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eine gute Idee... theoretisch


03.04.2007 19:13 - Gestartet von GrößterNehmer
Grundsätzlich ist es ja eine gute Idee, wenn man anhand der Rufnummer schon sehen kann, was man da überhaupt anruft. Aber da die Bundesnetzagentur weder die Erreichbarkeit noch die Preisgestaltung vorgibt, geht das Ganze natürlich wieder in die Hose. Natürlich ist dies bei der Netzagentur bekannt, und es stellt sich die Frage, warum dieses nicht mitreguliert wird. Vermutlich mangelt es einfach an Interesse.

Was ist die Konsequenz? Derartige Dienste, wie Mailboxen und Faxnummern werden für viele uninteressant, da man die Nummern zwar Geschäftspartnern und Freunden angeben kann. Da man sich allerdings nie sicher sein kann, dass die Nummern erreicht werden können und dann kann man es auch gleich lassen. Nichts ist peinlicher, als jemandem eine Nummer zu geben, die dann ein "kein Anschluss unter dieser Nummer" oder ähnliche Ansagen produziert. Genauso unzumutbar ist die Tatsache, dass diese Nummern häufig ein Vielfaches der Kosten für den Anruf einer Festnetznummer kosten, für eine Leistung die exakt identisch ist (aus Sicht des Anrufers). So lange die Netzagentur nicht vorgibt, dass diese Rufnummern bezüglich Kosten und Erreichbarkeit genauso wie Festnetznummern zu behandeln sind, ist die Nutzung dieser Dienste doch fast für niemanden interessant.

Die Telekom nutzt die 032er-Gasse ja seit einiger Zeit auch für ihr VoIP. Für mich hat diese tolle Neuerung den Vorteil gebracht, dass ich in meinen Telefonen für alle T-Onliner eine zusätzliche Nummer einspeichern musste, damit ich sehen kann, wer mich da gerade anruft. Bei verpassten Anrufen, darf man dann natürlich nicht einfach auf "Rückruf" drücken, da man sonst mit hohen Kosten oder überhaupt keiner Verbindung konfrontiert wird. Zwar können T-VoIP-Kunden seit kurzem wohl die eigene Festnetznummer als "Absender" angeben, aber das macht auch wenig Sinn, wenn jeder in der Familie eine eigene Nummer erhalten soll. Gerade die Telekom hätte ja eigentlich mit "guten Beispiel voran gehen" können und den Kunden Nummern aus ihrem eigenen Ortsnetz geben können.

Was ich aber überhaupt nicht verstehe, ist dass man in den Mobilfunknetzen genau den umgekehrten Weg gegangen ist. Überall soll Kostentransparenz herrschen und man soll bei jeder Nummer schon vorher wissen, wohin der Anruf geht, aber wenn ich jetzt eine 0176er Nummer anwähle, kann ich nicht sicher sein, ob ich nun 3 Cent oder knapp 60 Cent bezahle, weil die Nummer irgendwann mal portiert wurde. Zwar kann ich bei den Mobilfunkanbietern über SMS oder Anruf erfahren, in welchem Netz die Nummer geschaltet ist, aber dies ist ersten recht umständlich. Wer verbringt ernsthaft vor jedem Anruf einer neuen Nummer ca. eine Minute, um rauszufinden, in welchem Netz die Nummer läuft. Oder wenn ein Bekannter mal das Netz wechselt, wird einem dieses auf der nächsten Rechnung sicher etwas sauer aufstoßen. Außerdem sind die Angaben, in welchem Netz die Nummer geschaltet ist von seiten der Anbieter natürlich immer "ohne Gewähr". Why bother at all?

Also, liebe Bundesregulierungs­netzaufsic­htsagenturbehörde: bei der nächsten guten Idee: einfach mal seien lassen!
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[1] bholmer antwortet auf GrößterNehmer
03.04.2007 19:29
Ich frage mich, mit welchem Recht die Mobilfunk- und sonstigen Netzbetreiber die 032 Rufnummerngasse teurer machen als ein normales Ferngespräch. Die Interconnectgebühr kann doch eigentlich nicht höher sein.
Handelt es sich vielleicht doch um Reibach ?

Da sollte die Bundesnetzagentur mal reguolatorisch eingreifen.

Da ich mobil ausschließlich Vodafone benutze, kommt für mich T-Online u.ä. zu Hause mit 032 Rufnummer nicht in Frage, da gar nicht erreichbar. Da setze ich lieber auf VoIP mit Ortsrufnummer. In meinem Ortsnetz ist die Rufnummer (hier Lidl/Carpo) sogar ohne Fremdnetzbetreib­erfinanzie­rungszusat­zaufschlagsgebühr zu erreichen.

Bert