Diskussionsforum
  • 19.06.2016 11:34
    Balkonfurzer schreibt

    Wir brauchen...

    ... einen einzigen, leistungsstarken Mittelwellensender. Zentral in der Mitte von Deutschland positioniert. Mit so viel Power, dass er in jedes elektronische Gerät reinstrahlt und sogar noch mit alten Amalgan-Zahnfüllungen zu hören ist
  • 19.06.2016 20:37
    industrieclub antwortet auf Balkonfurzer
    Benutzer Balkonfurzer schrieb:
    > ... einen einzigen, leistungsstarken Mittelwellensender.
    >
    Zentral in der Mitte von Deutschland positioniert. Mit so viel
    >
    Power, dass er in jedes elektronische Gerät reinstrahlt und
    >
    sogar noch mit alten Amalgan-Zahnfüllungen zu hören ist.

    Nun, so etwas hatten wir 50 Jahre lang (den Deutschlandfunk-Langwellensender im
    Odenwald auf 153 kHz). Auch "Stimme der DDR" hatte einen solchen Langwellen-
    sender...
    Die Politiker meinten aber, diese Sender abschalten zu müssen (DLF z.B. vor 1 1/2
    Jahren). Das ist die Lage.
  • 19.06.2016 23:23
    bholmer antwortet auf industrieclub
    Benutzer industrieclub schrieb:
    > Benutzer Balkonfurzer schrieb:
    > > ... einen einzigen, leistungsstarken Mittelwellensender.
    > >
    Zentral in der Mitte von Deutschland positioniert. Mit so viel
    > >
    Power, dass er in jedes elektronische Gerät reinstrahlt und
    > >
    sogar noch mit alten Amalgan-Zahnfüllungen zu hören ist.
    >
    > Nun, so etwas hatten wir 50 Jahre lang (den
    > Deutschlandfunk-Langwellensender im
    >
    Odenwald auf 153 kHz). Auch "Stimme der DDR" hatte einen
    >
    solchen Langwellen-
    > sender...
    > Die Politiker meinten aber, diese Sender abschalten zu müssen
    >
    (DLF z.B. vor 1 1/2
    > Jahren). Das ist die Lage.

    Mal im Ernst: Wie viele regelmäßige Hörer mögen der DLF Langwellensender oder die jetzt abgeschalteten Mittelwellensender in den letzten Jahren wohl gehabt haben? Wer tut sich die Qualität wirklich noch an? Ich habe Mittelwelle zuletzt als Jugendlicher in den 70er Jahren im Urlaub im europäischen Ausland gehört. Danach nur noch über UKW. Außer ein paar Radio-DXern und anderen Interessierten, die mal rüberkurbeln und sehen ob man was hört dürften keine nennenswerten Zuschauermengen die Übertrgung vermissen.

    Warum gibt es eigentlich in Deutschland nicht sowas wie das NOAA weather radio in den USA? Dort wird auf dem 2m Band (162 MHz) ständig der Wetterbericht gesendet und viele Radios im Haushalt haben dafür einen Zweitempfänger eingebaut, der bei Alarmmeldungen die Durchsage sofort durchschaltet.

    DAB+ Notfallwarnung gibt es ja schon und viele Radios unterstützen es auch: Die Durchsagen über Falschfahrer kommen auch bei abgeschaltetem TMC durch.
  • 20.06.2016 20:30
    industrieclub antwortet auf bholmer
    Benutzer bholmer schrieb:
    > Warum gibt es eigentlich in Deutschland nicht sowas wie das
    >
    NOAA weather radio in den USA? Dort wird auf dem 2m Band (162
    >
    MHz) ständig der Wetterbericht gesendet und viele Radios im
    >
    Haushalt haben dafür einen Zweitempfänger eingebaut, der bei
    >
    Alarmmeldungen die Durchsage sofort durchschaltet.

    Ja, daran kann man gut erkennen, dass die USA mit der Langwelle (und übrigens auch der Mittelwelle: Talk Radios, Community Radios, Local Tourist Information etc.) pragmatisch - und nicht schematisch wie in DE - umgehen. Das finde ich
    klüger. Ansonsten bin ich ja durchaus DAB+-Befürworter, das wissen alle, die hier schon mal bei mir reingelesen haben...Mir geht's nur auch immer darum, auch bei
    Einführung neuer Technologien zu prüfen, ob man das (alte) Kind nicht mit dem
    Bade ausschüttet. Oft haben auch ältere analoge Technolologien (unter ganz bestimmten Aspekten) eine sehr hohe Leistungsfähigkeit oder sind z.B. in puncto
    "Datenkrake" User-freundlicher. Deshalb plädiere ich immer dafür, pragmatisch
    von Fall zu Fall zu gucken, was was leistet. Wohingegen die Politik in DE dazu
    neigt, schematisch zu entscheiden (z.B. "Wir machen nur noch in Digital.")
  • 21.06.2016 10:57
    horstchen antwortet auf industrieclub
    Mittelwellensender mit DRM wären eine gute Alternative gewesen. Auch für die Verbreitung ins Ausland. Das Deutschlandradio meinte lapidar dazu, sie hätten keinen Auftrag für internationale Verbreitung - das machte die deutsche Welle.
    Das Land wäre reich genug, dass wir alle Rundfunk über DAB+ und DRM empfangen könnten. Diese Geräte hätten dann auch für Auslandsreisen eine internationale Zukunft.
  • 21.06.2016 21:03
    industrieclub antwortet auf horstchen
    Benutzer horstchen schrieb:
    > Mittelwellensender mit DRM wären eine gute Alternative gewesen.

    Klar, MW, LW und KW mit DRM wären der Königsweg des Rundfunks. Das wissen wir DXer / Funkamateure alle...Jedenfalls für überregionale Verbreitung.
    Nur hat die Politik (in ganz Europa !!) dies offensichtlich nicht gewollt und also
    nicht unterstützt, was für sich genommen auch eine interessante Tatsache ist...
    Kann man jedenfalls mal drüber nachdenken, warum das so ist.
    Tja - und so ist die Lage dann wie sie ist: eher trist.
    Die Amis setzen da übrigens mit ihrer digitalen Mittelwelle und ihrem digitalen UKW
    (Letzteres, glaube ich, bisher noch im Versuchsstadium) auch wieder auf ein viel flexibleres, pragmatisches und vor allem abwärtskompatibles Modell...In Europa macht man aber lieber in Prinzipienreiterei ....und kleinräumiger Abschottung (z.B. durch DAB+ Gebiete.
  • 22.06.2016 09:25
    klauswegener antwortet auf bholmer
    Benutzer bholmer schrieb:
    > Benutzer industrieclub schrieb:
    > > Benutzer Balkonfurzer schrieb:
    > > > ... einen einzigen, leistungsstarken Mittelwellensender.
    > > >
    Zentral in der Mitte von Deutschland positioniert. Mit so viel
    > > >
    Power, dass er in jedes elektronische Gerät reinstrahlt und
    > > >
    sogar noch mit alten Amalgan-Zahnfüllungen zu hören ist.
    > >
    > > Nun, so etwas hatten wir 50 Jahre lang (den
    > >
    Deutschlandfunk-Langwellensender im
    > >
    Odenwald auf 153 kHz). Auch "Stimme der DDR" hatte einen
    > >
    solchen Langwellen-
    > > sender...
    > > Die Politiker meinten aber, diese Sender abschalten zu müssen
    > >
    (DLF z.B. vor 1 1/2
    > > Jahren). Das ist die Lage.
    >
    > Mal im Ernst: Wie viele regelmäßige Hörer mögen der DLF
    >
    Langwellensender oder die jetzt abgeschalteten
    >
    Mittelwellensender in den letzten Jahren wohl gehabt haben?

    Das Problem ist, dass die Mittelwelle und die Langwelle in Deutschland kein Alleinstellungsmerkmal hatten. Fast alle Sender, die auf Mittelwelle vertreten waren, gab es auch auf UKW.

    In anderen Ländern, z.B. USA, aber auch Frankreich, oder Spanien, auch in ganz Lateinamerika, ist das anders. Hier befinden sich die wortlastigen Programme im AM-Bereich, die Musik-Programme im FM-Bereich.

    In Deutschland wurde hier nie differenziert. Der DLF war Anfangs nur auf MW/LW empfangbar, hat dann aber zügig sein UKW-Netz ausgebaut.

    Bei den anderen ARD-Anstalten, z.B. WDR (800 KW Langenberg 1593 KHz), SWF (600 KW Rheinsender 1017 KHz), Europawelle Saar (1200 KW 1422 KHz) etc. diente die MW weniger der regionalen Versorgung bzw. der Schließung von UKW-Lücken, sondern der Versorgung der angrenzenden Bundesländer und des Auslands. Dieser "Auftrag", der im Grunde genommen keiner war, war irgendwann nicht mehr haltbar.

    Hinzukommt, dass das Medium Radio in Deutschland einen viel geringeren Stellenwert als in anderen Ländern hat. In Deutschland wird es hauptsächlich zur Hintergrundberieselung genutzt. In Frankreich sind z.B. die erfolgreichsten Programme die Wortprogramme, hier laufen z.B. hochkarätige Diskussionssendungen, wie sie bei uns im Fernsehen laufen, im Hörfunk und finden auf diesem Verbreitungsweg ein breites Publikum. Deshalb hat hier die Langwelle auch erstmal noch nicht ausgedient, weil dem Radio ein viel höherer Stellenwert zukommt.

  • 05.09.2016 10:55
    garfield antwortet auf bholmer
    Benutzer bholmer schrieb:
    > Mal im Ernst: Wie viele regelmäßige Hörer mögen der DLF
    >
    Langwellensender oder die jetzt abgeschalteten
    >
    Mittelwellensender in den letzten Jahren wohl gehabt haben? Wer
    >
    tut sich die Qualität wirklich noch an?

    Nun, ich zum Beispiel - und gerade weil Du die Qualität ansprichst - notgedrungen. Denn sobald ich auf dem Weg von und zur Arbeit aus der Großstadt und Sendernähe raus war, ging das Gerausche auf UKW los. Da war der DLF auf Langwelle zwar dumpf, aber tatsächlich mit deutlich weniger Störungen zu hören. Ich habe inzwischen sozusagen von Langwelle auf DAB+ "upgegraded". Was für ein Segen!
  • 08.09.2016 14:30
    tosho antwortet auf Balkonfurzer
    Benutzer Balkonfurzer schrieb:
    > ... einen einzigen, leistungsstarken Mittelwellensender.
    >
    Zentral in der Mitte von Deutschland positioniert. Mit so viel
    >
    Power, dass er in jedes elektronische Gerät reinstrahlt und
    >
    sogar noch mit alten Amalgan-Zahnfüllungen zu hören ist

    Im Prinzip ja.
    Blöd nur, dass die wenigsten noch Zahnfüllungen oder ein Radio haben, dass überhaupt noch Mittelwelle empfangen kann. Und dann muss man auch noch in der Lage sein, einen Sender einzustellen.
    Die Digitale Verbreitung ist aber wirklich ein Problem im Krisen-/Störungsfall. Wir haben hier 60 Jahre Ordnung und Frieden gehabt und keine Naturkatastrophen. Bleibt das für immer so?
    Mit der komplette durchdigitalisierung von ALLEM begeben wir uns auf sehr dünnes Eis. Alles wird mis zum Maximum ausgereizt, und man kann wahrscheinlich schon heute mit einem gezielten Hackerangriff ganze Regionen lahm legen, incl. Strom (= Wasser und Wärmeversorgung)