Diskussionsforum
  • 07.05.2014 19:55
    industrieclub schreibt

    Geburtsfehler von der Politik selbst programmiert !

    Das Hauptproblem von DAB+ ist der starre politisch-organisatorische Rahmen, den die dt. Medienpolitik diesem Übertragungsweg von Beginn an aufgedrückt
    hat! Nämlich die Verpflichtung zu bundeslandweiter oder gar bundesweiter Aus-
    strahlung (samt entsprechender Kosten!) von Beginn an. Einen so merkwürdi-
    gen organisatorisch-politischen Rahmen hat es in der bisherigen (100-jährigen)
    Radiogeschichte noch nie bei der Einführung eines neuen WELLENBEREICH-
    ES (und um nichts Anderes handelt es sich letztlich!) gegeben, mit anderen Wor-
    ten: noch nie wurden potenzielle Anbieter in der Vergangenheit von der Politik so genervt und gegängelt...Ein normales, quasi "organisches" Wachstum eines Senders (z.B. aus einer Großstadt heraus ins Umland!) - und SO war das in der Vergangenheit auch - wird über diesen ordnungspolitischen Rahmen schon im Ansatz verhindert...Im Nachhinein kommt einem das so vor, als wenn die Politi-
    er 'Angst' vor diesem neuen Wellenbereich/Medium DAB gehabt hätten (oder aber die etablierten UKW-Gewaltigen schon beim Gesetzgebungsverfahren eine zu gute Lobby...). Wie immer dem auch sei, die traurige Folge dieser Gängelung der DAB+-Anbieter ist, dass diese auch weiterhin auf Gedeih und Verderb auf
    die Politik angewiesen sind und somit - jetzt ganz "logisch" die UKW-Abschaltung
    fordern "müssen". Wo keine NORMALE, sich selbst tragende Marktentwicklung
    erlaubt wird, geht eben auch eine Weiterentwicklung nur DIRIGISTICH! So ist nun mal die "Logik" innerhalb eines solchen Systems. Arme Radiohörer Deutschlands!
    Wo statt eines Radiomarktes politisches Gezerre herrscht, lassen Absurditäten
    nicht lange auf sich warten...Die Neuste kommt (natürlich) wieder mal aus NRW:
    Nachdem man uns Bürgern jahrzehntelang "bemüht" erklärt hat, es gäbe keine
    freien UKW-Frequenzen mehr, zaubert die Landesregierung/Landesmedienan-
    stalt JETZT, da doch DAB+ in den Startlöchern steht, plötzlich wieder freie UKW (!)- Frequenzen für eine neue Senderkette aus ihrem Hut. Ei der Daus! Da müsste wohl selbst David Copperfield vor Neid erblassen...
  • 08.05.2014 22:43
    x-user antwortet auf industrieclub
    Benutzer industrieclub schrieb:
    > Das Hauptproblem von DAB+ ist der starre
    >
    politisch-organisatorische Rahmen, den die dt. Medienpolitik
    >
    diesem Übertragungsweg von Beginn an aufgedrückt
    >
    hat! Nämlich die Verpflichtung zu bundeslandweiter oder gar
    >
    bundesweiter Aus-
    >
    strahlung (samt entsprechender Kosten!) von Beginn an. Einen so
    >
    merkwürdi-
    >
    gen organisatorisch-politischen Rahmen hat es in der bisherigen
    >
    (100-jährigen)
    > Radiogeschichte noch nie bei der Einführung eines neuen
    >
    WELLENBEREICH-
    >
    ES (und um nichts Anderes handelt es sich letztlich!) gegeben,
    >
    mit anderen Wor-
    >
    ten: noch nie wurden potenzielle Anbieter in der Vergangenheit
    >
    von der Politik so genervt und gegängelt...

    Eine sehr treffende Zusammenfassung, Kompliment.

    Der anspruchsvolle Radio-Konsument sitzt in D sozusagen noch immer hinter der Berliner Mauer, abgeschottet vom weltweiten Standard. Dahinter liegt die grenzenlose Freiheit -- nämlich das Internet-Radio...
    Darum ist jede müde Mark für ein DAB+ Radio verschenktes Geld.


  • 09.05.2014 22:56
    industrieclub antwortet auf x-user
    Benutzer x-user schrieb:.
    >
    > Eine sehr treffende Zusammenfassung, Kompliment. Danke!
    >
    > Der anspruchsvolle Radio-Konsument sitzt in D sozusagen noch
    >
    immer hinter der Berliner Mauer, abgeschottet vom weltweiten
    >
    Standard. Dahinter liegt die grenzenlose Freiheit -- nämlich
    >
    das Internet-Radio...
    > Darum ist jede müde Mark für ein DAB+ Radio verschenktes Geld.
    >
    Na ja, ich habe mir das alles erst durch Nachdenken selbst erarbeiten müssen. Sowas sagt einem ja keiner, im Gegenteil: man wird ja in eine ganz andere Rich-
    tung suggeriert. Mein einziger Vorteil (gegenüber dem Durchschnittsbürger) war
    dabei, dass ich mich 1.) im Ausland recht gut auskenne und also "horizontal" (=geografisch) vergleichen kann und mich zweitens in Rundfunkgeschichte (spe-
    ziell Radio) gut auskenne und somit auch "vertikal" (=in der Zeitachse) verglei-
    chen kann. Wenn man dies tut, entdeckt man zwangsläufig, dass mit 'Radio' in
    DE "was nicht stimmt"..., GERADE im Vergleich zu den anderen WESTLICHEN(!)
    Ländern, daher SEHR passend dein MAUERVERGLEICH !!
    Man kann sich z.B. auch mal vergegenwärtigen, dass NRW mehr Einwohner hat
    als die meisten europäischen Staaten!!! Wenn man dann an das dortige Radio-
    Programmangebot denkt, wird einem schlagartig dessen Peinlichkeit klar...
    >
  • 10.05.2014 01:24
    einmal geändert am 10.05.2014 11:27
    x-user antwortet auf industrieclub
    Benutzer industrieclub schrieb:
    > (...) entdeckt man zwangsläufig, dass mit 'Radio' in
    >
    DE "was nicht stimmt"..., GERADE im Vergleich zu den anderen
    >
    WESTLICHEN(!) Ländern, daher SEHR passend dein
    >
    MAUERVERGLEICH !!
    > Man kann sich z.B. auch mal vergegenwärtigen, dass NRW mehr
    >
    Einwohner hat
    >
    als die meisten europäischen Staaten!!! Wenn man dann an das
    >
    dortige Radio-
    >
    Programmangebot denkt, wird einem schlagartig dessen
    >
    Peinlichkeit klar...

    Wahrscheinlich ist die DAB+ und UKW-Senderauswahl dort im WDR-Gebiet ähnlich begrenzt u. beschränkt (!) wie an meinem Standort (Dreiländereck Hessen/Thür./Nds.). Wobei ich aber über UKW wegen Hanglage zusätzlich auch paar Überreichweitensender (AFN Frankfurt, Bayern3 usw.) in Stereo kriege, immerhin. Auf DAB+ ging bei mir jedoch nur der landesweite Hessenmix, und das auch nur an einem Fenster, sehr unbequem, weil weit weg vom Desktop :-(

    http://www.teltarif.de/forum/s23679/mein...

    Wenn ich aber, wie Nutzer CF neulich hier schrieb, insgesamt 82 Sender aus In-u.-Ausland via DAB+ empfangen könnte, klar, dann hätte ich meinen Sangean wohl auch behalten. CF hat sich allerdings einen externen Antennenanschluß rausgelegt... der alte Bastlertrick ;-)
    Vielleicht wäre das ja auch für Dich eine machbare Lösung?

    Noch besser wäre wohl ein Empfänger mit Antennenbuchse, wie wir das für Kurzwelle kennen. Für mich hätte das aber auch nicht mehr so viel gebracht... Holland+Belgien oder die SWR-Senderkette sind hier etwa 200km Luftlinie entfernt.