunden schickte. Wenige Tage später konnte auch t-com das Unmögliche möglich machen. Wunder gibt es immer wieder..!

..das die Bevölkerungsdichte von Niedersachsen einfach nicht her?
Wenn Du Basteln willst, gibt es tatsächlich Alternativen: WLAN Richtfunk ist machbar, aber Du brauchst einen verlässlichen Partner im DSL-versorgten Gebiet, Investitionskosten minimal, nachzulesen im c't Archiv, Heise Verlag.
Falls Du in <10km Entfernung einen UMTS Sender siehst, verweise ich auf die guten Erfolge von Moneysac mit Richtantenne. Ich habe gerade erst damit angefangen, die Ergebnisse sind ermutigend! Der Pferdefuß bei UMTS und Satellit bleibt die schwammige fair-use-policy und die vergleichsweise (zu DSL oder WLAN) geringe Geschwindigkeit bei höheren Kosten.
Eher professionelle Lösungen, die ganze Gemeinden erschließen könnten, sind ohne örtliche Verwaltung (Bürgermeister) und deren Koordination m.E. nicht vorstellbar. Soeben gefunden: http://www.onlinekosten.de/news/artikel/28966/0/Kreative_L%C3%B6sungen:_Breitband_f%C3%BCrs_Land
Solch ein Netzwerk ist imho wirklich eine Meisterleistung. Eine wirtschaftliche Lösung gibt es in JEDEM Fall, ob sie von den lokalen Behörden auch unterstützt wird, ist leider eher zufällig. Die großen provider werden sie aber immer zu verhindern suchen.

Haben die die letzten Jahre geschlafen?

Der Lärm entsteht nur, weil einige Politiker noch schnell Ihre Karriere-Vehikel tunen wollen. Darin sehe ich wenig Hoffnung auf Besserung, vielmehr gilt es die Gemeinde- Stadt- oder Kreisverwaltung zu überzeugen.

Satellitenlösung ist m.E. ein Experiment auf Kundenrisiko. Ein 2-Jahresvertrag mit einer unverbindlichen Leistung als Gegenstand, ein Angebot, das nur sehr halbherzig beworben wird (T-Com) oder im Test nicht überzeugen konnte (Filiago, Teltarif) oder sogar als Warnung im Forum zu finden sind, schaffen kein Vertrauen. Einer der Anbieter hat inzwischen geschlossen oder auch nicht, Yato hat aufgegeben (Teltarif), etc.